Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama, (Siebold & Zucc.) Planch. ex Maxim. 1859)

Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama), auch Silberwein oder Matatabi genannt, ist eine sommergrüne, zweihäusige Kletterpflanze aus der Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae). Er stammt aus gemäßigten Bergregionen Chinas, Japans, Koreas und des russischen Fernen Ostens. Vor der Sommerblüte färbt sich ein Teil der Blätter weiß; nach dem Verblühen werden sie wieder grün. Bekannt ist die gut dokumentierte starke Wirkung auf Hauskatzen, die häufig ausgeprägter als bei gewöhnlicher Katzenminze ist.

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Wissenschaftlicher NameActinidia polygama
GattungActinidia
OrdnungEricales

Japanischer Strahlengriffel, Silberwein, Matatabi und Silver vine

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit bekannt; starke Verhaltensreaktion bei Katzen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaJapanSüdkoreaRussland
Lebensraum
Gemäßigte Bergwälder und Waldränder in 500 bis 1.900 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Blüte ab 2–3 Jahren, ausgewachsener Wuchs am Gerüst nach 4 bis 6 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig; Schutz vor austrocknenden Winden erwünscht
Luftfeuchtigkeit
50–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Innenbereich
Veranda
Außenbereich
Offener Boden, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe500–600 cmBreite200–400 cm
Blätter
GrünWeiß
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Blüten
WeißCremeGröße2–3 cm
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Früchte
OrangeGelbGröße3–4 cm
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Rinde
BraunGrün

Weltweite Verbreitung

Actinidia polygama ist im gemäßigten Ostasien heimisch, vom östlichen und zentralen China über Japan und Korea bis zum russischen Fernen Osten. Außerhalb dieses Gebiets wird die Art vor allem als Kletterpflanze in Sammlungen kultiviert. Eine invasive Einbürgerung ist dort nicht dokumentiert.

  • Heimisch4
  • China
  • Japan
  • Südkorea
  • Russland (Ferner Osten)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Japanischer Strahlengriffel (Actinidia polygama (Siebold & Zucc.) Planch. ex Maxim., 1859), auch Silberwein oder Matatabi genannt, ist eine sommergrüne, zweihäusige Kletterpflanze der Gattung Actinidia. Er gehört zu den Strahlengriffelgewächsen (Actinidiaceae), derselben Familie wie die gewöhnliche Kiwi. Siebold und Zuccarini beschrieben die Art 1843 zunächst als Trochostigma polygamum. Maximowicz ordnete sie 1859 der Gattung Actinidia zu. 1 2

Hinter dem japanischen Namen Matatabi soll eine Legende von erschöpften Reisenden stehen, die beim Kauen der Früchte unterwegs neue Kraft schöpften. Die Bezeichnung Silberwein verweist dagegen auf einen auffälligen Anblick: Unmittelbar vor der sommerlichen Blüte werden Teile des Laubs silberweiß. Die Namensbilder beziehen sich damit auf sehr unterschiedliche Eigenschaften der Pflanze. 3

Erkennung

Indem sich seine Triebe um ein Gerüst winden, erreicht Actinidia polygama unter günstigen Bedingungen meist 5 bis 6 m Länge. Die eiförmigen Blätter haben einen herzförmigen Grund, einen fein gezähnten Rand und werden 6 bis 13 cm lang. Wichtiger als Blattumriss oder Gesamtlänge ist die wechselnde Farbe: Ein Teil der Blätter an den oberen Triebabschnitten wird im Frühsommer stark weiß und nach der Blüte wieder vollständig grün. Dieses zeitlich begrenzte Merkmal ist besonders kennzeichnend. 5 3

Weiße, duftende Blüten von etwa 2 bis 3 cm Durchmesser öffnen sich Ende Juni oder Anfang Juli. Jede einzelne bleibt nur zwei bis drei Tage geöffnet. Die Art ist zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten stehen auf getrennten Pflanzen. Wer Früchte ernten möchte, muss daher das Geschlecht der Pflanzen berücksichtigen. 5

Gesunde Früchte sind eiförmige Beeren von 3 bis 4 cm Länge. Sie wechseln von Grün zu Gelb oder Orange bei voller Reife. Viele wild beobachtete Früchte zeigen jedoch eine andere Gestalt: Der Stich eines spezialisierten Insekts führt zu einer länglichen, höckerigen Galle. Diese deutlich verformte Frucht wird getrocknet als traditionelles japanisches Mokuten verwendet. 4

