Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta, (Siebold & Zucc.) Planch. ex Miq. 1867)

Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta), auch Kiwibeere oder Kiwai genannt, ist eine sommergrüne, zweihäusige Kletterpflanze aus der Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae). Sie stammt aus Japan, Korea, Nordostchina und dem russischen Fernen Osten und verträgt ausgeprägte Winterkälte. Auf kleine cremeweiße Frühlingsblüten folgen glatte, unbehaarte Früchte mit essbarer Schale und süßem Fruchtfleisch.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NameActinidia arguta
GattungActinidia
OrdnungEricales

Scharfzähniger Strahlengriffel, Kiwibeere, Kiwai, Honigbeere, Kokuwa und Kleinfruchtige Kiwi

Identität
Toxizität
Ungiftig; Wurzeln und Rinde ziehen gelegentlich Katzen an
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
JapanSüdkoreaChinaRussland
Lebensraum
Bergwälder, Waldränder, Ufer und feuchte Gebüsche, je nach Region in 150 bis etwa 3.600 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Befruchtete weibliche Pflanzen tragen ab einem Alter von 3 bis 5 Jahren
Vermehrung
Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, bei starkem Wind ist ein stabiles Gerüst nötig
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Offener Boden, Obstgarten
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe300–900 cmBreite200–600 cm
Blätter
Grün
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße1–2 cm
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunViolettGröße2–3 cm
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Actinidia arguta umfasst den gemäßigten Fernen Osten von Japan und Korea über Nordostchina bis zum russischen Fernen Osten. Außerhalb des Ursprungsgebiets wird die Art heute in mehreren gemäßigten Regionen als Obst angebaut, mit bedeutenden gewerblichen Kulturen in Nordamerika, Neuseeland und Chile. Im Nordosten der Vereinigten Staaten gelten manche verwilderten Bestände örtlich als invasiv.

  • Heimisch4
  • Invasiv1
  • Japan
  • Korea
  • Nordostchina
  • Russland (Ferner Osten)
  • Vereinigte Staaten (Massachusetts, Long Island)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta (Siebold & Zucc.) Planch. ex Miq., 1867), auch Kiwibeere oder Kiwai genannt, ist eine sommergrüne Kletterpflanze der Gattung Actinidia aus der Familie Actinidiaceae. Die Autorennamen dokumentieren zwei Schritte: Siebold und Zuccarini beschrieben die Art zunächst in einer anderen Gattung; die neue Kombination von Planchon erschien 1867 bei Miquel. Der heute gebräuchliche Name verbindet damit Erstbeschreibung und spätere taxonomische Einordnung. 1 8

Als Kiwai werden sowohl die Liane als auch ihre Früchte bezeichnet. Mit 2 bis 3 cm sind diese kleiner als gewöhnliche Kiwis und besitzen eine glatte Oberfläche ohne deren charakteristischen Flaum. Die ähnlichen Namen können zu Verwechslungen mit Actinidia deliciosa führen. Trotz ihrer Verwandtschaft gehören beide zu unterschiedlichen Arten innerhalb derselben Gattung. 8

Erkennung

Kräftiges, windendes Wachstum und sommergrüne, herzförmige bis eiförmige Blätter kennzeichnen Actinidia arguta. Die fein gezähnten Blätter werden 8 bis 10 cm lang. An Pergolen und Spalieren erreicht die Pflanze meist 3 bis 9 m. In den Wäldern ihres Ursprungsgebiets kann sie dagegen Bäume von 20 bis 30 m Höhe erklimmen. Im natürlichen Wald ist ihr Wuchs damit erheblich ausgreifender als im durch Schnitt gelenkten Gartenanbau. 2 3

Die zweihäusige Art trägt männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Pflanzen. Im Frühjahr öffnen sich kleine, cremeweiße, leicht duftende Blüten, meist zu dritt in den Blattachseln. Nach erfolgreicher Bestäubung entstehen an weiblichen Pflanzen ovale, glatte Früchte von etwa 2 bis 3 cm. Sie sind zunächst grün, bei Reife braun bis purpurn; ihre dünne Schale ist vollständig essbar. Gerade die fehlende Behaarung unterscheidet die Frucht von einer gewöhnlichen Kiwi. 2 7

