Durian (Durio zibethinus, L. 1774)

Durio zibethinus ist ein tropischer Obstbaum der Gattung Durio aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae), ursprünglich aus Borneo und Sumatra. Die in Südostasien als „König der Früchte“ geschätzte Durian besitzt eine große stachelige Frucht mit starkem Geruch und cremigem Samenmantel.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NameDurio zibethinus
GattungDurio
OrdnungMalvales

Durian, Durion, König der Früchte, Duren und Thurian

Identität
Toxizität
Rohe Samen giftig; Kombination mit Alkohol nicht empfohlen
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Baum · Obstbaum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Indonesien
Lebensraum
Feuchter tropischer Tiefland- und Bergwald bis etwa 800 m Höhe; auch in tropischen Obstplantagen
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Unveredelte Sämlinge fruchten nach 5 bis 15 Jahren, veredelte Bäume ab 4 Jahren
Kronendurchmesser
800–1500 cm
Vermehrung
Transplantation, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering; empfindlich gegen Starkwind, vorzeitiger Fall stacheliger Früchte
Luftfeuchtigkeit
75–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Tiefer Boden, Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Als erwachsener Baum volle Sonne, in der Jugend Halbschatten
Außenbereich
Obstgarten, Obstgarten
Erscheinungsbild
Höhe1000–4000 cmBreite800–1500 cm
Blätter
GrünBraun
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGelb
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Früchte
GrünGelb
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Durio zibethinus: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Durio zibethinus beschränkt sich laut POWO auf Borneo und Sumatra. Durch Anbau wurde die Art über das gesamte festländische und insulare Südostasien bis Südindien, Sri Lanka, auf die Philippinen und nach Neuguinea verbreitet. Diese Anbaugebiete sind vom ursprünglichen natürlichen Areal zu unterscheiden.

  • Heimisch2
  • Eingeführt3
  • Borneo
  • Sumatra
  • Philippinen
  • Sri Lanka
  • Südindien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Durio zibethinus (L., 1774), bekannt als Durian, Durion oder König der Früchte, ist ein tropischer Obstbaum der Gattung Durio aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Seine eiförmige Frucht mit pyramidenförmigen Stacheln wiegt bis 8 kg. Ihr schwefeliger Geruch ist so stark, dass sie in zahlreichen Hotels und Verkehrsmitteln Südostasiens verboten ist. Das unterscheidet sie sofort von der ähnlichen Jackfrucht mit glatterer Schale und dezenterem Geruch. POWO erkennt Durio zibethinus als gültigen Namen an. Linné beschrieb die Art 1774 in der damals von ihm neu aufgestellten Gattung. 1 4

Das Artepitheton zibethinus verweist auf die Zibetkatze, deren Moschusgeruch zum Vergleich mit der reifen Frucht diente. Der Name Durian setzt sich aus dem malaiischen duri, „Dorn“, und der Endung -an zusammen. Er bezeichnet sinngemäß etwas Dornentragendes und bezieht sich auf die stachelige Fruchtschale, weniger auf den Baum selbst. 5

Erkennung

Nach Morton wird der immergrüne Baum in freier Natur gewöhnlich 25 bis 40 m hoch. Veredelte Plantagenbäume erreichen dagegen nur 10 bis 15 m. Der Stamm kann mehr als 1,2 m Durchmesser entwickeln. Brettwurzeln stützen ihn unter einer dichten, unregelmäßig aufgebauten Krone. 2 8

Wechselständig angeordnete, immergrüne Blätter sind länglich bis elliptisch. Oberseits glänzen sie dunkelgrün, unterseits wirken sie durch feine rotbraune Schuppen silbrig. Die weißlichen bis goldbraunen Blüten sitzen in hängenden Gruppen direkt am Stamm und an starken Ästen. Diese Stammblütigkeit unterscheidet die Art von den meisten Obstbäumen mit Blüten an den Zweigenden. Sie öffnen sich am späten Nachmittag und geben abends Pollen frei. Dieser Rhythmus passt zum Besuch nektarfressender Fledermäuse statt zu Bienen. 2

