Chinaschilf (Miscanthus sinensis, )
Chinaschilf (Miscanthus sinensis) ist ein ausdauerndes, rhizombildendes Süßgras aus der Familie der Poaceae und stammt aus Ostasien. Es wird wegen seiner langen, bandförmigen Blätter und federartigen silbrigen Rispen kultiviert. Die Blüte reicht vom Spätsommer bis in den Herbst; die trockenen Halme bleiben den Winter über als Zierde stehen.
WeiterlesenChinaschilf, Eulalia, Chinese silver grass, Maiden grass und Susuki
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Weltweite Verbreitung
Nach POWO umfasst das natürliche Areal von Miscanthus sinensis Ostasien und einen Teil Südostasiens, von Japan und Korea über China und Taiwan bis zum russischen Fernen Osten. Als Ziergras weit darüber hinaus verbreitet, ist die Art in mehreren gemäßigten Regionen eingebürgert und in einigen südöstlichen und nordöstlichen US-Bundesstaaten örtlich invasiv.
- Heimisch5
- Invasiv1
- Japan
- Südkorea
- China
- Taiwan
- Russischer Ferner Osten
- Vereinigte Staaten (Südosten und Nordosten)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Chinaschilf (Miscanthus sinensis Andersson, 1855), auch Eulalia genannt, ist ein ausdauerndes Gras der Gattung Miscanthus aus der Familie der Poaceae. Der Gattungsname verbindet die griechischen Wörter mischos für Stiel und anthos für Blüte. Sie beziehen sich auf die kurz gestielten Ährchen innerhalb der federartigen Rispe. 1 4
Das Artepitheton sinensis verweist auf China. Das natürliche Areal reicht jedoch weit darüber hinaus von Japan bis in den russischen Fernen Osten. Der Name Eulalia erinnert an die frühere Gattung Eulalia, die heute in Miscanthus aufgegangen ist und mehrere ähnliche Arten mit seidig behaarten Rispen umfasste. 2
Erkennung
Mit seinem aufrechten, garbenartigen Horst erreicht Miscanthus sinensis je nach Sorte 1 bis 3 m Höhe. Silberfeder überschreitet in mildem Klima als eine der wenigen Sorten 4 m. Die langen, ledrigen, bandförmigen Blätter besitzen eine über die ganze Länge gut sichtbare weißliche Mittelrippe. Ihre fein gezähnten Ränder können bei kräftiger Berührung die Haut schneiden. 2 3
Erst im Spätsommer und Herbst erscheinen die Blütenstände. Jeder Halm trägt eine endständige, federartige, fächerförmige Rispe von 15 bis 25 cm Länge, je nach Sorte silbrig bis rosa. Danach wird das Laub gelb, orange oder beige und bleibt den gesamten Winter trocken stehen. Damit unterscheidet sich Chinaschilf deutlich von immergrünen Gräsern, deren Laub ganzjährig grün bleibt. 3 5
Taxonomie und Namen
Für POWO ist Miscanthus sinensis Andersson der akzeptierte, 1855 veröffentlichte Name. Im Zuge taxonomischer Neubewertungen entstanden zahlreiche Kombinationen und regionale Varietäten; einige werden im Gartenbau weiterhin genannt:
- Miscanthus sinensis var. condensatus (Hack.) Makino, historische Varietätenbezeichnung
- Miscanthus sinensis var. purpurascens (Andersson) Matsum., historische Varietätenbezeichnung
- Miscanthus sinensis var. zebrinus (Van Geert) Matsum., historische Varietätenbezeichnung
- Eulalia japonica Trin., historischer Name
Die wechselvolle taxonomische Einordnung erklärt, weshalb Baumschulkataloge noch Eulalia japonica führen. Der von POWO akzeptierte Name Miscanthus sinensis bietet beim Kauf eine eindeutige Orientierung. In Ostasien trägt die Pflanze eigene gebräuchliche Namen, etwa das japanische Susuki. Sie zählt zu den sieben traditionellen Herbstgräsern und -blumen, die mit dem Mondfest Tsukimi verbunden sind. 1 8
Lebensraum und Verbreitung
Von Japan und Korea über China und Taiwan bis zum russischen Fernen Osten erstreckt sich das natürliche Areal von Miscanthus sinensis über Ostasien und Teile Südostasiens. In Japan besiedelt die Art vor allem feuchte Bergwiesen und offene Säume. Diese feuchten Lebensräume begünstigen ihre Toleranz gegenüber zeitweise vernässten Böden. 1 5
Durch den verbreiteten Anbau als Ziergras gelangte die Art weit über ihr natürliches Areal hinaus. In mehreren gemäßigten Regionen ist sie eingebürgert, in südöstlichen und nordöstlichen US-Bundesstaaten sogar örtlich invasiv. Dort besiedelt sie durch Selbstaussaat Brachen, Böschungen, Straßenränder und Waldsäume. 3
Bei etwa 5,5 bis 7,5 liegt der verträgliche pH-Bereich. In vollständiger Winterruhe hält die Pflanze Frost bis -20 °C aus; angegeben werden die Winterhärtezonen USDA 4 bis 9. 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Aus einem kompakten rhizombildenden Wurzelstock treibt Miscanthus sinensis im Frühjahr neu aus. Der Horst verbreitert sich jährlich am selben Ort, ohne lange Ausläufer zu bilden. Die verwandte Art Miscanthus sacchariflorus breitet sich dagegen mit langen Rhizomen aus und bildet große Kolonien. 7
Nach der späten Blüte entstehen leichte Samen mit langen seidigen Haaren. Sobald die Rispe im Spätherbst reif ist, verbreitet der Wind sie. Bei fruchtbaren Sorten auf leichtem Boden in mildem Klima kann das für eine reichliche Selbstaussaat um die Mutterpflanze genügen. 7 3
