Asiatischer Kapokbaum (Bombax ceiba, )
Asiatischer Kapokbaum (Bombax ceiba) ist ein großer laubabwerfender Baum der Malvengewächse (Malvaceae) aus dem tropischen und subtropischen Asien, von Pakistan und Indien bis Südchina, Südostasien und Nordaustralien. Vor der Blüte wirft er alle Blätter ab. Seine großen orangeroten Blüten stehen dadurch an völlig kahlen Zweigen; später entstehen Kapseln mit weißen, seidigen Fasern ähnlich dem Kapok.
WeiterlesenAsiatischer Kapokbaum, Indischer Seidenwollbaum, Roter Seidenwollbaum, Semul, Red silk-cotton tree und Semal
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Weltweite Verbreitung
Bombax ceiba stammt aus dem tropischen und subtropischen Asien, von Pakistan und Indien bis Südchina, den Inseln Südostasiens und Nordaustralien. In diesem Gebiet wird die Art vielfach als Straßenbaum gepflanzt. Im französischen Mutterland kommt sie wegen des ungeeigneten Klimas nur in Gewächshäusern oder botanischen Sammlungen vor.
- Heimisch8
- Indien
- Pakistan
- Südchina
- Thailand
- Vietnam
- Philippinen
- Papua-Neuguinea
- Nordaustralien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Asiatischer Kapokbaum (Bombax ceiba L., 1753), auch Roter Seidenwollbaum genannt, ist ein großer laubabwerfender Baum der Gattung Bombax. Er gehört zu den Malvengewächsen und dort zur Unterfamilie Bombacoideae. Im Gelände fällt besonders seine Blüte an vollständig kahlen Zweigen auf: Zwischen Februar und April trägt der Baum fleischige Blüten mit 7 bis 12 cm Durchmesser. Zu dieser Zeit fehlt das Laub vollständig, sodass die roten Blüten besonders deutlich hervortreten. 1 2 3
Die englischen Namen Red silk-cotton tree und das mehrdeutige Kapok führen häufig zu Verwechslungen mit Ceiba pentandra. Dieser amerikanische Kapokbaum besitzt weiße Blüten. Beide liefern ähnliche seidige Fruchtfasern, gehören jedoch zu unterschiedlichen Gattungen. Ein gemeinsamer Gebrauchsname ist deshalb kein verlässlicher Hinweis auf dieselbe botanische Art. 2
In Südchina heißt der Baum auch 英雄树, „Heldenbaum“. Der Name bezieht sich auf die aufrecht an kahlen Ästen stehenden scharlachroten Blüten. Seine Blüte wurde zum offiziellen floralen Wahrzeichen der Stadt Guangzhou. 6
Erkennungsmerkmale
Schon vor der Blüte verrät der Stamm die Art: Bei jungen Bäumen trägt er zahlreiche dicke, kegelförmige Dornen. Mit zunehmendem Alter verschwinden diese allmählich, bis die Rinde alter Exemplare nahezu glatt erscheint. Im Anbau werden meist 18 bis 23 m erreicht; aus besonders günstigen feuchten Tropenwäldern werden vereinzelt auch 40 m gemeldet. 3 4
Handförmig zusammengesetzte Blätter bestehen aus 5 bis 7 Fiederblättchen. Diese sind lanzettlich und lederig und sitzen gemeinsam an einem langen, biegsamen Blattstiel. Vor der Blüte fallen sämtliche Blätter ab; der Baum blüht daher mit völlig entlaubten Zweigen. 6 3
Fleischig und schalenförmig sind die 7 bis 12 cm breiten Blüten. Fünf leuchtend rote bis orangerote Kronblätter umgeben ein zentrales Büschel gelber Staubblätter. Die Blüten erscheinen von Februar bis April einzeln oder in kleinen Gruppen. Am einzelnen Baum dauert die Blüte ungefähr einen Monat. 3 6
Später entstehen etwa 13 cm lange, holzige Kapseln. Zunächst grün, werden sie zur Reife braun und öffnen sich im April und Mai. Schwarze Samen liegen in weißen, seidigen Fasern, die der Wind mit sich fortträgt. 6 3
Taxonomische Einordnung
Unter Bombax ceiba L. wird die Art heute akzeptiert. In älterer indischer und chinesischer botanischer sowie medizinischer Literatur steht dagegen häufig das Synonym Bombax malabaricum DC. Daneben begegnen die homotypischen Synonyme Salmalia malabarica (DC.) Schott & Endl. und Gossampinus malabarica (DC.) Merr. Diese Namen beziehen sich auf denselben taxonomischen Zusammenhang und sind bei der Auswertung alter Literatur zu berücksichtigen. 1 2
