Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus, (L.) Skeels 1909)

Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus) ist ein fruchttragender Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Phyllanthaceae. Seine Herkunft ist unklar, wird aber häufig auf Madagaskar zurückgeführt. Die kleinen gerippten Früchte sind für größere Rohkostportionen zu sauer und werden in den Tropen vor allem zu Konfitüre, Sirup und Konserven verarbeitet.

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Wissenschaftlicher NamePhyllanthus acidus
GattungPhyllanthus
OrdnungMalpighiales

Stachelbeerbaum, Baumstachelbeere, Grosella, Otaheite gooseberry und Star gooseberry

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Ungiftig : Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Obstbaum · Kleiner Baum
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Madagaskar
Lebensraum
Gärten, Obstgärten und Straßenränder der feuchten Tropen; selten wirklich wild vorkommend
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Sämlinge tragen nach 3 bis 4 Jahren, Stecklinge und Veredelungen früher
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Luftableger, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig; abwerfbare Endzweige, geschützten Standort wählen
Luftfeuchtigkeit
55–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Frischer bis feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne empfohlen; Jungpflanzen vertragen leichten Halbschatten
Außenbereich
Obstgarten, Obstgarten
Pflanzgefäße
Tiefer Behälter, Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe200–900 cmBreite300–600 cm
Blätter
Grün
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RosaRotGröße0.3–0.5 cm
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Früchte
GrünGelbWeiß
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Die genaue Herkunft von Phyllanthus acidus bleibt unklar. Häufig wird Madagaskar genannt, von wo die Art nach Südostasien und in den Pazifik gelangt sein soll. 1793 wurde sie von Timor nach Jamaika eingeführt und verbreitete sich danach in der Karibik, Mittelamerika und bis Südmexiko, wo sie stellenweise eingebürgert ist. Heute wird sie weithin in den Tropen kultiviert, kommt aber selten wirklich wild vor.

  • Heimisch1
  • Eingeführt3
  • Madagaskar
  • Jamaika
  • Hawaii
  • Mexiko

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus (L.) Skeels, 1909), auch Baumstachelbeere, ist ein fruchttragender Strauch oder kleiner Baum der Gattung Phyllanthus in der Familie Phyllanthaceae. Linné beschrieb die Art 1753 zunächst als Averrhoa acida. Homer D. Skeels stellte sie 1909 in die Gattung Phyllanthus; daraus entstand der heute taxonomisch akzeptierte Name. 2 1

Der englische Name Star gooseberry bezieht sich auf den sternartigen Fruchtquerschnitt mit sechs bis acht vorstehenden Rippen. Mit europäischen Stachelbeersträuchern besteht keine nähere botanische Verwandtschaft; die Säure verbindet die Früchte geschmacklich. Die gerippte Oberfläche und dichten Fruchttrauben unterscheiden den Baum bereits von der Karambole, deren größere Früchte einzeln entlang der Zweige stehen. Grosella und Otaheite gooseberry sind weitere gebräuchliche Namen. 3 6

Erkennung

Als Strauch oder kleiner Obstbaum erreicht Phyllanthus acidus 2 bis 9 m Höhe. Dicke, knotige Äste tragen eine dichte, ausladende Krone. Die 15 bis 30 cm langen Endzweige sind abwerfbar: Sie fallen regelmäßig mitsamt ihren Blättern ab, während Stamm und Hauptäste ganzjährig erhalten bleiben. 4 3

Wechselständig angeordnete, eiförmige bis lanzettliche Blätter messen 2 bis 7,5 cm. Ihre Oberseite ist kräftig grün, die Unterseite heller. Nur 3 bis 5 mm breite, rosa bis rötliche Blüten stehen in dichten Trauben an den Zweigen und in den Blattachseln. Diese Gruppierung erleichtert bestäubenden Insekten das Auffinden. 6 3

