Netzannone (Annona reticulata, L. 1753)

Netzannone (Annona reticulata) ist ein kleiner tropischer Obstbaum aus der Familie der Annonengewächse (Annonaceae), heimisch vom südlichen Mexiko bis zum Nordosten Venezuelas. Seit präkolumbischer Zeit kultiviert, trägt er oft herzförmige Sammelfrüchte mit fein netzartig gezeichneter Oberfläche und süßem, körnigem, cremefarbenem Fruchtfleisch. Heute wird die Art in den meisten tropischen Regionen der Welt angebaut.

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Wissenschaftlicher NameAnnona reticulata
GattungAnnona
OrdnungMagnoliales

Netzannone, Ochsenherz, Rahmapfel, Custard apple, Bullock’s heart und Ox heart

Identität
Toxizität
Samen, Rinde und Saft giftig oder reizend; reifes Fruchtfleisch unbedenklich
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Kleiner Baum · Obstbaum
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
MexikoVenezuela
Lebensraum
Tropisches Tiefland und Vorgebirge, Waldränder und Obstgärten mit tiefgründigen Böden; regional bis 1.200–1.500 m
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
WinterFrühling
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Erste Früchte mit etwa 3 bis 5 Jahren; Früchte reifen nach der Ernte nach
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, brüchiges Holz vor starken Winden schützen
Luftfeuchtigkeit
55–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden, Kalkhaltiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis Halbschatten
Innenbereich
Feuchte Veranda, Helles Zimmer
Abstand zum Fenster
Im beheizten Gewächshaus, weniger als 50 cm von einer Südverglasung
Außenbereich
Warmhaus, Obstgarten
Pflanzgefäße
Großes Becken, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe400–1000 cmBreite400–900 cm
Blätter
Grün
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbGrünGröße2–3 cm
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Früchte
GelbBraunRosa
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Netzannone (Annona reticulata): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das von Plants of the World Online rekonstruierte natürliche Areal reicht vom südlichen Mexiko bis zum Nordosten Venezuelas. Gartenbauliche Quellen nennen bisweilen einen älteren Ursprung auf den Antillen. Natürliches Vorkommen und präkolumbische Verbreitung durch Kultur lassen sich deshalb schwer voneinander trennen.

  • Heimisch2
  • Eingeführt5
  • Mexiko
  • Venezuela
  • Kuba
  • Indien
  • Philippinen
  • Ostafrika
  • Brasilien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Netzannone (Annona reticulata L., 1753), auch Ochsenherz oder Rahmapfel genannt, gehört zur Gattung Annona in der Familie der Annonengewächse (Annonaceae). Die Bezeichnung Ochsenherz beschreibt die oft herzförmige reife Frucht mit ihrer rötlich braunen Färbung; dieselbe Analogie liegt dem englischen Namen Bullock’s heart zugrunde. 1 2

Das lateinische Artepitheton reticulata verweist auf die Fruchtoberfläche, die ein feines Netz erhabener Linien zeigt. Der englische Sammelname Custard apple wird auch für Annona cherimola und Annona squamosa gebraucht. Es handelt sich dabei um drei getrennte Arten derselben Gattung, die auf tropischen Märkten häufig miteinander verwechselt werden. Ein gemeinsamer Handelsname allein reicht daher nicht aus, um die Art einer angebotenen Frucht oder Jungpflanze sicher festzustellen. 2 6

Erkennung

Ein aufrechter kleiner Baum mit bisweilen unregelmäßiger Krone kennzeichnet Annona reticulata. Er erreicht gewöhnlich 4 bis 10 m Höhe bei einem Stammdurchmesser von 25 bis 35 cm. Die länglichen bis lanzettlichen Blätter sind 10 bis 20 cm lang und riechen beim Zerreiben unangenehm. Dieser Geruch hilft, die Netzannone von anderen kleinen Obstbäumen in ihrer Umgebung abzugrenzen. 2 4

An den hängenden, duftenden Blüten fallen drei fleischige, 2 bis 3 cm lange Kronblätter auf. Außen sind sie hellgrün, innen blassgelb mit einem dunkelroten Fleck. Die Blüten öffnen sich nie vollständig. Der eingeschränkte Zugang für bestäubende Insekten erklärt einen Teil der unregelmäßig geformten Früchte, die in Obstgärten auftreten. 2 4