Eiförmig bis rund werden die Früchte 15 bis 30 cm lang und 3 bis 8 kg schwer. Ihre dicke, halb verholzte Schale ist reif grüngelb und trägt kräftige pyramidenförmige Stacheln. Fünf Kammern enthalten cremefarbenes bis goldgelbes Fruchtfleisch, den Samenmantel oder Arillus. Er umschließt ein bis sieben große, glänzend braune Samen. 2 5

Nützliche Taxonomie

Etwa dreißig Arten umfasst die Gattung Durio im insularen Südostasien. In großem Maßstab wird jedoch mit Abstand nur Durio zibethinus gehandelt; Durio graveolens und Durio kutejensis werden auf Borneo lediglich örtlich verzehrt. Früher stand die Gattung bei den Bombacaceae. Heute gehört sie zur Unterfamilie Helicteroideae innerhalb der durch moderne phylogenetische Klassifikation erweiterten Malvaceae. 4 1

Problematische wissenschaftliche Synonyme sind hier kaum im Umlauf. Der Handel wird jedoch durch eine eigene Sortennomenklatur unübersichtlich. Jede Auslese trägt sowohl einen Namen wie Musang King oder Monthong als auch einen offiziellen malaysischen oder thailändischen Code wie D197 beziehungsweise D159. Für die genaue Zuordnung einer Auslese über Landesgrenzen hinweg ist dieser Code verlässlicher als der Handelsname. 5

Lebensraum und Verbreitung

Borneo und Sumatra bilden laut POWO das gesamte natürliche Areal von Durio zibethinus. Das heutige Anbaugebiet reicht dagegen über das festländische und insulare Südostasien von Südindien und Sri Lanka bis zu den Philippinen und Neuguinea. Die Domestikation ist alt: Morton beschreibt Handelsbeziehungen zwischen Birma und einem benachbarten Königshof, die bereits mehrere Jahrhunderte zurückliegen. 1 2

Feuchte tropische Tieflandwälder und Wälder mittlerer Höhenlagen bis etwa 800 m bieten der Art ihren natürlichen Lebensraum. Sie benötigt gleichmäßig warmes Klima. Unter 22 °C Durchschnittstemperatur bleibt das Wachstum aus; Kälte unter 12 °C schädigt den Baum deutlich. Eine dauerhafte Freilandkultur außerhalb der Tropen scheidet deshalb aus. 8 3

Bei der IUCN wird Durio zibethinus als Art mit unzureichender Datengrundlage geführt. Tatsächlich wilde Populationen lassen sich im Gelände bislang nur unzureichend nachverfolgen, während kultivierte Obstplantagen wesentlich besser dokumentiert sind. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Für die Bestäubung der stammständigen Blüten spielen nektarfressende Fledermäuse eine entscheidende Rolle, insbesondere Eonycteris spelea. Die Selbstunverträglichkeit der Art ist hoch. Wirksame Fremdbestäubung bestimmt daher unmittelbar den Fruchtansatz, der selbst unter guten Bedingungen nur 20 bis 25 % der Blüten erreicht. 2

Nach der Blüte reifen die Früchte ungefähr drei bis vier Monate. Vollreif fallen sie von selbst zu Boden. Dieser Fall gilt den Erzeugern als maßgebliches Erntezeichen. Eine vorzeitige Ernte direkt am Baum ergibt dagegen weniger süßes Fruchtfleisch. 2

Die 2017 veröffentlichte Genomsequenz zeigte eine ungewöhnliche Vervielfältigung von Genen für die Bildung flüchtiger Schwefelverbindungen. Ihre Aktivität steigt in reifen Früchten auf mehr als das 2.000-Fache, während sie in anderen Pflanzengeweben niedrig bleibt. Diese genetische Besonderheit erklärt den schwefeligen Geruch unmittelbar. Möglicherweise begünstigt sie die Anlockung von Fledermäusen und großen Säugetieren, die Samen verbreiten. 7

Nutzen und Risiken

Je nach Region wird der Samenmantel frisch, als gefrorene Nachspeise, fermentierte Paste oder süße Sauce gegessen. Samen werden gekocht, geröstet oder frittiert verzehrt, niemals roh. PFAF und Morton erwähnen umstrittene traditionelle medizinische Anwendungen, unter anderem als vermeintliches Aphrodisiakum, für die belastbare wissenschaftliche Bestätigung fehlt. 3 2