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP akzeptiert für diese Art Actinidia arguta (Siebold & Zucc.) Planch. ex Miq. Als vier botanische Varietäten beziehungsweise homotypische Synonyme werden folgende Namen geführt, die auf dieselbe ursprüngliche Beschreibung zurückgehen:

  • Actinidia arguta var. giraldii (Diels) Vorosch., ein geführter Varietätsname
  • Actinidia arguta var. hypoleuca (Nakai) Kitam., ein weiterer Varietätsname
  • Actinidia rufa var. arguta (Siebold & Zucc.) Dunn, ein Name unter anderer Artzuordnung
  • Actinidia callosa var. arguta (Siebold & Zucc.) Makino, ebenfalls unter anderer Artzuordnung

Bei einer Bestellung bietet der wissenschaftliche Name den beständigsten Bezugspunkt. Im Gartenhandel werden Actinidia arguta, die gewöhnliche Kiwi (Actinidia deliciosa) und Actinidia kolomikta oft vermischt. Letztere ist eine verwandte Art mit weiß und rosa gezeichneten Blättern. Die Ähnlichkeit von Handelsnamen reicht deshalb nicht aus, um die angebotene Pflanze sicher zuzuordnen. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Vom japanischen Archipel über Korea und Nordostchina bis zum russischen Fernen Osten erstreckt sich das natürliche Areal im gemäßigten Ostasien. Je nach Region besiedelt die Liane Höhen zwischen 150 und 3.600 m. Dort wächst sie in Bergwäldern, an Waldrändern und Gewässerufern sowie in feuchten Gebüschen. Diese unterschiedlichen Standorte gehören sämtlich zu ihrem ursprünglichen Verbreitungsraum. 4 7

Nach Nordamerika gelangte die Art bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze. Seit den späten 1990er-Jahren entstanden gewerbliche Obstkulturen in Nordamerika, Neuseeland und Chile. Ihr heutiger Anbau reicht damit deutlich über das natürliche ostasiatische Areal hinaus. 7

Im Nordosten der Vereinigten Staaten ist Actinidia arguta seit 1876 eingeführt. Aus Gärten entkommene Pflanzen breiteten sich stellenweise im Waldunterwuchs von Massachusetts und Long Island aus. Wegen dieses kräftigen Wachstums bewerten regionale Stellen die Art dort örtlich als invasiv. Diese Einstufung bezieht sich auf die genannten nordamerikanischen Gebiete. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Während der Frühlingsblüte stehen männliche und weibliche Blüten normalerweise auf getrennten Pflanzen. Fehlt ein Befruchter in der Nähe, kann eine weibliche Pflanze Jahr für Jahr blühen, ohne Früchte anzusetzen. Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich Früchte, die im Herbst reif werden. Blüten allein garantieren bei dieser Art somit noch keine Ernte. 3 2

Zur Vermehrung dienen vor allem halbverholzte Stecklinge im Sommer. Sie bewurzeln sich mit hoher Erfolgsquote innerhalb weniger Wochen. Auch eine Aussaat nach dreimonatiger Stratifikation ist möglich. Sie bringt jedoch überwiegend männliche Pflanzen hervor; Fruchtertrag setzt spät ein und bleibt unsicher. Für eine geplante Obstkultur ist die Vermehrungsart deshalb von praktischer Bedeutung. 4

Nutzen und Risiken

Als Obst wird die Kiwibeere frisch, im Ganzen und ungeschält gegessen oder zu Konfitüre, Saft und Wein verarbeitet. Die glatte, dünne Schale gehört zu ihren wesentlichen Gebrauchseigenschaften. In Korea werden außerdem junge Blätter unter der Bezeichnung darae als Gemüse zubereitet. 8 7

Für Katzen, Hunde und Pferde gilt die Pflanze als ungiftig. Dennoch können Katzen junge Exemplare beschädigen: Rinde und Wurzeln verströmen einen an Katzenminze erinnernden Duft, der manche Tiere zum Graben oder Benagen anregt. Die Anziehung durch den Geruch ist daher von einer Giftwirkung zu unterscheiden. 5 7

