Silber-Pappel (Populus alba, )
Silber-Pappel (Populus alba) ist ein großer zweihäusiger Baum aus der Familie Salicaceae. Ihr natürliches Areal reicht vom nordafrikanischen Atlas über Süd- und Mitteleuropa bis Xinjiang. Kennzeichnend sind zweifarbige Blätter, oben dunkelgrün und unten dicht weißfilzig, sowie kräftige Wurzelbrut, durch die um einen einzelnen Baum oft ganze Kolonien entstehen.
WeiterlesenSilber-Pappel, Weiß-Pappel, White poplar und Silver poplar
In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.






© Foto
Greg Tasney · cc-by-sa
Leon Perrie · cc-by
Brett Sandford · cc-by
Taken Sep 21, 2021 by Hugo SARRAUT (cc-by-sa)
Taken Jul 8, 2020 by iserte jose (cc-by-sa)
Taken Oct 7, 2014 by Tela Botanica − Liliane Roubaudi (cc-by-sa)
Taken Sep 27, 2021 by Jean-René Girardeau (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Populus alba reicht vom nordafrikanischen Atlas über Süd- und Mitteleuropa bis Xinjiang und zum westlichen Himalaja. In Frankreich ist die Art im mediterranen Süden und im Rhônetal heimisch, weiter nördlich vor allem angepflanzt. Seit 1748 in Nordamerika eingeführt, ist sie dort heute weithin eingebürgert.
- Heimisch4
- Invasiv2
- Frankreich
- Italien
- Marokko
- China
- Vereinigte Staaten
- Kanada
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Silber-Pappel (Populus alba L., 1753), auch Weiß-Pappel genannt, gehört zur Gattung Populus in der Familie Salicaceae. Das lateinische Epitheton alba, „weiß“, beschreibt den hellen Filz auf Blattunterseiten und jungen Zweigen. Der Kontrast zwischen dunkelgrüner Oberseite und weißwolliger Unterseite ermöglicht die Erkennung auf den ersten Blick, auch ohne Blüten oder Früchte. 1 3
Vom Atlasgebirge in Marokko und Algerien über Süd- und Mitteleuropa bis Xinjiang erstreckt sich die Heimat der Silber-Pappel. In Frankreich gilt sie in den mediterranen Tälern und entlang der Rhône als heimisch und bildet dort typische flussbegleitende Galeriewälder. Weiter nördlich, außerhalb ihres natürlichen französischen Areals, ist sie überwiegend angepflanzt. 7 8
Erkennung
Mit 15 bis 30 m Höhe ist die Silber-Pappel ein mittelgroßer bis großer Baum, dessen Stamm an der Basis über 2 m Durchmesser erreichen kann. Die junge Rinde ist glatt und grauweiß, bekommt dunkle Rauten und reißt im Alter an der Stammbasis in graue Platten auf. 3 4
An den 4 bis 15 cm langen Blättern sitzen 3 bis 5 unregelmäßige Lappen, die an Ahorn- oder Efeublätter erinnern. Die dunkelgrüne, glänzende Oberseite kontrastiert stark mit dem dichten weißen Wollfilz der Unterseite, der der Krone im Wind einen silbrigen Glanz verleiht. Junge Triebe und Knospen tragen denselben weißen Filz. 4 3
Als zweihäusige Art trägt die Silber-Pappel männliche und weibliche Kätzchen auf getrennten Bäumen. Graue männliche Kätzchen haben dunkelrote Staubblätter, weibliche sind grüngrau; beide erscheinen im März bis April vor dem Laubaustrieb. Die weiblichen Kapseln setzen anschließend winzige, in wollige Haare gehüllte Samen frei, die sich im Mai mit dem Wind verbreiten. 3 4
Nützliche Taxonomie
Für POWO/WCVP ist Populus alba L. der akzeptierte Name. Zahlreiche beschriebene Varietäten und Formen gelten heute überwiegend als botanische Synonyme oder werden unter denselben Namen als Gartensorten verwendet:
- Populus alba var. nivea Aiton (botanischer Varietätsname)
- Populus alba var. pyramidalis Bunge (botanischer Varietätsname)
- Populus alba var. bolleana (Lauche) Ed.Otto (botanischer Varietätsname)
- Populus alba f. richardii Beissn. (botanischer Formenname)
- Populus alba var. pendula Loudon (botanischer Varietätsname)
Bei unklaren Handelsbezeichnungen bleibt der von POWO akzeptierte wissenschaftliche Name der stabile Bezugspunkt. Mehrere dieser Varietätsnamen dienen auch als Verkaufsnamen für bestimmte Wuchsformen oder Blattmerkmale und werden je nach Baumschule unterschiedlich verwendet. 1
Lebensraum und Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Populus alba reicht vom nordafrikanischen Atlas durch Süd- und Mitteleuropa bis Xinjiang und zum westlichen Himalaja. Dort bevorzugt die Silber-Pappel frische Standorte, oft an Gewässern, bei warmen Sommern und kühlen bis milden Wintern. 1 2
Im mediterranen Süden Frankreichs und im Rhônetal ist der Baum heimisch. Zusammen mit der Silber-Weide bildet er flussbegleitende Galeriewälder, die als Lebensraum von gemeinschaftlichem Interesse eingestuft sind. In anderen Landesteilen wird er vor allem als Alleebaum oder Windschutz gepflanzt und ist stellenweise eingebürgert. 7 8
