Flatter-Ulme (Ulmus laevis, Pall. 1784)

Flatter-Ulme (Ulmus laevis) ist ein großer Laubbaum aus der Familie der Ulmaceae. Ihre Heimat sind die Auwälder Europas von Frankreich und Südfinnland bis zum Ural und Kasachstan. Anders als ihre europäischen Verwandten erkrankt sie selten am Ulmensterben. Lange Blütenstiele und bewimperte Flügelfrüchte unterscheiden sie von den anderen Ulmen.

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Wissenschaftlicher NameUlmus laevis
GattungUlmus
OrdnungRosales

Flatter-Ulme, Flatterulme, European white elm, Fluttering elm und Olmo blanco europeo

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit für Katzen, Hunde und Pferde dokumentiert (ASPCA)
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandPolenRusslandFinnlandTürkeiSpanien
Lebensraum
Auen- und Uferwälder an großen Flüssen, selten oberhalb von 400 m
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühling
Erntezeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Ausgewachsene Form in 30–50 Jahren, auf feuchtem Boden schon jung raschwüchsig
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, brüchiges Holz; junge Bäume sind starkem Wind ausgesetzt
Luftfeuchtigkeit
60–100 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Frischer bis feuchter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Erscheinungsbild
Höhe2000–3500 cmBreite1500–2500 cm
Blätter
GrünGelb
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
CremeGröße0.3–0.4 cm
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Grün
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Flatter-Ulme (Ulmus laevis): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Ulmus laevis reicht von Frankreich und Südfinnland bis zum Ural, nach Kirgisistan und Kasachstan; im Süden liegen die Grenzen in Bulgarien und auf der Krim. Getrennte Vorkommen bestehen im Kaukasus und in Spanien, wobei das spanische als Relikt und nicht als eingeführt gilt. Außerhalb des natürlichen Areals wird die Art auch als Straßenbaum gepflanzt, insbesondere im Vereinigten Königreich und in den USA.

  • Heimisch7
  • Eingeführt1
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Polen
  • Russland
  • Finnland
  • Türkei
  • Spanien
  • Vereinigtes Königreich

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis Pall., 1784), auch Flatterulme geschrieben, ist ein großer sommergrüner Baum der Gattung Ulmus aus der Familie der Ulmaceae. Sie erreicht gewöhnlich 20 bis 35 m Höhe. Anders als ihre europäischen Verwandten ist sie selten vom Ulmensterben betroffen. Lange Blütenstiele und bewimperte Flügelfrüchte unterscheiden sie von den anderen Ulmen des Kontinents. Der wissenschaftliche Artname stammt vom lateinischen laevis, „glatt“, und verweist auf Rinde und Laub, die sich weicher anfühlen als bei der deutlich raueren Berg-Ulme. 4 3 1

In Nordamerika wurde die Art als weniger vom Ulmensterben betroffener Ersatzbaum eingeführt und wird Russian elm genannt. Der Name verweist auf den östlichen Teil ihres natürlichen Areals jenseits des Urals. Die englische Bezeichnung European white elm bezieht sich nicht auf eine besondere Holzfarbe: Britische Forstleute bezeichneten historisch das Holz der Berg-Ulme als „weiß“, was noch heute häufig zu Verwechslungen führt. 4

Erkennung

Bei Ulmus laevis sind 20 bis 35 m Höhe üblich; außergewöhnliche Bäume in Frankreich überschreiten 39 m. Der Stammdurchmesser kann fast 2 m erreichen, bei sehr alten Exemplaren mehr. Am Stammfuß entstehen breite, abgeflachte Brettwurzeln aus einem flachen, weit ausladenden Wurzelsystem. Dieses verhindert ein Umkippen auf durchnässtem Boden. 4 7

Das 5 bis 10 cm lange Blatt besitzt einen stark asymmetrischen Grund: Eine Seite ist am Blattstiel abgerundet, die andere deutlich verschmälert. Die dünne, fast durchscheinende Spreite ist oben weich und unten grau und flaumig behaart. Bis zu achtzehn Paare von Seitennerven verlaufen ohne Verzweigung bis zum Blattrand. 4

