Papaya (Carica papaya, )
Papaya (Carica papaya L.) ist eine große, halbholzige krautige Pflanze der Caricaceae aus dem südlichen Mexiko und Mittelamerika. Ihr baumähnlicher Wuchs täuscht: Ein einzelner unverzweigter Spross trägt die Krone aus tief handförmig gelappten Blättern. Männliche, weibliche und zwittrige Blüten verteilen sich auf verschiedene Pflanzen und bringen die papainreiche Papayafrucht hervor.
WeiterlesenPapaya, Melonenbaum, Papayabaum, Pawpaw, Mamão und Papayo
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Weltweite Verbreitung
Das genaue natürliche Verbreitungsgebiet von Carica papaya bleibt unklar; meist wird es vom südlichen Mexiko bis Venezuela angesetzt. Die schon in präkolumbischer Zeit angebaute Pflanze erreichte Anfang des 16. Jahrhunderts die Karibik und verbreitete sich durch den spanischen Handel weiter auf die Philippinen sowie nach Asien und ins tropische Afrika.
- Heimisch3
- Eingeführt4
- Mexiko
- Guatemala
- Costa Rica
- Hawaii
- Indien
- Philippinen
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Papaya (Carica papaya L., 1753) erinnert an einen Baum, ist botanisch jedoch eine große, halbholzige krautige Pflanze aus der Familie Caricaceae. Ein einzelner unverzweigter Spross trägt den gesamten oberirdischen Aufbau. Unter günstigen tropischen Bedingungen erreicht die Pflanze 6 bis 9 m Höhe. Ihre baumähnliche Gestalt erklärt den deutschen Namen Melonenbaum, auch wenn dieser die botanische Wuchsform nur ungenau beschreibt. 3 7
Aus verletzten Sprossen und Blättern tritt reichlich weißer Milchsaft aus. Dieser Latex enthält Papain, ein Enzym, dessen Einsatz in Pharmazie und Lebensmittelverarbeitung weit über die Küche hinausreicht. In gemäßigtem Klima setzt Frost dem Überleben der Papaya eine klare Grenze: Er tötet die Pflanze ab. Ihre Freilandkultur ist auf die Winterhärtezonen USDA 9 bis 12 begrenzt. 6 4
Erkennungsmerkmale
Der hohle, graugrüne Stamm ist unverzweigt und endet in einer Krone aus großen Blättern. Die Blattspreiten messen 30 bis 60 cm in der Breite und sind tief in 5 bis 9 lanzettliche Lappen geteilt. Jedes Blatt sitzt an einem langen hohlen Stiel. Diese Blattstiele sind spiralförmig um den Spross angeordnet, wodurch die lockere, weithin erkennbare Krone entsteht. 7
Fünf cremefarbene Kronblätter kennzeichnen die Blüten. Je nach Pflanze treten drei Formen auf: Männliche Blüten hängen in langen Rispen von 1,5 bis 1,8 m Länge; weibliche Blüten stehen einzeln oder in kleinen Gruppen. Bestimmte Gartenkultivare tragen außerdem zwittrige Blüten, die allein für den Fruchtansatz sorgen können. Die Verteilung der Blütenformen ist deshalb für den Anbau entscheidend. 3 7
Reife Früchte sind eiförmig bis birnenförmig und meist 15 bis 30 cm lang. Für einzelne Wildformen werden sogar Längen bis 50 cm angegeben. Das vollreife Fruchtfleisch kann gelb, orange oder lachsfarben sein. Es umschließt einen zentralen Hohlraum, in dem zahlreiche schwarze, runzelige Samen liegen. Jeden Samen umgibt eine eigene gallertartige Hülle. 3 7
Taxonomie
Innerhalb der Gattung Carica ist Carica papaya die Typusart und mit großem Abstand die am häufigsten angebaute Art. Die Gattung umfasst rund zwanzig anerkannte Arten der Caricaceae. Linné veröffentlichte den Namen 1753. Er ist auf dieser Rangstufe stabil: POWO und IPNI ordnen ihm kein konkurrierendes heterotypisches Synonym zu. 1 2