Zusätzliche Verwirrung schafft ein Homonym: Bombax ceiba Burm.f. von 1768 bezeichnet eine fehlerhafte Namensanwendung. Maßgeblich bleibt Linnés Name von 1753. Die aus China beschriebene Varietät Bombax ceiba var. leiocarpum A.Robyns mit kahlen Kapseln gehört weiterhin zu derselben Art. 1
Lebensraum und Verbreitung
Pakistan und Indien bilden den westlichen Teil des natürlichen Areals. Nach Osten reicht es über Sri Lanka, Myanmar, Thailand und Vietnam bis Südchina, zu den Philippinen, nach Papua-Neuguinea und bis Nordaustralien. Damit umfasst es weite Teile des tropischen und subtropischen Asiens sowie angrenzende tropische Gebiete. 1 6
Feuchte tropische Laubwälder sind ebenso Lebensraum wie trockene Täler und Savannen Südchinas bis auf 1.400 m Höhe. In ganz Tropisch-Asien wird der Baum häufig entlang von Straßen gepflanzt. Im französischen Mutterland bleibt er wegen mangelnder Winterhärte auf Gewächshäuser und botanische Sammlungen beschränkt; auch für mitteleuropäische Winter ist diese klimatische Grenze entscheidend. 4
Nach der IUCN-Bewertung gilt die Art als nicht gefährdet. Das schließt örtliche Belastungen nicht aus: In manchen Regionen wirken sich Lebensraumverlust und das Sammeln der Kapokfasern auf die Bestände aus. 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Zwei deutlich getrennte Wachstumsschübe prägen den Jahreslauf in Indien. Einer fällt ins Frühjahr, der zweite in den sommerlichen Monsun. Dieses zweiphasige Wachstum erklärt die rasche Entwicklung des Baumes trotz der langen winterlichen Pause ohne Laub. Die zeitlichen Angaben beziehen sich auf diese klimatischen Bedingungen und lassen sich nicht unverändert auf andere Anbauorte übertragen. 6
Am kahlen Baum ziehen die Blüten Bienen und nektartrinkende Vögel an. Ohne verdeckendes Blattwerk sind sie gut sichtbar, was die Bestäubung erleichtert. Im April und Mai öffnen sich die reifen Kapseln; der Wind verbreitet die in schwebefähige Fasern gehüllten Samen über größere Entfernungen. 6
Zur Vermehrung werden meist Samen verwendet. Eine Vorbehandlung ist nicht zwingend nötig; die Keimung erfolgt nach 10 bis 25 Tagen. Zwölfstündiges Einweichen in lauwarmem Wasser verbessert lediglich die Keimrate. Halbreife Stecklinge sind eine weitere Möglichkeit, werden in der Praxis jedoch seltener genutzt. 5
Verwendung und Risiken
Seidige Samenfasern füllten lange Zeit Kissen, Matratzen und später Rettungswesten. Sie ähneln echtem Kapok, isolieren, weisen Wasser ab und sind leicht genug zum Schwimmen. Die innere Rinde liefert Fasern für Seile. Das als „Malabargummi“ bekannte Stammgummi dient örtlich als traditioneller Klebstoff. 5
In Asien werden mehrere Pflanzenteile gegessen. In Indien diente traditionell der Kelch knospender Blüten als Gemüse; auch junge Blätter und Wurzeln werden zubereitet. Geröstete Samen liefern Speiseöl. In Thailand gehört das getrocknete Blüteninnere zum Curry Kaeng Khae und zur würzigen Suppe Nam Ngiao. 5 6
Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine Giftigkeit dokumentiert. Der Status bei Pferden bleibt wegen fehlender Daten unbekannt. Das wichtigste bekannte Risiko ist mechanisch: Die dicken kegelförmigen Dornen junger Stämme können beim Umgang mit dem Baum oder beim Schnitt Verletzungen verursachen. 3
Sorten und ähnliche Pflanzen
Stabilisierte Gartensorten wie bei vielen klassischen Zierpflanzen sind bei dieser Art nicht verbreitet. Anerkannt ist lediglich die botanische Varietät leiocarpum mit kahlen Früchten aus China. Eine botanische Varietät ist dabei von einer gärtnerisch ausgewählten und benannten Sorte zu unterscheiden. 1
Besonders häufig werden folgende Arten verwechselt:
- Ceiba pentandra, der amerikanische Kapokbaum, hat weiße Blüten und stammt aus dem tropischen Amerika; der gemeinsame englische Name silk-cotton tree verstärkt die Verwechslung.
