Traubensilberkerze (Actaea racemosa, L. 1753)

Traubensilberkerze (Actaea racemosa L., 1753) ist eine ausdauernde Waldstaude aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae), die aus dem östlichen Nordamerika stammt. Ihre langen weißen Blütentrauben stehen weit über dem geteilten Laub. Das knotige, dunkle Rhizom erklärt den englischen Namen Black cohosh; es wird auch für pflanzliche Arzneimittel verwendet.

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Wissenschaftlicher NameActaea racemosa
GattungActaea
OrdnungRanunculales

Traubensilberkerze, Cimicifuga, Black cohosh, Black snakeroot, Black bugbane und Fairy candles

Identität
Toxizität
Für Katzen und Hunde ungiftig; Vorsicht bei oralen Extrakten für Menschen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenKanada
Lebensraum
Nährstoffreiche, frische Laubwälder, bewaldete Böschungen, Schluchten und felsige Waldstandorte
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Reiche Blüte ab dem 3. oder 4. Jahr nach der Aussaat
Vermehrung
Teilung, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Hohe Blütenstiele wenig windfest, geschützter Standort empfohlen
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.

Halbschatten bis Schatten; etwas Morgensonne fördert die Blüte
Außenbereich
Pflanzung im Schatten, Gartenbeet
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe120–210 cmBreite60–120 cm
Blätter
Grün
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße30–60 cm
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Traubensilberkerze (Actaea racemosa): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im östlichen Nordamerika, von Ontario und dem südlichen Québec bis Georgia sowie westwärts bis Missouri und Arkansas. Plants of the World Online dokumentiert keine nennenswerte Einbürgerung außerhalb dieses Gebiets. Andernorts wächst die Art vor allem in Schattengärten und im Anbau zur Herstellung von Extrakten.

  • Heimisch2
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Traubensilberkerze (Actaea racemosa L., 1753), auch unter dem englischen Namen Black cohosh bekannt, ist eine ausdauernde Art der Gattung Actaea innerhalb der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Lange wurde sie der Gattung Cimicifuga zugeordnet. Eine auf Verwandtschaftsanalysen gestützte Überarbeitung führte zur heutigen Einordnung bei Actaea. Der ältere Gattungsname begegnet deshalb weiterhin auf Präparaten und in botanischen Texten. 5 6

Auf das knotige, dunkle Rhizom bezieht sich die englische Bezeichnung Black cohosh. Es ist beinahe schwarz und steht damit im deutlichen Gegensatz zu den weißen oder cremefarbenen Blütenständen. Cimicifuga verbindet die lateinischen Wörter cimex, „Wanze“, und fugare, „vertreiben“. Dahinter steht eine traditionelle Verwendung gegen Insekten, an die auch der englische Name Black bugbane erinnert. 7

Die langen, vollständig weißen bis cremefarbenen Blütenstände liefern bei der Bestimmung einen unmittelbaren Anhaltspunkt. Ihre Wirkung entsteht durch zahlreiche feine Staubblätter; Blütenblätter fehlen. Die dunkle Farbe im englischen Namen beschreibt folglich kein Blütenmerkmal. 5

Erkennung

Mit aufrechten krautigen Trieben bildet Actaea racemosa einen Horst von 1,2 bis 2,1 m Höhe und 0,6 bis 1,2 m Breite. Gut eingewachsene Pflanzen können mit ihren voll entwickelten Blütenstielen über 2 m hoch werden. Die Höhenwirkung geht vor allem von den über das Laub hinausragenden Blütenständen aus. 2 7

Zwei- bis dreifach dreizählig zusammengesetzte Blätter mit dunkelgrünen, gezähnten Teilblättchen erinnern an breiteres Astilbenlaub. Von Juni bis August, je nach geografischer Breite auch bis September, erheben sich darüber die 30 bis 60 cm langen Blütentrauben. Laubform und hoch aufragende Blütenstände lassen sich bei blühenden Pflanzen gemeinsam zur Erkennung nutzen. 7 5

