Wasserkastanie (Eleocharis dulcis, )
Wasserkastanie (Eleocharis dulcis) ist eine ausdauernde Wasserpflanze aus der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Ihr natürliches Areal umfasst das tropische und subtropische Asien, das tropische Afrika und Ozeanien. Statt entwickelter Laubblätter besitzt sie leuchtend grüne röhrige Halme. Im Schlamm entstehen rundliche Sprossknollen mit weißem, knackigem Fleisch, die seit Langem als Wassergemüse angebaut werden.
WeiterlesenWasserkastanie, Chinesische Wasserkastanie, Chinese water chestnut, Water chestnut, Bíqí und Mǎtí
In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.
Volle Sonne, Anbau in sonnigem Flachwasser





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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Eleocharis dulcis umfasst das tropische und subtropische Asien, das tropische Afrika und Ozeanien. Vorkommen sind bis nach Nordaustralien bestätigt. Heute wird die Art in Ost- und Südostasien großflächig angebaut und in weiteren warmen Regionen kommerziell eingeführt.
- Heimisch6
- Eingeführt1
- China (Guangxi, Guangdong)
- Thailand
- Indien
- Philippinen
- Australien (Northern Territory)
- Tropisches und südliches Afrika
- USA (Florida, Kalifornien)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Als ausdauernde Wasserpflanze gehört die Wasserkastanie (Eleocharis dulcis (Burm.f.) Trin. ex Hensch., 1833), auch Chinesische Wasserkastanie genannt, zu den Sauergrasgewächsen (Cyperaceae). Mit echten Kastanien der Gattung Castanea ist sie nicht näher verwandt. Der Name beschreibt lediglich Form und Biss der unterirdischen Sprossknolle, des einzigen essbaren Pflanzenteils. 3 1
Die Knolle selbst ist nicht giftig. Roh und weder geschält noch gewaschen gegessen kann sie jedoch Fasciolopsiasis übertragen: Auf der im stehenden Wasser entstandenen Oberfläche können Entwicklungsstadien des Darmegels Fasciolopsis buski haften. Schälen oder Garen beseitigt den Erreger.
In China heißen die Knollen bíqí (荸荠) oder mǎtí (马蹄). Letzteres bedeutet wörtlich „Pferdehuf“ und beschreibt ihre abgeflacht rundliche Form. Die englische Bezeichnung Chinese water chestnut unterscheidet die Art von der ebenfalls „water chestnut“ genannten Trapa natans. Trotz des gemeinsamen Namens handelt es sich um völlig verschiedene Pflanzen. 2
Erkennungsmerkmale
Leuchtend grüne röhrige Halme übernehmen bei Eleocharis dulcis die Photosynthese, denn entwickelte Laubblätter fehlen. Die aufrechten Halme sind innen in regelmäßigen Abständen gekammert. Sie erreichen 1 bis 1,5 m Höhe und nehmen so das Licht über flachem Wasser auf. An ihrer Spitze steht jeweils ein einzelnes braungelbes Ährchen ohne auffällige Blütenblätter oder leuchtende Farben. 2 3
Im Schlamm entwickelt jeder Horst eine oder mehrere rundliche Sprossknollen von 2,5 bis 4 cm Durchmesser. Ihre schuppige Haut ist dunkelbraun bis schwärzlich, das Fleisch weiß, knackig und zu annähernd 80 % wasserhaltig. Nur diese Knolle ist essbar; die oberirdischen Halme werden nicht verzehrt. 3 4
Taxonomie
Zunächst beschrieb Burman die Pflanze 1768 als Gras unter dem Namen Andropogon dulcis Burm.f. 1768. Trinius und Henschel stellten sie 1833 zu Eleocharis innerhalb der Cyperaceae. Die Umordnung zeigt, wie leicht ein blattloser röhriger Halm mit einem Süßgras verwechselt werden kann. Der akzeptierte Name Eleocharis dulcis (Burm.f.) Trin. ex Hensch. bewahrt diese Beschreibungsgeschichte in seiner botanischen Autorenangabe. 1
Für dieselbe Pflanze wurden mehrere Synonyme verwendet:
- Eleocharis tuberosa Schult. (Synonym)
- Eleocharis plantaginea (Retz.) Roem. & Schult. (Synonym)
- Scirpus tuberosus Roxb. (Synonym)
- Scirpus plantagineus Retz. (Synonym)
Die großknollige Kulturform wird als Eleocharis dulcis var. tuberosa (Schult.) T.Koyama geführt. Sie ist vom Wildtyp mit seinen kleineren Knollen zu unterscheiden, bleibt aber derselben Art zugeordnet. 1 7
Lebensraum und Verbreitung
