Schalotte (Allium ascalonicum, L. 1756)

Schalotte (Allium ascalonicum) bezeichnet hier eine kleine wilde Zwiebelpflanze der Amaryllidaceae aus Wüsten und Steppen des östlichen Mittelmeerraums bis zur Arabischen Halbinsel. Die Art wurde jahrhundertelang mit der kultivierten Küchenschalotte verwechselt, die denselben wissenschaftlichen Namen trug. Botanisch ist sie davon verschieden; ihre blauen Blüten sind unter den Allium-Arten der Region einzigartig.

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Wissenschaftlicher NameAllium ascalonicum
GattungAllium
OrdnungAsparagales

Schalotte, Wild onion, Yabani sarmısak und Salottisipuli

Identität
Toxizität
Unbekannt : Menschen, darunter Kinder · Giftig : Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ÄgyptenLibyenLibanonSyrienPalästinaJordanienSaudi-ArabienTürkei
Lebensraum
Trockene Wüsten und Steppen; sonnige Sand- oder Steinböden des Nahen Ostens
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühling
Wachstum
Ruhephase
Sommerruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Blüte im Spätwinter und Frühjahr, Sommerruhe nach der Samenreife
Vermehrung
Teilung, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedriger Wuchs und in trockenem Boden verankerte Zwiebel
Luftfeuchtigkeit
20–40 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Leichter Sandboden, Gut entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Außenbereich
Frostsichere Rocaille, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta
Erscheinungsbild
Höhe30–60 cmBreite10–20 cm
Blätter
Grün
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Blau
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Früchte
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün
Schalotte (Allium ascalonicum): Herkunft und Verwendung — rinde 1

Weltweite Verbreitung

Allium ascalonicum ist eine Wildart des östlichen Mittelmeerraums und der Arabischen Halbinsel. Ihr Areal reicht von den Wüsten Ägyptens und Libyens bis zu den Steppen der Levante und der südlichen Türkei. Anders als die lange unter demselben Namen geführte Küchenschalotte wird sie nicht als Gemüse angebaut und fehlt in westeuropäischen Nutzgärten.

  • Heimisch8
  • Ägypten
  • Libyen
  • Libanon
  • Syrien
  • Palästina
  • Jordanien
  • Saudi-Arabien
  • Türkei

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schalotte (Allium ascalonicum L., Fl. Palaest., 1756) steht hier für eine Wildart der Gattung Allium aus der Familie der Amaryllidaceae. Gemeint ist nicht die heute unter diesem deutschen Namen bekannte Küchenschalotte. Linné beschrieb die wilde Art 1756 in seiner Flora Palaestina. Ihr heute akzeptierter wissenschaftlicher Name wurde lange falsch zugeordnet: Gärtner und Botaniker verwendeten ihn für die kultivierte Gemüsepflanze statt für die Wildart der Levante. Diese Unterscheidung ist für das Verständnis des Namens wesentlich. 1 4

Auf Askalon, eine antike Stadt im Gebiet der Philister, geht das lateinische ascalonicum zurück. Die Stadt heißt heute Aschkelon und liegt in Israel. Dieselbe Wurzel steckt im französischen Wort „Échalote“, das schließlich die kultivierte Küchenschalotte bezeichnete und nicht die Wildart, der der wissenschaftliche Name botanisch zukommt. Der gemeinsame historische Name erklärt einen Teil der bis heute fortbestehenden Verwechslung. 7

Erkennung

Blaue Blüten kennzeichnen die nur 30 bis 60 cm hohe, zierliche Wildart besonders zuverlässig. Unter den wild vorkommenden Allium-Arten des östlichen Mittelmeerraums ist diese Farbe einzigartig. Die anderen Arten der Region blühen weiß, rosa oder lila, jedoch nicht blau. Für die Bestimmung ist die Blütenfarbe deshalb aussagekräftiger als die bloße Ähnlichkeit der Zwiebel mit bekannten Küchenpflanzen. 6