Die einzelnen Blüten sind winzig und ohne Blütenblätter; sichtbar bleibt jeweils ein Bündel weißer Staubblätter. Ihr als unangenehm empfundener Arzneigeruch kann die Bestimmung zusätzlich stützen. Nach der Blüte entstehen trockene Balgfrüchte, die sich deutlich von den fleischigen Beeren anderer Christophskräuter unterscheiden. 7

Nützliche Taxonomie

Für die Traubensilberkerze führt Plants of the World Online den akzeptierten Namen Actaea racemosa L., veröffentlicht 1753, in der Familie Ranunculaceae. Der lange gebräuchliche Name Cimicifuga racemosa (L.) Nutt. wird im Integrated Taxonomic Information System als nicht akzeptiertes Synonym geführt. Unterschiedliche Gattungsnamen auf älteren Etiketten können somit dieselbe Art bezeichnen. 1 6

Beim Kauf von Saatgut oder Pflanzen können insbesondere folgende ältere wissenschaftliche Namen auftauchen:

  • Cimicifuga racemosa (L.) Nutt., ein früher verbreiteter Name
  • Macrotys racemosa (L.) Raf., eine ältere Kombination
  • Actaea monogyna Walter, ein weiterer historischer Name

Zur Gattung Actaea gehören auch Arten mit fleischigen Früchten, etwa Actaea pachypoda und Actaea rubra. Der gemeinsame Gattungsname bedeutet daher keine einheitliche Fruchtbildung. Gerade beim Pflanzenkauf ist der vollständige wissenschaftliche Name verlässlicher als eine allgemeine Bezeichnung wie Christophskraut. 1

Lebensraum und Verbreitung

Im östlichen Nordamerika reicht das natürliche Areal der Traubensilberkerze von Ontario und Maine bis Georgia sowie westwärts bis Missouri und Arkansas. Die Art ist somit ursprünglich eine nordamerikanische Waldpflanze. 3 7

Nährstoffreiche, frische Laubwälder bieten ihr ebenso Lebensraum wie bewaldete Böschungen, Schluchten und felsige Waldstellen, darunter die Ozarks in Missouri. Allen diesen Standorten gemeinsam sind reichlich Humus und Schutz vor lang anhaltender voller Sonne. Dieser Waldcharakter erklärt auch ihre Verwendung in schattigen Gartenbereichen. 2 3

Außerhalb des ursprünglichen Areals verzeichnet Plants of the World Online keine nennenswerte Einbürgerung. Jenseits Nordamerikas wird die Pflanze hauptsächlich in Schattengärten oder für die Gewinnung von Extrakten kultiviert. Ein Vorkommen im Garten ist deshalb von einer wild etablierten Population zu unterscheiden. 1

Lebenszyklus und Vermehrung

Als langsam wachsende Rhizomstaude verbreitert und verdickt die Traubensilberkerze ihr unterirdisches Rhizom von Jahr zu Jahr. Mehrere Vegetationsperioden können vergehen, bevor sich ein Blütenstiel bildet. Bei Sämlingen ist eine erste reiche Blüte selten vor dem Alter von 3 bis 4 Jahren zu erwarten. 7

Die winzigen Samen liegen in trockenen Balgfrüchten. Sie keimen langsam und verlieren nach der Ernte rasch ihre Keimfähigkeit. Eine doppelte Kältestratifikation über mehrere Monate verbessert den Keimerfolg erheblich; ohne entsprechende Vorbehandlung bleibt die Aussaat unzuverlässig. 3

Im Garten ist die Teilung eingewachsener Horste im Frühjahr oder Herbst die zuverlässigste Vermehrung. Sie führt schneller zu blühfähigen Pflanzen als die durch lange Stratifikation und unregelmäßige Keimung erschwerte Aussaat. Ein zu junges, nicht geteiltes Rhizom wächst zunächst weiter, ohne Blüten zu bilden. Die lange Jugendphase erklärt viele ausbleibende Blüten an jungen Pflanzen. 3

