Winterzwiebel (Allium fistulosum, L. 1753)

Winterzwiebel (Allium fistulosum) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Amaryllidaceae. Seit dem chinesischen Altertum wird sie wegen ihrer zylindrischen, hohlen Blätter mit Zwiebelgeschmack angebaut. Anders als die Küchenzwiebel bildet sie keine echte runde Speicherzwiebel; ihre längliche Scheinzwiebel ist kaum dicker als die Blattbasis.

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Wissenschaftlicher NameAllium fistulosum
GattungAllium
OrdnungAsparagales

Winterzwiebel, Winterheckenzwiebel, Lauchzwiebel, Frühlingszwiebel, Welsh onion und Negi

Identität
Toxizität
Giftig : Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
China
Lebensraum
Sonnige Gemüsebeete und Gemüsefelder mit lockerem, frischem Boden; keine gesicherten Wildvorkommen
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
FrühlingSommerHerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Fortlaufende Ernte ab 3 bis 5 Monaten nach der Aussaat
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gute Windfestigkeit, biegsame und wenig brüchige Blätter
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Innenbereich
Aussaat unter Schutz
Außenbereich
Gemüsegarten, Gartenbeet
Pflanzgefäße
Tiefer Behälter, Terrakotta
Erscheinungsbild
Höhe30–150 cmBreite15–40 cm
Blätter
Grün
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße3–7 cm
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Winterzwiebel (Allium fistulosum): Herkunft und Verwendung — rinde 4

Weltweite Verbreitung

Allium fistulosum ist eine Kulturpflanze ohne bestätigte Wildpopulation. Als Ursprung gilt Nordostchina, wo sie bereits mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung angebaut wurde. Der wahrscheinliche Vorfahr ist Allium altaicum, eine Wildart Sibiriens und der Mongolei. Durch Anbau verbreitete sich die Winterzwiebel in weiten Teilen Eurasiens und Nordamerikas; örtlich haben sich Kulturflüchtlinge eingebürgert.

  • Heimisch1
  • Eingeführt2
  • China
  • Russland
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Winterzwiebel (Allium fistulosum L., 1753) ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Familie Amaryllidaceae. Sie gehört zur Gattung Allium und ist damit mit Küchenzwiebel, Knoblauch und Porree verwandt. In China wird sie seit dem Altertum kultiviert. Ihre zylindrischen, hohlen Blätter schmecken nach Zwiebel, jedoch milder als die klassische Speicherzwiebel. 1 7

Eine rundlich verdickte Speicherzwiebel entsteht nicht. Stattdessen bleibt eine längliche Scheinzwiebel, die kaum dicker ist als die Blattbasis. Zusammen mit den hohlen Sprossen unterscheidet dieses Merkmal die Winterzwiebel schon äußerlich von der Küchenzwiebel (Allium cepa). Man muss die Pflanze dafür nicht aufschneiden. Im Gebrauch begegnen auch die Namen Winterheckenzwiebel, Lauchzwiebel und Frühlingszwiebel. 4 2

Erkennung

Dunkelgrüne, leicht bläuliche Blätter bilden bei der Winterzwiebel einen Horst. Sie sind zylindrisch, hohl und kahl. Je nach Kulturführung und Sorte erreicht die Pflanze 30 bis 150 cm Höhe. Ihre deutlich dickeren und fleischigeren Sprosse unterscheiden sie vom feinen Schnittlauch; diese Sprosse können 40 bis 50 cm lang werden. 7 2

Von Juli bis September erscheint unter den beschriebenen gemäßigten Bedingungen eine dichte, kugelige Dolde von 3 bis 7 cm Durchmesser. Sie sitzt auf einem hohlen, nicht verdickten Blütenschaft. Je nach Exemplar entstehen grünlich weiße Blüten oder beblätterte Brutzwiebeln anstelle der Blüten. Die Form des Schafts ergänzt daher die Merkmale der Blätter und der Pflanzenbasis. 7 4

Beim Zerreiben riecht ein Blatt deutlich nach Zwiebel. Sein Geschmack bleibt milder und erinnert gelegentlich an Porree. Für dieses dazwischenliegende Aroma sind artspezifische propenylhaltige Schwefelverbindungen verantwortlich. Geruch und Geschmack ergänzen die sichtbaren Unterschiede zu anderen Küchen-Allium, ersetzen aber nicht die Betrachtung von Blättern und Basis. 7

