Mimose (Mimosa pudica, L. 1753)

Mimose (Mimosa pudica) ist eine kriechende Pflanze der Fabaceae aus der Karibik und dem tropischen Amerika, die heute in den meisten warmen Regionen der Erde vorkommt. Ihre zusammengesetzten Blätter klappen bei Berührung, Hitze oder Erschütterung innerhalb von Sekunden zusammen und öffnen sich einige Minuten später wieder. Wegen dieser auffälligen Reaktion wird sie im Topf kultiviert. In den Tropen ist sie zugleich ein hartnäckiges Beikraut gestörter Standorte.

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Wissenschaftlicher NameMimosa pudica
GattungMimosa
OrdnungFabales

Mimose, Schamhafte Sinnpflanze, Sensitive plant und Touch-me-not

Identität
Toxizität
Mimosin ist für Vieh und Pferde giftig, verursacht Haarverlust
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Strauch · Kräuterartig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
BrasilienMexikoFranzösisch-Guayana
Lebensraum
Sonnige Brachen, Feldränder, Weiden und Straßenränder auf armen, durchlässigen Böden bis 1300 m
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Blüte bei Wärme bereits 3 bis 4 Monate nach der Aussaat möglich
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, brüchige Stängel vor starkem Wind schützen
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Leichter Sandboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Innenbereich
Veranda, Warmhaus
Abstand zum Fenster
Etwa 30 cm von einem Südfenster
Außenbereich
Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe15–50 cmBreite50–100 cm
Blätter
Grün
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RosaViolettGröße0.8–1 cm
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
BraunGröße1.5–2 cm
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Mimose (Mimosa pudica): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Mimosa pudica umfasst die Karibik, Mittelamerika und das nördliche Südamerika. Durch Einführung ist sie heute pantropisch verbreitet: in Süd- und Südostasien, Australien, dem tropischen Afrika und einigen französischen Überseegebieten wächst sie häufig als Beikraut in Kulturen.

  • Heimisch3
  • Eingeführt3
  • Invasiv3
  • Brasilien
  • Mexiko
  • Französisch-Guayana
  • Vereinigte Staaten
  • Réunion
  • Indonesien
  • Indien
  • Australien
  • Tansania

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Mimose (Mimosa pudica L., 1753), auch Schamhafte Sinnpflanze genannt, ist eine kriechende Pflanze der Fabaceae, die je nach Klima einjährig oder als kurzlebige Staude wächst. Die englischen Namen sind Sensitive plant und Touch-me-not. Berührung, Hitze oder Erschütterung lassen die zusammengesetzten Blätter innerhalb von Sekunden zusammenklappen. Diese rasche, umkehrbare Bewegung führen die meisten Pflanzen nicht mit solcher Geschwindigkeit aus. 3 1

Aus der Karibik und dem tropischen Amerika stammend, ist die Art heute pantropisch verbreitet. Sie wurde in die meisten warmen Regionen der Erde eingeführt und wächst dort häufig als Beikraut auf gestörten Flächen. Der Name „Mimose“ führt leicht zu Verwechslungen: Die als Schnittblume angebotene Pflanze gehört zu einer anderen Art. 4 5

Erkennung

Der dünne Stängel trägt kleine Stacheln. Anfangs aufrecht, wächst er im Alter kriechend oder überhängend und erreicht selten mehr als 30 cm Höhe bei einer Länge von bis zu 1 m, in der Natur bisweilen mehr. 3 5

Doppelt gefiederte Blätter besitzen gewöhnlich zwei Paare von Fiedern erster Ordnung, die jeweils 10 bis 20 Paare schmaler, länglicher Fiederblättchen tragen. Berührung löst ein elektrisches Signal aus; Wasser verlässt die Zellen des Pulvinus, der verdickten Basis der Fiederblättchen und des Blattstiels. Der Druckabfall lässt die Blättchen binnen Sekunden absinken; nach 10 bis 20 Minuten öffnen sie sich wieder. Auch nachts klappen die Blätter ohne Berührung zusammen. Dieser Rhythmus heißt Nyktinastie. 10 3

