Karonda (Carissa carandas, L. 1767)

Carissa carandas ist ein immergrüner, dorniger Strauch der Apocynaceae vom indischen Subkontinent. Er besiedelt trockene Gebüsche und nährstoffarme Böden. Bei Verletzung tritt weißer Milchsaft aus; die zunächst grüne Frucht wird erst nach mehr als einem Jahr dunkelpurpurn bis schwarz. In Indien wird die Art seit Jahrhunderten wegen ihrer säuerlichen Früchte für Pickles, Chutneys und Konfitüren angebaut. Die paarigen Dornen machen sie außerdem zur wehrhaften Heckenpflanze.

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Wissenschaftlicher NameCarissa carandas
GattungCarissa
OrdnungGentianales

Karonda, Carandas, Karaunda, Bengal currant und Christ's thorn

Identität
Toxizität
Ungeprüft; verwandte C. macrocarpa laut ASPCA ungiftig
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
IndienNepalSri LankaPakistanBangladeschAfghanistan
Lebensraum
Trockengebüsche, Waldränder und arme Böden der saisonalen Tropen; Küstensand und Kalkböden.
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Erste Früchte mit etwa 2 Jahren; reif 12 bis 14 Monate nach dem Fruchtansatz
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut; dichte Dornenhecke wird als Sichtschutz genutzt
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Leichter Sandboden, Kalkhaltiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Innenbereich
Veranda
Abstand zum Fenster
Etwa 50 cm vor einem Südfenster bei überwinternden Kübelpflanzen
Außenbereich
Feldhecke, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe200–500 cmBreite200–400 cm
Blätter
Grün
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißRosa
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
ViolettSchwarz
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Carissa carandas: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Carissa carandas umfasst den indischen Subkontinent mit Indien, Nepal, Sri Lanka, Pakistan, Bangladesch und Afghanistan, von den Ebenen bis zu den Ausläufern des Himalaya. Wegen der Früchte und der dornigen Hecken wurde die Art in viele weitere tropische und subtropische Regionen eingeführt. Solche Einführungen und Kulturen sind vom ursprünglichen Verbreitungsgebiet zu unterscheiden.

  • Heimisch6
  • Eingeführt4
  • Indien
  • Nepal
  • Sri Lanka
  • Pakistan
  • Bangladesch
  • Afghanistan
  • Philippinen
  • Malaysia
  • Thailand
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Carissa carandas (Carissa carandas L., 1767), international auch Karonda oder Carandas genannt, ist ein immergrüner dorniger Strauch aus der Gattung Carissa und der Familie Apocynaceae. Bei Verletzung tritt aus allen Teilen weißer Milchsaft aus, auch aus Zweigen, Blättern und grünen Früchten. Diese Latexbildung ist für zahlreiche Vertreter der Hundsgiftgewächse typisch und gehört zu den auffälligen Merkmalen der Pflanze. 2 4

Der wissenschaftliche Name geht auf Carl von Linnés Beschreibung von 1767 in der Mantissa Plantarum zurück. Weil die säuerliche Frucht an eine kleine Pflaume erinnert, heißt sie auf Englisch auch carandas plum. Karonda ist dagegen eine Umschrift des Hindi-Namens und international besonders weit verbreitet. Diese unterschiedlichen Namen bezeichnen dieselbe Art und sind keine Sortenbezeichnungen. 2 3

Erkennungsmerkmale

Als dicht verzweigter Strauch oder kleiner Baum erreicht Carissa carandas gewöhnlich 3 bis 5 m Höhe. Findet die Pflanze eine Stütze oder die Krone eines benachbarten Baums, kann sie noch höher klettern. Die Zweige tragen gerade, paarige Dornen, die bis 5 cm lang werden. Eine eingewachsene Hecke ist dadurch nahezu undurchdringlich. 3

Die gegenständigen Blätter sind eiförmig bis elliptisch, ledrig und glänzend. Ihre Länge beträgt 2,5 bis 7,5 cm. Kleine endständige Zymen tragen die weißen Blüten, deren Rückseite oft rosa überlaufen ist. Besonders gegen Ende des Tages fällt ihr kräftiger Duft auf. Blattstellung, Dornen und Blüten ergänzen sich bei der Bestimmung. 3

