Gelbe Teichrose (Nuphar lutea, (L.) Sm. 1809)

Gelbe Teichrose (Nuphar lutea) ist eine ausdauernde Wasserpflanze aus der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae). Ihr dickes Rhizom wurzelt im Schlamm von Teichen, Seen und langsam fließenden Flüssen Europas und des gemäßigten Asiens. Die ledrigen Schwimmblätter und kugeligen gelben Blüten knapp über dem Wasser unterscheiden sie von den Seerosen der Gattung Nymphaea.

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Wissenschaftlicher NameNuphar lutea
GattungNuphar
OrdnungNymphaeales

Gelbe Teichrose, Große Teichrose, Gelbe Teichmummel, Mummel, Yellow water-lily und Brandy bottle

Identität
Toxizität
Giftig für Katzen und Hunde, Nupharin-ähnliche Alkaloide
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichVereinigtes KönigreichDeutschlandPolenNiederlandeRusslandChinaAlgerien
Lebensraum
Stehende oder langsam fließende Süßgewässer, Teiche, Seen, Flüsse und Kanäle bis 2–3 m Tiefe
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Blüte ab dem 2. oder 3. Jahr nach dem Pflanzen des Rhizoms
Vermehrung
Teilung des Rhizoms, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Schwimmblätter sind weniger windempfindlich als Uferpflanzen
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Ton, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Beckenrand, Flussberge
Pflanzgefäße
Wasserkorb, Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe50–300 cmBreite100–200 cm
Blätter
Grün
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbGröße3–6.5 cm
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGröße2.6–4.5 cm
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Nuphar lutea umfasst das gemäßigte Europa bis Westsibirien und Xinjiang in China sowie den Norden Algeriens. In Nordamerika besetzen die verwandten Arten Nuphar advena und Nuphar variegata eine vergleichbare ökologische Nische. Ältere taxonomische Bearbeitungen fassten sie teilweise mit Nuphar lutea zusammen; amerikanische Angaben sind deshalb vorsichtig zu interpretieren.

  • Heimisch8
  • Frankreich
  • Vereinigtes Königreich
  • Deutschland
  • Polen
  • Niederlande
  • Russland
  • China
  • Algerien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Gelbe Teichrose (Nuphar lutea (L.) Sm., 1809), auch Große Teichrose oder Gelbe Teichmummel, ist eine ausdauernde Wasserpflanze der Seerosengewächse (Nymphaeaceae). Ihr dickes Rhizom wurzelt im Schlamm von Teichen und langsam fließenden Flüssen. Die ledrigen, 16 bis 30 cm langen Schwimmblätter und die gelbe, kugelige Blütenschale von 3 bis 6,5 cm Durchmesser unterscheiden sie deutlich von weißen Seerosen der Gattung Nymphaea, deren flache Blüten weit auf dem Wasser geöffnet sind. Carl von Linné beschrieb die Art 1753 zunächst als Nymphaea lutea. James Edward Smith stellte sie 1809 in die Gattung Nuphar; diese Trennung beider Gattungen besteht bis heute. 8 1

Das Artepitheton lutea leitet sich vom lateinischen luteus, „goldgelb“, ab und beschreibt unmittelbar die Blütenfarbe. Der englische Beiname brandy bottle, also „Brandyflasche“, verbindet den alkoholartigen Blütengeruch mit der flaschenförmigen Gestalt der reifen Frucht. 8 5

Erkennung

Aus dem im Schlamm verankerten dicken Rhizom wachsen zwei deutlich unterschiedliche Blatttypen. Die ledrigen, eiförmig-herzförmigen Schwimmblätter sind 16 bis 30 cm lang und liegen flach auf dem Wasser. Die dünneren, blassen und gewellten Unterwasserblätter verbleiben unter der Oberfläche; in klarem, flachem Wasser fehlen sie bisweilen. Der im Querschnitt dreieckige Blattstiel hilft, die Art von zahlreichen anderen Schwimmblattpflanzen zu unterscheiden. 7 2