In den Blattachseln erscheinen im Sommer kugelige rosa bis malvenfarbene Blütenköpfchen von etwa 8 bis 10 mm Durchmesser. Jede Blüte hält nur einen Tag. Die flachen Hülsen sind etwa 1,8 cm lang, an den Rändern borstig und stehen zu 2 bis 8 zusammen. Bei Reife zerfallen sie in mehrere Glieder mit jeweils einem hellbraunen Samen. 3 10

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP erkennt Mimosa pudica L. als Namen an. Carl von Linné beschrieb die Art 1753 in Species Plantarum. Das lateinische Epitheton pudica, „schamhaft“ oder „sich zurückziehend“, verweist unmittelbar auf das Zusammenklappen bei Berührung. 1 2

Ein gut dokumentiertes homotypisches Synonym und mehrere weiterhin anerkannte botanische Varietäten werden aufgeführt. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Behaarung der Stängel und ihre Verbreitung:

  • Eburnax pudica (L.) Raf., homotypisches Synonym
  • Mimosa pudica var. unijuga (Duchass. & Walp.) Griseb., botanische Varietät
  • Mimosa pudica var. tetrandra (Humb. & Bonpl. ex Willd.) DC., botanische Varietät
  • Mimosa pudica var. hispida Brenan, botanische Varietät

Die in Südamerika häufiger genannte Varietät unijuga wurde auch mit Hauterkrankungen bei gehaltenen Pferden in Verbindung gebracht. Die Bestimmung der Varietät hat deshalb neben der taxonomischen auch eine gesundheitliche Bedeutung. 7 1

Lebensraum und Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet umfasst die Karibik, Mittelamerika und das nördliche Südamerika. Dort besiedelt die Mimose sonnige, gestörte Flächen bis 1300 m Höhe. 5 4

Auf der Roten Liste der IUCN gilt Mimosa pudica als nicht gefährdet. Das große Areal und die reichliche Samenvermehrung begründen diese Einstufung trotz örtlicher Belastungen natürlicher Lebensräume. 9

Bewusste und unbeabsichtigte Einführungen haben die Art pantropisch verbreitet. In Süd- und Südostasien, Australien und Ostafrika zählt sie zu den in Kulturen reglementierten Beikräutern. Auf Réunion bildet sie örtlich dichte Bestände in Zuckerrohrfeldern und behindert die Ansiedlung anderer Arten. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Ohne Vorbehandlung keimt der durch eine harte Schale geschützte Samen langsam. Einweichen in warmem Wasser oder leichtes Anritzen der Schale verkürzen die Keimdauer auf 1 bis 3 Wochen. Hohe Temperaturen lösen die Keimruhe wirksamer als Bodenfeuchte oder Bodensäure. 4

Die Sommerblüte bringt kurzlebige, empfindliche Blüten hervor, die jeweils innerhalb eines Tages verblühen. Insekten und Wind übernehmen die Bestäubung. Nach der Befruchtung entstehen borstige Hülsen, die durch Zerfall ihre Samen freigeben. 3 10

Wie viele Fabaceae beherbergt Mimosa pudica in Wurzelknöllchen stickstofffixierende Bakterien. Sie wandeln Luftstickstoff in eine für die Pflanze verfügbare Form um. Durch diese Symbiose kann sie arme, frisch gestörte Böden vor anspruchsvolleren Arten besiedeln. 4

Nutzen und Risiken

Das enthaltene Mimosin ist eine giftige Aminosäure mit bekannten Wirkungen auf Haar- und Wollwachstum beim Vieh. Pferde, die länger auf mit der Varietät unijuga überwucherten Flächen weideten, verloren Mähnen- und Schweifhaare und entwickelten eine durch Hautbiopsie bestätigte Dermatose. 7 8