Cremefarbene Blüten ohne Kronblätter öffnen sich vor dem Laub in dichten Büscheln aus fünfzehn bis dreißig Blüten. Ihre etwa 20 mm langen Stiele sind unter den europäischen Ulmen einzigartig und ermöglichen eine Bestimmung am unbelaubten Baum. Die weniger als 15 mm lange Flügelfrucht hat ringsum einen bewimperten Rand aus feinen Haaren; bei den anderen Ulmen sind die Früchte kahl. 4

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP akzeptiert den Namen Ulmus laevis Pall., 1784. Lange waren konkurrierende Namen im Umlauf, die heute als Synonyme eingeordnet werden:

  • Ulmus effusa Willd., synonym geführter Name
  • Ulmus pedunculata Foug., synonym geführter Name
  • Ulmus ciliata Ehrh., synonym geführter Name
  • Ulmus racemosa Borkh., synonym geführter Name
  • Ulmus laevis var. celtidea Rogow., synonym geführte Varietät
  • Ulmus laevis var. parvifolia Jovan. & Radulović, synonym geführte Varietät

Von der im 19. Jahrhundert in der Ukraine beschriebenen Varietät celtidea ist bislang kein Exemplar bekannt; die aus Serbien gemeldete Varietät parvifolia bleibt in Sammlungen selten. Angesichts dieser Synonyme ist der akzeptierte Name Ulmus laevis der verlässliche Bezugspunkt, um Verwechslungen auf Herbarbelegen oder in Baumschulkatalogen zu vermeiden. 1 2 9

Lebensraum und Verbreitung

Die natürliche Verbreitung reicht von Frankreich und Südfinnland ostwärts bis zum Ural, nach Kirgisistan und Kasachstan sowie südostwärts bis Bulgarien und zur Krim. Getrennte Populationen bestehen im Kaukasus und in Spanien. Das spanische Vorkommen gilt heute eher als Relikt denn als eingeführt und könnte sogar Ausgangspunkt der europäischen Besiedlung gewesen sein. 4 1

Fast ausschließlich wächst die Flatter-Ulme in Auwäldern entlang großer Flüsse wie Wolga oder Donau, selten oberhalb von 400 m. An Ufern eingewachsene Bäume gehören zu den wenigen Ulmen, die mehr als hundert Tage durchgehende Bodenvernässung vertragen. Außerhalb kontrollierter städtischer Standorte verträgt die Art jedoch weder Trockenheit noch salzige Böden. 4

Die IUCN führt die Art wegen unzureichender, nicht einheitlicher Bestandsbeobachtung auf dem Kontinent als ungenügend bekannt (DD). Als wesentliche Belastungen gelten Hochwasserschutzmaßnahmen und Wasserentnahmen, die den Grundwasserspiegel in Uferwäldern absenken. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Je nach Breitengrad blüht die Art im Spätwinter oder zu Beginn des Frühjahrs, stets vor dem Laubaustrieb. Sie ist vormännlich: In derselben Blüte reifen die männlichen Organe vor den weiblichen. Das begünstigt die Selbstbefruchtung, ohne sie zwingend herbeizuführen. 4

Die bewimperte Flügelfrucht reift im späten Frühjahr. In serbischen Populationen wurden Keimraten von 45 bis 60 % gemessen; nach dem Abfallen verliert der Samen rasch seine Keimfähigkeit. Frisch ausgesät keimt er ohne Stratifikation innerhalb einer Woche, und die kräftigsten Sämlinge erreichen im ersten Jahr bereits einen halben Meter Höhe. 4

Auf feuchtem Boden wachsen junge Bäume schnell. Bei dreizehnjährigen Exemplaren wurde in Brusthöhe ein jährlicher Zuwachs des Stammdurchmessers von 4 cm beobachtet. Anders als die meisten europäischen Ulmen, die sich frei miteinander kreuzen, bildet Ulmus laevis in der Natur keine Hybriden mit ihren nahen Verwandten. Das schützt ihre genetische Identität vor Introgression. 4 6

