Acker-Minze (Mentha arvensis, L. 1753)

Acker-Minze (Mentha arvensis) ist eine in Europa und im gemäßigten Asien wild wachsende Staude der Lippenblütler (Lamiaceae). Ihre Blüten stehen in Scheinquirlen in den Blattachseln statt in einer endständigen Ähre. Die Art feuchter Standorte und Ackerränder wird oft mit der zur Mentholgewinnung angebauten Minze verwechselt, die jedoch zu einer verwandten, eigenständigen Art gehört.

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Wissenschaftlicher NameMentha arvensis
GattungMentha
OrdnungLamiales

Acker-Minze, Ackerminze, Feldminze, Corn mint, Field mint und Wild mint

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen · Vorsicht : Kinder · Giftig : Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Küchenkraut
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichVereinigtes KönigreichDeutschlandRusslandNepal
Lebensraum
Feuchtwiesen, Gräben, Gewässerufer und Ränder bewirtschafteter Äcker
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blatternte 6–8 Wochen nach dem Anwachsen möglich
Vermehrung
Teilung, Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mittel, an exponierten Standorten brechen die Stängel leicht
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Bodenarten
Frischer bis feuchter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Innenbereich
Helles Fensterbrett
Außenbereich
Beckenrand, Grabenrand, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Abflusstopf, Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe15–60 cmBreite30–100 cm
Blätter
Grün
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettRosaWeiß
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Acker-Minze (Mentha arvensis): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Mentha arvensis reicht vom gemäßigten Europa über West- und Zentralasien bis zum Himalaja und nach Kamtschatka. Die in Indien und China zur Mentholgewinnung angebaute Pflanze gehört hingegen zur eigenständigen Art Mentha canadensis, die in Sibirien, Ostasien und Nordamerika heimisch ist. Beide wurden lange unter demselben Namen zusammengefasst.

  • Heimisch5
  • Frankreich
  • Vereinigtes Königreich
  • Deutschland
  • Russland (Sibirien)
  • Nepal

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Acker-Minze (Mentha arvensis L., 1753) ist eine ausdauernde Art der Gattung Mentha aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Linné beschrieb sie in seinem Werk Species Plantarum. Ihr lateinisches Artepitheton arvensis bedeutet „auf bewirtschafteten Äckern wachsend“. Es bezeichnet eine Pflanze landwirtschaftlicher Randflächen und gestörter Feuchtstandorte, keine Art des Waldunterwuchses oder Ziergartens. 4 1

Auch Ackerminze und Feldminze bezeichnen diese Art. Französische Namen wie „menthe sauvage“ und „herbe d’anguille“ verweisen auf ihren Wildwuchs sowie auf Gräben und Wasserstellen; der zweite Name stellt keinen botanischen Bezug zum Aal her. Englische Bezeichnungen sind Corn mint, Field mint und Wild mint. 5

Mit Beginn der Blüte fällt das wichtigste Unterscheidungsmerkmal auf: An den 15 bis 60 cm hohen Stängeln stehen die Blüten in dichten Scheinquirlen in den Blattachseln. Eine endständige Ähre wie bei Pfefferminze oder Grüner Minze fehlt.

Erkennung

Die vierkantigen Stängel wachsen aufrecht oder teilweise niederliegend und werden gewöhnlich 15 bis 60 cm hoch. Auf sehr feuchtem Boden sind vereinzelt Höhen bis 1 m angegeben. Gegenständige, eiförmige bis lanzettliche Blätter messen 2 bis 6,5 cm in der Länge und 1 bis 2 cm in der Breite. Ihre Unterseite ist behaart, ihr Rand deutlich gezähnt. 4 3

Aussagekräftiger als der Mentholduft ist der Blütenstand. Die lilafarbenen, gelegentlich weißen oder rosa Blüten sitzen in kompakten Scheinquirlen in den Blattachseln entlang des ganzen Stängels. Sie bilden keine endständige Ähre. Das trennt Mentha arvensis von den meisten kultivierten Minzen, deren Blüten am Stängelgipfel zu einer Ähre zusammentreten. 4 5

