Flügelgurke (Luffa acutangula, )
Flügelgurke (Luffa acutangula) ist eine einjährige Kletterpflanze aus der Familie der Cucurbitaceae. Sie wird wegen ihrer gerippten, jung als Gemüse geernteten Früchte angebaut. Kantige Stängel und scharf gerippte Früchte unterscheiden sie vom verwandten Schwammkürbis Luffa aegyptiaca. Je nach Form schmeckt das Fruchtfleisch süßlich bis sehr bitter; dies erklärt sowohl die kulinarische Nutzung als auch Vergiftungsfälle bei Nutztieren.
WeiterlesenFlügelgurke, Angled loofah, Ridge gourd, Chinese okra und Sing-kwa
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Weltweite Verbreitung
Luffa acutangula stammt vom indischen Subkontinent, wo noch Wildformen vorkommen. Der Anbau verbreitete sich in den feuchten Tropen und Subtropen Asiens und Afrikas sowie vereinzelt Amerikas. Heute ist die Art wesentlich häufiger in Kultur als spontan wachsend anzutreffen.
- Heimisch1
- Eingeführt1
- Indien
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Flügelgurke (Luffa acutangula (L.) Roxb., 1832) gehört als einjährige Kletterpflanze zur Gattung Luffa in der Familie der Cucurbitaceae. Auf Mauritius heißt sie „pétole“. Ihr lateinisches Epitheton acutangula bedeutet „scharfkantig“ und beschreibt Stängel und Frucht: Die Frucht besitzt 10 Längsrippen, während die des nahen Verwandten Luffa aegyptiaca glatt bleibt. 1 2
Die englische Bezeichnung Chinese okra verweist auf die ähnliche längliche Fruchtform des Gombos. Botanisch gehören die Pflanzen jedoch verschiedenen Familien an: Gombo zu den Malvaceae, die Flügelgurke zu den Cucurbitaceae. Für eine sichere Zuordnung zählt der wissenschaftliche Name, nicht die ähnliche Silhouette. Weitere internationale Namen sind Angled loofah, Ridge gourd und Sing-kwa. 5 4
Erkennung
Auffällig an Luffa acutangula sind die deutlich kantigen Kletterstängel mit verzweigten Ranken an jedem Knoten. Dieselbe kantige Gestalt steckt im Artnamen. Die blassgrünen, rauen Blätter sind annähernd kreisrund, schwach bis mäßig gelappt und bis 25 cm breit. Im Boden ausgepflanzt erreicht die Kletterpflanze 1,5 bis 5 m. 4 2
Als einhäusige Pflanze trägt sie männliche und weibliche Blüten getrennt auf demselben Exemplar. Die blassgelben männlichen Blüten stehen in Trauben, die einzelnen weiblichen zeigen an der Basis bereits einen verdickten Fruchtknoten. Die duftenden, 4 bis 5 cm großen Blüten öffnen sich am späten Nachmittag. Damit sprechen sie sowohl abendliche Bestäuber als auch Bienen am folgenden Morgen an, was unter den als Gemüse angebauten Kürbisgewächsen weniger üblich ist. 4 3
Am sichersten unterscheidet die Frucht diese Art von ihren Verwandten. Jung ist sie grün und keulenförmig und trägt 10 scharfe Längsrippen. Ihre Länge erreicht häufig 30 cm. An der Pflanze belassen bräunt sie, trocknet vollständig aus und legt ein gröberes Fasernetz frei als beim Schwammkürbis Luffa aegyptiaca. 2 4
Nützliche Taxonomie
Zunächst beschrieb Linné die Art als Cucumis acutangulus. Der schottische Botaniker William Roxburgh stellte sie 1832 in die Gattung Luffa, weshalb das Autorenkürzel (L.) Roxb. lautet. Mehrere botanische Formen und Varietäten werden dem akzeptierten Namen zugeordnet:
- Luffa acutangula f. amara (Roxb.) W.J.de Wilde & Duyfjes – botanische Form
- Luffa acutangula var. amara (Roxb.) C.B.Clarke – botanische Varietät
- Luffa acutangula var. forskalii (Schweinf. ex Harms) Heiser & E.E.Schill. – botanische Varietät
- Luffa acutangula var. subangulata (Miq.) Cogn. – botanische Varietät