Über das tropische und subtropische Asien, das tropische Afrika und Ozeanien reicht das natürliche Areal von Eleocharis dulcis. Bestätigte Vorkommen gibt es bis nach Nordaustralien. Dort fressen Spaltfußgänse die Knollen und verwenden die röhrigen Halme während der Regenzeit zum Bau ihrer schwimmenden Nester. 2 1
Mit ihren Wurzeln verankert sich die Pflanze im Schlamm flacher stehender Gewässer, etwa 10 cm unter Wasser. Volle Sonne ist nötig, damit sich ausreichend große Knollen bilden. Großflächiger Anbau findet heute in Südchina, Thailand, Taiwan, auf den Philippinen und in Indien statt. Für die kommerzielle Kultur wurde sie auch in die USA und nach Südwestaustralien eingeführt. 2 6
Lebenszyklus und Fortpflanzung
Etwa sieben frostfreie Monate benötigt eine Kultur von Eleocharis dulcis. Die Knollen treiben aus, sobald der Boden ungefähr 13,6 °C erreicht. Das vegetative Wachstum beschleunigt sich bei 30 bis 35 °C; für die anschließende Knollenbildung sind rund 5 °C niedrigere Temperaturen günstig. Eine Tageslänge unter 12 Stunden fördert das Dickenwachstum deutlich. Geerntet wird deshalb vom Spätsommer bis zum Herbst, wenn die Halme vergilben und vertrocknen. 2 5
Verschiedene Schädlinge belasten den Anbau im Wasser: Köcherfliegenlarven, Raupen, Zikaden und Schildläuse greifen die Halme an. In feuchtwarmem Klima entwickeln sich außerdem Rostpilze (Uromyces) und die Halmkrankheit durch Cylindrosporium eleocharidis. Bodenlebende Nematoden schädigen unmittelbar die heranwachsenden Knollen. 5 2
Fast immer erfolgt die Vermehrung durch Teilung der Knollen, die im Frühjahr gepflanzt werden. Aussaat ist möglich, dauert aber länger und bleibt vor allem experimentellen Kulturen vorbehalten. Aus einer einzigen Knolle entsteht in einer Saison ein ganzer Horst. Für China werden Erträge von 20 bis 40 t/ha genannt, in intensiven Systemen sogar 47 bis 85 t/ha. 4 2
Verwendung und Risiken
Süßlich und knackig schmeckt die Knolle sowohl roh als auch gegart. Selbst längeres Kochen verändert den Biss erstaunlich wenig. Ferulasäure-Oligomere versteifen die Zellwände und erklären damit, weshalb Wasserkastanien in Pfannengerichten oder Konserven fest bleiben; ihre Frische allein ist dafür nicht ausschlaggebend. Je 100 g liefern rohe Knollen ungefähr 97 kcal und 24 g Kohlenhydrate sowie nennenswerte Mengen Kalium, Mangan und Vitamin B6. 2 4
Die chinesische und thailändische Küche verwendet Wasserkastanien in Pfannengerichten, als Konserve oder zu Mehl für Wasserkastanienkuchen verarbeitet. Kandierte Knollen gehören außerdem zum thailändischen Dessert thap thim krop. Ihre Verwendung reicht damit von herzhaften Speisen bis zu süßen Zubereitungen. 2
Für Menschen und die üblichen Haustiere ist die Knolle nicht giftig. Ein tatsächliches Risiko besteht dennoch beim Verzehr roher, ungeschälter und ungewaschener Knollen. Nach dem Anbau in stehendem Wasser können auf der Oberfläche Metazerkarien von Fasciolopsis buski sitzen, die Fasciolopsiasis auslösen. Schälen und gründliches Waschen oder einfaches Garen beseitigen dieses Risiko. 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Deutlich größere Knollen als der Wildtyp kennzeichnen die Kulturvarietät var. tuberosa. Sie bildet keine eigene Art. Für die eindeutige Zuordnung bleibt daher der akzeptierte botanische Name Eleocharis dulcis der verlässlichste Bezugspunkt. 1
Besonders häufig sind Verwechslungen mit folgenden Pflanzen:
- Trapa natans, die Wassernuss, ist eine einjährige schwimmende Pflanze aus der Familie der Weiderichgewächse mit gehörnten Früchten. Trotz des ebenfalls verwendeten Namens Wasserkastanie besteht keine nähere botanische Verwandtschaft mit Eleocharis dulcis;
- Cyperus esculentus, die Erdmandel, ist ebenfalls ein Sauergrasgewächs mit süßlichen Knollen, gehört jedoch zu einer anderen Gattung und schmeckt stärker nach Haselnuss;
- weitere wild wachsende Eleocharis-Arten sehen vegetativ ähnlich aus, bilden aber keine Knollen von vermarktbarer Größe.