Die Zwiebel besteht aus mehreren miteinander verbundenen Teilzwiebeln, ähnlich wie beim Knoblauch. Ihre schmalen, röhrenförmigen Blätter erinnern dagegen an die Küchenzwiebel. Im Wüstenklima des Herkunftsgebiets liegt die Blüte früh im Jahr, im März. Sie erfolgt vor der sommerlichen Hitze, mit der die Pflanze in ihre Ruhephase übergeht; der genannte Monat beschreibt somit das Herkunftsklima. 6 3

Nützliche Taxonomie

Hinter Allium ascalonicum steht eine komplexe Namensgeschichte. Die folgenden Synonyme beziehen sich auf die Wildart und helfen, ältere botanische Angaben richtig einzuordnen:

  • Cepa ascalonica (L.) Garsault, homotypisches Synonym
  • Porrum ascalonicum (L.) Rchb., homotypisches Synonym
  • Allium carneum Willd., heterotypisches Synonym
  • Allium fissile Gray, heterotypisches Synonym
  • Allium hierochuntinum Boiss., in der Levante verwendetes heterotypisches Synonym

Zusätzliche Unklarheit schafft Allium ascalonicum auct., also der Name „im Sinne der Autoren“. Im Gartenbau meinte er lange die kultivierte Küchenschalotte. Fritsch und Friesen ordneten diese 2002 Allium cepa var. aggregatum zu. Der Name Allium ascalonicum blieb damit der von Linné beschriebenen Wildart vorbehalten. POWO, GBIF und ITIS akzeptieren sie heute als solche. Der gleiche historische Schriftzug auf einem Etikett garantiert folglich nicht, dass die wilde und die kultivierte Pflanze identisch sind. 5 2 7

Lebensraum und Verbreitung

Von Ägypten und Libyen in Nordafrika reicht das natürliche Areal bis in den Libanon, nach Syrien, Palästina, Jordanien, Saudi-Arabien und in die südliche Türkei. Allium ascalonicum wächst dort unter subtropischen Bedingungen mit trockenen, heißen Sommern, wie sie für den östlichen Mittelmeerraum typisch sind. 3 5

In Wüsten und trockenen Steppen besiedelt die Art sandige oder steinige Böden in voller Sonne. Während die Küchenschalotte in Europa weit verbreitet angebaut wird, bleibt Allium ascalonicum eine Wildpflanze. Sie fehlt in Gemüsegärten und wird außerhalb ihres natürlichen Areals nur selten angetroffen. Ihr Name darf deshalb nicht als Hinweis auf eine übliche Gemüsekultur verstanden werden. 1 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Herbst- und Winterregen bestimmen den Beginn des Blattwachstums dieser mediterranen Zwiebelpflanze. Die blauen Blüten erscheinen im Spätwinter oder frühen Frühjahr. Anschließend vergilbt das Laub, und die Pflanze tritt bis zum nächsten Herbst in Sommerruhe ein. Dieser jahreszeitliche Rhythmus entspricht anderen mediterranen Allium-Arten mit einer Ruhephase während der trockenen Sommermonate. 6 3

Vegetativ erfolgt die Vermehrung durch Teilung der Teilzwiebeln. Von einer Saison zur nächsten zerfällt die Zwiebel auf natürliche Weise in mehrere Einheiten. Dieses Merkmal teilt die Wildart mit der kultivierten Küchenschalotte und erklärt ihre historische Verwechslung teilweise. Geschlechtliche Fortpflanzung findet über schwarze Samen statt, die nach der Blüte gebildet werden. Teilung und Samenbildung sind somit zwei unterschiedliche Wege der Vermehrung. 2

Nutzen und Risiken

Für Allium ascalonicum ist keine Nutzung als Gemüsepflanze etabliert. Ihre Essbarkeit ist nicht wie die von Küchenzwiebel und Küchenschalotte dokumentiert; eine feste kulinarische oder kommerzielle Verwendung ist ebenfalls nicht belegt. Von Interesse ist sie vor allem für botanische Sammlungen und für Liebhaber von Zwiebelpflanzen mediterraner Steingärten. Die Ähnlichkeit des Namens liefert keine Grundlage, die Wildart in der Küche wie eine kultivierte Schalotte zu behandeln. 6

