Tatarischer Hartriegel (Cornus alba, )
Tatarischer Hartriegel (Cornus alba) ist ein sommergrüner Strauch der Cornaceae aus Sibirien, dem russischen Fernen Osten, der Mongolei, Nordchina und Nordkorea. An Waldrändern und Gewässern bildet er dichte Gebüsche. Im Winter fallen seine korallenroten jungen Triebe auf, deren Farbe durch einen jährlichen kräftigen Rückschnitt gefördert wird.
WeiterlesenTatarischer Hartriegel, Weißer Hartriegel, Sibirischer Hartriegel, Red-Barked Dogwood und Siberian Dogwood
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne für die Winterfärbung der Triebe





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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Cornus alba umfasst Sibirien, den russischen Fernen Osten, die Mongolei, Nordchina und Nordkorea. Dort wächst die Art in Mischwäldern und Ufergebüschen bis 1700 m Höhe. Im 18. Jahrhundert als Ziergehölz nach Westeuropa eingeführt, wird sie dort heute häufig kultiviert und verwildert örtlich an Feuchtgebieten.
- Heimisch4
- Eingeführt3
- Russland
- Mongolei
- China
- Nordkorea
- Vereinigtes Königreich
- Litauen
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Tatarischer Hartriegel (Cornus alba L., 1767), auch Weißer Hartriegel oder Sibirischer Hartriegel, ist ein sommergrüner Strauch der Gattung Cornus in der Familie Cornaceae. Seine Heimat reicht von Sibirien und dem russischen Fernen Osten bis nach Nordchina und Nordkorea. Carl von Linné beschrieb die Art im Jahr 1767. 1 7
Der Eintritt in die britische Gartenkultur geht auf eine Samensendung aus Sankt Petersburg zurück. Der Baumschulgärtner Philip Miller erhielt sie kurz vor Linnés Beschreibung; gesammelt hatte Daniel Messerschmidt die Samen auf Kamtschatka. Lange wurde die Art mit dem nordamerikanischen Cornus sericea verwechselt. Beim Tatarischen Hartriegel stehen die Triebe jedoch aufrecht, während sie bei seinem amerikanischen Verwandten am Boden liegen. Auch die Früchte unterscheiden sich: bläulich weiß hier, rein weiß dort. 3
Erkennung
Dichter, rasch wachsender Strauchwuchs mit 1,5 bis 4 m Höhe und ähnlicher Breite kennzeichnet die Art. Die zunächst grünen Triebe werden bereits im ersten Jahr rot, mit zunehmendem Alter kahl und bereift. Das kräftigste Korallenrot im Winter zeigt junges, vollsonnig stehendes Holz. Mehr als zweijährige Triebe verlieren dagegen an Leuchtkraft. 2 3
Gegenständige, elliptische bis eiförmige Blätter werden 4 bis 8,5 cm lang. Ihre Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite bereift. Die cremeweißen Blüten stehen in flachen Schirmrispen von 0,6 bis 0,9 cm und öffnen sich von Mai bis Juli. Es folgen kugelige Steinfrüchte von 0,5 bis 0,6 cm, die zwischen August und Oktober weiß bis bläulich ausreifen. Gerade der bläuliche Ton trennt sie von den schwarzen Steinfrüchten von Cornus sanguinea. 3 4
Nützliche Taxonomie
Unter Cornus alba L. führt POWO/WCVP die Art als akzeptiertes Taxon. Häufig genannte homotypische Synonyme sind Swida alba (L.) Opiz und Thelycrania alba (L.) Pojark.; beide Gattungen werden heute Cornus zugerechnet. Hinzu kommen Cornus tatarica Mill. und der illegitime Name Cornus sibirica Raf., unter dem Baumschulen lange die Sortengruppe 'Sibirica' führten. 1 3
Besonders häufig betrifft die Verwechslung Cornus sericea aus Nordamerika. Einzelne Autoren schlagen vor, diesen als Unterart von Cornus alba zu behandeln. Diese Einordnung ist umstritten; POWO behält beide als selbstständige Arten bei, mit asiatischer beziehungsweise nordamerikanischer Herkunft. 3 7
Lebensraum und Verbreitung
Von Sibirien über den russischen Fernen Osten bis zur Mongolei, nach Nordchina und Nordkorea erstreckt sich das natürliche Areal von Cornus alba. In seiner Heimat besiedelt der Strauch Laub- und Nadelmischwälder sowie Gebüsche entlang von Gewässern in 600 bis 1700 m Höhe. 6 1
Als Ziergehölz gelangte Tatarischer Hartriegel im 18. Jahrhundert nach Westeuropa. Heute wird er dort wegen seiner farbigen Wintertriebe häufig gepflanzt. Zeitweise vernässte Böden werden vertragen, und aus dem Wurzelstock entstehen leicht Ausläufer. Ohne Pflege können die Gebüsche an Feuchtgebieten an Fläche gewinnen. Dieses Verhalten ist aus Europa und Nordamerika dokumentiert, bislang jedoch ohne allgemein verbreiteten invasiven Status. 4 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Zwischen Mai und Juli blüht Tatarischer Hartriegel. Jede Schirmrispe trägt zahlreiche kleine zwittrige Blüten, die Bienen und andere Bestäuber anziehen, darunter mehrere spezialisierte Arten der Gattung Andrena. 4
Zur Fruchtreife von August bis Oktober übernehmen Vögel die Ausbreitung: Sie verdauen das Fruchtfleisch, während der Samen unversehrt ausgeschieden wird. Vor der Keimung benötigt er bei der Aussaat eine mehrmonatige Kaltstratifizierung. 6
