Futter-Wicke (Vicia sativa, L. 1753)

Futter-Wicke (Vicia sativa L., 1753) ist eine einjährige Kletterpflanze aus der Familie der Fabaceae. Sie stammt aus Europa, Nordafrika und Westasien und ist heute auf fast allen Kontinenten eingebürgert. Ihre verzweigten Ranken, purpurrosa Blüten und Futterhülsen kennzeichnen diese wichtige stickstoffbindende Hülsenfrucht, die seit der Antike als Gründüngung und Futterpflanze angebaut wird.

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Wissenschaftlicher NameVicia sativa
GattungVicia
OrdnungFabales

Futter-Wicke, Saat-Wicke, Common vetch, Garden vetch und Tare

Identität
Toxizität
Für Menschen und übliche Haustiere ungiftig; Vorsicht bei Pferden
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Kräuterpflanze · Kletterpflanze
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
FrankreichEuropaNordafrikaKeniaNaher Osten und Arabische Halbinsel
Lebensraum
Wiesen, Hecken, grasige Böschungen, Wegränder und Futteräcker; durchlässige, nicht saure Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte Mai bis September, reife Hülsen Juli bis September
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Trockene Hülsen öffnen sich zweiklappig und geben die Samen am Boden frei
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Ackerboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Feldrand, Straßenrand, Feldhecke
Erscheinungsbild
Höhe30–200 cm
Blätter
Grün
Blüten
RosaViolettWeißGröße1–3 cm
Früchte
GrünBraunGröße6–7 cm
Wuchsform
Futter-Wicke (Vicia sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Vicia sativa umfasst Europa, Nordafrika bis Kenia und das gemäßigte Westasien bis zur Arabischen Halbinsel. Nach weitverbreitetem Anbau und Verwilderung aus Feldern ist die Art heute auf allen Kontinenten außer in der Antarktis und Arktis eingebürgert.

  • Heimisch5
  • Eingeführt2
  • Metropolitan-Frankreich einschließlich Korsikas
  • Europa
  • Nordafrika
  • Kenia und Ostafrika
  • Naher Osten und Arabische Halbinsel
  • Vereinigte Staaten
  • China

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Futter-Wicke (Vicia sativa L., 1753), auch Saat-Wicke genannt, fällt durch verzweigte Ranken und 1 bis 3 cm große purpurrosa Blüten auf. Sie ist eine einjährige Art der Gattung Vicia aus der Familie der Fabaceae. Plants of the World Online akzeptiert den Namen seit seiner Veröffentlichung durch Linné in den Species Plantarum von 1753. 1

Der lateinische Gattungsname Vicia bezeichnete bereits die in der Antike als Futter angebauten Wicken. Das Epitheton sativa, „angebaut“, verweist ebenfalls auf diese alte landwirtschaftliche Nutzung. Der englische Name tare beruht auf einer Verwechslung mit dem Taumel-Lolch (Lolium temulentum), dem eigentlichen Unkraut des biblischen Gleichnisses, das keine Wicke ist. 8

Erkennung

Als kletternde oder kriechende krautige Pflanze besitzt Vicia sativa einen hohlen, kantigen und schwach behaarten Stängel. Mit einer Stütze erreicht sie bis zu 2 m Länge; ohne Halt bildet sie eher einen rankenden Teppich von 30 cm bis 1,2 m. 3

Das Laub besteht aus 3 bis 8 Paaren linealischer bis verkehrt eiförmiger Fiederblättchen mit feiner Spitze. Am Blattende sitzt eine verzweigte Ranke, mit der sich die Pflanze an benachbarten Stängeln festhält. 3

Einzeln oder paarweise stehen die 1 bis 3 cm großen Blüten in den Blattachseln. Ihr kräftiges Purpurrosa, seltener Weiß oder Blassgelb, lockt vor allem Hummeln an. Die folgenden Hülsen werden 6 bis 7 cm lang, sind zunächst behaart und später glatt. Bei Reife färben sie sich braunschwarz und geben 4 bis 12 runde, wenige Millimeter große Samen frei. 2

Nützliche Taxonomie

Innerhalb der rund 200 Wickenspezies umfassenden Gattung lautet der akzeptierte Name Vicia sativa L., 1753. Britische Floren unterscheiden drei Unterarten vor allem anhand der Fiederblättchenbreite: Vicia sativa subsp. nigra mit schmalen Fiederblättchen, Vicia sativa subsp. segetalis sowie die typische Unterart Vicia sativa subsp. sativa. 3

Eine vollständige Genomassemblierung anhand der serbischen Sorte Studenica bestätigt die Stellung von Vicia sativa innerhalb der Fabaceae. Der Genomvergleich datiert die Trennung von der Gartenerbse (Pisum sativum) auf etwa 10,6 Millionen Jahre. 7

Lebensraum und Verbreitung

Zum ursprünglichen Verbreitungsgebiet von Vicia sativa gehören Europa, Nordafrika bis Kenia und das gemäßigte Westasien bis zur Arabischen Halbinsel. Das Zentrum ihrer genetischen Vielfalt wird im Fruchtbaren Halbmond vermutet; eine abschließende molekulare Bestätigung liegt bisher nicht vor. 1

