Sisal-Agave (Agave sisalana, Perrine 1838)

Die Sisal-Agave (Agave sisalana) ist eine monokarpe Sukkulente der Asparagaceae. Sie wird weltweit wegen der Textilfasern ihrer Blätter angebaut. Gesicherte Wildpopulationen fehlen; die vorherrschende Hypothese sieht sie als domestizierten Hybriden aus Südmexiko. Nach mehreren Jahren Blatternte bildet sie einmal einen Blütenstand mit Brutknospen, danach stirbt die Rosette.

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Wissenschaftlicher NameAgave sisalana
GattungAgave
OrdnungAsparagales

Sisal-Agave, Sisal, Sisalhanf und Sisal hemp

Identität
Toxizität
Giftig für Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Rosette · Saftig
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Mexiko
Lebensraum
Kein gesicherter Wildstandort; sonnige Pflanzungen auf durchlässigen Böden in Tropen und Subtropen
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Ernte ab 3–4 Jahren; einmalige Blüte nach 7–10 Jahren, dann stirbt die Rosette
Vermehrung
Teilung von Ablegern, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedrige Rosette wenig windempfindlich
Luftfeuchtigkeit
30–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Gut entwässerter Boden, Mineralischer drainierender Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Innenbereich
Trockene Veranda, Gewächshaus
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Frostsichere Rocaille
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe150–200 cmBreite200–300 cm
Blätter
Grün
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbGrün
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Sisal-Agave (Agave sisalana): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Die genaue ursprüngliche Verbreitung von Agave sisalana ist ungeklärt. Gesicherte Wildpopulationen fehlen. Die vorherrschende Hypothese sieht sie als domestizierten Hybriden aus Südmexiko zwischen Chiapas und Yucatán. Der Name stammt vom Hafen Sisal auf Yucatán, von dem im 19. Jahrhundert Fasern exportiert wurden. Dort wird heute vor allem Agave fourcroydes, Henequén, angebaut. Henry Perrine führte die Art in den 1830er-Jahren in Florida ein; später gelangte sie zur Fasergewinnung nach Brasilien und Ostafrika.

  • Heimisch1
  • Eingeführt5
  • Invasiv1
  • Mexiko
  • Brasilien
  • Tansania
  • Kenia
  • Madagaskar
  • Florida
  • Hawaii

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Sisal-Agave (Agave sisalana Perrine, 1838), auch Sisal oder Sisalhanf, ist eine monokarpe Sukkulente der Asparagaceae. Seit dem 19. Jahrhundert wird sie zur Fasergewinnung angebaut. Anders als bei den meisten Agaven sind keine Wildpopulationen gesichert: Sie wächst in Kultur oder verwildert fern ihrer vermuteten Ursprungsregion. 2 3

Ihren Namen verdankt die Faserpflanze dem Hafen Sisal an der Küste Yucatáns. Von dort gingen im 19. Jahrhundert auf Initiative des amerikanischen Botanikers Henry Perrine Faserexporte in die USA. Auf Yucatán wird jedoch überwiegend Henequén (Agave fourcroydes) angebaut. Beide Fasern wurden lange unter denselben Handelsnamen verkauft, weshalb ihre Namen bis heute verwechselt werden. 5

Erkennung

Eine kompakte Rosette ohne sichtbaren Stamm kennzeichnet Agave sisalana. Ihre fleischigen, graugrünen bis sattgrünen Blätter werden 1 bis 1,6 m lang. Der Blattrand ist glatt oder fast glatt und trägt keine ausgeprägten Hakenzähne. Dieses Merkmal erleichtert die Unterscheidung von Agave americana, die in Gärtnereien häufig daneben steht. 3

Während der Nutzungsphase liefert eine Rosette gewöhnlich 200 bis 250 Blätter für die Fasergewinnung. Die Blätter werden fortlaufend von außen geerntet, ohne das Wachstum des Herzens zu verhindern. Nur etwa 4 % des Blattgewichts ergeben verwendbare Fasern; beim Dekortieren werden Blattgewebe und Wasser entfernt. 5