Nützliche Taxonomie

Unter Actinidia polygama führt POWO/WCVP den akzeptierten Artnamen; das Basionym lautet Trochostigma polygamum Siebold & Zucc.. Innerhalb von Actinidia stehen mehrere weitere winterharte Obstlianen. Drei davon begegnen im Gartenhandel häufig neben dem Japanischen Strahlengriffel:

  • Actinidia arguta (Siebold & Zucc.) Planch. ex Miq., mit glatten, essbaren Kiwibeeren;
  • Actinidia kolomikta (Rupr. & Maxim.) Maxim., mit stärkerer und länger anhaltender rosa-weißer Blattzeichnung;
  • Actinidia deliciosa (A.Chev.) C.F.Liang & A.R.Ferguson, die für ihre behaarten Früchte angebaute Kiwi.

Die Varietät Actinidia polygama var. lecomtei (Nakai) H.L.Li bleibt in der aktuellen Einordnung der typischen Art zugeordnet. Für die gewöhnliche gärtnerische Verwendung bezeichnet sie keinen gesondert behandelten taxonomischen Rang. Der Artname bleibt daher der maßgebliche Bezugspunkt beim Vergleich angebotener Pflanzen. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Über weite Teile des gemäßigten Ostasiens reicht das ursprüngliche Verbreitungsgebiet. In China umfasst es etwa fünfzehn Provinzen von Yunnan bis Heilongjiang; hinzu kommen Japan, Nord- und Südkorea sowie der russische Ferne Osten mit Sachalin und den Kurilen. Die Pflanze wächst in Bergwäldern und an deren Rändern, vor allem in 500 bis 1.900 m Höhe. 3 6

Mit einer Frosthärte bis ungefähr −30 °C, entsprechend USDA-Zonen 4 bis 8, verträgt Actinidia polygama deutlich kältere Winter als viele verbreitete Zierlianen. Außerhalb des natürlichen Areals ist sie hauptsächlich eine Sammlungspflanze. In Europa und Nordamerika wird sie wegen der wechselnden Laubfarbe und ihrer dokumentierten Wirkung auf Katzen kultiviert. Die winterliche Kältetoleranz und der besondere Blattschmuck erklären dabei unterschiedliche Aspekte ihres gärtnerischen Interesses. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Ende Juni oder Anfang Juli blüht der Japanische Strahlengriffel. Ohne männliche Pflanze in der Nähe kann ein weibliches Exemplar zwar jedes Jahr Blüten bilden, aber dauerhaft ohne Früchte bleiben. Vor dem Kauf einer einzelnen Pflanze ist diese Zweihäusigkeit deshalb zu beachten. Nach dem Fruchtansatz reifen die Beeren langsam bis September oder Oktober. 5

Für die Aussaat benötigen die Samen etwa drei Monate Kältestratifikation; dennoch verläuft die anschließende Keimung häufig unregelmäßig. Alternativ lassen sich im Frühsommer weiche oder halbverholzte Triebe als Stecklinge verwenden. Dieses Verfahren führt gewöhnlich schneller und zuverlässiger zu einer Pflanze, die mit dem Ausgangsexemplar übereinstimmt. Aussaat und Stecklingsvermehrung unterscheiden sich damit sowohl im Zeitbedarf als auch in der Verlässlichkeit. 5

Nutzen und Risiken

An Pergolen, Zäunen und Spalieren wird Silberwein als Zierpflanze eingesetzt. Das teilweise weiße Laub hebt sich mehrere Wochen lang vom umgebenden Grün ab. Dieser vorübergehende Farbwechsel prägt die Wirkung der Kletterpflanze stärker als eine dauerhaft gleichbleibende Panaschierung. 5

Besonders gut untersucht ist die Anziehungskraft auf Hauskatzen. In einer Studie mit 100 Katzen reagierten 79 % positiv auf Silberwein, gegenüber 68 % auf gewöhnliche Katzenminze. Selbst unter den Katzen, die auf Katzenminze nicht ansprachen, reagierten fast 75 % auf Silberwein. Die Wirkung ist somit nicht auf dieselben Tiere beschränkt, die sich für Katzenminze interessieren. 7

