Ostamerikanische Lärche (Larix laricina, )
Ostamerikanische Lärche (Larix laricina) ist ein Nadelbaum der Kieferngewächse (Pinaceae) aus den Mooren und borealen Wäldern Nordamerikas vom Yukon bis Neufundland. Wie die Europäische Lärche gehört sie zu den wenigen Nadelbäumen, die im Winter sämtliche Nadeln verlieren. Das weiche Laub treibt im Frühling blassgrün aus und färbt sich vor dem Herbstabwurf goldgelb bis leuchtend gelb.
WeiterlesenOstamerikanische Lärche, Amerikanische Lärche, Tamarack, Hackmatack, Eastern larch und American larch






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Taken Aug 15, 2007 by Photoflora - Jean-Luc TASSET (©)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Larix laricina umfasst das boreale Nordamerika vom Yukon und dem Inneren Alaskas bis Neufundland und Labrador. Im Süden reicht es bis Minnesota und in den Westen Virginias. Auch weit außerhalb dieses Gebiets wird die Art als Ziergehölz kultiviert, etwa im Vereinigten Königreich, wo sie vollständig winterhart ist.
- Heimisch2
- Kanada
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Ostamerikanische Lärche (Larix laricina (Du Roi) K.Koch, 1873), auch Amerikanische Lärche oder Tamarack, ist ein Nadelbaum der Kieferngewächse (Pinaceae) aus dem borealen Nordamerika. Wie die Europäische Lärche Larix decidua verliert sie jeden Herbst sämtliche Nadeln. Diesen unter nordamerikanischen Nadelbäumen seltenen Rhythmus teilt sie dort mit der Sumpfzypresse. 1 2
Mit 10 bis 25 m Höhe bleibt ihr Stammdurchmesser meist unter 60 cm. Die kegelförmige, lockere Krone lässt selbst bei erwachsenen Bäumen reichlich Licht bis zum Boden durch. Deshalb kann unter den Zweigen oft eine Krautschicht wachsen, die unter einem dichteren Fichtenkronendach kaum bestehen würde. 2 7
Der Name Tamarack geht auf das algonkinische Wort akemantak zurück und bedeutet „Holz für Schneeschuhe“. Indigene Völker nutzten außerdem die biegsamen Wurzeln als Faden, um Rindenkanus zusammenzunähen. Der Name verweist somit auf eine traditionelle Materialverwendung. 6 4
Erkennung
Blaugrüne, weiche Nadeln stehen bei Larix laricina in Gruppen von 10 bis 20, gelegentlich bis zu 60, an kurzen Trieben. An den diesjährigen Langtrieben sitzen sie dagegen einzeln in spiraliger Anordnung. Im Herbst vergilben sie und fallen vollständig ab. Der Baum bleibt den ganzen Winter kahl, während benachbarte Fichten und Tannen ihre Nadeln behalten. 2 7
Die aufrechten, eiförmigen Zapfen sind 1 bis 2 cm lang und tragen etwa zehn bis dreißig Schuppen. Junge weibliche Zapfen erscheinen im Frühling rot oder violett. Bis zur Reife werden sie allmählich braun; ihre Färbung hilft daher, das Entwicklungsstadium einzuordnen. 7
Die zunächst graue, glatte Rinde wird am erwachsenen Baum rötlich braun, dünn und schuppig. Sie ist selten dicker als ein Zentimeter. Diese geringe Dicke erklärt zum Teil, warum die Art Feuer schlechter widersteht als dickborkige Baumarten, etwa bestimmte Kiefern. 7 2
Nützliche Taxonomie
Johann Philipp Du Roi beschrieb die Art 1771 als Pinus laricina. Karl Koch stellte sie 1873 in die Gattung Larix, woraus die kombinierte Autorenangabe des akzeptierten Namens hervorgeht. Das Artepitheton laricina bedeutet „lärchenähnlich“ und verweist auf die Europäische Lärche, die Linné zunächst Pinus larix genannt hatte. 1
Für Populationen am Rand des Areals waren lange mehrere regionale Namen gebräuchlich. Heute werden sie derselben Art zugeordnet; zu den historischen Bezeichnungen gehören:
- Larix laricina var. alaskensis (W.Wight) Raup (historische Bezeichnung)
- Larix laricina subsp. alaskensis (W.Wight) Silba (historische Bezeichnung)
- Larix laricina var. americana (Michx.) Lemmon (historische Bezeichnung)
- Larix americana Michx. (historische Bezeichnung)
