Kaki (Diospyros kaki, Thunb. 1780)

Kaki (Diospyros kaki Thunb., 1780) ist ein sommergrüner Obstbaum der Ebenholzgewächse (Ebenaceae), der aus Assam, Zentral- und Südchina, Vietnam und Taiwan stammt. Seit Jahrtausenden in China kultiviert und später nach Japan verbreitet, trägt er große orangefarbene Früchte. Manche Sorten bleiben bis zur Vollreife herb, während nicht adstringierende Sorten wie Fuyu schon fest gegessen werden.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NameDiospyros kaki
GattungDiospyros
OrdnungEricales

Kaki, Kakibaum, Kakipflaume, Chinesische Quitte, Japanese persimmon und Kaki no ki

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, Hunde und Tiere · Ungiftig : Kinder und Katzen · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Obstbaum · Baum
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaVietnamTaiwanIndien
Lebensraum
Lichte Laubwälder, Vorgebirge und Täler in subtropischem bis mildem Klima; heute vor allem Obstplantagen
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Erste Blüten nach Veredelung in 3–5 Jahren; Fruchtreife 5–6 Monate nach der Blüte
Vermehrung
Transplantation, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Eingewachsen gut; junge Triebe brechen bei starkem Wind leicht
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Leicht saures bis neutrales drainiertes Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, leicht geschützte Lage wird vertragen
Außenbereich
Obstgarten, Obstgarten, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe400–1500 cmBreite400–900 cm
Blätter
GrünGelbOrangeRot
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
CremeGelbGröße1–2 cm
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
OrangeRotGröße5–8 cm
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Kaki (Diospyros kaki): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das anerkannte natürliche Areal von Diospyros kaki umfasst Assam, Zentral- und Südchina, Vietnam und Taiwan. Die frühe Domestikation im Jangtse-Becken und eine zweite Domestikation in Japan vor etwa dreizehn Jahrhunderten führten zu unterschiedlichen Sortenlinien. Heute wird Kaki in den meisten subtropischen oder mild gemäßigten Gebieten angebaut; invasives Verhalten ist nicht dokumentiert.

  • Heimisch4
  • Eingeführt4
  • China (Zentrum und Süden)
  • Vietnam
  • Taiwan
  • Indien (Assam)
  • Spanien
  • Kalifornien (Vereinigte Staaten)
  • Brasilien
  • Israel

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Kaki (Diospyros kaki Thunb., 1780) ist ein sommergrüner Obstbaum aus der Familie der Ebenholzgewächse, den Ebenaceae. Carl Peter Thunberg veröffentlichte den Namen im Jahr 1780. POWO führt dieses Binomen weiterhin als akzeptierten wissenschaftlichen Namen und damit als Bezugspunkt für die taxonomische Zuordnung. 1 10

Im Gattungsnamen Diospyros verbinden sich die griechischen Wörter dios, göttlich, und pyros, Weizen oder Korn. Die wörtliche Bedeutung „Weizen der Götter“ spielt auf die Süße reifer Früchte an, nicht auf eine tatsächliche Getreidenutzung. Kaki stammt vom japanischen 柿. Das französische plaqueminier geht auf das algonkinische piakimina zurück, das zunächst die nordamerikanische Art bezeichnete und später auf die Gattung übertragen wurde. 8

Erkennung

Rundlich wächst die Krone von Diospyros kaki. Je nach Klima, Unterlage und Erziehung erreicht der Baum 4–15 m Höhe. Die graue Rinde reißt bei älteren Exemplaren in Platten auf. Ovale, ledrige Blätter werden 7–15 cm lang, glänzen auf der Oberseite und verfärben sich vor dem herbstlichen Laubfall zunächst gelb, dann orange bis rot. 2 3