Nutzen und Risiken

Das getrocknete Rhizom dient vor allem der Arzneinutzung. Traditionell wird es in Präparaten gegen Wechseljahresbeschwerden sowie gegen Menstruationsschmerzen und Schmerzen des Bewegungsapparats verwendet. Diese überlieferte Anwendung ist von einem Nachweis der Wirksamkeit zu unterscheiden. 5

Das National Center for Complementary and Integrative Health bewertet die Wirksamkeitsdaten bei Hitzewallungen als uneinheitlich. Es berichtet zugleich über seltene, teils schwere Leberschäden bei Menschen, die als Black cohosh gekennzeichnete Produkte eingenommen hatten. Ein ursächlicher Zusammenhang wurde nicht eindeutig nachgewiesen. In einzelnen Handelsprodukten fanden sich außerdem andere Pflanzen als auf dem Etikett angegeben. 4

Für Katzen und Hunde ist keine Vergiftung durch Aufnahme dokumentiert. Die belegten Vorsichtshinweise betreffen vor allem die innerliche Anwendung beim Menschen. Insbesondere in Schwangerschaft und Stillzeit wird davon abgeraten. Aussagen über Arzneiextrakte lassen sich dabei nicht allein aus dem Aussehen einer Gartenpflanze ableiten. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Unter dem eigenen Artnamen hat die Traubensilberkerze keine weithin verbreitete Ziersorte. Anders verhält es sich bei der nah verwandten Actaea simplex, die häufig als Brunette oder Hillside Black Beauty mit dunkelpurpurnem Laub verkauft wird. Im Handel werden beide Arten oft verwechselt, obwohl sich Blütezeit und Laubfarbe unterscheiden. 7

Weitere Verwechslungspartner aus Nordamerika sind Actaea pachypoda mit weißen Beeren und schwarzem Punkt, auf Englisch doll’s eyes, sowie Actaea rubra mit roten Beeren. Die Früchte beider Arten sind bei Aufnahme stark giftig. Actaea racemosa bildet dagegen ausschließlich trockene Balgfrüchte und niemals fleischige Beeren.

Zur Unterscheidung der drei Arten ist deshalb die Frucht besonders zuverlässig: trocken und balgartig bei Actaea racemosa, fleischig und auffällig gefärbt bei den beiden anderen. Deren Giftigkeit bei Aufnahme ist erheblich stärker als die für die Traubensilberkerze dokumentierte, nahezu fehlende Giftigkeit.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Traubensilberkerze für Katzen und Hunde giftig?

Für Katzen und Hunde ist keine Vergiftung durch Aufnahme dokumentiert. Beim Menschen wurden selten Leberschäden nach Einnahme handelsüblicher oraler Extrakte gemeldet; laut NCCIH ist ein ursächlicher Zusammenhang nicht eindeutig belegt.

Warum heißt die Pflanze auf Englisch „black“, obwohl sie weiß blüht?

Die Bezeichnung bezieht sich auf das knotige, dunkle, fast schwarze Rhizom. Die Blütentrauben sind weiß oder cremefarben und bestehen aus zahlreichen Staubblättern ohne Blütenblätter.

Wie lange dauert es bis zur ersten Blüte?

Sämlinge brauchen häufig 3 bis 4 Jahre bis zu einer reichen Blüte. Durch Teilung eines bereits eingewachsenen Horstes erhält man schneller eine blühfähige Pflanze.

Welcher Standort eignet sich für die Traubensilberkerze?

Halbschatten bis Schatten mit dauerhaft frischem Boden ist geeignet. Einige Stunden Morgensonne fördern die Blüte, ohne die Blätter zu versengen.

Mit welchen Arten lässt sich Actaea racemosa verwechseln?

Vor allem mit Actaea pachypoda und Actaea rubra. Diese bilden fleischige weiße beziehungsweise rote Beeren, während Actaea racemosa trockene Balgfrüchte entwickelt.

Ist der Name Cimicifuga racemosa noch gültig?

Cimicifuga racemosa wird vom ITIS heute als nicht akzeptiertes botanisches Synonym geführt. Der maßgebliche wissenschaftliche Name lautet Actaea racemosa L.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.