Knapp oberhalb des Wassers bildet die Blüte eine kugelige gelbe Schale von 3 bis 6,5 cm Durchmesser. Ihr mit Brandy verglichener alkoholartiger Geruch lockt bestäubende Insekten an. Im Zentrum wird die flache, oft orangefarbene Narbenscheibe sichtbar, wenn die Blütenblätter auseinanderweichen. Nach der Befruchtung reift die krugförmige, grüne und 2,6 bis 4,5 cm lange Frucht außerhalb des Wassers. Sie kann bis zu 400 Samen freisetzen. 8 3

Nützliche Taxonomie

In der von POWO/WCVP anerkannten Kombination heißt diese in Europa verbreitete Art Nuphar lutea (L.) Sm. Mehrere Namen aus der botanischen Literatur des 19. Jahrhunderts werden heute als Synonyme behandelt:

  • Nuphar rivularis Dumort., synonymischer Name
  • Nuphar sericea Láng, synonymischer Name
  • Nuphar spathulifera Rchb., synonymischer Name
  • Nuphar affinis Harz, synonymischer Name
  • Nuphar lutea var. submersa Rouy & Foucaud, synonymischer Name

Diese Bezeichnungen beschreiben vor allem Unterschiede der Blattform oder der besiedelten Wassertiefe und keine eigenständigen Arten. Der akzeptierte Name Nuphar lutea bleibt deshalb der verlässliche Bezugspunkt für die Bestimmung. 1 9

Lebensraum und Verbreitung

Zwischen dem gemäßigten Europa, Westsibirien und dem chinesischen Xinjiang liegt das natürliche Areal, zu dem auch der Norden Algeriens gehört. Die Gelbe Teichrose besiedelt stehende oder langsam fließende Süßgewässer wie Teiche, Seen und ruhige Flussabschnitte. Sie wächst bis in 2 bis 3 m Tiefe, in ruhigem, stabilem Wasser gelegentlich sogar bis 5 m. 1 2

Starke Besonnung gehört zu den Standortansprüchen von Nuphar lutea. Sehr verschmutztes, stark alkalisches oder stark saures Wasser wird nicht vertragen; damit ist sie ein nützlicher Bioindikator für die Gewässerqualität. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft sie weltweit als nicht gefährdet ein. Örtlich gehen die Bestände dennoch zurück: Schiffsschrauben beschädigen die Rhizome, und die Zerstörung von Feuchtgebieten vernichtet ufernahe Kolonien. 7 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Zwischen Juni und August öffnen sich je nach Klima die Blüten von Nuphar lutea. Jede beginnt ihre Entwicklung unter Wasser und entfaltet sich anschließend an der Oberfläche, wo zahlreiche Insekten sie besuchen. Gewöhnlich übernimmt nur ein Bestäuber die Befruchtung, wodurch die Samenproduktion auch bei zahlreichen Blüten begrenzt bleibt. 7

Über das Wasser werden die Samen wegen ihrer geringen Schwimmfähigkeit nur wenig wirksam verbreitet. In Versuchen an Karpfen, Stockenten und Blässhühner verfütterte Samen wurden sämtlich verdaut, statt unversehrt weitergetragen zu werden. In der Praxis überwiegt deshalb die vegetative Vermehrung durch Rhizomteilung deutlich, sowohl in natürlichen Beständen als auch im Gartenteich. 7 2

Während des Winters sterben die oberirdischen Pflanzenteile vollständig ab. Nur das unter Wasser oder im Schlamm geschützte Rhizom übersteht den Frost und bildet im folgenden Frühjahr neues Laub. So widersteht das Rhizom strengen Frösten bis etwa −20 °C. Diese Winterhärte reicht für die meisten gemäßigten Klimaregionen Europas aus. 7 3

Nutzen und Risiken

Als Nahrung wurden Rhizom, Samen und Blattstiele lange in Nordeuropa gesammelt, insbesondere in Finnland, Russland und Polen. Getrocknete Rhizome ließen sich für den Winter aufbewahren. Gekochte oder geröstete Samen wurden zu Mehl oder Brei verarbeitet; diese historische Zubereitung war Teil der traditionellen Nutzung. 7

Die gesamte Pflanze und besonders das Rhizom enthalten ein Nupharin-ähnliches Alkaloid. Die nordeuropäische Volksmedizin beschrieb dafür krampflösende und blutdrucksenkende Eigenschaften. In hoher Dosis wirkt derselbe Stoff reizend. Pflanzensicherheitsdatenbanken stufen die Art heute als giftig für Katzen und Hunde ein, während beim Menschen in traditionellen Lebensmittelmengen keine Giftwirkung dokumentiert ist. 7 3

