Acerola (Malpighia emarginata, DC. 1824)

Malpighia emarginata ist ein Fruchtstrauch oder kleiner Baum der Malpighiaceae aus den Antillen und dem nördlichen Südamerika. Seine Acerola genannten Früchte gehören zu den vitamin-C-reichsten bekannten Früchten. Das erklärt den kommerziellen Anbau in Brasilien und ihre verbreitete Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln.

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Wissenschaftlicher NameMalpighia emarginata
GattungMalpighia
OrdnungMalpighiales

Acerola, Barbados cherry und West Indian cherry

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder · Unbekannt : Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Kleine AntillenCuraçaoKolumbienVenezuela
Lebensraum
Trockengebüsche und küstennahe Waldränder im tropischen Tiefland
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommerHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Erste Früchte nach 2 bis 3 Jahren; in tropischem Klima ganzjährige Ernte
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, Windschutz verringert Bruch an fruchtbeladenen Zweigen
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Gut entwässerter und warmer Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne für guten Fruchtansatz
Innenbereich
Veranda, Warmhaus
Außenbereich
Obstgarten, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe200–600 cmBreite200–600 cm
Blätter
Grün
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RosaViolettGröße1–2 cm
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
RotGröße1.25–2.5 cm
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Malpighia emarginata: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Malpighia emarginata umfasst die Kleinen Antillen, Curaçao, Margarita und das nördliche Südamerika bis Brasilien. Heute wird die Art weit darüber hinaus angebaut, besonders im Nordosten Brasiliens und im Mekongdelta in Vietnam. Natürliches Areal und heutige Produktionsgebiete sind daher zu unterscheiden.

  • Heimisch4
  • Eingeführt1
  • Kleine Antillen
  • Curaçao
  • Kolumbien
  • Venezuela
  • Vereinigte Staaten (Florida)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.↗

Identität

Malpighia emarginata (Malpighia emarginata DC., 1824) gehört zu den Malpighiaceae und wächst als Fruchtstrauch. Auf den französischen Antillen und auf Réunion heißt die Pflanze auch cerisier-pays. Ihre Frucht, die Acerola, ähnelt in Form und Farbe einer europäischen Kirsche, ohne botanisch mit ihr verwandt zu sein. 8 1

Der Name Acerola geht auf die europäische Azarole (Crataegus azarolus) zurück. Mit dieser ebenfalls nicht verwandten Weißdornart verglichen frühe Kolonisten die roten Früchte wegen ihrer Ähnlichkeit. Die englischen Namen Barbados cherry und West Indian cherry beziehen sich auf die Karibik. Barbados war lange ein Ernte- und Handelsort, doch das natürliche Areal reicht bis ins nördliche Südamerika. 5

Erkennung

Meist erreicht der kurzstämmige, breit verzweigte Strauch 2 bis 3 m, gelegentlich 6 m Höhe bei ähnlicher Breite. Seine immergrünen, elliptischen und glänzenden Blätter werden 2 bis 7 cm lang. Sie besitzen weder Zähne noch Stacheln, ein nützliches Merkmal zur Abgrenzung von echten Stechpalmen. 5

Kleine rosa bis lavendelfarbene Blüten stehen in Gruppen in den Blattachseln. Ihre fünf Blütenblätter sind am Rand gefranst. Nach Regenfällen wiederholt sich die Blüte mehrmals jährlich, sodass unter günstigen Bedingungen 2 bis 3 Ernten im Jahr möglich sind. 5 4

Die fleischige Steinfrucht ist leuchtend rot, abgeflacht bis rund und häufig deutlich dreilappig. Bei 1,25 bis 2,5 cm Durchmesser enthält sie sehr saftiges orangefarbenes Fruchtfleisch, dessen Säure mit zunehmender Reife abnimmt. Der Vitamin-C-Gehalt erreicht bei grünen Früchten bis zu 4.676 mg je 100 g, bei reifen noch etwa 2.000 mg je 100 g. 5

