Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi, L. 1753)

Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi) ist ein kleiner Obstbaum aus der Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae), der von den Molukken und Sulawesi in Indonesien stammt. Heute wird er in weiten Teilen Südostasiens, des tropischen Südasiens und Amerikas kultiviert. Blüten und zylindrische Früchte wachsen direkt am Stamm und an starken Ästen. Diese Kauliflorie unterscheidet ihn von der nah verwandten Sternfrucht. Die äußerst sauren Früchte dienen vor allem herzhaften Gerichten und konzentrierten Zubereitungen.

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Wissenschaftlicher NameAverrhoa bilimbi
GattungAverrhoa
OrdnungOxalidales

Gurkenbaum, Bilimbi, Cucumber tree und Belimbing wuluh

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen · Unbekannt : Kinder, Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Indonesien
Lebensraum
Feuchter Unterwuchs und Waldränder tropischer Tieflagen; Obstgärten bis in mittlere Höhenlagen
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Ausgewachsen fast durchgehend stammfrüchtig; aus Samen erst nach mehreren Jahren
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering; junge Pflanzen vor Wind schützen
Luftfeuchtigkeit
60–85 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Außenbereich
Obstgarten, Obstgarten
Pflanzgefäße
Tiefer Behälter, Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe500–1000 cmBreite400–600 cm
Blätter
Grün
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünViolettGröße1–3 cm
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGelb
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das wahrscheinliche Ursprungsgebiet liegt auf den Molukken und Sulawesi in Indonesien; laut POWO reicht es weiter bis ins zentrale und östliche Malaysia. Nach jahrhundertelanger Kultur verbreitete sich der Gurkenbaum in Südostasien und im tropischen Südasien, später auch in Amerika und im Indischen Ozean. Er bleibt überwiegend ein Obstbaum für Hausgärten und wird seltener großflächig kommerziell angebaut.

  • Heimisch1
  • Eingeführt2
  • Indonesien
  • Indien
  • Florida (Vereinigte Staaten)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Der Gurkenbaum (Averrhoa bilimbi L., 1753), auch Bilimbi genannt, ist ein kleiner Obstbaum der Gattung Averrhoa. Er gehört zu den Sauerkleegewächsen, den Oxalidaceae. Seine auffälligen Früchte erklären den deutschen Namen und machen ihn als tropischen Obstbaum erkennbar. 2 5

Der Gattungsname ehrt denselben Gelehrten wie bei der nah verwandten Sternfrucht: Averroes (1126–1198), den andalusischen Arzt, Philosophen und Aristoteles-Übersetzer. Anders als die Sternfrucht zeigt die Bilimbi im Querschnitt niemals einen Stern. Sie bleibt zylindrisch; bereits dieses Merkmal genügt, um beide Arten auf dem Markt voneinander zu unterscheiden. 3

Erkennung

Ein oft kurzer Stamm verzweigt sich beim Gurkenbaum früh in mehrere aufsteigende Äste. Der kleine Baum erreicht gewöhnlich 5 bis 10 m Höhe. Unter besonders günstigen klimatischen Bedingungen werden vereinzelt auch Exemplare von bis zu 15 m erwähnt; diese größeren Maße sind jedoch nicht der Regelfall. 3

Die zusammengesetzten, gefiederten Blätter werden 30 bis 60 cm lang. Sie tragen zahlreiche eiförmige bis längliche Fiederblättchen und stehen gehäuft an den Zweigenden. Am zuverlässigsten erkennt man die Art an ihrer Kauliflorie, der Stammblütigkeit: Kleine duftende Blüten hängen in Trauben direkt an der Rinde des Stammes und der starken Äste. Bei der Sternfrucht sitzen die Blüten dagegen in den Blattachseln. 3

Ellipsoid und lang gestreckt sind die 4 bis 10 cm langen Früchte des Gurkenbaums. Ihre dünne, wachsige Schale wechselt bei der Reife von Hellgrün zu grünlichem Gelb. Das Fruchtfleisch ist knackig, doch der Saft schmeckt so sauer, dass die Frucht selten unverarbeitet gegessen oder ihr Saft pur getrunken wird. 3