Wie andere Vertreter der Gattung enthält sie Schwefelverbindungen, insbesondere Thiosulfate und Disulfide. Diese können Haustiere reizen oder vergiften. Die ASPCA stuft Allium als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Werden größere Mengen der Zwiebel aufgenommen, kann eine hämolytische Anämie entstehen, also eine Blutarmut infolge der Zerstörung roter Blutkörperchen. Die fehlende etablierte Verwendung als Gemüse und das dokumentierte Risiko für Tiere sind dabei getrennt zu beachten. 8 9

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Mit der kultivierten Küchenschalotte, heute Allium cepa var. aggregatum, wird die Wildart besonders häufig verwechselt. Beide teilen einen historischen Namen und eine Zwiebel aus mehreren Teilzwiebeln. Die übrigen Merkmale unterscheiden sich jedoch deutlich: Die domestizierte Gemüsepflanze hat große fleischige Zwiebeln und weiße oder grünliche Blüten. Allium ascalonicum ist dagegen eine zierliche Wildart mit blauen Blüten aus den Wüsten der Levante. 7

Unter Allium hierochuntinum Boiss. ist keine zusätzliche Art zu verstehen. Dieser Name wurde auf dieselbe Pflanze angewendet und gehört heute zur Synonymie von Allium ascalonicum. Im Gelände wie im botanischen Garten bleibt die blaue Blüte das entscheidende Unterscheidungsmerkmal: Sie fehlt bei den anderen verbreiteten Nutz- und Zierlaucharten der Region. Ein abweichender älterer Name allein ist dagegen kein verlässliches Erkennungsmerkmal. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Allium ascalonicum dieselbe Pflanze wie die Küchenschalotte?

Nein. Die kultivierte Küchenschalotte wird heute als Allium cepa var. aggregatum eingeordnet. Der Name Allium ascalonicum wurde lange fälschlich auf sie angewendet, bezeichnet botanisch aber eine eigene Wildart aus dem Nahen Osten.

Ist Allium ascalonicum giftig?

Wie andere Allium enthält die Art reizende Schwefelverbindungen. Die ASPCA stuft Allium für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein. Größere Mengen der Zwiebel können eine hämolytische Anämie verursachen.

Wo wächst Allium ascalonicum wild?

Das natürliche Areal umfasst Wüsten und Steppen im östlichen Mittelmeerraum und auf der Arabischen Halbinsel: Ägypten, Libyen, Libanon, Syrien, Palästina, Jordanien, Saudi-Arabien und die südliche Türkei.

Woran erkennt man Allium ascalonicum?

Die blaue Blüte ist das verlässlichste Merkmal, denn im östlichen Mittelmeerraum ist dies die einzige Allium-Art mit dieser Blütenfarbe. Kleiner Wuchs, eine aus mehreren Teilzwiebeln bestehende Zwiebel und die Blüte im Spätwinter ergänzen die Erkennung.

Kann man Allium ascalonicum essen?

Die Essbarkeit ist nicht wie bei der kultivierten Küchenschalotte belegt. Es handelt sich um eine Wildart, nicht um eine Gemüsepflanze; als Gemüse wird sie nicht gehandelt.

Kann Allium ascalonicum im Garten wachsen?

Ja, in einem frostfreien, trockenen Steingarten in voller Sonne mit sehr durchlässigem Boden. Die Art ist im allgemeinen Gartenbau jedoch selten und vor allem für Sammler botanischer Zwiebelpflanzen interessant.

Woher stammt der Name Allium ascalonicum?

Er geht auf das lateinische ascalonia cepa, „Zwiebel von Askalon“, zurück. Die antike Stadt in der Levante heißt heute Aschkelon und liegt in Israel. Derselbe Name wurde jahrhundertelang für die Küchenschalotte verwendet, bis zu ihrer Neueinordnung 2002.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.