Nützliche Taxonomie

Seit 1824 besteht der akzeptierte wissenschaftliche Name Malpighia emarginata DC. Die USDA-GRIN-Taxonomie führt mehrere historisch mit demselben Fruchtanbau verbundene Namen unter einem Eintrag: Malpighia punicifolia L., Malpighia retusa Benth. und Malpighia umbellata Rose. 2 1

Besonders häufig führt Malpighia glabra L. in Baumschulen zu Verwechslungen. Diese eigenständige Art kommt vom südlichen Texas über die Karibik bis Venezuela und Ecuador vor. Im Handel wurde ihr Name, ebenso wie Malpighia punicifolia, lange für die angebaute Acerola verwendet. Der stabile botanische Name der kommerziellen Fruchtpflanze lautet jedoch Malpighia emarginata. 2 6

Eine neuere Genomsequenzierung ergab 2n = 20 Chromosomen und eine Zusammenstellung von etwa 1,03 Milliarden Basenpaaren mit über 35.000 vorhergesagten Genen. Die hohe Heterozygotie erklärt die schwankende Fruchtqualität von Sämlingen und spricht zusätzlich für die vegetative Vermehrung ausgewählter Pflanzen. 7

Lebensraum und Verbreitung

Zum natürlichen Areal gehören die Kleinen Antillen von Saint Croix bis Trinidad, außerdem Curaçao, Margarita und das nördliche Südamerika bis Brasilien. Diese Herkunft ist von den heutigen Anbaugebieten zu unterscheiden. 5 4

Nach Florida gelangte die Art 1887; auf Puerto Rico entwickelte sich nach 1945 ein kommerzieller Anbau. Heute konzentriert sich die wichtigste Erzeugung im Nordosten Brasiliens und im Mekongdelta in Vietnam. Beide Produktionszentren liegen weit von den ursprünglichen karibischen Vorkommen entfernt. 5 7

Auf den französischen Antillen und Réunion gedeiht die Pflanze von der Küste bis etwa 800 m Höhe. Dort steht sie eher in kreolischen Gärten und kleinen Hausobstgärten als auf großen Plantagen. 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Vor allem Regen löst neue Blüten aus, mehrmals im Jahreslauf. Die daraus entstehenden Früchte reifen ausgesprochen schnell. Deshalb ist nahezu tägliches Pflücken nötig, zumindest alle zwei bis drei Tage. Andernfalls fallen die empfindlichen Früchte ab oder verderben am Boden. 5

Im Anbau überwiegen Stecklinge aus halb verholzten Zweigen deutlich gegenüber der Aussaat. Ein 20 bis 25 cm langer Abschnitt des diesjährigen Holzes bewurzelt sich in etwa 60 Tagen. Die Keimrate von Samen liegt dagegen oft unter 50 %, was mit der hohen Heterozygotie des Genoms in Verbindung steht. 5 7

Eine aus einem Steckling gezogene Pflanze blüht und fruchtet bei Wärme und voller Sonne meist nach 2 bis 3 Jahren. Fehlt Wärme oder ausreichendes Licht, bleibt der Ertrag gering und unregelmäßig.

Nutzen und Risiken

Als Nahrungsmittel wird die Acerola roh gegessen, zu Saft, Konfitüre und Sirup verarbeitet oder für Vitamin-C-Pulver und Tabletten genutzt. Gerade die außergewöhnlich hohe Konzentration an Ascorbinsäure bildet die Grundlage dieser Verarbeitung. 4 5

Die Volksheilkunde schreibt der Pflanze Anwendungen bei Leberbeschwerden, Durchfall, Ruhr und Husten zu. Das Gummi der Rinde wurde traditionell bei Atemwegsleiden eingesetzt. Solche überlieferten Verwendungen ersetzen keinen medizinischen Rat und sind als traditionelle Anwendungen einzuordnen. 4