Besiedelt werden Wiesen, Hecken, grasige Böschungen und Wegränder auf durchlässigen, vorzugsweise nicht sauren Böden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7,5. Stark beschattete Standorte meidet die Art. 2

Nach umfangreichem Anbau und Verwilderung aus Feldern ist Vicia sativa heute auf fast allen Kontinenten eingebürgert. Eingeführt wurde sie unter anderem in die Vereinigten Staaten und nach China, wo sie sich an Feldrändern etabliert hat. Die IUCN stuft sie weiterhin als nicht gefährdet ein, passend zu ihrer sehr weiten Verbreitung. 6 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Für den üblichen Entwicklungszyklus erfolgt die Aussaat vom zeitigen Frühjahr bis zum Sommer, bei sogenannten Winterwicken im Herbst. Je nach Bodentemperatur keimen die Samen in ein bis zwei Wochen. Nach dem Einwurzeln vertragen diese Winterformen Frost bis −10 °C, was der USDA-Winterhärtezone 4 entspricht. 2

Von Mai bis September blüht die Futter-Wicke und bindet mithilfe bakterieller Wurzelknöllchen Luftstickstoff. Diese Eigenschaft erklärt ihren Einsatz als Gründüngung. Im Spätsommer reifen die Hülsen, trocknen ein und öffnen sich zweiklappig. Die Samen fallen auf den Boden und können sich im folgenden Jahr von selbst wieder aussäen. 2

Genomuntersuchungen weisen bei Vicia sativa sechs Chromosomenpaare nach. Das erstmals für diese rund 200 Arten umfassende Gattung auf Chromosomenebene assemblierte vollständige Genom enthält etwa 1,65 Milliarden Basenpaare. 7

Nutzen und Risiken

Als Futterpflanze, Gründüngung und Fruchtfolgeglied reichert Vicia sativa den Boden dauerhaft mit Stickstoff an. In Australien wird sie jährlich auf mehr als 500.000 Hektar angebaut, häufig zusammen mit Getreide, dessen steife Halme den Ranken Halt geben. Für Heu wird vorzugsweise zwischen Juli und September geerntet, bevor sämtliche Hülsen aufspringen. 2 8

Junge Triebe und unreife Hülsen werden gekocht gegessen. Getrocknete Samen lassen sich zu Mehl mahlen, sind im rohen Zustand jedoch schwer verdaulich. 2

Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine nennenswerte Giftigkeit dokumentiert. Reife Samen enthalten dagegen neurotoxische Verbindungen, darunter Beta-Cyano-L-Alanin. Bei Pferden und Vieh werden diese bei längerem, hohem Verzehr mit Nervenstörungen in Verbindung gebracht. Eine Heuernte vor der vollständigen Hülsenreife begrenzt dieses Risiko. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Neuere landwirtschaftliche Auslesen wie Timok, Volga, Rasina und Studenica zielen vor allem auf Korn- und Futterertrag. Eine anerkannte gärtnerische Ziersorte besitzt Vicia sativa nicht. 7

Verwechslungen betreffen andere Wicken derselben Familie: die Vogel-Wicke (Vicia cracca) mit blauvioletten Blüten in einem einseitswendigen Blütenstand statt einzeln in den Achseln und die Ackerbohne (Vicia faba) mit deutlich breiteren, fleischigeren Hülsen. Im Gelände entscheiden Farbe und Stellung der Blüten rasch: einzeln oder paarweise bei Vicia sativa, in einem Blütenstand gruppiert bei der Vogel-Wicke. 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Futter-Wicke giftig?

Nein. Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine nennenswerte Giftigkeit dokumentiert. Reife Samen enthalten jedoch neurotoxische Verbindungen, die bei Pferden in großen Mengen zu beachten sind.

Kann man Futter-Wicke essen?

Ja. Junge Triebe und unreife Hülsen werden gekocht verzehrt. Getrocknete, zu Mehl gemahlene Samen sind nahrhaft, im rohen Zustand aber schwer verdaulich.

Warum wird Futter-Wicke angebaut?

Als Gründüngung, Futterpflanze und Fruchtfolgeglied: Bakterielle Knöllchen an ihren Wurzeln ermöglichen die Bindung von Luftstickstoff.

Wie unterscheidet man Vicia sativa von Vicia cracca?

An der Blütenstellung: Bei Vicia sativa stehen die Blüten einzeln oder paarweise, bei Vicia cracca in einem deutlich einseitswendigen blauvioletten Blütenstand.

Woher stammt die Futter-Wicke?

Ihr natürliches Areal umfasst Europa, Nordafrika bis Kenia und das gemäßigte Westasien bis zur Arabischen Halbinsel. Im Fruchtbaren Halbmond wird ein Diversitätszentrum vermutet.

Ist die Futter-Wicke invasiv?

Selten. Obwohl sie auf fast allen Kontinenten eingebürgert ist, wird sie nur in wenigen Regionen als reguliertes Unkraut eingestuft. Auf der Roten Liste der IUCN gilt sie weiterhin als nicht gefährdet.

Was unterscheidet die Unterarten nigra und sativa?

Das wichtigste Merkmal ist die Breite der Fiederblättchen: Bei der Unterart nigra sind sie deutlich schmaler als bei der typischen Unterart sativa.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.