Außerhalb des natürlichen Areals verlangt die kräftige Liane einen konsequenten jährlichen Schnitt und ein tragfähiges Gerüst. Besonders nahe einem Waldrand kann eine unkontrollierte Pflanzung zu unerwünschter Einbürgerung führen, wie Beobachtungen aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten zeigen. Für den Garten sind Wuchskraft und räumliche Begrenzung deshalb ebenso relevant wie der mögliche Fruchtertrag. 6

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Im Obstbau dominieren fünf Sorten. 'Issai' ist selbstfruchtbar und braucht keinen Befruchter. 'Ananasnaya' und 'Weiki' bilden in Nordamerika und Chile das häufigste weiblich-männliche Paar. Die nordamerikanische Auslese 'Geneva' trägt früh. 'Kuilv' zählt in China neben 'Long Cheng No. 2' zu den meistgepflanzten Sorten. Sortenname und Geschlecht sind beim Kauf folglich gemeinsam zu beachten. 7

Häufige Verwechslungen betreffen diese Pflanzen:

  • Actinidia deliciosa, die gewöhnliche Kiwi mit wesentlich größeren, braun behaarten Früchten;
  • Actinidia kolomikta mit oft weiß und rosa panaschierten Blättern und geringerem Wuchs im Freiland;
  • junge Weinreben (Vitis), deren rankender Wuchs und Laub vor dem ersten Fruchtansatz ähnlich wirken können.

Der vollständige wissenschaftliche Name hilft, die Verwechslung zwischen gewöhnlicher Kiwi und Kiwibeere im Handel zu vermeiden. Beide sind fruchttragende Kletterpflanzen, unterscheiden sich aber deutlich in ihren Kulturansprüchen und ihrer Winterhärte. Die gemeinsame Kurzbezeichnung Kiwi ersetzt diese Unterscheidung nicht.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Kiwibeere dieselbe Pflanze wie die gewöhnliche Kiwi?

Nein. Actinidia arguta und die gewöhnliche Kiwi Actinidia deliciosa sind zwei verschiedene Arten derselben Gattung. Die Kiwibeere trägt kleinere, glatte, unbehaarte Früchte mit vollständig essbarer Schale.

Braucht man zwei Pflanzen, um Kiwibeeren zu ernten?

In der Regel ja. Die Art ist zweihäusig, männliche und weibliche Blüten sitzen also auf getrennten Pflanzen. Eine einzelne weibliche Pflanze blüht ohne Fruchtansatz. Die selbstfruchtbare Sorte Issai bildet eine Ausnahme.

Ist der Scharfzähnige Strahlengriffel für Katzen und Hunde giftig?

Die Pflanze gilt für Katzen, Hunde und Pferde als ungiftig. Rinde und Wurzeln verströmen allerdings einen an Katzenminze erinnernden Duft. Manche Katzen graben deshalb am Fuß junger Pflanzen.

Warum gilt die Art im Nordosten der USA als invasiv?

Seit 1876 als Zier- und Obstpflanze eingeführt, verwilderte sie in Massachusetts und auf Long Island. Ihr starkes Wachstum im Waldunterwuchs führte dort zur örtlichen Einstufung als invasive Art.

Welches Gerüst braucht ein Scharfzähniger Strahlengriffel?

Eine stabile Pergola, ein kräftiges Spalier oder eine robuste Mauer sind erforderlich. Die windende Liane kann nach dem Einwachsen mehrere Meter jährlich zulegen. Leichte Gerüste geben unter ihrer Last häufig nach.

Kann man die Schale der Kiwibeere mitessen?

Ja. Anders als bei der gewöhnlichen Kiwi ist die Schale glatt und dünn. Die Frucht lässt sich deshalb im Ganzen und ohne Schälen essen.

Wie unterscheiden sich Issai und Ananasnaya?

Issai ist selbstfruchtbar und benötigt keinen Befruchter. Ananasnaya ist weiblich und braucht eine männliche Pflanze wie Weiki in der Nähe.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.