Die abgeflacht rundliche Frucht besitzt sechs bis acht Rippen und misst 1,5 bis 2,5 cm in der Breite. Zur Vollreife wechselt sie von Grün zu fast weißlichem Hellgelb. Wachsiges, saftiges und sehr saures Fruchtfleisch umgibt einen harten Steinkern mit vier bis sechs Samen. Dichte Trauben entlang der Zweige erleichtern die Bestimmung auch ohne genaues Zählen der Rippen. 3 4

Nützliche Taxonomie

Hinter dem heute akzeptierten Namen Phyllanthus acidus steht eine Folge verschiedener Gattungszuordnungen, bevor die Art ihren heutigen Platz bei den Phyllanthaceae erhielt. Wichtige Synonyme sind:

  • Averrhoa acida L., das 1753 von Linné veröffentlichte Basionym
  • Cicca acida (L.) Merr., botanisches Synonym
  • Cicca disticha L., botanisches Synonym

Mit der heutigen Gattung hat Averrhoa, die Gattung des Basionyms, keine nähere Verwandtschaft. Sie umfasst heute Oxalidaceae wie die Karambole. Dennoch bezeichnet Averrhoa acida taxonomisch dieselbe Art wie der akzeptierte Name Phyllanthus acidus. Zur eindeutigen Zuordnung dient deshalb der akzeptierte wissenschaftliche Name und nicht die frühere Gattungskombination. 1 2 8

Die World Checklist of Vascular Plants verbindet die Veröffentlichung der heutigen Kombination mit Typusmaterial aus Pará in Brasilien. Diese Angabe zur nomenklatorischen Veröffentlichung bezeichnet nicht das natürliche Ursprungsgebiet. Die meisten botanischen und gärtnerischen Quellen vermuten die Herkunft vielmehr auf Madagaskar. 2 3

Lebensraum und Verbreitung

Für die genaue Herkunft von Phyllanthus acidus gibt es keine gesicherte Angabe. Die häufigste Hypothese nennt Madagaskar. Von dort soll die Art nach Ostindien, über den Indischen Ozean nach Réunion und Mauritius und schließlich über den Pazifik gelangt sein. 3 6

Von Timor kam der Baum 1793 nach Jamaika und verbreitete sich anschließend in der Karibik und Mittelamerika. Im Süden Mexikos bürgerte er sich stellenweise ein. Im größten Teil seines heutigen Verbreitungsgebiets bleibt er jedoch vor allem ein kultivierter Obstbaum und keine wildwachsende Art. 3

An tropischen Standorten gedeiht der Baum auf unterschiedlichen Böden mit pH 5,5 bis 7,5, sofern diese frisch bleiben. In El Salvador wächst er bis etwa 900 m Höhe. Im trockeneren subtropischen Klima trägt er noch bis Tampa in Florida Früchte; dort gilt er weder als heimisch noch als wild eingebürgert. 3 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Vorwiegend im Frühling und Sommer erscheinen die Blüten. Bei günstigem Klima folgt die Fruchtbildung meist von Mai bis Oktober. Insekten bestäuben die kleinen rosafarbenen Blüten, aus denen die Trauben gerippter Früchte hervorgehen. 6

Bis zur ersten nennenswerten Ernte vergehen bei Sämlingen häufig 3 bis 4 Jahre. Stecklinge unverholzter Zweige und Abmoosen verkürzen die Wartezeit. Die technisch anspruchsvollere Veredelung bleibt überwiegend dem intensiven Erwerbsanbau vorbehalten. 3

Das regelmäßige Abwerfen und anschließende Neuaustreiben der Endzweige prägt den Jahreszyklus und erneuert die Blühstellen. Der Verlust ganzer Zweige ist dabei weder ein Krankheitszeichen noch ein Hinweis auf Wassermangel, sondern gehört zum normalen Lebenszyklus der Art. 4

Nutzen und Risiken

Den größten Nutzen liefern die Früchte in der Küche. Für größere Mengen Rohkost sind sie zu sauer; je nach Region werden sie zu Konfitüre, Sirup oder Chutney verarbeitet oder in Zucker beziehungsweise Salz eingelegt. In Indien und Indonesien werden auch die jungen Blätter als Blattgemüse zubereitet. 3 7