Zur sortenechten Vermehrung wird Chinaschilf vor allem im Frühjahr geteilt, üblicherweise alle 3 bis 4 Jahre, bevor die Horstmitte im Alter verkahlt. Eine Teilung erhält die Eigenschaften benannter Sorten; Aussaat tut dies nicht zuverlässig. Sämlinge von Zebrinus zeigen beispielsweise nicht immer die cremegelben Querbänder. 2
Nutzen und Risiken
Im Garten überwiegt die Verwendung von Miscanthus sinensis als Ziergras deutlich. Beete, Rabatten, naturnahe Wiesenpflanzungen und Teichränder profitieren vom aufrechten Wuchs und vom Winteraspekt. Die trockenen Halme bleiben bis zum Rückschnitt im Spätwinter dekorativ. 3
Eine weitere Rolle spielt Miscanthus sinensis als Elternart der sterilen Energiepflanze Miscanthus × giganteus, die zur Biomassegewinnung angebaut wird. Die Gattung wird daraufhin untersucht, auf Grenzertragsflächen zu wachsen und durch ihr dichtes Wurzelnetz Stickstoffauswaschung und Erosion zu begrenzen. 6
Traditionelle japanische Landhäuser werden mitunter mit den getrockneten Halmen der Pflanze gedeckt, die als Kaya bezeichnet werden. Von diesem Material leitet sich der Name der Dachdecktechnik Kayabuki ab. 9
Beim Verschlucken gilt die Art für Menschen, Katzen und Hunde als ungiftig. Junge, unreife Ähren werden in einigen traditionellen Nutzungen sogar als essbar beschrieben. Die tatsächliche Verletzungsgefahr liegt in den fein gezähnten Blatträndern, die bei kräftiger Berührung die Haut schneiden. Beim Rückschnitt im Spätwinter sind daher dicke Handschuhe sinnvoll. 5 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Unter den Dutzenden Chinaschilf-Sorten gehören Gracillimus mit feinem, bogigem Laub und Zebrinus mit cremegelben Querbändern zu den ältesten und verbreitetsten. Morning Light besitzt einen feinen weißen Blattrand; Silberfeder zählt zu den früh blühenden Sorten. 2
Beim Pflanzenkauf wird Miscanthus sinensis gelegentlich mit dem durch lange Rhizome aggressiver wachsenden Miscanthus sacchariflorus, dem stattlicheren Saccharum ravennae oder Cortaderia selloana verwechselt. Letzteres besitzt deutlich schärfere Blätter und größere Rispen. 7
Ein kompakter, sich am Standort verbreiternder Horst ohne lange Ausläufer unterscheidet Miscanthus sinensis im Gelände von diesen drei ähnlichen Arten, auch ohne Lupe oder Bestimmungsschlüssel.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Miscanthus sinensis Andersson
- Royal Horticultural Society, Miscanthus sinensis - Eulalia
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Miscanthus sinensis
- INPN / MNHN, Miscanthus sinensis Andersson, 1855
- Plants For A Future, Miscanthus sinensis
- NC State Extension, Miscanthus als umweltgerechte Wahl für Grenzertragsflächen
- US Forest Service, Fire Effects Information System, Miscanthus sinensis
- Seattle Japanese Garden, sieben Herbstblumen und -gräser, Susuki
- Japanese Wiki Corpus, Strohdächer (Kaya, Kayabuki)
Häufig gestellte Fragen
Ist Chinaschilf invasiv?
In seinem natürlichen ostasiatischen Areal nicht. Außerhalb davon sind jedoch manche fruchtbaren Sorten durch reichliche Selbstaussaat verwildert und in mehreren südöstlichen und nordöstlichen US-Bundesstaaten örtlich invasiv geworden.
Sollte man Chinaschilf im Winter zurückschneiden?
Der Rückschnitt erfolgt erst im Spätwinter, unmittelbar vor dem Neuaustrieb. Die stehen gelassenen trockenen Halme schützen den Wurzelstock vor Frost und bleiben während der kalten Jahreszeit dekorativ.
Ist Chinaschilf für Katzen und Hunde giftig?
Nein, die Art ist beim Verschlucken für Menschen, Katzen und Hunde ungiftig. Das eigentliche Risiko sind die fein gezähnten Blattränder, die bei kräftiger Berührung die Haut schneiden können.
Wie unterscheiden sich Miscanthus sinensis und Miscanthus sacchariflorus?
Miscanthus sinensis wächst als kompakter Horst, der sich am Standort verbreitert. Miscanthus sacchariflorus breitet sich dagegen durch lange Rhizome aus und bildet große Bestände; im Garten verhält er sich aggressiver.
Warum blüht mein Chinaschilf nicht?
Ein für die gewählte Sorte zu kühler oder kurzer Sommer verzögert oder verhindert die Blüte. Volle Sonne und eine früh blühende Sorte wie Gracillimus beheben das Problem in den meisten Gärten gemäßigter Gebiete.
Wird Chinaschilf zur Energiegewinnung genutzt?
Ja, indirekt. Miscanthus sinensis ist eine Elternart der Energiepflanze Miscanthus × giganteus. Diese Hybride wird wegen ihrer Biomasse auf Grenzertragsflächen angebaut und liefert höhere Erträge als viele andere Energiepflanzen.
Was bedeutet der Name Susuki?
Susuki ist der japanische Name der Pflanze. Sie zählt zu den sieben traditionellen Herbstgräsern und -blumen, die mit dem Mondfest Tsukimi verbunden sind. Dabei werden Susuki-Halme als Opfergabe aufgestellt.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