Nützliche Taxonomie

POWO akzeptiert für die Winterzwiebel den Namen Allium fistulosum. Zur Art wurden mehrere infraspezifische Formen und historische Synonyme beschrieben. Einige ältere Namen ordneten sie noch der Küchenzwiebel zu. In botanischen oder gärtnerischen Angaben können insbesondere folgende Namen erscheinen:

  • Allium cepa subsp. fistulosum (L.) Douin, historische Unterartzuordnung
  • Allium fistulosum var. caespitosum Makino, historischer Varietätsname
  • Allium fistulosum var. giganteum Makino, historischer Varietätsname
  • Allium fistulosum var. viviparum Makino, historischer Varietätsname
  • Allium fistulosum f. viviparum (Makino) M.Hiroe, historischer Formname

Das Synonym Allium cepa subsp. fistulosum erinnert daran, dass einige Botaniker die Winterzwiebel zeitweise nur als Unterart der Küchenzwiebel betrachteten. Die heute akzeptierten Namen halten beide Arten auseinander. Als viviparum wurden Pflanzen bezeichnet, die Brutzwiebeln statt Blüten bilden. Die Namensgeschichte erklärt damit sowohl die frühere Zusammenfassung als auch die Benennung einer besonderen Vermehrungsform. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Ohne bestätigte Wildpopulation ist Allium fistulosum eine Kulturpflanze. POWO ordnet sie Nordostchina zu, nennt jedoch keinen streng wilden Bestand. PFAF bestätigt, dass sie nicht aus der Wildnis bekannt ist. Als wahrscheinlicher Vorfahr gilt Allium altaicum, eine Art, die in Sibirien und der Mongolei spontan vorkommt. Ursprungszuordnung und Nachweis einer Wildpopulation sind hier also unterschiedliche Aussagen. 1 3

Seit mindestens zweitausend Jahren in China kultiviert, verbreitete sich die Winterzwiebel zunächst in ganz Ostasien. Später gelangte sie in weite Teile Eurasiens und Nordamerikas. Am Rand von Anbauflächen kommt es örtlich zur Einbürgerung entwichener Pflanzen. Diese Vorkommen gehen auf Kultur zurück und belegen keine ursprünglichen Wildbestände der Art. 7 6

Im Garten wächst sie auf lockerem, frischem Boden in voller Sonne. Sie ist bis USDA-Zone 5 winterhart und damit unter den meisten gemäßigten Klimabedingungen kultivierbar. Kalte Winter und warme Sommer werden gleichermaßen vertragen; ein besonderer Bedarf an Halbschatten während der warmen Jahreszeit besteht nicht. Sonne und ausreichende Bodenfrische passen deshalb auch im gemäßigten Gemüsebeet zusammen. 3 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Als ausdauernde Pflanze kann die Winterzwiebel mehrere Jahre im Gemüsebeet stehen, wird aber häufig ein- oder zweijährig angebaut. Unter gemäßigten Bedingungen erfolgt die Direktsaat Ende März oder Anfang April in frischen Boden. In den ersten Wochen verläuft das Auflaufen langsam; anschließend entwickelt sich der Horst nach und nach. 7 4

Nach drei bis fünf Monaten beginnt die Ernte. Man schneidet die Blätter nach Bedarf, statt im ersten Jahr den gesamten Bestand herauszuziehen. Werden die Blütenschäfte gleich nach ihrem Erscheinen entfernt, verlängert sich die Bildung zarter Blätter. Diese Ernteweise nutzt das wiederholte Blattwachstum und erhält den Horst für weitere Schnitte. 7 4

Eine Teilung im Herbst vermehrt eingewachsene Horste schneller als eine neue Aussaat. Jedes Teilstück trägt einige Wurzeln und wächst selbstständig weiter. Bei manchen Exemplaren entstehen zudem beblätterte Brutzwiebeln direkt am Blütenschaft. Diese vegetative Vermehrung wurde teilweise als Form viviparum bezeichnet. Sie unterscheidet sich von der Teilung des Horstes, kommt aber ebenfalls ohne neue Samenkeimung aus. 7 3

Nutzen und Risiken

Die kulinarische Nutzung umfasst Blätter und Scheinzwiebel. Beides wird roh oder gegart gegessen, fein gehackt als Würze oder als Gemüse in Suppen, Pfannengerichten und Salaten. Besonders verbreitet ist die Verwendung in der chinesischen, japanischen und koreanischen Küche. Der milde Zwiebelgeschmack erklärt die gemeinsame Nutzung als Gemüse und Würzkraut. 7 6

