Lulo (Solanum quitoense, )
Solanum quitoense ist ein ausdauernder, behaarter Strauch aus der Familie der Solanaceae und stammt aus dem nordwestlichen Südamerika. Die Art wird wegen ihrer orangefarbenen Früchte mit säuerlichem Fruchtfleisch kultiviert, die in Kolumbien Lulo und in Ecuador Naranjilla heißen. Sie wächst in feuchten Bergwäldern auf 1.200 bis 2.400 m Höhe, geschützt vor direkter Sonne.
WeiterlesenLulo, Naranjilla und Quitorange
An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.
Halbschatten, verträgt keine intensive volle Sonne





© Foto
(c) Julián Maya, some rights reserved (CC BY-NC), uploaded by Julián Maya · cc-by-nc
Morten Ross · cc-by
Wikimedia Commons · CC BY-SA or Public Domain
Taken Nov 23, 2022 by Francois Mansour (cc-by-sa)
Taken Oct 2, 2021 by huy HO (cc-by-sa)
Taken Feb 5, 2022 by Zumbado Manuel (cc-by-sa)
Taken Jul 3, 2022 by Trap Hers (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Solanum quitoense umfasst das nordwestliche Südamerika, vor allem Peru, Ecuador und Südkolumbien. Der Anbau wurde auf Costa Rica, Panama und Venezuela ausgeweitet, ohne dass die Art dort als heimisch gilt. Außerhalb ihres Areals bleibt sie eine geschützte Kultur oder eine Gewächshausrarität.
- Heimisch3
- Eingeführt3
- Peru
- Ecuador
- Kolumbien
- Costa Rica
- Panama
- Venezuela
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Solanum quitoense (Solanum quitoense Lam., 1794), in Kolumbien als Lulo und in Ecuador als Naranjilla gehandelt, ist eine ausdauernde Pflanze der Solanaceae. Ein violetter Flaum aus Sternhaaren bedeckt Stängel, Blätter und unreife Früchte. Diese Behaarung unterscheidet die Art schon vor der Blüte auf den ersten Blick von anderen großblättrigen Anden-Nachtschattengewächsen. Das Artepitheton quitoense verweist auf Quito, die ecuadorianische Hauptstadt nahe ihrem Diversitätszentrum. 1 6
Je nach Land sind unterschiedliche Namen gebräuchlich: Naranjilla in Ecuador, Costa Rica, Nicaragua und Panama, Lulo in Kolumbien. In französischsprachigen botanischen Katalogen erscheinen morelle de Quito, naranjille und orange de Quito. Der deutsche Name Quitorange bezeichnet ebenfalls diese Art. 4 6
Erkennung
Als ausladender, krautiger Strauch erreicht Solanum quitoense 1,5 bis 2,5 m Höhe; seine Stängel verholzen mit zunehmendem Alter. Wildpopulationen tragen Stacheln an Stängeln, Blattstielen und großen Blattadern. Ecuadorianische und kolumbianische Erzeuger kultivieren nahezu ausschließlich die stachellose Form, deren Früchte sich mit bloßen Händen schneller ernten lassen. 2
Junge Triebe, Blattstiele und die Unterseiten der großen eiförmigen Blätter tragen denselben violetten Sternhaarflaum wie die unreifen Früchte. Die Blätter werden 30 bis 60 cm lang. Die Behaarung ist ein zuverlässiges Merkmal gegenüber anderen großblättrigen Nachtschattengewächsen. Die weiche, leicht blasige Blattspreite gibt im Wind leichter nach als das ledrige Laub gemäßigter Arten, passend zur Herkunft aus geschütztem Unterwuchs. 2
Duftende Blüten von etwa 3 cm Breite besitzen fünf oberseits weiße, unterseits violette und behaarte Kronblätter. In ihrer Mitte stehen fünf leuchtend gelbe Staubblätter. Die runde Frucht misst 4 bis 6 cm im Durchmesser. Nach einem grünen Stadium mit vollständiger violetter Behaarung wird ihre Schale bei der Reife glatt und orangefarben. 2 7
Nützliche Taxonomie
POWO/WCVP akzeptiert Solanum quitoense Lam. und ordnet die Art der Untergattung Leptostemonum sowie der Sektion Lasiocarpa zu. Dort stehen mehrere verwandte südamerikanische Arten mit essbaren Früchten. Zu den verzeichneten Synonymen gehören: 1 6
- Solanum angulatum Ruiz & Pav. (wissenschaftliches Synonym)
- Solanum quitense Kunth
- Solanum nollanan Britton
- Solanum quitoense var. septentrionale R.E.Schult. & Cuatrec.