Die isolierten Populationen Alaskas wurden wegen ihrer schmaleren Zapfenschuppen zeitweise als Larix alaskensis unterschieden. Heute werden sie nicht von den östlichen Populationen der Art getrennt. Als verlässlicher wissenschaftlicher Bezugspunkt bleibt daher der akzeptierte Name Larix laricina bestehen. 7 1
Lebensraum und Verbreitung
Boreales Nordamerika bildet das natürliche Areal von Larix laricina: Es reicht vom Yukon und dem Inneren Alaskas bis nach Neufundland und Labrador. Südliche Ausläufer erreichen Minnesota und den Westen Virginias. Diese weite Verbreitung umfasst sehr kalte Regionen des Kontinents. 2 7
Auf kalten, wassergesättigten organischen Böden wächst die Art in Torfmooren mit Torfmoosen und in borealen Muskegs. Dort steht sie mit der Schwarz-Fichte und stellenweise mit dem Abendländischen Lebensbaum zusammen, die dieselben nassen Böden besiedeln. Am nördlichen Arealrand werden diese Mischbestände lichter. Dort erschließt die Lärche auch trockenere mineralische Böden an exponierten Hängen. 2
Mit ihren windverbreiteten, geflügelten Samen besiedelt die Ostamerikanische Lärche als Pionierbaum offene Moore und frisch abgebrannte Flächen. Allmählich wird sie von der schattentoleranteren Schwarz-Fichte abgelöst. Sie selbst verträgt keine Beschattung: Fehlt einem jungen Sämling das volle Licht, kümmert er rasch und geht ein. 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Zwischen Ende April und Anfang Mai erscheinen männliche und weibliche Zapfen auf demselben Baum, bevor sich die neuen Nadeln ganz entfaltet haben. Die Samen reifen innerhalb einer Saison und werden im September und Oktober vom Wind verbreitet. Nach ihrer Freisetzung bleiben sie allerdings nur etwa ein Jahr keimfähig. 2
Bei voller Belichtung wächst ein Sämling rasch. Er erreicht bereits in der ersten Saison annähernd 20 cm, nach drei Jahren das Doppelte. Erste Zapfen entstehen in lichten Beständen mit etwa 15 Jahren, unter dichtem Kronendach dagegen erst mit 35 bis 40 Jahren. Am nördlichen Arealrand, wo Samenbildung selten wird, übernehmen natürlich bewurzelnde untere Zweige die Vermehrung anstelle von Sämlingen. 2
Nutzen und Risiken
Dichtes, hartes Holz, das selbst unter Wasser gegen Fäulnis beständig bleibt, machte die Ostamerikanische Lärche zu einem Material für Schiffbau, Pfosten, Eisenbahnschwellen und Zaunpfähle. Ihre biegsamen Wurzeln dienten dagegen als Faden beim Zusammennähen von Rindenkanus. Holz und Wurzeln wurden somit für unterschiedliche Aufgaben genutzt. 4 6
Weder Rinde noch Nadeln gelten für die wichtigsten Haustiere als giftig. Harz und Nadeln können bei empfindlichen Menschen jedoch die Haut bei Kontakt reizen. Das Risiko ist mit dem der Europäischen Lärche vergleichbar; fehlende allgemeine Giftigkeit schließt eine örtliche Reizung also nicht aus. 4
Gegen Feuer ist die Ostamerikanische Lärche wenig widerstandsfähig. Dünne Rinde und flache Wurzeln bieten ihr kaum Schutz. Auch die am Boden liegenden Samen werden durch Hitze zerstört; ihnen fehlt ein schützendes Endosperm. Die Lärchenblattwespe ist ihr wichtigster Schädling. Wiederholter Kahlfraß kann einen Baum nach sechs bis neun Jahren abtöten. 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Gartensorten sind im Vergleich zur Europäischen Lärche selten. Girard Dwarf wächst zwergig und kompakt und eignet sich für kleine Gärten. Nash Pendula bildet lange überhängende Zweige; diese Wuchsform wird durch Veredelung erhalten. Arethusa Bog stammt aus einer Auslese in einem Moor im US-Bundesstaat Maine und eignet sich für Kübel oder Bonsai. 5
Ähnlich aussehende Nadelgehölze lassen sich anhand von Herkunft und Nadeln unterscheiden:
- Larix decidua, die Europäische Lärche, mit deutlich getrenntem natürlichem Areal in Alpen und Karpaten;
- Larix kaempferi, die Japanische Lärche, deren junge Triebe rötlich braun sind;
- die Schwarz-Fichte (Picea mariana), der häufigste Nachbar im Moor, deren einzelne, immergrüne Nadeln sich nach dem Herbst deutlich von denen der Lärche unterscheiden.
