Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum, Rottler ex Spreng. 1825)

Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum) ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze der Amaryllidaceae aus dem Himalaya und Nordchina. Seit Jahrhunderten wird er in Ostasien als Küchenkraut angebaut. Er bildet Horste aus flachen Blättern und trägt im Spätsommer Dolden weißer, sternförmiger Blüten mit süßem Duft.

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Wissenschaftlicher NameAllium tuberosum
GattungAllium
OrdnungAsparagales

Knoblauch-Schnittlauch, Chinesischer Schnittlauch, Schnittknoblauch, Chinesischer Lauch, Garlic chives und Chinese chives

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen · Giftig : Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaIndienNepal
Lebensraum
Gemüsegärten, Brachflächen und Wegränder; Freilandstaude in gemäßigten Klimaten
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
FrühlingSommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Ab dem zweiten Jahr erntefähiger Horst
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedriger Horst wenig windempfindlich
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Gemüsegarten, Gartenbeet, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Terrakotta, Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe30–50 cmBreite20–30 cm
Blätter
Grün
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Weiß
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Schwarz
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum): Herkunft und Verwendung — rinde 1

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Allium tuberosum reicht vom Himalaya bis Nordchina, insbesondere in den Südwesten der Provinz Shanxi. Als verbreitetes Küchenkraut wurde die Art in große Teile Asiens und weitere gemäßigte Regionen eingeführt und hat sich dort eingebürgert. Diese Gebiete sind vom ursprünglichen Areal zu unterscheiden.

  • Heimisch3
  • Eingeführt4
  • China
  • Indien (Himalaya)
  • Nepal
  • Japan
  • Südkorea
  • Vietnam
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum Rottler ex Spreng., 1825) ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze der Gattung Allium aus der Familie der Amaryllidaceae. Seit Jahrhunderten wird er in Ostasien angebaut. Dort gehört er zu den Gewürzpflanzen des Gemüsegartens und übernimmt eine ähnliche Rolle wie Zwiebel und Knoblauch in anderen Küchen. 1 4

Im deutschsprachigen Handel begegnet die Art auch als Chinesischer Schnittlauch oder Schnittknoblauch. Ihr Geschmack erinnert an milden Knoblauch und ist deutlicher ausgeprägt als beim gewöhnlichen Schnittlauch. Zusammen mit den weißen Dolden zum Ende der Gartensaison macht das die Pflanze sowohl zum Küchenkraut als auch zur Zierstaude. Sie lässt sich leicht an sonnigen Beeträndern kultivieren. 2 3

Erkennung

Aus kleinen, länglichen und faserigen Zwiebeln von etwa 1 cm Durchmesser entwickelt Allium tuberosum einen dichten Horst. Eine große unterirdische Speisezwiebel entsteht dabei nicht. Die flachen, bandförmigen Blätter sind 1,5 bis 8 mm breit. Damit unterscheiden sie sich deutlich von den hohlen Blättern des gewöhnlichen Schnittlauchs. Zerriebene Pflanzenteile verströmen durchweg einen ausgeprägten Knoblauchgeruch. 3 6

Zum Spätsommer wachsen aufrechte, steife Blütenschäfte heran. Mit 25 bis 60 cm Höhe ragen sie deutlich über das Laub hinaus. Jeder Schaft trägt eine lockere, rundliche Dolde aus kleinen weißen Sternblüten. Über die Blütenhüllblätter verläuft jeweils eine feine braune Ader. Bemerkenswert ist der Blütenduft: Er erinnert eher an Veilchen als an Knoblauch. 2 3

Das Laub bleibt niedriger als die Blütenstände und erreicht bei eingewachsenen Horsten etwa 30 bis 50 cm. Nach der Blüte öffnen sich die Fruchtkapseln und entlassen schwarze, kantige Samen. Aus ihnen können sich zahlreiche junge Pflanzen durch Selbstaussaat entwickeln. 6 5

