Zwiebel (Allium cepa, )
Zwiebel (Allium cepa) ist eine zweijährige Gemüsepflanze aus der Familie der Amaryllidaceae, die wegen ihrer fleischigen Speicherzwiebel meist einjährig angebaut wird. Nach langer Domestikation in Zentralasien ist sie heute die weltweit am häufigsten kultivierte Allium-Art. Ihre röhrenförmigen Blätter und die konzentrisch geschichtete Zwiebel kennzeichnen dieses verbreitete Gartengemüse.
WeiterlesenZwiebel, Küchenzwiebel, Speisezwiebel, Gartenzwiebel, Garden onion und Bulb onion





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Weltweite Verbreitung
Allium cepa ist eine Kulturpflanze ohne bekannte streng wild vorkommende Form. Ihre Domestikation begann vor mehreren Jahrtausenden in Zentral- und Südwestasien. Von dort verbreitete sich ihr Anbau in alle gemäßigten und warmen Regionen der Erde. Die Vorkommensangaben beziehen sich überall auf kultivierte Pflanzen, nicht auf eine spontan vorkommende Flora.
- Heimisch2
- Iran
- Zentralasien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Zwiebel (Allium cepa L., 1753) bezeichnet eine Gemüsepflanze aus der Familie der Amaryllidaceae und der Gattung Allium. Sie ist die weltweit am häufigsten angebaute Zwiebelart. Ihr fleischiges Speicherorgan entsteht aus konzentrisch angeordneten Schichten an den Blattbasen. Eine streng wild vorkommende Form ist unbekannt: Die Zwiebel ging als Kulturpflanze aus langer Domestikation hervor. 1 4
Im Gemüsebeet durchläuft die Zwiebel einen zweijährigen Lebenszyklus, wird jedoch meist einjährig kultiviert. Die Ernte erfolgt im ersten Jahr, bevor sich ein Blütenstand entwickelt. Die Namen Küchenzwiebel, Speisezwiebel und Gartenzwiebel grenzen sie im Alltag von anderen Gemüsearten der Gattung ab, etwa Knoblauch, Schalotte und Porree. Sie bezeichnen dieselbe Art und keine voneinander getrennten botanischen Arten. 2 3
Erkennung
An einer rundlichen Speicherzwiebel lässt sich Allium cepa meist zuerst erkennen. Je nach Sorte kann sie auch abgeflacht oder länglich sein. Trockene, papierartige Häute umschließen sie; ihre Farbe reicht von Gelb über Rot bis Weiß. Im Inneren liegen fleischige konzentrische Schichten übereinander. Es handelt sich um verdickte Blattbasen, nicht um eine feste, ungegliederte Knolle. 3 5
Blaugrüne, röhrenförmige und hohle Blätter stehen zunächst aufrecht und legen sich zur Reife hin nieder. Das Laub wird gewöhnlich 30 bis 60 cm hoch. Im zweiten Jahr wächst ein hohler, verdickter Blütenschaft über die Blätter hinaus. Er kann mehr als 1 m erreichen und trägt an der Spitze eine kugelige Dolde aus kleinen grünlich weißen Blüten. 4 6
Beim Anschneiden eines Blattes oder der Zwiebel entsteht sofort ein stechender schwefelartiger Geruch. Dieses chemische Merkmal kennzeichnet die Gattung Allium und ergänzt die sichtbaren Merkmale. 4
Zwischen den Sorten schwanken die Farbe der äußeren Häute und die Form stark: Neben regelmäßigen Kugeln kommen deutlich abgeflachte oder kreiselförmige Zwiebeln vor. Diese Vielfalt betrifft die Sorten. Der Aufbau aus Schichten, die hohlen Blätter und der charakteristische Geruch bleiben unabhängig davon erhalten und helfen bei der Bestimmung. 6 3
Nützliche Taxonomie
Linné beschrieb die Küchenzwiebel 1753 als Allium cepa L. In älteren Werken und im Gartenbau begegnen zahlreiche weitere Namen. Einige sind botanische Synonyme, andere bezeichnen gärtnerische Gruppen. Zu den wichtigen Namen gehören:
- Cepa esculenta Gray, historischer Name
- Cepa alba P.Renault, historischer Name
- Cepa rubra P.Renault, historischer Name
- Allium cepa var. aggregatum G.Don, Name der Aggregatum-Gruppe
- Allium ascalonicum auct., historisch verwendeter Name