Die Sammelfrucht misst 8 bis 16 cm im Durchmesser und kann je nach Baum herzförmig, rundlich oder unregelmäßig ausfallen. Ihre dünne, aber widerstandsfähige Schale wird zur Reife gelb bis bräunlich und zeigt oft rosa, rote oder rotbraune Töne. Das Netzmuster kann fein oder deutlich ausgeprägt sein. Unter der Schale umgibt süßes, körniges, cremefarbenes Fruchtfleisch zahlreiche glänzend schwarze Samen, bis zu 55 bis 76 je Frucht. 2 4

Nützliche Taxonomie

Für die Netzannone gilt der 1753 von Carl von Linné veröffentlichte Name Annona reticulata L. als akzeptierter wissenschaftlicher Name. Plants of the World Online verzeichnet mehrere botanische Synonyme, die sämtlich derselben Art zugeordnet werden:

  • Annona riparia Kunth, 1821 beschrieben und später wieder eingegliedert
  • Annona laevis Kunth, in der botanischen Revision angeführtes Synonym
  • Annona humboldtiana Kunth, zugunsten des linnéschen Namens verworfener Name
  • Annona primigenia Standl. & Steyerm., zunächst getrennt beschrieben, später dieser Art zugeordnet

Bei Annona reticulata Sieber ex A.DC. ist Vorsicht geboten, wenn eine Pflanze allein nach dem lateinischen Namen gekauft wird. Dieses illegitime Homonym bezeichnet tatsächlich die eigenständige Art Annona mucosa, auch Biriba genannt. Verlässliche Orientierung bietet der akzeptierte Name mit vollständigem Autorenkürzel: Annona reticulata L. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Vom südlichen Mexiko bis zum Nordosten Venezuelas reicht das von Plants of the World Online rekonstruierte natürliche Areal. Gartenbauliche Quellen nennen gelegentlich einen älteren Ursprung auf den Antillen und eine sehr frühe Ausbreitung nach Mittelamerika durch präkolumbischen Anbau. Im Gelände lässt sich deshalb schwer entscheiden, welche Vorkommen zum ursprünglichen Areal gehören und welche auf die lange Kulturgeschichte zurückgehen. 1 2

Die Art wächst im tropischen Tiefland und Vorgebirge auf nährstoffreichen, tiefgründigen Böden mit guter Wasserspeicherung. Je nach Region reicht die Kultur bis etwa 1.200 bis 1.500 m Höhe. Annona reticulata braucht feuchtere Luft als der Zimtapfel (Annona squamosa) und verträgt anhaltende Trockenheit weniger gut. 2 4

Auf der Roten Liste der IUCN wird die Netzannone als nicht gefährdet geführt. Diese Einstufung hängt vor allem mit ihrer sehr weiten Verbreitung durch Gartenbau in tropischen Regionen zusammen. Sie lässt sich nicht ohne Weiteres als Aussage über den Zustand der ursprünglichen Wildbestände lesen; beide Sachverhalte decken sich nicht vollständig. 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Blüten am diesjährigen Holz erscheinen bei voll tragenden Bäumen vorwiegend im Frühling und Sommer. Die Haupternte fällt im jeweiligen Anbauklima in den Spätwinter und Frühling. Gepflückt wird, wenn die Frucht ihre grüne Farbe vollständig verloren hat, aber noch nicht aufplatzt. 2 4

In diesem Stadium geerntete Früchte reifen innerhalb weniger Tage nach und geben schließlich bei leichtem Daumendruck nach. Ein ausgewachsener, gut eingewurzelter Baum liefert gewöhnlich 34 bis 45 kg Früchte je Saison. 2 3

Die Vermehrung erfolgt überwiegend durch Aussaat; in warmem Substrat keimen die Samen innerhalb einiger Wochen. Soll eine bestimmte Sorte wie Sartenaya oder San Pablo unverändert erhalten bleiben, gewährleistet nur die Veredelung auf eine Annona-Unterlage sortenechte Pflanzen. Aussaat und Veredelung erfüllen somit unterschiedliche Zwecke, auch wenn beide zur Vermehrung dieses Obstbaums dienen. 3 2