Haustiere vertragen die für Menschen essbare Winterzwiebel dagegen nicht. Wie andere Allium enthält sie Schwefelverbindungen, darunter N-Propyldisulfid, die rote Blutkörperchen zerstören. Die ASPCA stuft sie als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Beim Fressen besteht das Risiko einer hämolytischen Anämie; auch Erbrechen und dunkler Urin gehören zu den möglichen Folgen. 5 6

Im Gemüsebeet verursachen Zwiebelfliege und Lauchmotte die größten Schäden. Danach folgen Falscher Mehltau und Weißfäule. Diese Krankheiten treten vor allem bei zu feuchtem Boden auf. Die gewünschte Bodenfrische ist deshalb von anhaltender Nässe zu unterscheiden; Letztere begünstigt gerade die genannten Fäulnisprobleme. 2 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Unterschiedliche Nutzung erklärt einen Teil der Sortenvielfalt, ohne dass daraus getrennte Arten werden. Blanche hâtive und Commune rouge stehen im französischen amtlichen Sortenkatalog. Der japanische Typ Ishikura bildet dagegen keine Scheinzwiebel und erinnert an einen schlanken Porree. Diese Sorten- und Typnamen beschreiben Kulturformen innerhalb der Winterzwiebel. 7 2

Häufige Verwechslungen betreffen andere Küchenpflanzen der Gattung:

  • Allium tuberosum, Knoblauch-Schnittlauch, besitzt flache Blätter und Knoblaucharoma und ist trotz ähnlicher Nutzung eine andere Art;
  • Allium schoenoprasum, Schnittlauch, hat wesentlich feinere Sprosse und bildet niedrigere Horste;
  • Allium cepa, Küchenzwiebel, entwickelt eine echte verdickte Speicherzwiebel anstelle der länglichen Scheinzwiebel;
  • jung als Bundware geerntete weiße Küchenzwiebeln sind vor der Reife gezogene einjährige Zwiebeln und keine ausdauernden Winterzwiebelhorste.

Die längliche Scheinzwiebel, hohle Blätter und ein jährlich von der Basis erneut austreibender Horst ergeben zusammen die charakteristische Merkmalskombination. Damit lässt sich eine Winterzwiebel auch ohne Blüte oder sichtbare Brutzwiebeln erkennen. Ein ähnlicher Handelsname allein liefert diese Sicherheit nicht. 4 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Winterzwiebel dasselbe wie Knoblauch-Schnittlauch?

Nein. Winterzwiebel (Allium fistulosum) hat zylindrische, hohle Blätter mit Zwiebelgeschmack. Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum) besitzt flache Blätter und riecht eher nach Knoblauch. Trotz ähnlicher Küchenverwendung sind es zwei verschiedene Arten.

Ist die Winterzwiebel für Katzen und Hunde giftig?

Für Menschen ist die Winterzwiebel ein gebräuchliches essbares Gemüse. Die ASPCA stuft sie dagegen als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Ihre Schwefelverbindungen können eine hämolytische Anämie verursachen.

Warum bildet die Winterzwiebel keine runde Zwiebel?

Sie behält eine längliche Scheinzwiebel, die kaum dicker als die Blattbasis ist. Die Küchenzwiebel speichert dagegen Reserven in deutlich verdickten konzentrischen Schichten.

Wie lässt sich ein Winterzwiebelhorst vermehren?

Durch Direktsaat im Frühjahr oder schneller durch Teilung eines eingewachsenen Horstes im Herbst. Jedes Teilstück sollte einige Wurzeln tragen.

Was unterscheidet Winterzwiebel und Schnittlauch?

Winterzwiebel (Allium fistulosum) bildet dicke, fleischige Sprosse und erreicht bis zu 150 cm Höhe. Schnittlauch (Allium schoenoprasum) bleibt ein niedriger, feiner Horst. Beide gehören zu Allium, sind aber verschiedene Arten.

Ist die Winterzwiebel winterhart?

Ja. Sie verträgt stärkere Fröste, und ihr Laub bleibt einen großen Teil des Jahres grün, in manchen Regionen sogar unter Schnee.

Woher stammt die Winterzwiebel?

Als Ursprung wird Nordostchina angegeben, wo sie seit dem Altertum kultiviert wird. Bis heute ist keine Wildpopulation bestätigt. Ihr wahrscheinlicher Vorfahr Allium altaicum wächst wild in Sibirien und der Mongolei.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.