Nützliche Taxonomie

Die wissenschaftliche Beschreibung erfolgte 1825 unter dem Namen Allium tuberosum Rottler ex Spreng. Die Gattung Allium wurde lange den Liliaceae, später den Alliaceae zugeordnet; heute gehört sie zu den Amaryllidaceae. In älteren Quellen kommen weiterhin andere Namen vor. Zu den wichtigsten historischen Synonymen zählen:

  • Allium tuberosum Roxb. (illegitimer Name)
  • Allium roxburghii Kunth, botanisches Synonym
  • Allium uliginosum G.Don, botanisches Synonym
  • Allium tuberosum f. yezoense (Nakai) M.Hiroe, historische Form
  • Nothoscordum sulvia (Buch.-Ham. ex D.Don) Kunth, botanisches Synonym

Eine eindeutige Zuordnung ermöglicht der akzeptierte wissenschaftliche Name Allium tuberosum. Handelsnamen wie Garlic chives oder Chinesischer Schnittlauch bezeichnen dieselbe Art, besitzen jedoch keinen eigenständigen taxonomischen Rang. Für Vergleiche zwischen Pflanzenkatalogen und botanischen Quellen ist deshalb das Binomen der verlässliche Bezugspunkt. 1 4

Lebensraum und Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat von Allium tuberosum erstreckt sich vom Himalaya bis nach Nordchina, insbesondere in den Südwesten der Provinz Shanxi. Von diesem Gebiet aus verbreitete sich die Pflanze als würziges Gemüse. Später wurde sie in ganz Ostasien angebaut. 1 6

Durch ihre Anspruchslosigkeit konnte sich die Art weit außerhalb ihrer Heimat einbürgern. In den gemäßigten Teilen Asiens und in Nordamerika besiedelt sie unter anderem Brachflächen, sonnige Böschungen und Wegränder. Der Missouri Botanical Garden beschreibt eine recht kräftige Ausbreitung durch Selbstaussaat und knollige Rhizome. 3 5

In gemäßigten Klimaten wächst Knoblauch-Schnittlauch als winterharte Freilandstaude und liefert vom späten Frühjahr bis zum Herbst Erträge. Europäische Anbaugebiete gehören dabei nicht zum ursprünglichen asiatischen Areal. In Frankreich wird die Art in Gemüsegärten und Einfassungen kultiviert, ohne dass dort ein großräumig invasives Verhalten gemeldet wird. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Jedes Frühjahr treibt der ausdauernde Knoblauch-Schnittlauch aus seinem Wurzelstock neu aus. Die Blütezeit liegt spät im Jahr, vor allem im August und September. Dann haben viele andere Stauden ihre Blüte bereits beendet. Die weißen Dolden bieten zahlreichen blütenbesuchenden Insekten Nahrung. 3 6

Nach erfolgreicher Bestäubung bildet jede Blüte eine kleine Kapsel mit schwarzen Samen. Da sich die Art leicht selbst aussät, kann sie freie Flächen besiedeln. Bleiben die Dolden bis zur Samenreife stehen, erscheinen häufig neue Horste in der Umgebung der Mutterpflanze. 3 5

Für die Vermehrung im Garten stehen zwei einfache Verfahren zur Verfügung. Bei der Aussaat im warmen Frühjahr keimen die Samen nach zwei bis drei Wochen. Die Jungpflanze braucht etwa eine Vegetationsperiode, um einen erntefähigen Horst zu bilden. Eine Teilung im Frühjahr, ungefähr alle drei Jahre, verjüngt ältere Pflanzen und liefert rasch weitere Exemplare mit denselben Eigenschaften. Ein geteilter Horst ist ab dem zweiten Jahr wieder produktiv. 2 5