Bereits 1748 wurde die Silber-Pappel nach Nordamerika eingeführt und hat sich dort weithin eingebürgert. Heute wächst sie in 43 US-Bundesstaaten und gilt in mehreren Regionen als invasiv; in Connecticut besteht sogar ein Pflanzverbot. 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Je nach Klima blüht die Silber-Pappel im März oder April, stets vor dem Erscheinen der Blätter. Nach der Bestäubung entstehen aus den weiblichen Blüten Kapseln, die innerhalb weniger Wochen winzige, wollig behaarte Samen entlassen. Deren Keimfähigkeit bleibt nur sehr kurz erhalten. 3 5
Zusätzlich vermehrt sich die Silber-Pappel stark durch Wurzelbrut. Ihre weit streichenden Wurzeln treiben Schösslinge bis zu 20 bis 30 m vom ursprünglichen Stamm entfernt. So entstehen ganze Kolonien, deren Mitglieder genetisch mit einem einzigen Ausgangsbaum identisch sind. Dies erklärt dichte Gehölzgruppen um einen Einzelbaum, lange bevor Sämlinge aufkommen. 6
Nutzen und Risiken
Weiches, leichtes und schwer entflammbares Holz der Silber-Pappel diente lange zur Herstellung von Streichhölzern, Verpackungskisten und Zellstoff; die Rinde liefert einen gelben Farbstoff. Vor allem wird der Baum als Windschutz und zur Befestigung von Sandböden und Dünen genutzt, wobei sein dichtes, weit streichendes Wurzelsystem hilft. 5 6
In der Rinde enthaltene Salicylate stehen historisch am Ursprung des Aspirins und wurden traditionell gegen Fieber und rheumatische Schmerzen eingesetzt. Für Katzen, Hunde und Menschen ist keine Giftigkeit dokumentiert. Bei Pferden bleibt der Status unklar, da spezifische Daten fehlen. 5
Nahe an Gebäuden wird dasselbe Wurzelsystem, das Böden festigt, zum Problem: Es kann Pflaster anheben und Dränagen oder Fundamente beschädigen. Der Baum sollte deshalb mehr als 15 bis 20 m Abstand zu Gebäuden erhalten. 2 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Wegen ihres Laubs oder Wuchses bleiben mehrere Gartenformen gefragt: 'Nivea' mit besonders weißem Blattfilz, 'Pyramidalis' mit schmaler säulenförmiger Silhouette, oft als 'Bolleana' verkauft, und 'Richardii', deren junge goldene Blätter im Saisonverlauf vergrünen. 1
Drei ähnliche Pappeln werden häufig mit der Silber-Pappel verwechselt:
- Populus tremula, die Espe, trägt keinen weißen Filz auf der Blattunterseite;
- Populus × canescens, die Grau-Pappel, entsteht durch natürliche Kreuzung von Populus alba und Populus tremula und besitzt einen weniger dichten, intermediären Filz;
- Populus nigra, die Schwarz-Pappel, trägt rautenförmige Blätter, die auf beiden Seiten grün und unbehaart sind.
Der weiße Filz auf der Blattunterseite und die unregelmäßigen Blattlappen reichen meist aus, um Populus alba von diesen drei verwandten Arten zu unterscheiden.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Populus alba L.
- Royal Horticultural Society, Populus alba (Silber-Pappel)
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Populus alba
- NC State Extension Plant Toolbox, Populus alba
- Plants For A Future, Populus alba
- Wikipedia (EN), Populus alba
- INPN / MNHN, Populus alba L., 1753, Silber-Pappel
- Tela Botanica (BDTFX-Verzeichnis), Populus alba L.
Häufig gestellte Fragen
Ist Silber-Pappel für Katzen und Hunde giftig?
Nein, für Katzen, Hunde und Menschen ist keine Giftigkeit dokumentiert. Für Pferde bleibt der Status mangels spezifischer Daten unklar.
Wie erkennt man eine Silber-Pappel im Winter ohne Blätter?
Das zuverlässigste Merkmal ist die glatte grauweiße Rinde mit dunklen Rauten, zusammen mit den zahlreichen Wurzelschösslingen, die oft um den Stamm sichtbar sind.
Warum bildet meine junge Silber-Pappel so viele Wurzelschösslinge?
Wurzelbrut ist eine natürliche Vermehrungsweise der Art. Wurzelverletzungen oder starker Rückschnitt können sie zusätzlich verstärken.
Kann man eine Silber-Pappel nahe am Haus pflanzen?
Davon ist abzuraten. Das weit streichende Wurzelsystem kann Pflaster anheben und Dränagen oder Fundamente in weniger als 15 bis 20 m Entfernung beschädigen.
Ist Silber-Pappel eine invasive Art?
In ihrem natürlichen europäischen Areal lässt sich die Art ohne besondere Schwierigkeiten handhaben. In Nordamerika, wo sie seit 1748 eingeführt ist, gilt sie dagegen in mehreren Regionen als invasiv.
Was unterscheidet die Sorten Pyramidalis und Bolleana?
Beide Namen bezeichnen dieselbe schmale säulenförmige Wuchsform und werden in Baumschulen austauschbar verwendet; eine stabile botanische Trennung besteht nicht.
Wie unterscheidet man Silber-Pappel und Espe?
Die Blattunterseite der Silber-Pappel trägt dichten weißen Filz. Bei der Espe fehlt dieser; ihre Blätter bleiben beidseitig grün und kahl.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.