Je nach Population riechen zerriebene Blätter kräftig nach Menthol oder zeigen weichere Noten von Linalool. Diese Unterschiede erklären teilweise, weshalb die Pflanze industriell nicht dieselbe Bedeutung wie ihre zur Mentholgewinnung angebaute Verwandte hat. 5

Nützliche Taxonomie

Eine alte taxonomische Verwechslung ist für Mentha arvensis wichtiger als die bloße Ähnlichkeit der Blätter. Sie wirkt in Handel und populärer Literatur fort: Die in Indien und China großflächig zur Gewinnung kristallinen natürlichen Menthols angebaute Minze hieß lange „Mentha arvensis var. piperascens“. POWO ordnet sie heute der eigenständigen Art Mentha canadensis L. zu, die in Sibirien, Ostasien und Nordamerika heimisch ist. 2 6

Im engeren Sinn von Kew bleibt Mentha arvensis deutlich stärker europäisch geprägt. Ihr Areal reicht vom gemäßigten Europa bis zum Himalaja und nach Kamtschatka. Ihr ätherisches Öl enthält mehr Linalool als das der „Japanischen Minze“, die den Großteil des weltweit gehandelten Menthols liefert. 1 5

Bleiben nach einer Bestimmung im Gelände Zweifel, hilft eine Chromosomenzählung im Labor weiter. Für Mentha arvensis wird 2n = 72 angegeben, für Mentha canadensis dagegen 2n = 96. Dieses Merkmal ist verlässlicher als Geruch oder Blattform. 5

Unter demselben Namen begegnen weiterhin mehrere Synonyme und historische Bezeichnungen:

  • Mentha arvensis var. piperascens Malinv. ex Holmes, historischer Name;
  • Mentha arvensis subsp. piperascens (Malinv. ex Holmes) H.Hara, historischer Name;
  • Mentha arvensis subsp. agrestis (Sole) Hartm., historischer Name;
  • Mentha arvensis f. glabrata (Benth.) S.R.Stewart, historischer Name.

Bei Etiketten und Saatguttüten bleibt der von POWO akzeptierte Name Mentha arvensis L. der stabile Bezugspunkt. Er ist ausdrücklich von Mentha canadensis zu unterscheiden. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Feuchtwiesen, Gräben und Gewässerufer gehören ebenso zu ihren Standorten wie die Ränder bewirtschafteter Äcker. Darauf verweist ihr Artepitheton. In Frankreich kommt sie fast überall vor; an der Mittelmeerküste fehlt sie wegen des für sie zu trockenen Klimas. 5 3

Das ursprüngliche Areal erstreckt sich vom gemäßigten Europa über West- und Zentralasien bis zum Himalaja und nach Kamtschatka. Damit gehört sie zu den am weitesten über den eurasischen Kontinent verbreiteten Minzen. 1 4

Ohne Begrenzung breiten sich ihre unterirdischen Ausläufer auf durchnässtem oder schwerem Boden schnell aus. Dies teilt sie mit den meisten Minzen, doch tritt es besonders an feuchten Standorten ohne Konkurrenz hervor. 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Anders als eine sterile Hybride wie Mentha × piperita bildet Mentha arvensis reichlich keimfähige Samen und sät sich leicht selbst aus. Dazu kommt die vegetative Ausbreitung über Rhizome. Je nach Klima blüht die Art von Juli bis Oktober. 3 5

Horstteilung und Stecklinge nicht blühender Stängel liefern in Kultur am schnellsten eine mit der Ausgangspflanze übereinstimmende Pflanze. Frühjahrsaussaat eignet sich zum Aufbau einer neuen Population, garantiert aber keine identische Kopie des elterlichen Chemotyps. 3