Für die gärtnerische Vermehrung bewurzelt sich Steckholz im Spätherbst schneller und zuverlässiger als ausgesäte Pflanzen heranwachsen. Zusätzlich bildet der Strauch von selbst Ausläufer aus dem Wurzelstock. Die North Carolina State University Extension bezeichnet dieses Verhalten ohne regelmäßigen begrenzenden Schnitt als „weedy“, also als unkrautartig wuchernd. 4 6
Nutzen und Risiken
Den größten Zierwert liefern die farbigen Wintertriebe. Ein starker bodennaher Rückschnitt am Ende jedes Winters erzwingt die Bildung neuen Holzes mit besonders leuchtender Farbe. Unterbleibt er, werden die Triebe älter als zwei Jahre und verfärben sich matt braunrot. 3
Für den menschlichen Verzehr gelten die Früchte als ungenießbar, ein dokumentiertes Risiko ist jedoch nicht bekannt: Weder PFAF noch die nordamerikanischen Gartenbeschreibungen nennen bekannte Gefahren für Menschen oder Haustiere. In heißem, feuchtem Klima südlich der USDA-Zone 7 werden die Art und besonders ihre buntlaubigen Sorten anfälliger für Anthraknose und Echten Mehltau. Beide Krankheiten beeinträchtigen das Laub, ohne den Strauch zu gefährden. 6 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Zur Gruppe 'Sibirica' gehören die Auslesen mit besonders kräftigem Korallenrot, während 'Kesselringii' im Winter braunpurpurne Triebe trägt, die zu den dunkelsten der Gattung zählen. 'Elegantissima' und die 1884 bei Späth in Berlin ausgelesene 'Spaethii' werden wegen ihrer cremeweißen bis goldenen Blattränder geschätzt. Wegen Instabilität in Baumschulen verloren beide 2020 den AGM der RHS. Eine Ausnahme bildet 'Aurea': Das gelbe bis chartreusefarbene Laub bleibt den ganzen Sommer erhalten und macht sie zur stabilsten Auslese der buntlaubigen Gruppe. 3 2
Bei der Bestimmung werden regelmäßig drei Hartriegel verwechselt. Der nordamerikanische Cornus sericea legt seine Triebe auf den Boden und trägt weiße Früchte ohne bläulichen Schimmer. Der europäische Cornus sanguinea hat schwarzviolette Steinfrüchte und braunrote statt korallenrote Triebe. Cornus mas, die Kornelkirsche, blüht schon im ausgehenden Winter gelb, deutlich vor dem Laubaustrieb der drei anderen, und bildet essbare rote Früchte.
Bläulich getönte reife Früchte, aufrechte Triebe, besonders leuchtende Winterfarben innerhalb der Gattung und der ausläuferbildende Wuchs in dichten Gebüschen bleiben die zuverlässigsten Merkmale von Cornus alba. Sie ermöglichen die Bestimmung auch außerhalb der Blütezeit. 3
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cornus alba L.
- Royal Horticultural Society, Cornus alba L., rotrindiger Hartriegel
- Trees and Shrubs Online (International Dendrology Society), Cornus alba
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Cornus alba
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Cornus alba
- Plants For A Future, Cornus alba
- Integrated Taxonomic Information System, Cornus alba L.
Häufig gestellte Fragen
Ist Tatarischer Hartriegel giftig?
Nein. Die herangezogenen Pflanzenbeschreibungen, darunter Plants For A Future, nennen keine bekannten Gefahren für Menschen oder Haustiere. Die Früchte gelten wegen ihres fehlenden kulinarischen Werts lediglich als ungenießbar.
Wie unterscheiden sich Cornus alba und Cornus sanguinea?
Der asiatische Cornus alba trägt bläulich weiße Früchte und aufrechte, leuchtend korallenrote Triebe. Der europäische Cornus sanguinea hat schwarzviolette Steinfrüchte und dunklere, eher rotbraune Triebe.
Warum wird Tatarischer Hartriegel jährlich stark zurückgeschnitten?
Die kräftigste Farbe zeigen ein- bis zweijährige Triebe. Danach werden sie matt braunrot. Ein bodennaher Rückschnitt im ausgehenden Winter erneuert deshalb jedes Jahr das farbige Holz.
Breitet sich Tatarischer Hartriegel invasiv aus?
Er bildet leicht Ausläufer und sät sich gelegentlich nahe Feuchtgebieten aus. Dieses Verhalten ist aus Nordamerika und einigen europäischen Ländern dokumentiert. Ein verbreiteter invasiver Status ist bislang jedoch nicht verzeichnet.
Was unterscheidet Cornus alba von Cornus sericea?
Der nordamerikanische Cornus sericea hat oft niederliegende Triebe, die bei Bodenkontakt wurzeln, und rein weiße Früchte. Beim asiatischen Cornus alba bleiben die Triebe aufrecht; die Früchte sind leicht bläulich.
Welche Sorte hat die schönste Winterfärbung der Triebe?
Die Gruppe 'Sibirica' gilt als Maßstab für ein kräftiges und beständiges Korallenrot. 'Kesselringii' bietet das Gegenstück mit braunpurpurnen Trieben, die zu den dunkelsten der Gattung gehören.
Verträgt Tatarischer Hartriegel extreme Kälte?
Ja, darin liegt eine Stärke dieser sibirischen Art. Eingewachsene Sträucher ertragen Temperaturen unter -35 °C, entsprechend der Winterhärtezone USDA 3.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







