Vogel-Wicke (Vicia cracca, L. 1753)

Vogel-Wicke (Vicia cracca L., 1753) ist eine ausdauernde kletternde Fabaceae aus dem gemäßigten Eurasien von Europa bis Sibirien und Japan. Verzweigte Ranken, einseitswendige blauviolette Blütenstände und braune, aufspringende Hülsen kennzeichnen diese verbreitete Futter- und Bienenweidepflanze der Wiesen und Hecken. In Nordamerika tritt sie heute auch als invasives Beikraut auf.

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Wissenschaftlicher NameVicia cracca
GattungVicia
OrdnungFabales

Vogel-Wicke, Gewöhnliche Vogel-Wicke, Vogelwicke, Tufted vetch und Cow vetch

Identität
Toxizität
Für Menschen und die wichtigsten Haustiere ungiftig
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kletterpflanze · Wildpflanze
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichEuropaSibirien und gemäßigtes AsienJapan
Lebensraum
Wiesen, Hecken, Böschungen und Waldränder; Brachen und Feldränder auf frischem Boden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Blüte von Mai bis August, reife Hülsen von Juli bis September
Vermehrung
Aussaat, Rhizomfragmente
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gute Verankerung an Nachbarpflanzen durch verzweigte Ranken
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Wiese, Feldhecke, Feldrand, Straßenrand
Erscheinungsbild
Höhe30–200 cmBreite30–100 cm
Blätter
Grün
Blüten
BlauViolettGröße0.8–1.3 cm
Früchte
BraunGröße2–2.5 cm
Wuchsform
Vogel-Wicke (Vicia cracca): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Vicia cracca umfasst das gemäßigte Eurasien von Europa und Skandinavien bis Sibirien und Japan. Die früh als Futterpflanze nach Nordamerika eingeführte Art ist dort heute weit eingebürgert und gilt in mehreren Regionen als invasiv, besonders in Alaska, wo sie ungestörte Lebensräume besiedelt.

  • Heimisch4
  • Eingeführt1
  • Invasiv1
  • Europäisches Frankreich einschließlich Korsikas
  • Europa
  • Sibirien und gemäßigtes Asien
  • Japan
  • Kanada
  • USA

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Vogel-Wicke (Vicia cracca L., 1753), auch Gewöhnliche Vogel-Wicke oder Vogelwicke, ist eine ausdauernde krautige Kletterpflanze der Gattung Vicia in der Familie Fabaceae. Plants of the World Online führt den seit Linnés Veröffentlichung von 1753 bestehenden Namen als akzeptiert. 1 6

Die Gattungsbezeichnung Vicia stammt vom lateinischen vincio, „ich binde mich“, und beschreibt das Klettern von Vicia cracca mit Ranken. Das Artepitheton cracca ist weniger eindeutig: Über den Botaniker Rivinus und Plinius könnte es auf einen alten griechischen Namen einer platterbsenähnlichen Pflanze zurückgehen. Keine Quelle klärt diese Herkunft abschließend. 3

Erkennung

An der Vogel-Wicke fällt der kantige, kletternde Stängel ohne dichte Behaarung auf. Verzweigte Ranken an den Blattenden halten ihn an benachbarter Vegetation fest. Je nach Bedingungen wird er gewöhnlich 30 cm bis 2 m lang. 4 3

Die gefiederten Blätter tragen 5 bis 15 Paare schmaler Fiederblättchen; das letzte Paar ist zu einer Ranke umgebildet. Am zuverlässigsten ist jedoch der Blütenstand: 10 bis 30 blauviolette Blüten von 8 bis 13 mm Länge stehen dicht und einseitswendig zusammen, deutlich zahlreicher als bei spärlich blühenden Wicken. 4 2

Ihre Blüten sind selbstinkompatibel: Ohne den Besuch einer Hummel oder einer anderen Biene bilden sie keine Samen. Für die Vermehrung durch Samen ist die Pflanze somit vollständig von Bestäubern abhängig. Danach entstehen braune, abgeflachte, 2 bis 2,5 cm lange Hülsen, die bei der Reife explosionsartig aufspringen und 3 bis 6 rotbraune Samen freisetzen. 4

Nützliche Taxonomie

Für Plants of the World Online bleibt Vicia cracca L., veröffentlicht 1753, der akzeptierte Name. Zur umfangreichen Synonymie regionaler Varietäten und Unterarten gehören Vicia cracca subsp. gerardi Gaudin und Vicia cracca var. grandiflora Lange ex Willk.. Der akzeptierte Name wird dadurch nicht infrage gestellt. 1

Innerhalb der Fabaceae gehört die Art zu den Faboideae mit Schmetterlingsblüten und aufspringenden Hülsen. Dort stehen auch andere kultivierte Vicia-Arten wie Ackerbohne und Saat-Wicke. 1

Im Gelände wird sie besonders häufig mit Vicia sepium verwechselt. Deren Blütenstand trägt nur 2 bis 6 Blüten, die gruppiert und kürzer als das Blatt sind, in dessen Achsel sie stehen. Vicia cracca hat dagegen einen langen, dichten Blütenstand. 4

Lebensraum und Verbreitung

Das ursprüngliche Areal der Vogel-Wicke umfasst das gemäßigte Eurasien von Europa und Skandinavien bis Sibirien und Japan. Dort wächst sie in Wiesen, Hecken, an Böschungen und Waldrändern auf frischen bis durchlässigen Böden. 3 1

In Frankreich ist die Art heimisch. Das INPN verzeichnet sie unter dem französischen Namen vesce cracca als weit verbreitet im europäischen Staatsgebiet. 6