Eiförmige bis fast kugelige Früchte messen ungefähr 1,25 bis 2,5 cm. Unreif sind sie grün und reich an Milchsaft. Erst mit vollständiger Reife werden sie dunkelpurpurn und schließlich schwarz; dann enthalten sie rotes, süßsäuerliches Fruchtfleisch. Eine noch grüne Frucht oder eine Frucht, aus der beim Anschneiden kein Milchsaft austritt, ist noch nicht reif. 3

Taxonomie

POWO/WCVP führt Carissa carandas L. als akzeptierten Namen. Die Art ist von mehreren anderen Pflanzen zu unterscheiden, die ebenfalls unter dem gebräuchlichen Namen Karonda erscheinen. Zu den anerkannten homotypischen und heterotypischen Synonymen gehören folgende botanische Namen:

  • Arduina carandas (L.) Baill., botanisches Synonym;
  • Jasminonerium carandas (L.) Kuntze, botanisches Synonym;
  • Capparis carandas (L.) Burm.f., botanisches Synonym;
  • Carissa salicina Lam., botanisches Synonym;
  • Echites spinosus Burm.f., botanisches Synonym.

Besonders leicht führt der Name Carissa congesta Wight in die Irre. In älterer englischsprachiger Gartenbauliteratur bezeichnet er häufig Karonda. POWO ordnet ihn heute jedoch als Synonym einer anderen Art, Carissa spinarum, zu. Eine historische Beschreibung unter dem Namen Carissa congesta muss daher nicht zwangsläufig Carissa carandas behandeln. 1

Auch Tropicos des Missouri Botanical Garden und das offizielle USDA-Pflanzenprofil bestätigen den akzeptierten Namen. Bei der USDA wird die Art unter dem Code CACA74 geführt. Der Name und dieser Code ermöglichen einen eindeutigen Abgleich zwischen botanischen Verzeichnissen unterschiedlicher Sprachen, während der volkstümliche Name allein mehrdeutig bleiben kann. 7 8

Lebensraum und Verbreitung

Vom indischen Subkontinent stammt die Art ursprünglich: Ihr Areal umfasst Indien, Nepal, Sri Lanka, Pakistan, Bangladesch und Afghanistan. Es reicht von den Ebenen bis zu den Ausläufern des Himalaya in etwa 300 bis 1.800 m Höhe. Besiedelt werden trockene Gebüsche, Randbereiche und nährstoffarme Böden. Sowohl sandige als auch kalkhaltige Untergründe kommen als Lebensraum vor. 4 3

Offizielle amerikanische Pflanzensammlungen führten Carissa carandas bereits 1912 ein. Danach verbreitete sie sich in mehreren tropischen und subtropischen Regionen, darunter Florida. Dort gedeiht sie in voller Sonne sowohl auf Sand als auch auf Kalkboden. Die Philippinen und Malaysia hatten die Art schon früher, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, übernommen. 3

Das offizielle USDA-Profil bestätigt ihr eingeführtes Vorkommen in den Vereinigten Staaten. Dieses ist vom ursprünglichen indischen Areal zu unterscheiden. Dort wird die Pflanze nur als Kulturpflanze geführt; eine großflächig eingebürgerte Population wird nicht ausgewiesen. Ein Vorkommen im Anbau ist somit kein Beleg für ein natürliches oder großräumig verwildertes Areal. 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Im März setzt die Blüte ein; im nördlichen Indien reifen die Früchte von Juli bis September. Diese Zeitangaben beziehen sich auf die dortigen Bedingungen. Ein Sämling benötigt ungefähr zwei Jahre bis zur ersten Fruchtbildung. Jede angesetzte Frucht braucht anschließend mehr als ein Jahr, bis sie vollständig schwarz geworden ist. 4

Für die Vermehrung ist vor allem die Aussaat gebräuchlich. Sprossstecklinge bewurzeln nach den von Morton zusammengetragenen historischen Versuchen schlecht und unregelmäßig. Soll ein bestimmtes Exemplar mit seinen Eigenschaften erhalten bleiben, bieten Veredelung und Abmoosen zuverlässigere Alternativen. Die Wahl der Methode richtet sich somit auch danach, ob lediglich neue Pflanzen oder möglichst genaue Nachkommen eines ausgewählten Strauchs gewünscht sind. 3