Eine häufige Verwechslung betrifft keinen botanischen Namen, sondern die englische Bezeichnung pawpaw. Im australischen Englisch meint sie die Papaya. In Nordamerika bezeichnet dasselbe Wort hingegen Asimina triloba, die Indianerbanane. Dieser laubabwerfende Baum gehört zu den Annonaceae und ist mit der Papaya botanisch nicht verwandt. Der wissenschaftliche Name verhindert hier eine Verwechslung zweier sehr unterschiedlicher Pflanzen. 3
Lebensraum und Verbreitung
Weil keine zweifelsfrei ursprüngliche Wildpopulation bekannt ist, lässt sich das genaue Herkunftsgebiet der Papaya schwer abgrenzen. Die Pflanze wurde schon in präkolumbischer Zeit angebaut, lange bevor Botaniker ihre Wildform beschreiben konnten. Als Ursprungsraum gilt das Gebiet zwischen dem südlichen Mexiko und Venezuela. In warmfeuchten Tieflagen besiedelt sie Brachen, Lichtungen und Waldränder. 1 5
Anfang des 16. Jahrhunderts erreichte die Papaya die Karibik. Spanische Seefahrer brachten sie um 1550 weiter auf die Philippinen. Von dort gelangte sie innerhalb weniger Jahrzehnte nach Indien und Südostasien sowie ins tropische Afrika. Heutige Anbauvorkommen in diesen Regionen sind deshalb von ihrem vermuteten amerikanischen Ursprungsgebiet zu unterscheiden. 3 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Nach der Aussaat keimen Papayas gewöhnlich innerhalb von 3 bis 5 Wochen. Wird die den Samen umgebende Hülle entfernt, kann sich diese Zeit verkürzen. Anschließend wächst die Pflanze rasch: Unter günstigen Bedingungen sind im ersten Jahr 1,8 bis 3 m möglich. Die ersten Blüten können bereits nach 6 Monaten erscheinen. 3 6
Für die Befruchtung ist maßgeblich, wie sich die Geschlechter auf die Pflanzen verteilen. Rein männliche Exemplare bilden niemals Früchte; eine weibliche oder zwittrige Pflanze muss vorhanden sein. Kultivare wie Solo vereinen weibliche und zwittrige Blüten zu gleichen Anteilen und benötigen keine männliche Pflanze. Wird die Spitze einer männlichen oder zwittrigen Papaya entfernt, kann sie gelegentlich anschließend weibliche Blüten entwickeln. Diese Veränderlichkeit des Geschlechtsausdrucks ist für die Art dokumentiert. 3
Zwischen Blüte und reifer Frucht liegen je nach Klima 6 bis 11 Monate. In kommerziellen Obstpflanzungen nimmt der Ertrag nach 3 bis 4 Jahren ab. Deshalb werden die Bestände häufig in diesem Rhythmus erneuert. Der frühe Beginn der Blüte und der rasche Höhenzuwachs bedeuten also nicht, dass dieselbe Pflanze auf Dauer gleich hohe Erträge liefert. 3
Verwendung und Risiken
Vollreife Papayafrüchte werden frisch gegessen und gelten ohne besondere individuelle Risiken als unbedenklich. Sie sind der am besten dokumentierte nutzbare Pflanzenteil. Unreife Früchte werden in mehreren tropischen Küchen gekocht wie Gemüse zubereitet. Die pfeffrig schmeckenden Samen dienen gelegentlich als Würzmittel. Der Reifezustand und die Zubereitung unterscheiden diese Verwendungen deutlich voneinander. 3 6
