Endivie (Cichorium endivia, )
Endivie (Cichorium endivia) ist eine ein- bis zweijährige Gemüsepflanze der Asteraceae, deren bittere Blätter als Salat gegessen werden. Die beiden wichtigsten gärtnerischen Gruppen sind der breitblättrige Eskariol und die fein geschlitzte Frisée. Sie ist eine andere Art als der Chicorée, der im französischen Handel ebenfalls als endive bezeichnet wird.
WeiterlesenEndivie, Eskariol und Frisée





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Weltweite Verbreitung
Cichorium endivia ist eine durch Kultur entstandene Pflanze mit Ursprung im östlichen Mittelmeerraum um Ägypten und den Nahen Osten. Der Anbau verbreitete sich anschließend in ganz Europa und den gemäßigten Weltregionen. Nachweise außerhalb des Ursprungsgebiets betreffen fast immer ausgesäte Pflanzen und selten dauerhafte Einbürgerungen.
- Heimisch2
- Eingeführt1
- Ägypten
- Naher Osten
- Indien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Endivie (Cichorium endivia L.) ist eine ein- bis zweijährige Gemüsepflanze der Asteraceae, die wegen ihrer bitteren Rosettenblätter angebaut wird. Linné beschrieb sie 1753 unter diesem Namen. Seitdem wurde keine eindeutig wilde Population gefunden: Sie gilt als Kultigen, als durch menschliche Kultur entstandene und erhaltene Pflanze. 1 3
Das französische Alltagswort „endive“ meint meist Witloof, dessen Wurzel im Dunkeln getrieben wird und zur anderen Art Cichorium intybus gehört. Die Endivie wächst dagegen im Freiland und entwickelt grüne Blätter, die nicht dauerhaft im Dunkeln gehalten werden. Dunkeltreiben und Freilandkultur unterscheiden die beiden Pflanzen trotz des geteilten französischen Namens. Eskariol und Frisée sind die beiden gärtnerischen Gruppen der Endivie. 2 4
Erkennung
Zunächst bildet Cichorium endivia eine bodennahe Blattrosette. Eskariol trägt breite, glatte oder leicht gewellte, kräftig grüne bis dunkelgrüne Blätter. Frisée besitzt fein geschlitzte, krause Blätter mit beinahe gezackten Rändern. 3 2
Am Herzen lässt sich der Zustand im Gemüsebeet gut erkennen: Nach dem Bleichen ist es blassgelb, während die Außenblätter grün und bitter bleiben. 10 bis 15 Tage Bleichen durch Zusammenbinden der Blätter oder eine lichtundurchlässige Haube mildern die Bitterkeit vor der Ernte deutlich. 4 3
Bleibt die Pflanze über ihre erste Saison hinaus im Boden, bildet sie einen verzweigten Blütenstängel von mehr als 1 m Höhe. Daran sitzen kleine, für Cichorium typische himmelblaue Körbchen, die jeweils nur einen Vormittag geöffnet sind. Im Gemüseanbau kommt dieses Stadium selten vor, weil vorher geerntet wird. 5 1
Nützliche Taxonomie
Unter dem Namen Cichorium endivia L. beschrieb Linné die Art 1753. Die Gattung Cichorium umfasst nur wenige Arten, doch die gärtnerische Vielfalt der Endivie führte zu zahlreichen infraspezifischen Namen. Heute werden diese als Synonyme desselben akzeptierten Taxons geführt:
- Cichorium endivia var. crispum (Mill.) DC., die Gruppe Frisée;
- Cichorium endivia var. latifolium DC., die Gruppe Eskariol;
- Cichorium endivia var. sativum DC., ein historischer Name für Kulturformen;
- Cichorium pumilum Jacq., eine Zwergform, die bisweilen als eigene Unterart behandelt wird.
Diese vier Namen werden somit dem akzeptierten Taxon Cichorium endivia zugeordnet. Der wissenschaftliche Name bietet mehr Sicherheit als ein gärtnerisches Synonym. Eine weitere Verwechslungsquelle bleibt Cichorium intybus var. endivia: Diese Kombination gehört zu einer anderen Art und wird in älteren Gartenbüchern bisweilen irrtümlich anstelle des richtigen Namens verwendet. 1 7
Lebensraum und Verbreitung
Der Ursprung des Kultigens Cichorium endivia beschränkt sich im engeren Sinn auf den östlichen Mittelmeerraum um Ägypten und den Nahen Osten. Außerhalb dieses vermuteten Ursprungsgebiets ist keine eindeutig wilde Population anerkannt. 1 5
Schon früh verbreitete sich der Anbau im gesamten Mittelmeerraum und später im gemäßigten Europa. Die Pflanze bevorzugt kühle Jahreszeiten mit 15 bis 20 °C. Oberhalb von 25 °C werden die Blätter bitterer, und die Pflanzen schießen früher; das begrenzt den Anbau im Hochsommer. 4 6
Heute wird die Endivie weltweit angebaut, vor allem auf Gemüsebeeten für Herbst und Winter, im Freiland oder unter unbeheiztem Schutz. Aus Gärten entkommt sie selten. Vereinzelte Vorkommen an Säumen oder auf Brachen bleiben mit benachbarten Kulturen verbunden und etablieren sich nicht dauerhaft. 3 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Innerhalb einer Saison schließt Cichorium endivia ihr vegetatives Wachstum ab. Bei kühlen Temperaturen erfolgt die Keimung in 1 bis 2 Wochen. Danach entsteht rasch die Blattrosette, mit ungeteilten Blättern beim Eskariol oder geschlitzten bei Frisée. Geerntet wird dieses Stadium, gegebenenfalls nach 10 bis 15 Tagen Bleichen. 4 2