Besonders aufschlussreich ist die Form amara. Anders als bloße Größen- oder Farbvarianten entspricht sie der bitteren Varietät nahe dem indischen Wildvorfahren. Ihr stehen moderne Gemüseauslesen mit mildem Fruchtfleisch gegenüber. Beide teilen denselben wissenschaftlichen Grundnamen, ohne einen getrennten botanischen Status zu bilden. 1
Lebensraum und Verbreitung
Vom indischen Subkontinent stammt Luffa acutangula; dort bestehen bis heute Wildpopulationen. Der Anbau verbreitete sich in tropischen und subtropischen Tieflagen bis etwa 500 m Höhe, von Vietnam über China, Japan und die Philippinen bis Ägypten. 3 4
Frost verträgt die Flügelgurke nicht: Schon eine Nacht unter 0 °C kann die Kletterpflanze abtöten. Freilandanbau setzt daher Wärme und eine günstige Lage voraus. Zu viel Feuchtigkeit während der Blüte begünstigt Echten und Falschen Mehltau, die beiden häufigsten Pilzkrankheiten der Art. In gemäßigtem Klima braucht sie ein Gewächshaus oder einen Wintergarten, ersatzweise einen sehr sonnigen, geschützten Platz an einem Zaun. 2 4
Lebenszyklus und Vermehrung
Zur Fruchtbildung ist Luffa acutangula wie andere Cucurbitaceae auf Insekten angewiesen. Männliche Blüten öffnen sich in Trauben. Die einzelnen, duftenden und abends geöffneten weiblichen Blüten müssen von einem Bestäuber besucht werden, damit ein Fruchtansatz entsteht. Bleibt dies aus, vergilben die jungen Früchte und fallen vorzeitig ab. 4 3
Vermehrt wird die Flügelgurke ausschließlich durch Aussaat. Über Nacht in kaltem Wasser eingeweichte Samen keimen bei 21 bis 24 °C in 4 bis 7 Tagen; unter 15 °C bleibt die Keimung aus. Bei guter Kultur liefert eine Pflanze schon zwei Monate nach der Aussaat die erste essbare Frucht. Während zwei bis drei Monaten Erntezeit kann sie 15 bis 20 Früchte hervorbringen. 3
Für die Ernte entscheidet neben dem Zeitpunkt auch der Entwicklungsstand. Eine 12 bis 15 Tage nach der Blüte gepflückte Frucht von etwa 300 bis 400 g ist noch zart und wenig faserig. Bleibt sie länger hängen, verhärtet sie und verliert ihre Eignung als Gemüse. 3
Nutzen und Risiken
Kulinarisch genutzt wird vor allem die junge, etwa 10 bis 15 cm lange Frucht: in Suppen, Currys oder angebraten wie Zucchini. Je nach Form reicht ihr Geschmack von süßlich bis deutlich bitter. Auch junge Triebe, Blätter und Blütenknospen werden gekocht; geröstete Samen dienen als Zwischenmahlzeit. 3 4
Giftigkeitsrisiken betreffen besonders die bitteren Formen nahe der Wildvarietät amara. Sie enthalten viel Cucurbitacin B, eine zellschädigende Verbindung. Brasilianische Tierhalter berichteten nach dem Verzehr von Früchten über Fehlgeburten bei Rindern und Schafen sowie den Tod von rund zwanzig Kälbern nach einer unkontrollierten Anwendung der Früchte als Wurmmittel. 6 7
Bei Laborversuchen mit Nagern verursachten Pflanzenextrakte bis 2 000 mg/kg keine Todesfälle. Bei trächtigen Ratten verringerten sie jedoch das Gewicht der Föten. Eine traditionelle medizinische Anwendung bedeutet daher keine uneingeschränkte Unbedenklichkeit, insbesondere während einer Schwangerschaft. 7
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Benannte Kultivare im engeren Sinn sind bei Luffa acutangula nicht vorhanden. Die Vielfalt betrifft vor allem den Bitterkeitsgrad und die Stärke der Fruchtrippen. Für den Gemüseanbau ausgewählte milde Fruchttypen stehen der Form amara gegenüber, die der ursprünglichen Wildfrucht nähersteht und für den üblichen Verzehr ungeeignet ist. 1
Verwechslungen betreffen besonders folgende Pflanzen:
- Luffa aegyptiaca, deren runder Stängel und glatte Früchte im Gegensatz zu den kantigen Stängeln und Früchten von L. acutangula stehen;
- junge Früchte von Momordica charantia mit warziger, höckeriger statt regelmäßig gerippter Oberfläche.