Die zuletzt genannte, in Kolumbien und Venezuela beschriebene Varietät trägt Stacheln an Stängel, Zweigen, Blattstielen und Hauptadern. Die typische Form weist dagegen höchstens einzelne verstreute Stacheln auf. Internationale taxonomische Verzeichnisse, darunter das US-amerikanische ITIS, führen denselben akzeptierten Namen wie POWO. Damit lassen sich Unklarheiten durch voneinander abweichende Verkaufsetiketten eingrenzen. 2 8
Lebensraum und Verbreitung
Im nordwestlichen Südamerika liegt das Ursprungsgebiet, vor allem in Peru, Ecuador und Südkolumbien. Der Anbau reicht darüber hinaus bis nach Costa Rica, Panama und Venezuela. 2 4
In feuchten Bergwäldern wächst die Art auf 1.200 bis 2.400 m Höhe bei jährlichen Niederschlägen von 1.500 bis 3.000 mm. Die besten ecuadorianischen Anbauflächen liegen zwischen 1.500 und 1.800 m, wo die Durchschnittstemperatur bei 17 bis 19 °C bleibt. 2 7
Volle Sonne schadet der Pflanze; sie bevorzugt den Halbschatten lichten Unterwuchses. Weder Frost noch dauerhaft über 29 °C werden vertragen. Dadurch beschränkt sich der Anbau auf tropische Höhenklimate oder andernorts auf beheizte Gewächshäuser. Diese enge klimatische Bindung erklärt, warum Anbauversuche in Florida und Kalifornien seit dem frühen 20. Jahrhundert trotz vorhandenem kommerziellem Interesse vereinzelt blieben. 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Bei Aussaat in der Jungpflanzenanzucht keimen die Samen nach dem für Tomaten verwendeten Verfahren. Nach zwei bis drei Monaten werden die Jungpflanzen verpflanzt. Die Blüte setzt vier bis fünf Monate nach dem Verpflanzen ein, die erste Ernte zehn bis zwölf Monate nach der Aussaat. 2
Eine etablierte Pflanze trägt etwa drei Jahre lang fortlaufend Früchte, bevor der Ertrag sinkt. Geerntet werden muss alle sieben bis zehn Tage. Für den Verkauf pflückt man die Früchte im halb ausgefärbten Zustand, weil sie leicht Druckstellen bekommen und nach vollständiger Reife schnell gären. 2
Im kommerziellen Anbau erfolgt die Vermehrung hauptsächlich durch Veredlung auf Solanum macranthum. Dieses Verfahren schützt vor Wurzelgallennematoden, dem wichtigsten Schädling der Kultur. Abmoosen und Stecklinge aus ausgereiftem Holz bleiben mögliche Alternativen zur Vermehrung. 2
Nutzen und Risiken
Vollreife Früchte werden frisch gegessen, halbiert und in den Mund ausgedrückt oder zu Saft, Sorbet, Konfitüre und Desserts verarbeitet. Etwa ein Dutzend Früchte liefert rund 227 g Saft. Sein Geschmack wird häufig mit Ananas und Zitrone verglichen. Das grünliche, durchscheinende und säuerliche Fruchtfleisch unterscheidet sich durch seine charakteristische Farbe von benachbarten Andenfrüchten; diese gilt als diagnostisches Merkmal der Art. 2
In unreifen Teilen und im Laub enthält Solanum quitoense wie die meisten Nachtschattengewächse Steroidalkaloide vom Solanidin-Typ. Für den Verzehr empfohlen wird deshalb ausschließlich die vollständig reife Frucht, während die übrigen Pflanzenteile diese Empfehlung nicht teilen. 7 3