Ohne Ernte kann eine überwinterte Pflanze in der zweiten Saison schossen; sommerliche Hitze kann den Vorgang vorzeitig auslösen. Ein Blütenstängel trägt himmelblaue, selbstbestäubende Körbchen, denen trockene Samen mit kurzem Pappus folgen. Im Anbau wird dieses Fortpflanzungsstadium zugunsten der Blatternte fast immer vermieden. 5 3
Die Vermehrung erfolgt ausschließlich durch Aussaat. Das Saatgut wird direkt am Standort oder im Anzuchtbeet gesät und nur leicht bedeckt. Für gestaffelte Kulturen vom Frühjahr bis zum Sommer werden die Jungpflanzen mit vier bis fünf Blättern verpflanzt. 2 4
Nutzen und Risiken
Endivien werden vor allem in der Küche verwendet: roh als Salat, beim Eskariol oft mit gebleichtem Herzen, oder in mediterranen Suppen und Aufläufen. Eskariol gehört auch zur italienischen Brühsuppe scarola e fagioli. Wurzeln bestimmter Formen dienten wie bei der verwandten Cichorium intybus als Kaffeeersatz. 3 4 8
Für Cichorium endivia ist keine nennenswerte Giftigkeit bekannt. Ihre Blätter werden roh oder gekocht gegessen, ohne bekanntes Nahrungsrisiko. Die Bitterkeit ungebleichter Außenblätter oder geschosster Pflanzen kann den Genuss mindern, stellt aber kein bekanntes Gesundheitsproblem dar. 4 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Zahlreiche Sorten verteilen sich auf die beiden gärtnerischen Gruppen und bilden keine eigenständigen Arten. Frisée de Meaux und Frisée Wallonne stehen für fein geschlitzte Frisée; Scarole Géante Maraîchère und Scarole Cornet de Bordeaux für breitblättrigen Eskariol. Frisée Wallonne schützt die Ernte bei leichtem Frost bis −3 °C besser, während Eskariol unter diesen Bedingungen versagt. Vor dem Saatgutkauf helfen die Prüfung von Gruppe, Aussaatzeit und Kälteverträglichkeit, Ernteausfälle zu vermeiden. 2
Besonders häufig werden folgende Pflanzen verwechselt:
- Cichorium intybus, die Gemeine Wegwarte, deren im Dunkeln getriebener Witloof im Französischen ebenfalls endive heißt;
- Gartensalat, Lactuca sativa, dessen Schnittsalatformen einer jungen Endivienrosette ähneln können;
- verwandte Zier- und Wildzichorien mit geringerer Bitterkeit oder anderem Wuchs.
Die französische Bezeichnung „endive“ kann zwei Arten meinen, während der lateinische Artname nur eine bezeichnet. Bei entsprechend beschrifteten Pflanzen oder Samen ist deshalb zu prüfen, ob der getriebene Witloof (Cichorium intybus) oder die grüne Blattrosette von Cichorium endivia gemeint ist. 1 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cichorium endivia L.
- Royal Horticultural Society, endive - wd (Cichorium endivia)
- Encyclopaedia Britannica, Endivie
- USDA PLANTS Database, Cichorium endivia (CIEN)
- GBIF Backbone Taxonomy, Cichorium endivia L.
- Integrated Taxonomic Information System, Cichorium endivia
- International Plant Names Index, Cichorium endivia L.
- Plants For A Future, Cichorium endivia
Häufig gestellte Fragen
Sind Endivie und Chicorée dieselbe Pflanze?
Nein. Im Französischen meint endive vor allem den im Dunkeln getriebenen Chicorée aus Cichorium intybus. Die Endivie, Cichorium endivia, ist eine andere Art. Sie wird im Freiland wegen ihrer grünen Blätter als Eskariol oder Frisée angebaut.
Was unterscheidet Eskariol von Frisée?
Beide gehören zu Cichorium endivia. Eskariol hat breite, glatte oder wenig gewellte Blätter und schmeckt milder. Frisée besitzt fein geschlitzte, krause Blätter, die außen stärker bitter sind.
Ist die Endivie giftig?
Nein. Die Blätter von Cichorium endivia sind essbar und werden roh oder gekocht verzehrt. Ihre Bitterkeit ist bei ungebleichten oder geschossten Pflanzen stärker und kann geschmacklich stören, ohne ein bekanntes Nahrungsrisiko darzustellen.
Warum wird das Herz vor der Ernte gebleicht?
Zusammengebundene Blätter oder eine Haube entziehen dem Herzen 10 bis 15 Tage lang das Licht. Das mildert die Bitterkeit und ergibt die in der Küche geschätzten blassgelben Herzen.
Wann werden Endivien gesät und geerntet?
Je nach gewünschtem Erntetermin wird vom Frühjahr bis zum Sommer gestaffelt gesät. Abhängig von Typ und Klima vergehen 70 bis 110 Tage von der Aussaat bis zur erntereifen Rosette.
Mit welchen Pflanzen lässt sich die Endivie verwechseln?
Am häufigsten mit Cichorium intybus, der Gemeinen Wegwarte. Deren getriebene Kulturform Witloof wird im Französischen ebenfalls endive genannt. Der wissenschaftliche Name unterscheidet die beiden Arten am zuverlässigsten.
Woher stammt die Endivie?
Sie ist eine durch Kultur entstandene Pflanze mit Ursprung im östlichen Mittelmeerraum um Ägypten und den Nahen Osten. Ihr Anbau verbreitete sich anschließend in ganz Europa und den gemäßigten Regionen der Welt.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