Unauffällige, glockenförmige Blüten in Cremeweiß bis Blassgelb erscheinen im Frühsommer in den Blattachseln. Die Art ist häufig polygam: Männliche, weibliche und gelegentlich zwittrige Blüten können am selben Baum vorkommen. Daraus entstehen fleischige Beeren von 5–8 cm Durchmesser. Je nach Sorte sind sie rund, kegelförmig oder abgeflacht, orange bis rot gefärbt und von einem bleibenden vierlappigen Kelch gekrönt. 2 5

Gegen Ende der Saison bietet der Baum ein besonders zuverlässiges Erkennungsbild: Die reifen Früchte hängen noch an den nackten Zweigen, lange nachdem sämtliche Blätter abgefallen sind. Die Verbindung von Frucht und bleibendem Kelch erleichtert dann die Bestimmung.

Nützliche Taxonomie

Mehrere hundert Arten weltweit gehören zur Gattung Diospyros. Manche, etwa das Ebenholz aus Sri Lanka, werden hauptsächlich wegen ihres Holzes angebaut. Für die Obsterzeugung steht Diospyros kaki innerhalb der Gattung deutlich an erster Stelle, weit vor Diospyros virginiana und Diospyros lotus. 4

Während der wissenschaftliche Name stabil ist, verwendet der Fruchthandel zahlreiche Bezeichnungen. Sharon bezeichnet eine israelische Handelsmarke für eine nicht adstringierende, nahezu kernlose Sorte. Persimon steht für spanische Früchte, denen nach der Ernte die Adstringenz entzogen wurde. Beide Bezeichnungen betreffen Sorten von Diospyros kaki und kennzeichnen keine eigenständigen botanischen Arten. 8

Lebensraum und Verbreitung

Assam, Zentral- und Südchina, Vietnam sowie Taiwan bilden das von POWO anerkannte natürliche Verbreitungsgebiet. Dort gehören lichte Laubwälder und Vorgebirgslagen mit subtropischem bis mild gemäßigtem Klima zu den ursprünglichen Lebensräumen. Natürliche Vorkommen sind dabei von den heutigen umfangreichen Anbaugebieten zu unterscheiden. 1

Im Jangtse-Becken begann die Domestikation sehr früh; angebaute Früchte sind in China seit mehreren Jahrtausenden belegt. Ein zweites Domestikationszentrum entstand in Japan, wohin der Baum vor ungefähr dreizehn Jahrhunderten gelangt sein soll. Aus beiden Zentren gingen später unterschiedliche chinesische und japanische Sortenlinien hervor. 8

Die IUCN bewertet die Art als nicht gefährdet (LC). Außerhalb des Ursprungsgebiets wird sie in den meisten subtropischen und mild gemäßigten Regionen angebaut. Bedeutende Beispiele sind Spanien, Kalifornien, Brasilien und Israel. Eine invasive Einbürgerung ist in den zugrunde liegenden Angaben nicht dokumentiert. 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Mit etwas Abstand zum Laubaustrieb setzt im Frühsommer die Blüte ein. Je nach örtlichem Klima liegt sie gewöhnlich zwischen Mai und August. Die Früchte wachsen anschließend über den Sommer und reifen im Herbst, mitunter bis in den Winter hinein. Zwischen Blüte und Reife liegen etwa fünf bis sechs Monate. Diese Monatsangaben beziehen sich auf entsprechende Anbauklimate der Nordhalbkugel. 3 2

In Obstplantagen erfolgt die Vermehrung fast ausschließlich durch Veredelung. Als Unterlagen dienen die winterhärtere Diospyros virginiana oder die kalkverträglichere Diospyros lotus. Die Aussaat bleibt vor allem der Unterlagenproduktion vorbehalten. Sie erfordert eine Kaltstratifikation und ergibt Pflanzen, die erst nach mehreren Jahren fruchten. Veredelte Bäume können dagegen bereits im 3.–5. Jahr erstmals blühen. 5 4