Sind weder Knollen noch Ährchen sichtbar, lässt sich die Unterscheidung dieser Arten nur durch vorsichtiges Entnehmen und Prüfen der Pflanzen absichern. Ihre Lebensräume in Sümpfen und Reisfeldern überschneiden sich, weshalb der Standort allein für eine Bestimmung nicht ausreicht. 3
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Eleocharis dulcis (Burm.f.) Trin. ex Hensch.
- Wikipedia, Eleocharis dulcis
- Wikipedia, Chinesische Wasserkastanie (Eleocharis dulcis)
- Plants For A Future, Eleocharis dulcis
- Rural Industries Research and Development Corporation, Handbuch zur Chinesischen Wasserkastanie
- Department of Agriculture and Food, Western Australia, Wasserkastanien in Westaustralien
- USDA PLANTS Database, Eleocharis dulcis
Häufig gestellte Fragen
Ist die Wasserkastanie eine echte Kastanie?
Nein. Eleocharis dulcis gehört zu den Sauergrasgewächsen und ist mit echten Kastanien der Gattung Castanea nicht verwandt. Der Name bezieht sich allein auf die Form und die knackige Konsistenz der essbaren Sprossknolle.
Kann man Wasserkastanien bedenkenlos roh essen?
Die Knolle ist nicht giftig. Auf ihrer Oberfläche können nach dem Anbau in stehendem Wasser jedoch Metazerkarien von Fasciolopsis buski sitzen. Schälen und gründliches Waschen oder Garen beseitigen dieses Fasciolopsiasisrisiko.
Was unterscheidet sie von Trapa natans?
Trapa natans, die Wassernuss, ist eine einjährige schwimmende Pflanze aus der Familie der Weiderichgewächse mit gehörnten Früchten. Mit Eleocharis dulcis teilt sie nur einen gebräuchlichen Namen, keine nähere botanische Verwandtschaft.
Wie erkennt man Eleocharis dulcis ohne Blüten oder sichtbare Knollen?
Die leuchtend grünen, aufrechten, röhrigen und innen gekammerten Halme ohne entwickelte Laubblätter sind das zuverlässigste Merkmal. Sie bleiben auch ohne sichtbares Ährchen oder freigelegte Knolle erkennbar.
Ist die Wasserkastanie für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Eine Giftigkeit der Knolle für Katzen, Hunde oder Menschen ist nicht dokumentiert. Für Pferde fehlen weiterhin entsprechende Angaben.
Wie lässt sich die Wasserkastanie zu Hause anbauen?
Pflanzen Sie die Knollen im Frühjahr in ein Becken oder einen großen versenkten Behälter in voller Sonne. Halten Sie dauerhaft 5 bis 10 cm Wasser über dem Substrat. Geerntet wird nach 6 bis 8 Monaten im Spätsommer.
Warum bleiben die Knollen nach dem Kochen knackig?
Ferulasäure-Oligomere versteifen die Zellwände der Knolle. Diese chemische Eigenschaft erklärt stärker als die Frische, weshalb Wasserkastanien auch in Pfannengerichten und Konserven ihre knackige Konsistenz behalten.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