Roh ist der Milchsaft dagegen reizend. Er enthält die eiweißspaltenden Enzyme Papain und Chymopapain. Chymopapain kommt mengenmäßig häufiger vor, Papain ist jedoch aktiver. Ältere Blätter und Samen enthalten außerdem Alkaloide, insbesondere Carpain. Dessen mit Digitalin verglichene Wirkung auf Herz und Atmung verschwindet durch Kochen. Saft und Pollen können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Bei einer solchen Allergie kann anschließend selbst der Verzehr reifer Früchte kontraindiziert sein. 3 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Handelssorten unterscheiden sich hauptsächlich in Fruchtgröße und Fortpflanzungsweise. Solo stammt aus Hawaii und bildet kompakte Früchte von 0,5 bis 1 kg, ohne dass eine männliche Pflanze nötig ist. Die 1955 selektierte Dwarf Solo bleibt als ganze Pflanze noch kleiner. Hybrid Nr. 5 aus Australien und Honey Gold aus Südafrika stehen dagegen für schwerere Früchte mit dickem Fleisch und späterer Reife. 3
Bei Verwechslungen spielen regionale Pflanzennamen eine größere Rolle als das Erscheinungsbild. Neben der bereits genannten Doppeldeutigkeit von Pawpaw und Asimina triloba unterscheiden mehrere Sprachen mit eigenen Wörtern zwischen Frucht und ganzer Pflanze. Im Französischen bezeichnet etwa papaye die Frucht und papayer die Pflanze. Wer fremdsprachige Sortenbeschreibungen liest, muss diese sprachliche Unterscheidung berücksichtigen. 3
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Carica papaya L.
- International Plant Names Index, Carica papaya L.
- Julia F. Morton, Fruits of Warm Climates, Papaya (Purdue NewCROP)
- Missouri Botanical Garden, Plant Finder, Carica papaya
- USDA GRIN Taxonomy, Carica papaya L.
- Plants For A Future, Carica papaya
- Monaco Nature Encyclopedia, Carica papaya
Häufig gestellte Fragen
Ist die Papaya ein Baum?
Botanisch ist Carica papaya eine große, halbholzige krautige Pflanze mit einem einzelnen Spross. Ihr fehlt das echte sekundäre Dickenwachstum des Holzes, obwohl ihre Gestalt an einen kleinen Baum erinnert.
Ist Papaya für Katzen und Hunde giftig?
Die reife Frucht ist ungiftig. Milchsaft und unreife Früchte enthalten reizende Enzyme und Alkaloide. Bei Aufnahme größerer Mengen ist deshalb für Tiere ebenso wie für Kinder Vorsicht geboten.
Warum tragen manche Papayapflanzen keine Früchte?
Eine rein männliche Pflanze trägt keine Früchte. Für einen Fruchtertrag braucht es eine weibliche oder zwittrige Pflanze in der Nähe. Kultivare wie Solo kombinieren weibliche und zwittrige Blüten auf denselben Pflanzen.
Sind Pawpaw und Papaya dieselbe Pflanze?
Nicht immer. Im australischen Englisch heißt Papaya auch Pawpaw. In Nordamerika bezeichnet dasselbe Wort dagegen Asimina triloba, eine völlig andere, botanisch nicht mit Carica papaya verwandte Art.
Wie lange dauert es bis zur Fruchtreife der Papaya?
Je nach Klima benötigt eine Frucht meist 6 bis 11 Monate nach der Blüte bis zur Reife. Die erste Blüte kann schon 6 Monate nach der Aussaat erscheinen.
Woher stammt die Papaya?
Ihre genaue Herkunft bleibt unklar. Meist wird sie im südlichen Mexiko und in Mittelamerika vermutet. Seit dem 16. Jahrhundert verbreitete sie sich in der gesamten tropischen Welt.
Kann man grüne Papaya essen?
Ja, gekocht wird sie in mehreren tropischen Küchen wie Gemüse zubereitet. Roh setzt sie reizenden Milchsaft frei, dessen Aufnahme in größeren Mengen vermieden werden sollte.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