Nutzen und Risiken

Als Obst wird das cremefarbene, süße und körnige Fruchtfleisch frisch ausgelöffelt oder zu Saft gepresst. Es ist meist weniger begehrt als das Fruchtfleisch von Annona cherimola. Die zahlreichen glänzend schwarzen Samen in der Pulpe dürfen niemals zerkaut oder verschluckt werden. 2 3

Im Inneren der Samen liegen sehr giftige Kerne. Die Rinde enthält etwa 0,12 % des Alkaloids Anonain; in der Wurzelrinde kommen außerdem Liriodenin und Reticulin vor. Der Saft abgeschnittener Zweige ist scharf und reizend und kann bei direktem Kontakt schwere Augenverletzungen verursachen. Auch Samen, Blätter und junge Früchte besitzen bekannte insektizide Eigenschaften, die bereits seit langer Zeit genutzt werden. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Bei der Netzannone besteht kein so umfangreiches Sortiment stabilisierter Handelssorten wie bei Zitruspflanzen. Für die Aussaat im Obstgarten werden besonders Sartenaya und San Pablo mit rosa, wenig körnigem Fruchtfleisch empfohlen. Benque und Canul bezeichnen Auslesen mit dunklerer, rosa oder purpurroter Pulpe, die sich von den üblichen cremefarbenen Formen unterscheiden. 3

Auf dem Markt führen vor allem zwei weitere Annona-Arten zu Verwechslungen. Annona squamosa trägt Früchte mit deutlich getrennten fleischigen Höckern, die bei der Reife auseinanderweichen. Annona muricata besitzt weiche, spitze Auswüchse anstelle eines einfachen Liniennetzes. Nur Annona reticulata zeigt die glatte, fein netzartig gezeichnete Oberfläche ohne ausgeprägte Erhebungen. Dieses Merkmal bleibt auch an einer noch grünen Frucht ein zuverlässiger Anhaltspunkt. 6 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Netzannone giftig?

Die Samen enthalten sehr giftige Kerne, die Rinde Alkaloide wie Anonain. Für das reife Fruchtfleisch ist kein Risiko bekannt. Samen dürfen jedoch niemals zerkaut werden; der Saft abgeschnittener Zweige reizt die Augen.

Woran erkennt man eine reife Netzannone?

Die Frucht verliert ihre grüne Farbe und wird gelblich bis bräunlich, oft mit rosa oder roten Tönen. Sie gibt dann bei leichtem Daumendruck nach und reift nach dem Pflücken innerhalb weniger Tage vollständig aus.

Wie unterscheidet sie sich von Zimtapfel und Stachelannone?

Annona squamosa, der Zimtapfel, hat deutlich getrennte fleischige Höcker. Annona muricata, die Stachelannone, trägt weiche, spitze Auswüchse. Annona reticulata erkennt man an der glatten, fein netzartig gezeichneten Oberfläche ohne ausgeprägte Erhebungen.

Warum sind manche Früchte verformt?

Die hängenden Blüten öffnen sich nie vollständig, wodurch bestäubende Insekten nur begrenzt Zugang haben. Werden einige Fruchtblätter unvollständig bestäubt, entstehen unregelmäßige oder asymmetrische Früchte. Der Geschmack des Fruchtfleischs bleibt davon unberührt.

Kann die Netzannone in Mitteleuropa wachsen?

Nur im beheizten Gewächshaus oder in einem großen, geschützt aufgestellten Kübel. Während des kräftigen Wachstums benötigt die Art 20 bis 30 °C; Frost verursacht schwere Schäden. Außerhalb tropischer oder subtropischer Klimate scheidet eine dauerhafte Freilandkultur aus.

Bezeichnet „Annona reticulata Sieber ex A.DC.“ dieselbe Art?

Nein. Dieser Name ist ein illegitimes Homonym und bezeichnet tatsächlich Annona mucosa, eine andere Art, die auch Biriba heißt. Verlässlich ist der akzeptierte Name Annona reticulata L., den Linné 1753 veröffentlichte.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.