Der violette Sternhaarflaum an grünen Früchten und jungen Stängeln kann empfindliche Haut reizen. Vor dem Umgang mit Früchten, die zum Verzehr bestimmt sind, wird er abgerieben oder abgewaschen. 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Weit verbreitete, beständige und benannte Sorten fehlen. Die gärtnerische Variabilität betrifft hauptsächlich das Vorhandensein von Stacheln und die Stärke der Fruchtbehaarung. Die am ganzen Körper bestachelte Varietät septentrionale und eine süße, aber wenig saftige lokale Linie aus der Umgebung von Baza in Ecuador zeigen diese regionalen Unterschiede, ohne registrierte Sorten darzustellen. 2
Ähnliche Früchte mehrerer verwandter Wildarten können zu Verwechslungen führen. Hybriden von Solanum sessiliflorum mit S. quitoense besitzen gelbliches Fruchtfleisch. Solanum candidum ist als huevo de gato bekannt, während bei Solanum pectinatum anhaltende Haare die Saftgewinnung beeinträchtigen. 6
Am zuverlässigsten trennen Farbe und Beschaffenheit der reifen Schale diese nahen Verwandten voneinander. Ebenso aufschlussreich ist, ob nach dem Waschen der Frucht noch violette Haare haften bleiben oder nicht.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Solanum quitoense Lam.
- Purdue University NewCROP (Morton, Fruits of Warm Climates), Naranjilla
- Plants For A Future, Solanum quitoense
- USDA GRIN Global Taxonomy, Solanum quitoense
- International Plant Names Index, Solanum quitoense Lam.
- Wikipedia (EN), Solanum quitoense
- Wikipedia (ES), Solanum quitoense
- Integrated Taxonomic Information System (ITIS), Solanum quitoense Lam.
Häufig gestellte Fragen
Ist Solanum quitoense dieselbe Pflanze wie Lulo?
Ja. Lulo und Naranjilla bezeichnen dieselbe Art, Solanum quitoense. Der Name hängt vom Land ab: Lulo in Kolumbien, Naranjilla in Ecuador, Costa Rica, Nicaragua und Panama.
Ist die Frucht von Solanum quitoense giftig?
Die noch grüne Frucht und die übrigen Pflanzenteile enthalten für Nachtschattengewächse typische Steroidalkaloide. Zum Verzehr empfohlen wird nur die vollständig reife Frucht mit glatter orangefarbener Schale.
Warum sticht die grüne Frucht beim Berühren?
Die unreife Frucht trägt einen violetten Flaum aus Sternhaaren, der empfindliche Haut reizen kann. Bei der Reife löst sich dieser Flaum fast vollständig und hinterlässt eine glatte orangefarbene Schale.
Wo wächst Solanum quitoense von Natur aus?
Das natürliche Areal liegt in den Anden des nordwestlichen Südamerikas, vor allem in Peru, Ecuador und Südkolumbien, in feuchten Bergwäldern auf 1.200 bis 2.400 m Höhe.
Lässt sich Solanum quitoense außerhalb der Tropen kultivieren?
Die Pflanze verträgt keinerlei Frost und benötigt hohe Luftfeuchtigkeit. Außerhalb tropischer Höhenlagen überlebt sie vor allem im beheizten Gewächshaus oder geschützten Wintergarten, im Winter niemals im Freiland.
Welche Pflanzen ähneln Solanum quitoense?
Mehrere verwandte Anden-Nachtschattengewächse, darunter Solanum sessiliflorum, Solanum candidum und Solanum pectinatum, tragen ähnliche essbare Früchte. Farbe und Beschaffenheit der reifen Schale sind die zuverlässigsten Unterscheidungsmerkmale.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