- Bombax buonopozense Pellegr. & Vuillet wächst in Westafrika und besitzt sehr ähnliche rote Blüten.
- Bombax insigne Wall. aus Südasien unterscheidet sich durch größere und blassere Blüten.
Wissenschaftliche Namen bleiben bei diesen Bäumen der verlässlichste Anhaltspunkt. Die regional wechselnden Trivialnamen können Arten zusammenfassen, deren Wuchs, Blüte und Fasernutzung sich stark ähneln. Der botanische Name ermöglicht dagegen eine eindeutige Zuordnung beim Vergleich solcher Beschreibungen. 2
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Bombax ceiba L.
- Integrated Taxonomic Information System, Bombax ceiba L., TSN 21593
- NC State Extension, Bombax ceiba - Kapokbaum
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Bombax ceiba
- Plants For A Future, Bombax ceiba
- Wikipedia (EN), Bombax ceiba
- IUCN Red List, Bombax ceiba Bewertung 2020
Häufig gestellte Fragen
Ist der Asiatische Kapokbaum derselbe Baum wie Ceiba pentandra?
Nein. Beide liefern ähnliche Fasern und heißen auf Englisch silk-cotton tree. Bombax ceiba besitzt jedoch rote Blüten und stammt aus Asien, während Ceiba pentandra weiße Blüten hat und aus Amerika stammt.
Ist Bombax ceiba giftig?
Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine Giftigkeit dokumentiert. Für Pferde fehlen Angaben. Junge Blätter und geröstete Samen werden in Asien traditionell gegessen.
Warum blüht der Asiatische Kapokbaum ohne Blätter?
Die laubabwerfende Art verliert vor der Blüte ihr gesamtes Laub. Dadurch sind die Blüten für Vögel und Bienen gut sichtbar, ohne zwischen Blättern verborgen zu sein.
Welche Pflanzen werden mit Bombax ceiba verwechselt?
Häufig sind es Ceiba pentandra mit weißen Blüten, die ähnliche westafrikanische Art Bombax buonopozense sowie die südasiatische Art Bombax insigne.
Wozu dienen die seidigen Fasern der Fruchtkapseln?
Die kapokähnlichen Fasern füllten früher Kissen, Matratzen und Rettungswesten. Sie isolieren, weisen Wasser ab und schwimmen. Heute wurden sie weitgehend durch Kunststoffe ersetzt.
Woher stammt Bombax ceiba?
Seine Heimat reicht vom tropischen und subtropischen Pakistan und Indien bis Südchina, Südostasien und Nordaustralien. Auch außerhalb dieses Gebietes wird die Art häufig als Straßenbaum gepflanzt.
Ist der Asiatische Kapokbaum gefährdet?
Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet ein. Örtlich bestehen dennoch Belastungen durch Lebensraumverlust und das Sammeln der Fasern.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