Bis zur abschließenden Blüte bleibt die Pflanze während ihrer produktiven Phase stammlos, ohne sichtbare Sprossachse. Zusammen mit dem glatten Blattrand unterscheidet sie das von stärker bewehrten Agaven trockener Gärten wie Agave americana oder Agave angustifolia. 4

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP akzeptiert die Art als Agave sisalana Perrine. Folgende Synonyme und Namen unterhalb des Artrangs sind für die Zuordnung hilfreich:

  • Agave sisalana var. armata Trel. (Varietätsname)
  • Agave sisalana f. armata (Trel.) Trel. (Formname)
  • Agave rigida var. sisalana (Perrine) Engelm. (Synonym)

Über den Ursprung besteht weiterhin Uneinigkeit. Der Botaniker H. S. Gentry vermutete Chiapas statt Yucatán als Herkunftsgebiet und erwog einen alten Hybriden aus Agave angustifolia und Agave kewensis, der durch indigenen Faseranbau erhalten und verbreitet wurde. Mangels untersuchbarer Wildpopulationen ist keine dieser Hypothesen abschließend geklärt. 1 5

Für die taxonomische Zuordnung bleibt entscheidend, Agave sisalana als eigenständige Art neben Agave fourcroydes zu behandeln. POWO akzeptiert beide getrennt. Ihre eng verflochtene Handelsgeschichte begünstigt dennoch Verwechslungen im Faserhandel und Gartenbau. 1 8

Lebensraum und Verbreitung

Ein natürlicher Wildlebensraum von Agave sisalana ist nicht dokumentiert. Wo die Art wächst, wird sie als nicht heimisch geführt, auch in Florida: Dort wird sie kultiviert und gelegentlich verwildert an Straßenrändern gefunden. 4

Nach Perrines Einführung in Florida während der 1830er-Jahre verbreitete sich die Faserpflanze in großem Umfang. Brasilien wurde zum größten Produzenten und erzeugte 2020 etwa 86.000 Tonnen. Der deutsche Botaniker Richard Hindorf führte den Anbau um 1893 im heutigen Tansania ein. Zu den wichtigen Erzeugerländern zählen außerdem Madagaskar, China und Mexiko. 5 6

In Florida wird die Art als potenziell invasiv eingestuft; auf Hawaii ist sie eingebürgert. Aufgegebenen Pflanzungen können dichte Bestände an Straßenrändern und auf ehemaligen Agrarflächen folgen. 4 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Als monokarpe Pflanze blüht Agave sisalana nur einmal, gewöhnlich nach 7 bis 10 Jahren. Ihr Blütenstand kann mehr als 6 m hoch werden. Diese einmalige Blüte beendet stets das Leben der Mutterrosette. 3

Am Blütenstand entstehen vor allem Brutknospen, auch Bulbillen genannt, statt ausreichender Mengen keimfähiger Samen. Die bereits ausgebildeten Jungpflanzen fallen zu Boden und bewurzeln sich selbstständig. Diese Vermehrung ist im Anbau wesentlich zuverlässiger als die Aussaat schlecht keimender Samen und ermöglicht eine rasche Ausbreitung. 5 3

Vor dem einzigen Blühereignis lässt sich die Rosette mehrere Jahre nutzen. Die regelmäßige Ernte der äußeren Blätter beginnt nach 3 bis 4 Jahren. Solange die zentrale Knospe unversehrt bleibt, wächst das Herz weiter. 6

Nutzen und Risiken

Zur Gewinnung von Textilfasern werden die Blätter dekortiert. Eine Maschine mit stumpfen Messern zerquetscht und bürstet das frische Material, entfernt Blattgewebe und Saft und lässt die Fasern zurück. In Ostafrika kommt auch Wasserröste zum Einsatz. Neben Seilen und Bindfäden entstehen daraus heute Teppiche, Geotextilien, Schuhe und Verstärkungen für Verbundwerkstoffe mit Glasfasern oder Kautschuk. 5