Verwendung und Risiken

Traditionell werden die unreifen, pektin- und milchsaftreichen Früchte zu Pickles, Chutneys und Konfitüren verarbeitet. Vollreif lassen sie sich roh essen oder für Gelee nutzen; ihr natürliches Pektin unterstützt das Gelieren. In der indischen Volksmedizin dienen grüne Früchte als adstringierendes Mittel und reife Früchte als vitamin-C-reiches Stärkungsmittel. Eine Studie von 2011 untersuchte darüber hinaus einen Extrakt unreifer Früchte und beobachtete bei Ratten eine blutzuckersenkende Wirkung. 3 6

Für Carissa carandas liegen keine artspezifischen ASPCA-Angaben vor. Die verwandte Natalpflaume, Carissa macrocarpa, wird dort als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde geführt. Daraus lässt sich die Verträglichkeit von Carissa carandas nicht unmittelbar ableiten. Klebriger Milchsaft und die deutlich adstringierende Wirkung grüner Früchte sprechen dafür, diese vor vollständiger Reife nicht roh zu essen. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

International breit dokumentierte, beständige Kultivare von Carissa carandas sind nicht bekannt. Die in Indien beobachteten Unterschiede beruhen überwiegend auf lokalen Selektionen aus Obstanlagen. Es handelt sich dabei nicht um großflächig registrierte gärtnerische Sortennamen. Ein örtlicher Handelsname sollte daher nicht automatisch als fest definierter Kultivar verstanden werden.

Drei Namen führen regelmäßig zu Verwechslungen:

  • Carissa spinarum, mit kleineren Früchten und Dornen, von Afrika bis Indochina verbreitet und über den alten Namen Carissa congesta oft mit Karonda verwechselt;
  • Carissa macrocarpa, die Natalpflaume aus dem südlichen Afrika, mit größeren Blüten und laut ASPCA ungiftig;
  • Capparis carandas, ein historisches Synonym, dessen Name keine Zugehörigkeit zu den heutigen Kapernsträuchern der Gattung Capparis bedeutet.

Zur Unterscheidung der Arten sind Herkunft und akzeptierter wissenschaftlicher Name gemeinsam verlässlicher als die Bezeichnung Karonda allein. Außerhalb Südasiens gehört eine unter diesem Namen angebotene Pflanze häufig tatsächlich zu Carissa macrocarpa. Ein Blick auf die botanische Etikettierung vor dem Kauf hilft, die erwartete Fruchtart einzuordnen und spätere Enttäuschungen bei der ersten Ernte zu vermeiden. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind die Früchte von Carissa carandas essbar?

Ja, vollreif, sobald sie dunkelpurpurn oder schwarz sind. Grüne Früchte wirken adstringierend und enthalten viel klebrigen Milchsaft. Sie werden vor allem gekocht als Pickles oder Konfitüre verzehrt.

Sind Karonda und Carandas dieselbe Pflanze?

Ja. Karonda ist die Umschrift des Hindi-Namens und international besonders gebräuchlich. Carandas stammt unmittelbar vom wissenschaftlichen Artepitheton, das Linné 1767 verwendete.

Ist Carissa carandas für Katzen und Hunde giftig?

Die ASPCA hat keine artspezifischen Angaben zu Carissa carandas. Die verwandte Carissa macrocarpa gilt dort als ungiftig. Eine örtliche Reizung durch den Milchsaft grüner Früchte ist dadurch nicht ausgeschlossen.

Warum brauchen die Früchte so lange bis zur Reife?

Vom Fruchtansatz bis zur völlig schwarzen Frucht vergehen mehr als ein Jahr, häufig 12 bis 14 Monate. Eine grüne Frucht, aus der beim Anschneiden kein Milchsaft austritt, ist noch nicht reif.

Wie unterscheidet sich die Art von der Natalpflaume Carissa macrocarpa?

Carissa macrocarpa stammt aus dem südlichen Afrika, trägt größere Blüten und rote Früchte und gilt bei der ASPCA als ungiftig. Carissa carandas stammt aus Asien und hat kleinere, schwarz werdende Früchte.

Wie wird Carissa carandas vermehrt?

Aussaat ist die zuverlässigste Methode, denn Sprossstecklinge bewurzeln schlecht. Veredelung und Abmoosen eignen sich besser, um ein bestimmtes Exemplar sortenecht zu vermehren.

Woher stammt Carissa carandas?

Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst den indischen Subkontinent von Indien über Nepal und Sri Lanka bis Afghanistan. Später wurde sie in weitere Tropengebiete eingeführt, etwa Anfang des 20. Jahrhunderts nach Florida.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.