Für Katzen, Hunde und Pferde ist die reife Frucht nicht als giftig verzeichnet. Wurzel und saurer Milchsaft werden dagegen traditionell als abführend beschrieben. In Malaysia wurde die Wurzel historisch sogar zum Vergiften verwendet. Dieses Risiko betrifft bestimmte Zubereitungen und nicht den üblichen Verzehr reifer Früchte. 3

Blätter werden traditionell als Umschläge gegen rheumatische Schmerzen verwendet. Samen dienen als Abführmittel, Wurzeln als harntreibendes Mittel. Das nach Behandlung feste Holz wird gelegentlich zu kleinen Gebrauchsgegenständen verarbeitet; angebaut wird der Baum vor allem seiner Früchte wegen. 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Kulturformen unterscheiden sich vor allem in der Fruchtsäure und weniger durch ausgeprägte botanische Merkmale. Neben einer verbreiteten sauren Form, deren Früchte meist verarbeitet werden, gibt es eine mildere Form, die in Südostasien gelegentlich frisch gegessen wird. Vor dem Pflanzen lohnt sich die Prüfung des vollständigen wissenschaftlichen Namens, da Handelsbezeichnungen regional stark schwanken. 3

Am ehesten wird der Stachelbeerbaum mit dem verwandten Amlabaum, Phyllanthus emblica, verwechselt. Dessen glatte, nicht gerippte Früchte stehen einzeln statt in dichten Trauben am Zweig. Entferntere Ähnlichkeit besteht mit der Karambole, Averrhoa carambola: Ihre viel größere Frucht zeigt einen regelmäßigen sternförmigen Querschnitt. 4

Fruchtgröße, Stellung am Zweig, Rippenzahl und dichte Trauben bleiben zuverlässigere Bestimmungsmerkmale als ein bloßer Handelsname. Zusammen helfen sie, Phyllanthus acidus unter ähnlich genutzten tropischen Obstbäumen zu erkennen.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Stachelbeerbaum giftig?

Die reife Frucht ist für Katzen, Hunde und Pferde nicht als giftig verzeichnet. Wurzel und Milchsaft werden dagegen traditionell als abführend und in hoher Dosis reizend beschrieben. Diese Verwendung ist vom Fruchtverzehr zu unterscheiden.

Warum schmecken die Früchte so sauer?

Das Fruchtfleisch des Stachelbeerbaums ist von Natur aus sehr sauer und wird deshalb selten in größeren Mengen roh gegessen. Es eignet sich vor allem für Konfitüre, Sirup, Chutney und in Zucker oder Salz eingelegte Konserven.

Warum fallen ganze Zweigabschnitte ab?

Die langen Endzweige von Phyllanthus acidus sind abwerfbar und lösen sich regelmäßig mitsamt den Blättern. Das unterscheidet den Baum sowohl von immergrünen Gehölzen als auch von Arten, die einzelne Blätter abwerfen.

Woher stammt der Stachelbeerbaum ursprünglich?

Seine Herkunft ist unklar. Häufig wird Madagaskar genannt, von wo er sich nach Südostasien und in den Pazifik ausgebreitet haben soll, bevor er 1793 in die Karibik eingeführt wurde.

Mit welchen Pflanzen wird der Stachelbeerbaum verwechselt?

Am häufigsten mit Phyllanthus emblica, einer nahen Verwandten mit glatten, nicht gerippten Früchten, die weniger dicht am Zweig stehen. Die Zahl der Fruchtrippen bleibt das zuverlässigste Merkmal.

Wann ist mit der ersten Ernte zu rechnen?

Sämlinge brauchen oft 3 bis 4 Jahre bis zu einer nennenswerten ersten Ernte. Stecklingsvermehrung und Abmoosen verkürzen diese Zeit gegenüber der einfachen Aussaat.

Wofür wird das Holz des Stachelbeerbaums genutzt?

Das nach richtiger Behandlung feste Holz dient gelegentlich für kleine Gebrauchsgegenstände. Als Bauholz wird der Baum kaum genutzt, da er zu klein ist und seine Früchte zu wertvoll sind.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.