Besonders aufschlussreich ist die Aggregatum-Gruppe. Sie umfasst Formen mit mehreren Teilzwiebeln, darunter die Küchenschalotte. Diese galt lange als eigene Art, bevor man sie Allium cepa zuordnete. Verlässlich bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Allium cepa. Die Namen der Gemüsesorten stehen für kultivierte Auslesen und begründen keine eigenständigen botanischen Arten. 1 5
Lebensraum und Verbreitung
Als Kulturpflanze ohne bekannte Wildform verdankt Allium cepa ihre Existenz einer jahrtausendelangen Domestikation. Deren Ausgangsgebiet liegt in Zentralasien und Südwestasien, der vermuteten Heimat der ursprünglichen Formen. Die heutige Verbreitung lässt sich deshalb nicht wie bei einer gewöhnlichen Wildpflanze als natürliches Areal lesen. 1 4
Von diesem Ursprung aus erreichte der Zwiebelanbau das gesamte Mittelmeergebiet und später die gemäßigten und warmen Regionen der Erde. Heute stehen Zwiebeln sowohl in kleinen Gemüsebeeten als auch auf großen Erwerbsgemüseflächen. Lockere, durchlässige Böden und ein sonniger Standort kennzeichnen diese Anbauplätze. 3 6
Vorkommen gehen praktisch überall auf bewusst ausgesäte oder gepflanzte Bestände zurück. Die Zwiebel verwildert kaum dauerhaft und gehört nicht zur spontan vorkommenden Flora. Ihre weite Verbreitung ist damit vor allem eine Folge menschlichen Anbaus und kein Hinweis auf ein ebenso großes natürliches Verbreitungsgebiet. 5 1
Lebenszyklus und Vermehrung
Die Blütendolde der Zwiebel sitzt wie bei anderen Allium an der Spitze eines hohlen Schafts. Zahlreiche kleine, grünlich weiße, zwittrige Blüten werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt. Die Blüte erscheint im Frühsommer, gewöhnlich im zweiten Kulturjahr. Für die Gemüseernte lässt man diesen Abschnitt des Lebenszyklus meist nicht mehr zu. 4 5
Nach erfolgreicher Befruchtung entstehen kleine, kantige schwarze Samen. Im Gemüsebeet wird hingegen vor der Blüte geerntet. Die Bildung der Speicherzwiebel hängt von der Tageslänge ab: Mit länger werdenden Tagen und voller Sonneneinstrahlung beschleunigt sich ihre Verdickung. Blütenbildung und Zwiebelbildung sind daher unterschiedliche Vorgänge im Lebenszyklus. 5 6
Zur Vermehrung dienen Samen oder kleine Steckzwiebeln. Unter gemäßigten Bedingungen wird im Frühjahr direkt gesät, unter Schutz bereits ab Februar. Formen mit mehreren Teilzwiebeln aus der Aggregatum-Gruppe lassen sich dagegen durch Teilung vermehren. Zwischen Aussaat und Ernte liegen je nach Sorte und Klima 100 bis 150 Tage. Vergilbendes, umfallendes Laub zeigt die Reife an. 3 2
Nutzen und Risiken
In der Küche liefert die Zwiebel vor allem Würze und Gemüse. Die Speicherzwiebel wird roh oder gegart gegessen; junge Blätter werden als Frühlingszwiebel genutzt. Von Suppen bis zu Schmorgerichten ist sie in zahlreichen Speisen vertreten und wird eher wegen ihres Geschmacks als wegen ihres Nährwerts geschätzt. Ein flüchtiges schwefelhaltiges Öl verursacht die Schärfe. Beim Schneiden freigesetzt, bildet es an der Luft reizende Stoffe, die beim Menschen ungefährliches Tränen auslösen. 4 5
Für mehrere Haustiere sind dieselben Schwefelverbindungen gefährlich. Die ASPCA führt Zwiebeln als giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Rohes, gegartes oder pulverisiertes Zwiebelmaterial kann nach dem Fressen rote Blutkörperchen zerstören und eine hämolytische Anämie auslösen. Speisereste mit Zwiebeln sollten diesen Tieren deshalb nicht gegeben werden; auch Schalen gehören außerhalb ihrer Reichweite. 7 8
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Unter den Gemüsesorten findet sich eine große Formenvielfalt innerhalb derselben Art. Jaune paille des Vertus und De Roscoff eignen sich zur Lagerung; Rouge de Florence bildet eine milde, längliche Zwiebel. Blanc hâtif de Paris wird jung als Frühlingszwiebel geerntet. Vor dem Kauf von Saatgut oder Steckzwiebeln sind Typ, Reifezeit und Lagerfähigkeit entscheidende Unterschiede zwischen diesen Auslesen.