Eine Untersuchung von 2021 beschrieb den Mechanismus genauer. Nepetalactol, der wichtigste Wirkstoff in den Blättern, erhöht bei Katzen über μ-Opioidrezeptoren die Konzentration von Beta-Endorphin im Blutplasma. Dies erklärt das Reiben der Schnauze an der Pflanze. Dabei gelangt der Stoff ins Fell und wirkt anschließend gegen Stechmücken. Das Verhalten erfüllt damit eine dokumentierte Funktion bei der chemischen Abwehr. 8

Eine akute Giftigkeit für Katzen ist bei Silberwein nicht verzeichnet. Im Handel wird er als Stäbchen oder getrocknetes Pulver für Katzenspielzeug angeboten. Nach Kontakt folgt gewöhnlich eine Erregungsphase von 5 bis 30 Minuten. Daran schließt sich eine etwa einstündige Refraktärphase an, in der die Katze auf erneuten Kontakt nicht anspricht. Diese zeitweilige Unempfänglichkeit gehört zum beschriebenen Reaktionsablauf. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Breit verbreitete, stabile Gartensorten sind für Actinidia polygama nicht dokumentiert. Vermehrt wird die Pflanze fast immer durch Samen oder Stecklinge der Wildform. Ein Angebot unter dem Artnamen ist daher nicht automatisch eine eigene gärtnerische Sorte. 5

Im Handel mit Pflanzen, die Katzen anziehen, treten besonders zwei Verwechslungen auf. Actinidia kolomikta besitzt eine ausgedehntere, zeitlich beständigere rosa-weiße Blattzeichnung. Nepeta cataria ist dagegen eine botanisch nicht näher verwandte krautige Staude. Sie teilt lediglich die Anziehungskraft auf Katzen, vermittelt diese jedoch über den anderen Wirkstoff Nepetalacton. Wissenschaftlicher Name und windender Kletterwuchs sind die zuverlässigsten Merkmale, um Actinidia polygama von beiden zu unterscheiden. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Japanische Strahlengriffel dieselbe Pflanze wie die Kiwi?

Nein. Beide gehören zur Gattung Actinidia und zur Familie Actinidiaceae. Die als Obst angebaute Kiwi ist Actinidia deliciosa. Der Japanische Strahlengriffel trägt essbare, aber wenig geschätzte Früchte, die häufig durch Gallen verformt sind.

Ist Matatabi für Katzen giftig?

Eine akute Giftigkeit ist nicht verzeichnet. Bei der Mehrheit der untersuchten Katzen löst die Pflanze vielmehr eine dokumentierte euphorische Verhaltensreaktion aus, ohne bekannte schädliche Wirkung oder berichtetes Suchtpotenzial.

Warum werden die Blätter von Actinidia polygama weiß?

Die teilweise Weißfärbung der Blätter an den Triebspitzen ist für diese Art normal und tritt unmittelbar vor der Sommerblüte auf. Nach dem Verblühen werden die Blätter wieder vollständig grün.

Warum trägt mein Japanischer Strahlengriffel keine Früchte?

Die Art ist zweihäusig. Männliche und weibliche Blüten stehen auf getrennten Pflanzen. Ein einzelnes Exemplar kann jedes Jahr blühen, ohne Früchte anzusetzen, wenn eine Pflanze des anderen Geschlechts in der Nähe fehlt.

Warum sind die Früchte von Matatabi so unregelmäßig geformt?

Der Stich eines spezialisierten Insekts löst an einem Teil der Früchte eine längliche, höckerige Galle aus. Sie unterscheidet sich von der gesunden eiförmigen Frucht und entspricht dem traditionell in Japan volksmedizinisch verwendeten Mokuten.

Wie unterscheiden sich Matatabi und Katzenminze?

Die Pflanzen sind botanisch nicht näher verwandt. Matatabi (Actinidia polygama, Actinidiaceae) wirkt vor allem über Nepetalactol; Katzenminze (Nepeta cataria, Lamiaceae) über Nepetalacton. Eine Studie fand häufigere Reaktionen auf Matatabi.

Sollte man junge Pflanzen vor angelockten Katzen schützen?

Ein leichtes Drahtgitter um den Fuß junger Exemplare verhindert wiederholtes Reiben und Beißen. Dadurch werden Rinde und junge Triebe während des Anwachsens vor Schäden geschützt.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.