Nützliche Taxonomie

Zusammen mit der Sternfrucht Averrhoa carambola bildet Averrhoa bilimbi die beiden anerkannten verholzenden Arten der Gattung Averrhoa. Das ist innerhalb der Oxalidaceae bemerkenswert: Zur Familie gehören überwiegend kleine krautige Pflanzen, etwa die Sauerkleearten der Gattung Oxalis. Die Baumform hebt beide Arten deshalb deutlich von vielen Familienverwandten ab. 5

Bereits 1753 beschrieb Linné Averrhoa bilimbi im selben Band der Species Plantarum wie die Sternfrucht. Als Herkunft vermerkte er „Ind. or.; China“, also Ostindien und China. Diese weit gefasste historische Ortsangabe haben spätere Botaniker genauer eingegrenzt; sie ist von der heutigen Bestimmung des natürlichen Areals zu unterscheiden. 2

POWO führt Averrhoa bilimbi als akzeptierten wissenschaftlichen Namen. Abgesehen von einer selten erwähnten papuanischen Form sind keine botanischen Varietäten weithin anerkannt. Für Kauf und Bestimmung bleibt daher der vollständige Artname die sicherste Angabe. Trivialnamen können in mehreren Sprachen auch mit der Sternfrucht geteilt werden und sind entsprechend weniger eindeutig. 1 4

Lebensraum und Verbreitung

Auf den Molukken und Sulawesi im indonesischen Archipel liegt das wahrscheinliche Ursprungsgebiet des Gurkenbaums. Nach POWO reicht das natürliche Areal weiter bis ins zentrale und östliche Malaysia. Die Eingrenzung betrifft die ursprüngliche Verbreitung und ist von den wesentlich zahlreicheren Kulturgebieten zu trennen. 1

Jahrhundertelanger Anbau hat die Art in ganz Südostasien und im tropischen Südasien verbreitet, unter anderem in Indien, Sri Lanka und auf den Malediven. Später gelangte sie nach Amerika und in den Indischen Ozean. In diesen Regionen wächst sie überwiegend als Obstbaum in Hausgärten; eine großflächige kommerzielle Produktion spielt eine geringere Rolle. 3

Für gutes Gedeihen benötigt der Gurkenbaum nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden und über das Jahr verteilte Niederschläge. Zugleich braucht er eine kurze Trockenzeit von zwei bis drei Monaten. Fehlt diese trockenere Pause, meidet die Art die dauerhaft feuchtesten Bereiche ihres Areals, obwohl deren Temperaturen grundsätzlich günstig wären. 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Duftende Blüten in hängenden Rispen entstehen beim Gurkenbaum direkt am Stamm und an den Ästen. Jede Rispe umfasst zahlreiche kleine Einzelblüten, deren Farben von grünlichem Gelb bis zu rötlichem Purpur reichen. Die Ansatzstellen auf der Rinde sind das kennzeichnende Merkmal dieser kaulifloren Blüte. 3

Insekten, die über die Rinde statt durch das Laub wandern, erreichen diese Blüten besonders leicht. Die Kauliflorie erleichtert damit ihre Bestäubung. Anschließend entwickeln sich die Früchte in kompakten Büscheln unmittelbar am Holz und nicht, wie bei vielen anderen Obstbäumen, an den Enden der Zweige. 3

Fast ausschließlich durch Aussaat erfolgt die Vermehrung des Gurkenbaums. Anders als bei der Sternfrucht, die häufig zur Beschleunigung des Ertragsbeginns veredelt wird, gibt es keine stabilisierte, weit verbreitete Handelssorte. Die Pflanzen geben ihre Eigenschaften über Samen weitgehend unverändert von einer Generation an die nächste weiter. 3

Nutzen und Risiken

Vor dem Essen werden Bilimbi-Früchte fast immer verarbeitet. Für den unmittelbaren Rohverzehr allein sind sie gewöhnlich zu sauer. Je nach Region Südostasiens und Südasiens finden sie ihren Platz in Pickles, Chutneys, Currys oder erfrischenden Getränken. Ihre ausgeprägte Säure bestimmt somit wesentlich die Art der kulinarischen Verwendung. 8

Die starke Säure beruht auf einem hohen Gehalt an Oxalaten, der bei konzentriertem Verzehr gefährlich werden kann. Eine Fallserie aus Kerala erfasste zehn Patienten, die nach konzentriertem Bilimbi-Saft wegen akuten Nierenversagens durch Oxalatnephropathie stationär behandelt wurden. Sieben von ihnen benötigten eine Hämodialyse. 6