Ähnliche Gemüsearten aus derselben Gattung lassen sich anhand ihrer Organe unterscheiden:
- Allium sativum, Knoblauch, besitzt eine in Zehen gegliederte Zwiebel;
- Allium porrum, Porree, trägt flache Blätter und bildet keine deutliche Zwiebel;
- Allium schoenoprasum, Schnittlauch, bleibt feiner und wird vor allem wegen seiner Blätter angebaut.
Eine rundliche, konzentrisch geschichtete Zwiebel, hohle röhrenförmige Blätter und der schwefelartige Geruch bilden zusammen die verlässlichsten Kennzeichen von Allium cepa. Die Farbe der äußeren Haut allein reicht wegen der großen Sortenvielfalt nicht zur Bestimmung aus. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Allium cepa L.
- Royal Horticultural Society, Zwiebeln selbst anbauen
- Missouri Botanical Garden, Allium cepa
- Encyclopaedia Britannica, Zwiebel als Pflanze
- Plants For A Future, Allium cepa
- North Carolina State Extension, Allium cepa
- ASPCA, Zwiebel (Allium cepa), Eintrag zur Giftigkeit
- Merck Veterinary Manual, für Tiere giftige Pflanzen
Häufig gestellte Fragen
Ist die Zwiebel giftig?
Für Menschen sind Zwiebel und Blätter essbar. Lediglich die beim Schneiden freigesetzten schwefelhaltigen Stoffe reizen die Augen vorübergehend. Die ASPCA stuft Zwiebeln dagegen als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein; bei ihnen können Schwefelverbindungen Blutarmut auslösen.
Warum muss man beim Zwiebelschneiden weinen?
Das Fleisch der Zwiebel enthält ein flüchtiges schwefelhaltiges Öl. Beim Schneiden werden Verbindungen freigesetzt, die sich in der Luft verteilen, die Augen erreichen und Tränen auslösen. Das ist unangenehm, für Menschen aber ungefährlich.
Woran erkennt man erntereife Zwiebeln?
Je nach Sorte liegt die Ernte 100 bis 150 Tage nach der Aussaat. Das zuverlässigste Zeichen ist vergilbendes Laub, das sich auf den Boden legt. Dann zieht man die Zwiebeln heraus und lässt sie an einem trockenen Ort abtrocknen.
Welchen Standort brauchen Zwiebeln?
Volle Sonne ist notwendig. Die Zwiebelbildung hängt von Tageslänge und Lichteinstrahlung ab. Im Schatten entstehen viele Blätter, aber kleine, wenig feste Zwiebeln.
Mit welchen Pflanzen kann man die Zwiebel verwechseln?
Verwechslungen betreffen vor allem andere Gemüsearten der Gattung Allium, etwa Schalotte, Winterzwiebel und Porree. Die rundliche Zwiebel mit konzentrischen Schichten und der schwefelartige Geruch sind die besten Erkennungsmerkmale.
Woher stammt die kultivierte Zwiebel?
Sie ist eine Kulturpflanze ohne bekannte streng wild vorkommende Form und entstand durch alte Domestikation in Zentral- und Südwestasien. Heute wird sie in allen gemäßigten und warmen Regionen angebaut.
Brauchen Zwiebeln viel Wasser?
Während des Wachstums reicht mäßiges Gießen aus; zu viel Wasser lässt die Zwiebel faulen. Vor der Ernte werden die Wassergaben seltener, damit die Zwiebel besser ausreift und lagerfähig wird.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