Reizende Saponine und Calciumoxalate im Blattsaft können bei Menschen und Tieren eine Kontaktdermatitis verursachen. Eine schwere akute Vergiftung durch Verschlucken ist nicht bekannt. Bei Ernte und Rückschnitt sind Handschuhe zu empfehlen. 3

Für Sisalpflanzungen wurden anfangs in mehreren Erzeugerregionen natürliche Wälder gerodet. Der Verzicht auf chemischen Dünger und tiefes Pflügen mindert jedoch gegenüber intensiveren Kulturen die Bodenbelastung. Ein wesentliches dokumentiertes Umweltrisiko sind unbehandelte Abwässer aus der Dekortierung, die Gewässer verschmutzen. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die von Trelease 1913 beschriebene var. armata besitzt deutliche Randzähne. Kommerziell angebauter Sisal hat dagegen fast immer glatte Blattränder. Die cremefarben gerandete Sorte 'Variegata' dient der Zierpflanzenkultur und fehlt in Faserpflanzungen. 1

Bei der Bestimmung kommen vor allem folgende Verwechslungen vor:

  • Agave fourcroydes, Henequén, mit oft längeren und gelegentlich bedornten Blättern; historisch in denselben Pflanzungsgebieten Yucatáns angebaut;
  • Agave angustifolia, kleiner und stärker bewehrt, nach Gentry ein möglicher Elternteil der Sisal-Agave;
  • Agave americana, deutlich größer und mit auffälligen hakigen Randzähnen, die Agave sisalana fehlen.

Der Blattrand liefert im Gelände meist schneller eine Antwort als Gesamtgröße oder Farbe. Bei Agave sisalana ist er glatt; bei den nah verwandten, oft in denselben Sammlungen gehaltenen Arten Agave fourcroydes und Agave angustifolia ist er fast immer bewehrt. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Sisal-Agave und Henequén dieselbe Pflanze?

Nein. Sisal-Agave (Agave sisalana) und Henequén (Agave fourcroydes) sind zwei verschiedene Faserpflanzen. Beide wurden lange gemeinsam über den Hafen Sisal auf Yucatán gehandelt, was die anhaltende Namensverwechslung erklärt.

Ist Agave sisalana für Katzen und Hunde giftig?

Der Blattsaft enthält reizende Saponine und Calciumoxalate, die bei Tieren und Menschen Kontaktdermatitis auslösen können. Als hochgiftig beim Verschlucken wird die Pflanze nicht eingestuft.

Warum blüht meine Sisal-Agave im Topf nicht?

Das ist normal. Agave sisalana blüht als monokarpe Pflanze nur einmal, meist nach 7 bis 10 Jahren, und stirbt danach. Im Topf oder bei kühlem Klima kann die Blüte ganz ausbleiben.

Gibt es wild wachsende Sisal-Agaven?

Gesicherte Wildpopulationen sind nicht bekannt. Nach der am stärksten gestützten Hypothese handelt es sich um einen domestizierten Hybriden, vermutlich unter Beteiligung von Agave angustifolia, der in Südmexiko entstand und durch den Anbau weltweit verbreitet wurde.

Wie wird Sisalfaser gewonnen?

Beim Dekortieren werden frische Blätter zerquetscht und gebürstet, bis nur die Fasern übrig bleiben. Sie machen etwa 4 % des Blattgewichts aus. In Ostafrika wird auch eine handwerkliche Wasserröste praktiziert.

Mit welchen Pflanzen wird Agave sisalana verwechselt?

Vor allem mit Agave fourcroydes (Henequén), deren Blätter oft länger und manchmal bedornt sind, sowie mit der kleineren, stärker bewehrten Agave angustifolia, einem möglichen Elternteil.

Lässt sich die Sisal-Agave in gemäßigtem Klima halten?

Ja, im Topf mit Überwinterung im Haus oder in den mildesten Regionen im Freiland, solange die Temperaturen über −5 °C bleiben. Sehr durchlässiger Boden bleibt nötig; die geringe Frosttoleranz begrenzt den Freilandanbau.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.