Ausdrücklich warnt Britannica vor dem Verzehr roher Samen. Biochemische Untersuchungen zeigen außerdem, dass Schwefelverbindungen der Frucht die Aldehyddehydrogenase hemmen. Dieses Enzym baut Acetaldehyd aus dem Alkoholstoffwechsel ab. Damit lässt sich die traditionelle Warnung erklären, Durian und alkoholische Getränke nicht gleichzeitig zu konsumieren. 8 9

Der Geruch reifer Früchte wird mit faulenden Zwiebeln und kräftigem Käse verglichen. Deshalb ist Durian in vielen Hotels, öffentlichen Verkehrsmitteln und Flughäfen Südostasiens verboten. Diese Beschränkung beruht auf dem Geruch und hat keinen Zusammenhang mit einer Giftigkeit des Fruchtfleisches. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Hunderte benannte Sorten werden im Handel unterschieden. Monthong (D159) dominiert mit dickem Fruchtfleisch und milderem Geruch die thailändischen Exporte. Die jüngere malaysische Musang King (D197) gilt mit goldenem Fruchtfleisch und ausgeprägter Bitterkeit als Premiumsorte. Chanee (D123) und Kan Yao (D158) sind ältere, weiterhin etablierte Handelssorten. 5

Farbe und Dicke des Fruchtfleisches, Geruchsstärke und Stachelform trennen die Sorten voneinander. Es handelt sich dabei um Unterschiede innerhalb derselben Art: Sämtliche Auslesen gehören zu Durio zibethinus. Nicht zu verwechseln ist die Frucht mit der Jackfrucht, deren körnige Schale keine spitzen Stacheln besitzt und deren Geruch erheblich dezenter bleibt. 5

Der Mangostanbaum gilt in südostasiatischen Küchentraditionen oft als „kühlender“ Gegenpol zur Durian. Trotz dieser beständigen kulturellen Verbindung als „König und Königin der Früchte“ besteht zwischen beiden keine botanische Verwandtschaft. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Durio zibethinus giftig?

Für reifes Fruchtfleisch ist keine Giftigkeit bekannt. Rohe Samen gelten dagegen als gefährlich und dürfen niemals ungegart gegessen werden.

Warum wird von Durian zusammen mit Alkohol abgeraten?

Schwefelverbindungen der Frucht hemmen die Aldehyddehydrogenase. Dieses Enzym baut Acetaldehyd ab, das beim Alkoholabbau entsteht. Daraus erklärt sich die traditionelle Warnung vor der Kombination.

Wann trägt Durio zibethinus erstmals Früchte?

Veredelte Bäume kommen ungefähr ab dem vierten Jahr in Ertrag. Unveredelte Sämlinge brauchen je nach Klima und Pflege etwa 5 bis 15 Jahre.

Warum riecht Durian so stark?

Das 2017 sequenzierte Genom zeigt in reifen Früchten eine sehr hohe Aktivität von Genen, die mit flüchtigen Schwefelverbindungen zusammenhängen. Diese genetische Besonderheit erklärt unmittelbar den charakteristischen Geruch.

Wo wächst Durio zibethinus von Natur aus?

Das natürliche Areal umfasst nur Borneo und Sumatra. Der Anbau verbreitete die Art anschließend im festländischen und insularen Südostasien bis Südindien und auf die Philippinen.

Wie unterscheiden sich Musang King und Monthong?

Die malaysische Sorte Musang King besitzt goldenes Fruchtfleisch und ausgeprägte Bitterkeit. Die im thailändischen Export führende Sorte Monthong hat dickeres Fruchtfleisch und einen milderen Geruch.

Kann Durio zibethinus im französischen Mutterland wachsen?

Dauerhaft im Freiland ist das nicht möglich. Der Baum benötigt gleichmäßige tropische Wärme über 22 °C und verträgt keine Temperaturen unter 12 °C. Eine dauerhafte Außenkultur außerhalb der Tropen scheidet damit aus.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.