Für große Gartenteiche und Seen bietet Nuphar lutea eine wirksame Bedeckung, auch wenn das Wasser für klassische Nymphaea-Kulturen zu tief oder zu schattig ist. Die Schwimmblätter verringern das für Algen verfügbare Licht und bieten Fischen sowie wirbellosen Tieren Deckung. 2 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Beständige gärtnerische Sorten sind für Nuphar lutea nicht dokumentiert. Anders als bei den Seerosen der Gattung Nymphaea wird überwiegend die Wildform gepflanzt. Vor einem Kauf sind daher vor allem der botanische Name, der Zustand des Rhizoms und die vorgesehene Wassertiefe am Pflanzort zu prüfen. 2

Bei der Bestimmung kommen besonders folgende Verwechslungen infrage:

  • Nuphar pumila, deutlich kleiner, mit Schwimmblättern unter 10 cm Länge;
  • Nymphaea alba, die Weiße Seerose, mit weit geöffneten statt kugeligen Blüten;
  • Nuphar advena, eine verwandte nordamerikanische Art, die in älteren taxonomischen Bearbeitungen manchmal mit Nuphar lutea zusammengefasst wurde;
  • Nuphar variegata, ebenfalls nordamerikanisch und von derselben historischen taxonomischen Verwechslung betroffen.

Der dreieckige Blattstiel, die kugelige Blüte und die flaschenförmige Frucht bilden gemeinsam die zuverlässigsten Merkmale zur Abgrenzung von diesen verwandten Arten. Dazu gehört auch Nuphar pumila, deren Schwimmblätter unter 10 cm Länge bleiben und damit deutlich kleiner sind als bei der Gelben Teichrose.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Gelbe Teichrose eine Seerose?

Gelbe Teichrose ist der gebräuchliche Name für Nuphar lutea. Botanisch sind Nuphar und Nymphaea jedoch zwei verschiedene Gattungen innerhalb der Nymphaeaceae. Die kugeligen gelben Blüten von Nuphar lutea unterscheiden sich deutlich von den weiter geöffneten, oft weißen oder rosafarbenen Blüten der Nymphaea-Arten.

Ist die Gelbe Teichrose für Tiere giftig?

Ja. Vor allem das Rhizom enthält Nupharin-ähnliche Alkaloide, die als giftig für Katzen und Hunde eingestuft werden. Beim Menschen ist in traditionellen Lebensmittelmengen keine Giftwirkung dokumentiert.

Warum blüht meine Gelbe Teichrose nicht?

Zu wenig direktes Licht oder zu tiefes und zu kaltes Wasser hemmen die Blüte. Meist hilft es, den Pflanzkorb näher an die Wasseroberfläche zu bringen und einen vollsonnigen Standort zu wählen.

Wie tief darf das Wasser für Nuphar lutea sein?

Nuphar lutea verträgt 0,5 bis 3 m Wassertiefe, bei sehr ruhigem Wasser gelegentlich bis 5 m. Schatten und tiefes Wasser verträgt sie besser als die meisten kultivierten Nymphaea-Arten.

Wie teilt man das Rhizom der Gelben Teichrose?

Teilen Sie das Rhizom im Frühjahr. Jedes Teilstück muss mindestens eine lebensfähige Wachstumsknospe behalten. Pflanzen Sie die Stücke anschließend in beschwerte Körbe mit Lehm oder nährstoffreicher Erde.

Ist Nuphar lutea essbar?

Rhizom, Samen und Blattstiele wurden in Nordeuropa traditionell nach entsprechender Zubereitung gegessen. Diese Nutzung ist heute aufgegeben und ersetzt keinen fachkundigen Rat.

Wie unterscheiden sich Nuphar lutea und Nuphar pumila?

Nuphar pumila ist deutlich kleiner: Ihre Schwimmblätter bleiben unter 10 cm lang, während die von Nuphar lutea 16 bis 30 cm erreichen. Wo sich die Areale überschneiden, können die beiden Arten örtlich Hybriden bilden.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.