Ein späterer Fall aus Malaysia bestätigte das Risiko einer Oxalatnephropathie auch bei einer Person mit zuvor normaler Nierenfunktion. Dabei wurde zudem ein mit dem Caramboxin der Sternfrucht verwandtes Neurotoxin beschrieben. Zugehörige neurologische Wirkungen können die Nierenschädigung zusätzlich verschärfen. 7

Für Haustiere liegen bislang keine gesicherten Angaben zu einer Giftwirkung vor. Die dokumentierten Risiken betreffen Menschen, die große Mengen verzehren, insbesondere bei traditionellen Anwendungen gegen hohe Cholesterinwerte oder Bluthochdruck. Fehlende gesicherte Tierdaten sind dabei von einem nachgewiesenen Fehlen jeglicher Giftwirkung zu unterscheiden. 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Weit verbreitete Handelssorten fehlen bei Averrhoa bilimbi. Die Pflanzen vermehren sich über Samen weitgehend einheitlich. Unterschiede zwischen einzelnen Bäumen hängen daher vor allem mit dem jeweiligen Standort und der Reife der Früchte zusammen, weniger mit einer gezielten gärtnerischen Auslese. Der Reifegrad ist auch beim Vergleich von Früchten zu berücksichtigen. 3

Beim Kauf ist die Abgrenzung zur nah verwandten Sternfrucht Averrhoa carambola besonders nützlich. Diese trägt Blüten in den Blattachseln und deutlich gerippte Früchte, die im Querschnitt einen Stern bilden. Der Gurkenbaum blüht und fruchtet dagegen direkt am Stamm; ein sternförmiger Fruchtquerschnitt entsteht bei ihm niemals. 3

Auch andere kleine, grüne und längliche Früchte Südostasiens können auf Märkten ähnlich aussehen. Am Baum liefert die Stellung in Büscheln direkt an der Rinde das zuverlässigste Kennzeichen. Hinzu kommt die außerordentliche Säure der Bilimbi, die bei gewöhnlich roh gegessenen Früchten nur selten in vergleichbarer Stärke vorkommt.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Gurkenbaum giftig?

Für Haustiere ist keine Giftwirkung gesichert. Beim Menschen sind nach konzentriertem Bilimbi-Saft Fälle akuten Nierenversagens dokumentiert, insbesondere nach wiederholter Einnahme zu medizinischen Zwecken.

Kann man Bilimbi-Früchte roh essen?

Wegen ihres äußerst sauren Saftes werden die Früchte selten unverarbeitet roh gegessen. In Südostasien und Südasien verarbeitet man sie je nach Region zu Pickles, Chutneys, Currys oder Getränken.

Was unterscheidet Gurkenbaum und Sternfrucht?

Beim Gurkenbaum sitzen Blüten und Früchte direkt am Stamm und an kräftigen Ästen. Seine Früchte bilden im Querschnitt keinen Stern. Die Sternfrucht blüht in den Blattachseln und trägt deutlich gerippte Früchte mit sternförmigem Querschnitt.

Warum wachsen die Blüten am Stamm?

Diese Kauliflorie erleichtert Insekten die Bestäubung, während sie über die Rinde laufen. Die Früchte entwickeln sich danach in dichten Büscheln direkt am Holz, statt an den Zweigspitzen.

Gibt es Sorten des Gurkenbaums?

Es gibt keine weit verbreitete Handelssorte. Die Pflanze vermehrt sich über Samen weitgehend sortenecht; Unterschiede zwischen Bäumen hängen vor allem vom Standort und vom Reifegrad der Früchte ab.

Wo wächst der Gurkenbaum außerhalb Asiens?

Nach jahrhundertelanger Kultur in Südostasien und im tropischen Südasien gelangte die Art nach Amerika und in den Indischen Ozean, etwa nach Réunion und auf die Antillen. Dort bleibt sie vor allem ein Obstbaum für Hausgärten.

Verträgt der Gurkenbaum Kälte?

Nein. Er reagiert noch empfindlicher auf Kälte als die Sternfrucht und gedeiht im Freiland dauerhaft nur in tropischem oder warmem subtropischem Klima. In gemäßigten Gebieten kommt nur eine geschützte Kübelkultur infrage.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.