Für Menschen und Haustiere ist keine Giftigkeit dokumentiert; die Früchte werden roh und verarbeitet ohne besonders angegebene Vorsichtsmaßnahmen verzehrt. Im Anbau sind Schaderreger bedeutsamer: Der Wurzelgallennematode (Meloidogyne incognita) befällt die Wurzeln, die Karibische Fruchtfliege (Anastrepha suspensa) dagegen unmittelbar die reifen Früchte. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Brasilianische Züchtungen dienen gezielt der kommerziellen Erzeugung. Sertaneja (BRS 152) ist an das halbtrockene Klima des Nordostens angepasst; Jaburu (BRS 366) wurde wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts ausgewählt. Die ältere Auswahl Florida Sweet trägt größere und weniger saure Früchte als die Wildform. 7

Besonders häufig werden folgende Pflanzen verwechselt:

  • Malpighia glabra L., eine eigenständige Art, die häufig ebenfalls als Barbados cherry angeboten wird;
  • Malpighia punicifolia L., ein historischer Name für denselben Fruchtanbau;
  • Malpighia coccigera L., ein kleiner Zierstrauch mit stechpalmenähnlichen Blättern für Einfassungen und Bonsai, dessen Gattungszugehörigkeit keine Gleichsetzung mit der essbaren Acerola erlaubt.

Die Blattränder liefern einen unmittelbar sichtbaren Unterschied: Bei Malpighia emarginata sind sie ganzrandig und glatt, bei Malpighia coccigera gezähnt und stechend. Die Fruchtfarbe allein zeigt diesen Unterschied nicht. Gegen die häufige Handelsverwechslung mit Malpighia glabra hilft anschließend der vollständige wissenschaftliche Name einschließlich des Autors DC. 6 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Bezeichnen Acerola und Malpighia emarginata dasselbe?

Malpighia emarginata bezeichnet die Pflanze, Acerola ihre rote, vitamin-C-reiche Frucht. Auf den französischen Antillen werden für Pflanze und Frucht auch die Namen cerisier-pays und cerise des Antilles verwendet.

Warum wird Acerola als Vitamin-C-Präparat angeboten?

Reifes Fruchtfleisch enthält bis zu etwa 2.000 mg Vitamin C je 100 g, grüne Früchte noch mehr. Diese außergewöhnlich hohe Konzentration erklärt die Verarbeitung zu Pulver, konzentrierten Säften und Vitamintabletten.

Ist Malpighia emarginata für Katzen und Hunde giftig?

Für Malpighia emarginata ist keine Giftigkeit dokumentiert. Menschen essen die Früchte häufig roh. Für Pferde fehlen jedoch veröffentlichte Daten, sodass aus mangelnden Erkenntnissen keine Sicherheit abgeleitet werden sollte.

Mit welchen Pflanzen wird Malpighia emarginata verwechselt?

Häufig mit Malpighia glabra und Malpighia punicifolia, deren Namen historisch mit demselben Fruchtanbau verbunden waren. Auch Malpighia coccigera, ein kleiner Zierstrauch mit stechenden Blättern, wird verwechselt. Er wird als Miniatur-Stechpalme angeboten.

Lässt sich Malpighia emarginata außerhalb der Tropen kultivieren?

Ja, im Kübel in einem beheizten Gewächshaus oder Wintergarten, bei voller Sonne und Wintertemperaturen über 10 °C. Im Freiland vertragen junge Pflanzen keine Temperaturen unter -1 °C.

Wann ist die erste Ernte möglich?

Stecklingspflanzen können unter warmen, hellen Bedingungen bereits nach 2 bis 3 Jahren blühen und fruchten. Sämlinge brauchen meist länger und liefern Früchte mit stärker schwankender Qualität.

Woran erkennt man reife Acerolafrüchte?

Die Früchte wechseln von Grün zu leuchtendem Rot. Das orangefarbene Fruchtfleisch wird saftiger und weniger sauer. Wegen ihrer Empfindlichkeit müssen sie häufig, während der Haupternte oft täglich, gepflückt werden.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.