Nach früher Einführung als Futterpflanze ist Vicia cracca heute in mehreren Regionen Nordamerikas invasiv, vom südlichen Kanada bis in den Norden South Carolinas. In Alaska besiedelt sie ungestörte Lebensräume und klettert bis in die unteren Äste von Bäumen und Sträuchern, ein für Beikräuter seltenes Verhalten. Im Boden Alaskas bleiben ihre Samen etwa fünf Jahre keimfähig. Zudem verträgt Vicia cracca sowohl Feuer als auch Trockenheit. Diese doppelte Widerstandskraft erklärt ihre schnelle Rückkehr nach Bränden oder Gehölzschnitt. 5 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Zur Vermehrung nutzt die Vogel-Wicke sowohl Samen als auch ein ausläuferartiges Wurzelsystem mit stickstoffbindenden Knöllchen. Dieses vergrößert den Bestand unabhängig von der Samenproduktion. 5

Zwischen Mai und August blüht die Art. Jede selbstinkompatible Blüte benötigt den Besuch einer Hummel oder einer anderen Biene, um eine Hülse zu bilden. Von Juli bis September reifen die Hülsen und setzen ihre Samen durch explosives Aufspringen frei. Diese Ausbreitung über kurze Distanzen erklärt teilweise, warum Bestände zunächst konzentriert bleiben, bevor sie sich über die Wurzeln vergrößern. 4 2

Sowohl vorübergehende Sommertrockenheit als auch strenge Winter werden vertragen. Bei den ersten stärkeren Frösten stirbt das oberirdische Laub ab, während tiefe Wurzeln und die Samen im Boden die ungünstige Jahreszeit überdauern. 5 2

Nutzen und Risiken

Im Vordergrund steht die Futternutzung: Vicia cracca wird als vom Vieh geschätzte Wiesenleguminose angebaut und geerntet. Ihre Wurzelknöllchen reichern den Boden zum Vorteil benachbarter Gräser mit Stickstoff an. Außerdem ist sie eine regelmäßige Bienenweide, die Hummeln den ganzen Sommer besuchen. 3 2

Gekochte oder geröstete Samen wurden in Notzeiten gegessen, junge Blätter gelegentlich als Teeersatz verwendet. Für Menschen und die wichtigsten Haustiere ist keine Giftigkeit dokumentiert, wobei die Verträglichkeit für Pferde nur wenig belegt bleibt. 3

Landwirtschaftliche Probleme verursacht die Art vor allem außerhalb ihres natürlichen Areals: In Nordamerika mindert sie Futtererträge, indem sie sich um Kulturpflanzen windet. Sie besiedelt Straßen, Stromleitungstrassen und Waldränder. Ist ein Befall etabliert, sind mehrere Jahre konsequenter Bekämpfung erforderlich. 5 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Für Vicia cracca ist keine anerkannte Gartensorte bekannt. Sie ist eine Wildpflanze, die nie für Zierzwecke ausgelesen wurde, anders als landwirtschaftlich genutzte Wicken wie Vicia sativa. 3

Häufige Verwechslungspartner sind:

  • Vicia sepium mit kurzen Blütenständen aus 2 bis 6 gruppierten Blüten, die kürzer als das Blatt sind;
  • Vicia sylvatica mit weißlichen, violett geaderten Blüten statt einheitlich blauvioletter Blüten;
  • manche Lathyrus-Arten mit verzweigten Ranken und häufig breiteren Fiederblättchen.

Entscheidend bleibt die Blütenzahl je Blütenstand: Mehr als zehn blauviolette, 8 bis 13 mm lange Blüten in einem dichten, einseitswendigen Blütenstand passen nur zu Vicia cracca. Eine Gruppe aus 2 bis 6 Blüten, die kürzer als das benachbarte Blatt sind, weist dagegen auf Vicia sepium hin.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Vogel-Wicke giftig?

Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine Giftigkeit dokumentiert. Vielmehr ist sie eine verbreitete Futterpflanze; der Status für Pferde bleibt je nach Quelle wenig geklärt.

Kann man Vogel-Wicke essen?

Die gekochten Samen wurden früher in Notzeiten gegessen, gekocht oder geröstet. Als Lebensmittel wird die Art heute nur noch am Rande genutzt und nicht vermarktet.

Warum ist Vogel-Wicke in Nordamerika invasiv?

Als Futterpflanze eingeführt, vermehrt sie sich dort durch Samen und ausläuferartige Wurzeln. Sie besiedelt auch ungestörte Lebensräume wie Waldränder, was nur wenigen Beikräutern gelingt.

Wie unterscheidet man Vicia cracca von Vicia sepium?

Am zuverlässigsten ist die Blütenzahl je Blütenstand: Bei Vicia cracca stehen 10 bis 30 Blüten dicht und einseitswendig zusammen. Vicia sepium hat nur 2 bis 6 gruppierte Blüten, die kürzer als das zugehörige Blatt sind.

Woher stammt der Name Vicia cracca?

Vicia kommt vom lateinischen vincio, „ich binde mich“, und beschreibt das Klettern mit Ranken. Die Herkunft von cracca bleibt unsicher; möglicherweise geht es über Plinius auf einen alten griechischen Namen einer mit der Platterbse verwandten Pflanze zurück.

Ist Vogel-Wicke für Bestäuber nützlich?

Ja. Ihre Blüten sind selbstinkompatibel und für die Kreuzbestäubung auf Hummeln und andere Bienen angewiesen. Dadurch bietet sie auf Wiesen den ganzen Sommer über regelmäßig Nektar.

Wie begrenzt man die Ausbreitung der Vogel-Wicke?

Mähen oder Ausreißen vor der Hülsenbildung ist am wirksamsten: Reife Hülsen springen auf und schleudern die Samen über kurze Entfernungen heraus.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.