Dreikantige Wolfsmilch (Euphorbia trigona, )
Dreikantige Wolfsmilch (Euphorbia trigona Mill., 1768) ist ein sukkulenter Strauch aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Sie wird Zentralafrika zugeordnet, ist aber fast nur aus Kultur bekannt. Ihre aufrechten, drei- oder vierkantigen Triebe tragen hellgrüne Winkelmuster und kleine, abfallende Blätter zwischen Dornenpaaren. Trotz ihres kaktusähnlichen Aussehens gehört sie nicht zu den Kakteen. Sie blüht praktisch nie, was die Vermutung eines hybriden Ursprungs stützt.
WeiterlesenDreikantige Wolfsmilch, African milk tree, Friendship cactus und Abyssinian euphorbia
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Weltweite Verbreitung
Plants of the World Online ordnet Euphorbia trigona einem Areal von Gabun bis Malawi zu; mehrere gartenbauliche Beratungsstellen nennen auch Angola und die Demokratische Republik Kongo. Die Art ist dennoch fast ausschließlich aus Kultur bekannt. Keine Wildpopulation wurde zweifelsfrei dokumentiert, weshalb ein hybrider Ursprung statt einer klassischen Wildart vermutet wird. Außerhalb des zugeschriebenen Areals verbreitete sie sich als Zierpflanze und lebende Hecke. In einigen tropischen Regionen wurde sie örtlich invasiv.
- Heimisch4
- Invasiv2
- Gabun
- Angola
- Demokratische Republik Kongo
- Malawi
- Kuba
- Indien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Dreikantige Wolfsmilch (Euphorbia trigona Mill., 1768) gehört zur Gattung Euphorbia in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). International begegnen auch die Namen African milk tree, Friendship cactus und Abyssinian euphorbia. Der schottische Botaniker Philip Miller veröffentlichte den Namen 1768 in der achten Ausgabe seines Gardener's Dictionary. Plants of the World Online führt ihn weiterhin als akzeptierten Namen. 1 2
Ihr dorniger, säulenförmiger Wuchs täuscht: Botanisch ist diese Pflanze kein Kaktus, sondern ein Wolfsmilchgewächs mit milchigem Pflanzensaft, der echten Kakteen fehlt. Das lateinische Artepitheton trigona bedeutet „dreikantig“ und beschreibt die Hauptrippen der Triebe. An derselben Pflanze kommen aber häufig auch vierkantige Triebe vor. 3 7
Bemerkenswert ist zudem die fast vollständig ausbleibende Blüte. Nach mehr als zwei Jahrhunderten Kultur gilt dies als Hinweis auf einen möglichen hybriden Ursprung statt auf eine reine Wildart. Darin unterscheidet sich Euphorbia trigona von den meisten anderen kultivierten Wolfsmilcharten. 7
Erkennung
Als sukkulenter Strauch oder kleiner Baum bildet Euphorbia trigona aufrechte, fleischige Triebe in dichten Gruppen. Sie stehen eng und parallel am Hauptstamm. Jeder Trieb erreicht 4 bis 6 cm Durchmesser und zeigt auf dunkelgrünem Grund ein artkennzeichnendes, hellgrünes V-Muster. 7 5
Paarige Dornen von etwa 5 mm Länge sitzen an den Rippen. Zunächst sind sie rotbraun, später vergrauen sie. Zwischen den Dornenpaaren wachsen kleine, tropfenförmige Blätter. Sie bleiben winzig und kurzlebig; ihr jahreszeitlicher Abwurf ist kein Krankheitszeichen. 3 5
Topfpflanzen werden selten höher als 1 bis 2 m. Im warmen Freiland sind dagegen 4 m Höhe und 1 bis 3 m Breite möglich; im Alter wird die Rinde an der Basis grau. Die Wurzeln bleiben flach und wenig entwickelt. Hohe, schwere Exemplare können deshalb besonders in leichten Töpfen umkippen. 4 5
Nützliche Taxonomie
Für den akzeptierten Namen erkennt Plants of the World Online nur ein Synonym an: Euphorbia hermentiana Lem., veröffentlicht 1858. Es erscheint noch häufig in älterer Gartenbauliteratur. 1 7
Bei der Onlinesuche kann ein gleichlautender Name irreführen. Die später veröffentlichte Euphorbia trigona Roxb. gilt als illegitim und bezeichnet eine andere asiatische Art, die heute Euphorbia lacei zugeordnet wird. Verlässlich ist deshalb der vollständige Artname mit Autor: Euphorbia trigona Mill. 1
Ob tatsächlich eine Wildart vorliegt, diskutieren Sukkulentenspezialisten weiterhin. Trotz mehr als zweihundertjähriger Kultur wurde ihre Blüte nie zuverlässig dokumentiert. Dies passt zur Vermutung eines hybriden Ursprungs anstelle einer klassischen Wildart. 7 6
Lebensraum und Verbreitung
Nach Plants of the World Online umfasst das zugeschriebene Areal vier zentralafrikanische Länder zwischen Gabun und Malawi. Gartenbauliche Beratungsstellen nennen dazu häufig Angola und die Demokratische Republik Kongo. 1 3
Diese geografische Zuordnung bleibt mit Unsicherheiten verbunden: Keine Wildpopulation wurde je förmlich dokumentiert, und die Pflanze gilt als fast ausschließlich aus Kultur bekannt. Am häufigsten wird Angola als wahrscheinlicher Ursprung genannt. Die frühere Zuordnung zu Indien wird heute verworfen. 7