Nutzen und Risiken

Traditionell wird die Art in Küche und Pflanzenheilkunde genutzt. Frische Blätter kommen in Salate und als Tee gegen Verdauungsbeschwerden zum Einsatz. Seltener findet Mentha arvensis Eingang in polnische Brennnesselsuppen oder dient in der Balkanküche als Würzkraut. 5 3

Etwa 0,2 % des Frischgewichts der Blätter entfallen auf ätherisches Öl. Es aromatisiert Süßwaren und Getränke, wird in hohen Dosen jedoch als abtreibend beschrieben und Schwangeren deshalb nicht empfohlen. 3

Nach Einstufung der ASPCA ist die Gattung Mentha bei Aufnahme größerer Mengen konzentrierten ätherischen Öls giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Eine massive Aufnahme kann beim Tier Erbrechen und Durchfall auslösen. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Regionale Formen wie subsp. agrestis sind keine stabilen Handelssorten. Sie beschreiben vor allem schmalblättrigere Populationen der europäischen Flora und besitzen keinen eigenständigen gärtnerischen Status. 5

Verwechselt wird die Acker-Minze insbesondere mit folgenden Pflanzen:

  • Mentha canadensis, der zur Mentholgewinnung angebauten „Japanischen Minze“, die lange unter demselben Namen geführt wurde;
  • Mentha aquatica, der Wasserminze, mit rundlicheren Blättern und einem endständigen Blütenstand zusätzlich zu den Scheinquirlen in den Blattachseln;
  • Mentha × verticillata, einer spontanen Hybride aus Mentha arvensis und Mentha aquatica mit intermediären Merkmalen.

Den schnellsten Hinweis liefert der ausschließlich blattachselständige Blütenstand mit dichten Scheinquirlen entlang des Stängels, ohne erkennbare endständige Ähre. Weder Grüne Minze noch Pfefferminze teilen dieses Merkmal. Eine Kontrolle zur Vollblüte zwischen Juli und Oktober ermöglicht die Unterscheidung der vier Arten vor der Ernte oder dem Kauf in einer Gärtnerei. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Acker-Minze für Katzen und Hunde giftig?

Die ASPCA stuft die Gattung Mentha einschließlich Acker-Minze bei Aufnahme größerer Mengen konzentrierten ätherischen Öls als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Kleine Mengen frischer Blätter bergen ein geringeres Risiko.

Ist Acker-Minze dieselbe Pflanze wie die zur Mentholgewinnung angebaute Minze?

Nein. Die in Indien und China großflächig zur Mentholgewinnung angebaute „Japanische Minze“ oder cornmint gilt heute als eigenständige Art Mentha canadensis. Der frühere Name Mentha arvensis var. piperascens findet sich dennoch weiterhin in Literatur und Handel.

Wie erkennt man Acker-Minze ohne Lupe?

Am zuverlässigsten ist der Blütenstand: Kompakte Scheinquirle sitzen entlang des ganzen Stängels in den Blattachseln. Anders als bei Grüner Minze oder Pfefferminze entsteht keine endständige Ähre.

Warum wächst Acker-Minze an Ackerrändern?

Das Artepitheton arvensis bedeutet „auf bewirtschafteten Äckern wachsend“. Die Art besiedelt frische, gestörte Böden an Kulturflächen und Feuchtwiesen statt schattiger Waldböden oder trockener Gärten.

Sollte man die Ausbreitung der Acker-Minze im Garten begrenzen?

Ja. Ohne Barriere durchziehen ihre unterirdischen Ausläufer feuchten Boden rasch. Ein Kübel oder ein eingegrabener Topf nahe einer Wasserstelle verhindert, dass sie in benachbarte Pflanzungen hineinwächst.

Wie duftet Acker-Minze?

Der Duft variiert je nach Population von kräftigem Menthol ähnlich der Pfefferminze bis zu weicheren Linaloolnoten. Das erklärt mit, weshalb ihr ätherisches Öl nicht denselben wirtschaftlichen Wert hat wie das von Mentha canadensis.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.