Der fünfrippige Stängel, die 10 Fruchtrippen und der je nach Form wechselnde Geschmack kennzeichnen Luffa acutangula besser als die grüne Farbe allein, die viele Gemüsekürbisse teilen. Diese Merkmale helfen, die Identität vor der Entscheidung über eine Verwendung in der Küche zu bestätigen. 2 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Luffa acutangula (L.) Roxb.
- Royal Horticultural Society, Luffa acutangula, Flügelgurke (Sing-kwa)
- Useful Tropical Plants Database, Luffa acutangula
- NParks Singapore Flora & Fauna Web, Luffa acutangula
- Sorting Luffa Names, University of Melbourne, Trivialnamen von Luffa acutangula
- Feedipedia, Luffa, Giftigkeit und berichtete Vergiftungen
- PMC, therapeutisches Potenzial von Luffa acutangula, Übersichtsarbeit
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheiden sich Luffa acutangula und Luffa aegyptiaca?
Luffa acutangula hat einen kantigen Stängel und Früchte mit zehn scharfen Längsrippen. Luffa aegyptiaca besitzt dagegen runde Stängel und glatte Früchte. Anbau und Zubereitung sind bei beiden sehr ähnlich.
Ist die Flügelgurke giftig?
Junge Früchte sind essbar. Formen nahe der Wildvarietät amara sind jedoch bitter und enthalten Cucurbitacin B. Nach der Aufnahme von Früchten wurden bei Nutztieren Fehlgeburten und Todesfälle gemeldet; bei Haustieren ist deshalb Vorsicht geboten.
Kann man die ganze Frucht der Flügelgurke essen?
Nur die junge, etwa 10 bis 15 cm lange Frucht wird als Gemüse zubereitet. Ausgereift wird sie faserig und bitter und eignet sich nur noch zur Fasergewinnung oder für andere nicht kulinarische Zwecke.
Warum schmecken manche Früchte bitter und andere süßlich?
Der Geschmack hängt stark von der angebauten Form ab. Formen nahe dem indischen Wildvorfahren bilden bitteres, cucurbitacinreiches Fruchtfleisch. Moderne Gemüseauslesen werden dagegen auf mildes Fruchtfleisch selektiert.
Welchen Standort braucht die Flügelgurke?
Volle Sonne und eine feste Rankhilfe wie ein Spalier oder Zaun sind nötig. In kühlem Klima liefert ein gut belichtetes Gewächshaus bessere Ergebnisse.
Woher stammt Luffa acutangula?
Die Art stammt vom indischen Subkontinent, wo noch Wildpopulationen vorkommen. Ihr Anbau verbreitete sich zunächst im tropischen Asien, dann in Afrika und weiteren warmen Regionen der Erde.
Was bedeutet der wissenschaftliche Name acutangula?
Das lateinische Epitheton acutangula bedeutet „scharfkantig“. Es beschreibt sowohl den fünfrippigen Stängel als auch die zehn deutlich ausgeprägten Fruchtrippen, die die Art von ihren glatten Verwandten unterscheiden.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