Nutzen und Risiken

Die wichtigste Verwendung von Allium tuberosum liegt in der Küche. Für Menschen sind sämtliche oberirdischen Teile essbar. Die flachen Blätter verleihen Salaten, Eierspeisen, Suppen und Füllungen ein mildes Knoblaucharoma; auch Blütenknospen und junge Schäfte lassen sich zubereiten. Mit ihren weißen Dolden und dekorativen trockenen Stängeln eignet sich die Art außerdem als zierende Beeteinfassung. 4 6

Für Menschen essbar, ist Knoblauch-Schnittlauch zugleich giftig für Tiere. Wie andere Allium-Arten enthält er Schwefelverbindungen, die rote Blutkörperchen zerstören und eine hämolytische Anämie verursachen können. Die ASPCA führt Chives aus der Gattung Allium als giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Nach Aufnahme können Erbrechen, dunkler Urin, Schwäche und ein erhöhter Herzschlag auftreten. Haustiere sollten deshalb keinen Zugang zu den Kräuterpflanzen erhalten. 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Überwiegend wird die botanische Grundform mit flachen Blättern und weißen Dolden angebaut. Daneben gibt es Auslesen wie Geisha mit breiteren Blättern, die besonders für die Blatternte geschätzt wird. Gärtnerische Bezeichnungen wie Monstrosum stehen für kräftigere Horste. Solche Namen beschreiben Kulturformen und keine eigenständigen Arten. 2

Verwechslungen betreffen vor allem andere im Gemüsegarten kultivierte Allium-Arten:

  • Allium schoenoprasum, gewöhnlicher Schnittlauch, besitzt hohle Blätter und rosa Blüten;
  • Allium fistulosum, die Winterzwiebel, hat zylindrische, hohle Blätter;
  • Allium ramosum ist eine sehr nahe verwandte Art, die im Handel gelegentlich verwechselt wird.

Zur Unterscheidung dient die Kombination aus flachen Blättern, deutlichem Knoblauchgeruch beim Zerreiben und weißen sternförmigen Blüten in Dolden im Spätsommer. Gemeinsam bestätigen diese Merkmale die Zuordnung einer als Knoblauch-Schnittlauch angebotenen Pflanze zu Allium tuberosum. Ein einzelnes Merkmal ist weniger aussagekräftig als dieses Gesamtbild. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Knoblauch-Schnittlauch giftig?

Für Menschen ist er ein essbares Küchenkraut der asiatischen Küche. Wie alle Allium-Arten ist er jedoch für Katzen, Hunde und Pferde giftig. Die ASPCA beschreibt Erbrechen und hämolytische Anämie nach Aufnahme durch diese Tiere.

Wie unterscheidet er sich von gewöhnlichem Schnittlauch?

Gewöhnlicher Schnittlauch (Allium schoenoprasum) hat hohle Blätter und rosa Blüten. Allium tuberosum besitzt flache Blätter, weiße Sternblüten und ein deutlich stärkeres Knoblaucharoma.

Breitet sich Knoblauch-Schnittlauch stark aus?

Er sät sich leicht selbst aus und kann sich über Rhizome ausbreiten. Meist genügt es, verblühte Dolden vor der Samenbildung abzuschneiden, um Selbstaussaat zu begrenzen.

Wie wird Allium tuberosum geerntet?

Die Blätter werden mit einer sauberen Schere 3 bis 5 cm über dem Boden abgeschnitten. Sie wachsen während der Saison mehrfach nach. Auch Blütenknospen und junge Schäfte sind essbar.

Wann blüht Knoblauch-Schnittlauch?

Die Blüte liegt im Spätsommer, besonders im August und September. Weiße Dolden stehen über dem Laub und ziehen zahlreiche blütenbesuchende Insekten an.

Ist Knoblauch-Schnittlauch winterhart?

Ja, die ausdauernde Art ist bis USDA-Zone 3 sehr winterhart. In kaltem Klima stirbt das Laub im Winter ab und treibt im Frühjahr ohne besonderen Schutz aus den Wurzeln neu aus.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.