Nutzen und Risiken

Im Unterschied zu anderen europäischen Ulmen hat Ulmus laevis keine genetische Resistenz gegen das Ulmensterben entwickelt, erkrankt aber selten. Die den Pilz übertragenden Borkenkäfer meiden sie, solange andere Ulmen in der Nähe stehen. Spanische Versuche zeigten den Rindenstoff Alnulin, der den Baum für diese Überträger wenig attraktiv macht. Eine zehnjährige Beobachtung in Frankreich ergab dennoch örtliche Verluste von 28 % in manchen Populationen, ohne dass ein allgemeiner Rückgang bestätigt wurde. 4 6

In Finnland dienten die biegsamen jungen Stämme lange zur Herstellung von Tragbögen für Krankentragen; die zähe Rinde wurde für feste Bindungen verwendet. Heute machen schnelles Wachstum und Toleranz gegenüber Bodenverdichtung, Luftverschmutzung und Streusalz die Art zu einem geschätzten Straßenbaum. Häufig ersetzt sie andernorts in Europa krankheitsbedingt abgestorbene Ulmen. 4

Für Holz, Pflanzensaft und Rinde ist keine Giftigkeit für Katzen, Hunde oder Pferde dokumentiert. 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Einige Ziersorten werden in Sammlungen gehalten und sind außerhalb von Arboreten selten: 'Pendula' mit hängendem Wuchs sowie die panaschierten Formen 'Aureovariegata' und 'Argentovariegata' mit gelb beziehungsweise silberweiß gerandeten Blättern. 4

Zwei verwandte Ulmen führen regelmäßig zu Verwechslungen. Ulmus glabra, die Berg-Ulme, hat größere, rauere Blätter, kurz gestielte Blüten und kahle Flügelfrüchte. Ulmus minor, die Feld-Ulme, besitzt kleinere Blätter, ebenfalls kahle Flügelfrüchte und bildet viele Wurzelausläufer, die der Flatter-Ulme fehlen. Gegenüber beiden Arten sind der bewimperte Fruchtrand und der lange Blütenstiel die sichersten Merkmale für Ulmus laevis, auch am unbelaubten Baum. 1 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Ulmus laevis gegen das Ulmensterben resistent?

Eine genetische Resistenz besteht nicht, doch die Art erkrankt selten. Die übertragenden Borkenkäfer bevorzugen häufig andere Ulmen. Ein Grund ist der Rindenstoff Alnulin, der den Baum für diese Insekten weniger attraktiv macht.

Wie unterscheidet sich Ulmus laevis von Ulmus glabra oder Ulmus minor?

Der ringsum fein bewimperte Rand der Flügelfrucht ist das sicherste Merkmal; die beiden anderen Arten haben kahle Flügelfrüchte. Die etwa 20 mm langen Blütenstiele von Ulmus laevis helfen zusätzlich bei der Bestimmung vor dem Laubaustrieb.

Wo wächst die Flatter-Ulme von Natur aus?

Ihr natürliches Areal reicht von Frankreich und Südfinnland bis zum Ural und Kasachstan, mit getrennten Populationen im Kaukasus und in Spanien. Sie besiedelt fast ausschließlich Auwälder entlang großer Flüsse.

Eignet sich Ulmus laevis als Stadtbaum?

Ja. Wegen ihrer Toleranz gegenüber Bodenverdichtung, Luftverschmutzung und Streusalz wird sie häufig als Straßenbaum eingesetzt, oft als Ersatz für Ulmen, die nach einer Ulmensterben-Epidemie verschwunden sind.

Ist Ulmus laevis für Tiere giftig?

Nein, nach der ASPCA ist für Katzen, Hunde und Pferde keine Giftigkeit dokumentiert, weder für das Laub noch für Rinde oder Pflanzensaft.

Warum hat Ulmus laevis bewimperte Flügelfrüchte?

Der Saum feiner Haare am Fruchtrand kennzeichnet unter den europäischen Ulmen diese Art. Zusammen mit dem langen Blütenstiel ist er das zuverlässigste Merkmal zur Abgrenzung von nahen Verwandten.

Wie alt kann eine Flatter-Ulme werden?

Die ältesten erfassten Exemplare sind mehrere Jahrhunderte alt; in Mitteleuropa gibt es Stämme mit mehr als 3 m Durchmesser. In den ersten Jahrzehnten wächst die Art rasch, später langsamer.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.