Von ihrer Verwendung als lebende Hecke und teils als Ritualpflanze in Gabun ausgehend verbreitete sich Euphorbia trigona weithin in den Tropen. In Regionen wie Kuba und Indien verwilderte sie und bildet dichte Bestände; dort wird sie heute als invasiv eingestuft. 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Unter 15 °C verlangsamt sich das Wachstum deutlich und kommt im Winter fast zum Stillstand. Wärme und mehr Licht im Frühjahr setzen es wieder in Gang. Zur vollen baumartigen Gestalt braucht ein Exemplar gewöhnlich 10 bis 20 Jahre. 4
Blüten bleiben, wenn sie überhaupt auftreten, eine Ausnahme: Winzige grünliche bis gelbe Cyathien erscheinen im Sommer an den ältesten Exemplaren. Mit der regelmäßigen Blüte anderer kultivierter Wolfsmilcharten ist dies nicht vergleichbar. 5
Da verlässliches Saatgut fehlt, erfolgt die Vermehrung fast immer über Triebstecklinge. Abgetrennte Abschnitte trocknen 3 bis 7 Tage, bis sich Wundgewebe bildet und der Milchsaftfluss endet. Anschließend kommen sie in durchlässiges, kaum feuchtes Substrat. Für große Pflanzen ist Abmoosen eine Alternative. 3
Nutzen und Risiken
Zierwirkung und Abgrenzung bestimmen die Nutzung. In warmem Klima dient Euphorbia trigona als undurchdringliche lebende Hecke oder als markante Pflanze in trockenen Steingärten. Im Zimmer machen die kandelaberartig verzweigten Triebe sie zu einer geschätzten Topfpflanze. 3
Die Hauptgefahr geht vom weißen Milchsaft mit seinen Diterpenestern aus. Er reizt Haut und Augen stark; Spritzer können Verätzungen und vorübergehende Erblindung verursachen. Verschluckter Milchsaft führt zu Magen-Darm-Entzündung und Erbrechen, in schweren Fällen auch zu Krämpfen. 3
Beim Schneiden, Stecklingsnehmen und Umtopfen sind Handschuhe und Schutzbrille erforderlich. Gefährdet sind Kinder ebenso wie Katzen und Hunde, die neugierig an den Trieben kauen. 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
'Rubra' ist die im Gartenhandel häufigste Form. Unter voller Sonne färben sich Triebe und junge Blätter purpurrot bis rot. 'Royal Red' zeigt ein kräftigeres Bordeauxrot und ist bei Sammlern gefragt. 7
Am häufigsten kommt es zu Verwechslungen mit Euphorbia lactea, die ebenfalls kantige Triebe besitzt. Ihre Äste spreizen sich jedoch deutlich vom Hauptstamm ab und ergeben einen offeneren, baumartigen Wuchs. Bei Euphorbia trigona bleiben sie parallel und dicht beieinander. 7
Auch Euphorbia acrurensis ähnelt der Art. Die Hauptrippen der Haupttriebe geben Orientierung: drei bei trigona, vier bei acrurensis. Abhängig vom Alter können beide Arten jedoch Triebe mit Übergangsformen ausbilden. 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Euphorbia trigona Mill.
- International Plant Names Index, Euphorbia trigona Mill.
- NC State Extension, Euphorbia trigona (African Milk Tree)
- Royal Horticultural Society, Euphorbia trigona
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Euphorbia trigona
- Integrated Taxonomic Information System, Euphorbia trigona Mill.
- LLIFLE Encyclopedia of Succulents, Euphorbia trigona
Häufig gestellte Fragen
Ist die Dreikantige Wolfsmilch ein echter Kaktus?
Nein. Trotz ihrer sukkulenten, dornigen Triebe gehört sie zu den Wolfsmilchgewächsen und nicht zu den Kakteen. Ihre Gestalt führt zur Verwechslung; ihr milchiger Pflanzensaft ist ein Unterschied zu echten Kakteen.
Warum blüht meine Dreikantige Wolfsmilch nie?
Das ist für die Art normal. Selbst an alten Exemplaren nach mehr als zwei Jahrhunderten Kultur wurden Blüten fast nie beobachtet. Dies stützt die Vermutung eines hybriden Ursprungs und deutet nicht auf mangelnde Pflege hin.
Ist die Dreikantige Wolfsmilch giftig?
Ja. Ihr Milchsaft enthält Diterpenester, reizt bei Kontakt Haut und Augen stark und verursacht nach Verschlucken durch Kinder oder Haustiere eine Magen-Darm-Entzündung.
Wie lässt sich die Dreikantige Wolfsmilch vermehren?
Durch Triebstecklinge. Ein abgetrennter Triebabschnitt trocknet 3 bis 7 Tage, bis sich Wundgewebe bildet und kein Milchsaft mehr austritt. Danach wird er in durchlässiges, kaum feuchtes Substrat gesetzt.
Wie unterscheidet sich Euphorbia trigona von Euphorbia lactea?
Die Äste von Euphorbia trigona stehen dicht und parallel am Haupttrieb. Bei Euphorbia lactea spreizen sie sich deutlich ab, sodass eine offenere, baumartige Gestalt entsteht.
Warum verliert meine Dreikantige Wolfsmilch ihre kleinen Blätter?
Das ist normal. Die kleinen, kurzlebigen Blätter wachsen zwischen den Dornen und fallen je nach Jahreszeit ab. Das schadet der Pflanze nicht, denn den größten Teil der Photosynthese übernehmen die grünen Triebe.
Welche Mindesttemperatur verträgt die Dreikantige Wolfsmilch?
Kurzzeitig kann sie −3 °C überleben, nimmt aber schon unter 7 °C Schaden. In Regionen mit kühlen Wintern außerhalb der USDA-Zonen 9 bis 11 sollte sie rechtzeitig vor dem Herbst ins Haus kommen.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