In den Wurzeln liegt die Giftstoffkonzentration höher als in den übrigen Pflanzenteilen. Von einer Nutzung als Nahrung oder einer medizinischen Anwendung ohne fachliche Begleitung ist daher abzuraten, auch wenn traditionelle Anwendungen gegen verschiedene Verdauungsbeschwerden überliefert sind. 4

Gärtnerisch dient die Mimose vor allem der anschaulichen Vermittlung von Pflanzenphysiologie. Ihre sofort sichtbare Berührungsreaktion erleichtert Kindern den Zugang zu diesem Thema; diese Nutzung ist häufiger als die Verwendung zur Beetgestaltung. 6

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Der Name Mimose bezeichnet auch die im Spätwinter als Schnittblume angebotenen Zweige mit gelben, duftenden Blüten. Diese stammen fast immer von Acacia dealbata, einem Baum ohne unmittelbare Verwandtschaft zur Gattung Mimosa. Beide Pflanzen teilen lediglich den Trivialnamen.

Andere Pflanzen mit empfindlichem Laub können ebenfalls verwechselt werden. Dazu gehören botanisch weit entfernte Arten der Gattung Biophytum und Neptunia dimorphantha, die im Englischen ebenfalls „Sensitive plant“ heißen kann. Rasches Zusammenklappen bei Berührung genügt deshalb allein nicht zur Bestimmung.

Innerhalb der Gattung zeigt Mimosa pigra dieselbe Blattreaktion, wird an feuchten Standorten jedoch mehrere Meter hoch. Sie zählt zu den problematischsten Beikräutern tropischer Gewässerbereiche und darf trotz sehr ähnlicher Blätter nicht mit Mimosa pudica verwechselt werden.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Warum klappen die Blätter der Mimose bei Berührung zusammen?

Die Berührung löst ein elektrisches Signal aus. Wasser verlässt die Zellen des Pulvinus, der verdickten Basis der Fiederblättchen und des Blattstiels. Der örtliche Druckverlust bewirkt das fast sofortige Zusammenklappen.

Ist die Mimose dieselbe Pflanze wie die Mimose aus dem Blumenladen?

Nein. Die als Schnittblume verkaufte Mimose ist fast immer Acacia dealbata, ein Baum mit duftenden gelben Blüten. Er ist mit der zum Genus Mimosa gehörenden Mimose nicht unmittelbar verwandt.

Ist die Mimose giftig?

Die Pflanze enthält die giftige Aminosäure Mimosin. Bei Pferden und Vieh verursacht wiederholte Aufnahme auf der Weide vor allem Haarverlust und Hauterkrankungen. Dies ist bei Pferden auf überwucherten Flächen dokumentiert.

Wie lange brauchen die Blätter der Mimose, um sich wieder zu öffnen?

Nach einer einzelnen Berührung öffnen sich die Fiederblättchen meist nach etwa 10 bis 20 Minuten. Häufiges Zusammenklappen kurz hintereinander erschöpft die Pflanze, weil jeder Vorgang Energie kostet.

Wie keimen die Samen der Mimose?

Die harte Samenschale verzögert die Keimung. Mehrstündiges Einweichen in lauwarmem Wasser oder leichtes Anritzen der Schale und anschließende Aussaat bei 20–25 °C verkürzen die Keimdauer auf 1–3 Wochen.

Kann eine Mimose mehrere Jahre leben?

Ja, in frostfreiem tropischem Klima. In gemäßigten Breiten wird sie meist einjährig kultiviert, weil sie dauerhaft Temperaturen unter 13 °C nicht verträgt.

Warum gilt die Mimose in manchen Ländern als invasiv?

Rasches Wachstum auf gestörten Böden, zahlreiche Samen und fehlende natürliche Fressfeinde machen sie in tropischen Kulturen Süd- und Südostasiens sowie Australiens zu einem schwer kontrollierbaren Beikraut.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.