Verwendung und Risiken

Den größten Anteil der Nutzung hat der Frischverzehr vollreifer Früchte. Adstringierende Sorten wie Hachiya bleiben herb und ungenießbar, bis ihr Fruchtfleisch sehr weich geworden ist. Verantwortlich sind kondensierte Tannine, die sich während der Reifung verändern. Nicht adstringierende Sorten wie Fuyu verlieren diese Eigenschaft früh: Ihre noch festen Früchte können wie Äpfel in Scheiben gegessen werden. 5

Reifes Fruchtfleisch ist für Menschen und Haustiere nicht giftig. Das dokumentierte Risiko betrifft unreife Früchte und Samen. Große Tanninmengen fördern insbesondere auf leeren Magen oder nach früheren Magenoperationen die Bildung eines Bezoars. Dieser verklumpte Körper kann den Verdauungstrakt verschließen und einen Eingriff erforderlich machen. Bei Hunden bergen große Mengen verschluckter Samen ebenfalls das Risiko eines mechanischen Verschlusses. 9

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Ob eine Sorte adstringierend ist oder nicht, bestimmt wesentlich den Zeitpunkt für Ernte und Verzehr. Hachiya benötigt nahezu flüssiges Fruchtfleisch, während Fuyu und Jiro fest gegessen werden. Die wichtige spanische Sorte Rojo Brillante wird nach der Ernte mit CO2 behandelt. Dadurch verliert sie ihre Adstringenz, ohne dass das Fruchtfleisch weich werden muss. 5

Zur Abgrenzung gegenüber verwandten Arten und Handelsbezeichnungen helfen folgende Unterschiede:

  • Diospyros virginiana aus Nordamerika trägt deutlich kleinere Früchte von 2–4 cm und dient gelegentlich als Unterlage;
  • Diospyros lotus, die Lotuspflaume, hat Früchte, die nicht größer als eine Kirsche werden;
  • unter Handelsnamen wie Sharon oder Persimon angebotene Früchte bleiben Sorten von Diospyros kaki.

Fruchtgröße und adstringierendes oder nicht adstringierendes Verhalten bei der Reife sind die zuverlässigsten praktischen Unterscheidungsmerkmale. Ein Handelsname allein reicht für die Bestimmung einer Art nicht aus.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Kaki für Hunde oder Katzen giftig?

Reifes Fruchtfleisch gilt nicht als giftig. Große Mengen tanninreicher unreifer Früchte oder Samen können bei Hunden jedoch einen Darmverschluss verursachen. Entfernen Sie die Samen und halten Sie Tiere von Fallobst fern.

Warum sind manche Kakifrüchte herb?

Adstringierende Sorten wie Hachiya enthalten kondensierte Tannine, die festes Fruchtfleisch herb machen. Nicht adstringierende Sorten wie Fuyu verlieren diese Eigenschaft früh und sind schon fest essbar.

Kann man zu viele Kakifrüchte auf einmal essen?

Große Mengen unreifer adstringierender Früchte können auf leeren Magen oder nach einer Magenoperation die Bildung eines Bezoars fördern. Dieser verklumpte Tanninkörper kann den Verdauungstrakt verschließen. <Cite id="pmc-diospyrobezoar" />

Wie unterscheidet sich Kaki von Diospyros virginiana?

Diospyros kaki hat mit meist 5–8 cm deutlich größere Früchte als die nordamerikanische Diospyros virginiana mit 2–4 cm. Letztere dient gelegentlich als winterhärtere Veredelungsunterlage.

Wächst Kaki in Frankreich?

Ja, besonders in Südfrankreich in Obstplantagen und Ziergärten. Eingewachsene Bäume vertragen Winter etwa bis USDA-Zone 7, die Blüten sind jedoch gegenüber Spätfrösten empfindlich.

Braucht man zwei Bäume für Früchte?

Nicht unbedingt. Die Art ist häufig polygam, und viele Sorten bilden ohne Bestäubung parthenokarpe Früchte. Ein naher männlicher Baum verbessert mitunter die Fruchtgröße und fördert die Samenbildung.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.