Der verlässlichste Hinweis ist der Jahresrhythmus zusammen mit dem Standort. Ein Nadelbaum, der im Winter alle Nadeln verliert und im Frühling hellgrün austreibt, lässt sich in einem nordamerikanischen Moor oder auf wassergesättigtem Boden als Ostamerikanische Lärche erkennen. Benachbarte immergrüne Fichten behalten dagegen auch im Winter ihre Nadeln. 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Larix laricina (Du Roi) K.Koch
- USDA Forest Service FEIS, Larix laricina Artporträt
- Missouri Botanical Garden, Larix laricina
- Plants For A Future, Larix laricina
- American Conifer Society, Larix laricina Sortendatenbank
- Ressources naturelles Canada, Porträt der Ostamerikanischen Lärche
- The Gymnosperm Database, Larix laricina
- IUCN, Bewertung der Roten Liste, Larix laricina
Häufig gestellte Fragen
Verliert die Ostamerikanische Lärche im Winter wirklich ihre Nadeln?
Ja. Larix laricina gehört zu den wenigen Nadelbäumen, die jeden Herbst nach leuchtend gelber Färbung ihr gesamtes Laub verlieren. Im folgenden Frühling wachsen neue, weiche Nadeln.
Ist die Ostamerikanische Lärche eine Tanne oder Fichte?
Nein. Trotz ähnlicher kegelförmiger Gestalt gehört Larix laricina zur Gattung Larix, nicht zu Abies (Tannen) oder Picea (Fichten). Alle gehören jedoch zur Familie Pinaceae.
Wie unterscheidet sich die Ostamerikanische von der Europäischen Lärche?
Die Arten ähneln sich stark. Larix laricina wächst von Natur aus im borealen Nordamerika, oft in Mooren; Larix decidua stammt aus Alpen und Karpaten. Auch Zapfen und junge Triebe unterscheiden sich etwas.
Ist die Ostamerikanische Lärche giftig?
Für die wichtigsten Haustiere gilt sie nicht als giftig. Harz und Nadeln können bei empfindlichen Menschen jedoch bei Kontakt die Haut reizen.
Wo wächst die Ostamerikanische Lärche von Natur aus?
Ihr Areal umfasst das boreale Nordamerika vom Yukon und dem Inneren Alaskas bis Neufundland und Labrador. Südliche Ausläufer reichen bis Minnesota und in den Westen Virginias.
Warum wächst die Ostamerikanische Lärche in Mooren?
Sie verträgt kalte, saure und wassergesättigte organische Böden, auf denen nur wenige andere Nadelbäume bestehen. Dadurch kann sie Moore besiedeln, wo die Schwarz-Fichte ihre wichtigste Konkurrentin ist.
Ist die Ostamerikanische Lärche gefährdet?
Nein. Die Art hat ein sehr großes Areal und gilt bei der IUCN als nicht gefährdet. Eine wichtige örtliche Bedrohung bleibt die Lärchenblattwespe bei Massenvermehrungen mit starkem Nadelverlust.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



