Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica, Marshall 1785)

Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica) ist ein mittelgroßer bis großer Laubbaum der Familie Nyssaceae aus dem östlichen Nordamerika und einigen Gebirgen Mexikos. Kennzeichnend sind die dunkle, in viereckige Blöcke gefurchte Borke, die frühe gelbe, rote und purpurne Herbstfärbung sowie kleine blau-schwarze Früchte, die Zugvögel anziehen.

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Wissenschaftlicher NameNyssa sylvatica
GattungNyssa
OrdnungCornales

Schwarzer Tupelobaum, Tupelobaum, Black gum und Sour gum

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenKanadaMexiko
Lebensraum
Trockene Hänge, Auen, Sumpfränder und zeitweise überflutete Senken; Bergnebelwälder Mexikos über 1.000 m
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Erste Früchte an bestäubten weiblichen Bäumen nach 20 bis 30 Jahren; wächst langsam
Vermehrung
Aussaat, Abmoosen, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, widersteht Wind, Eisregen und salzhaltiger Gischt
Luftfeuchtigkeit
50–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Frischer bis feuchter Boden, Leicht saures bis neutrales drainiertes Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt auch weniger sonnige Standorte
Außenbereich
Gartenbeet, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe2000–2500 cmBreite600–1100 cm
Blätter
GrünGelbOrangeRotViolett
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünGelb
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
BlauSchwarzGröße1–1.3 cm
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Nyssa sylvatica reicht im östlichen Nordamerika vom Südwesten Maines und dem Bundesstaat New York über Südontario, das zentrale Michigan, Illinois und Missouri südwärts bis Südflorida und Osttexas. Isolierte Bestände wachsen auch in Bergnebelwäldern im Osten und Süden Mexikos. In Europa wurde die Art als Zierbaum eingeführt und ist dort nicht als invasiv gemeldet.

  • Heimisch3
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Mexiko

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schwarzer Tupelobaum (Nyssa sylvatica Marshall, 1785) bezeichnet einen mittelgroßen bis großen sommergrünen Baum der Gattung Nyssa aus der Familie Nyssaceae. Er kann über 20 m hoch werden. Die englischen Namen Black gum und Sour gum werden ebenfalls verwendet. Der Gattungsname geht auf eine Najade der griechischen Mythologie zurück. Das Epitheton sylvatica bedeutet „zum Wald gehörig“; tatsächlich wächst die Art an sehr unterschiedlichen Standorten, von trockenen Hängen bis zu Sumpfrändern. 1 3

Im östlichen Nordamerika liegt seine Heimat zwischen dem Küstengebiet im Nordosten der USA und Südontario einerseits sowie Zentralflorida und Osttexas andererseits. Isolierte Bestände kommen in Gebirgen im Osten und Süden Mexikos vor. Tupelo leitet sich von den Creek-Wörtern ito („Baum“) und opilwa („Sumpf“) ab und ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts gebräuchlich. 3 9

Die englischen Bezeichnungen Black gum und Sour gum lassen eine Gummiabsonderung vermuten, doch kein Teil des Baumes ist tatsächlich gummiartig. Die Namen dienen vor allem zur Abgrenzung vom Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua), der ein echtes aromatisches Harz bildet. 9

Erkennung

In freier Natur erreicht Nyssa sylvatica gewöhnlich 20 bis 25 m, selten 35 m, bei einer geringeren Breite von 6 bis 11 m. Als freistehender Baum in gemäßigtem Klima bleibt er meist bei 12 bis 20 m. Der oft einzelne, gerade Stamm trägt rechtwinklig abstehende Äste, ein brauchbares Merkmal auch im unbelaubten Zustand. 3 4

Junge Bäume besitzen hellgraue, fein schuppige Rinde. Mit zunehmendem Alter entstehen tiefe Furchen und Leisten wie auf einer Alligatorhaut, schließlich dunkle viereckige Borkenblöcke. Die Zweige sind rotbraun. In ihrem Längsschnitt zeigt sich ein durch grünliche Membranen gekammertes Mark. 3 4

Glänzende, ledrige Blätter von 5 bis 12 cm Länge sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig. Sie verfärben sich früh, oft schon im Spätsommer, von Gelb über Orange und Rot zu Purpur. Hirschartige fressen junge Sämlinge so stark, dass sie örtlich die Ansiedlung verhindern können; erwachsene Bäume werden dagegen wenig verbissen. 3

Nützliche Taxonomie

Humphry Marshall beschrieb Nyssa sylvatica 1785. Kew akzeptiert diesen Namen bis heute. Historische Synonyme werden demselben Taxon zugeordnet:

  • Nyssa multiflora Wangenh., historisches Synonym
  • Nyssa multiflora Elliott, historisches Synonym
  • Nyssa villosa Michx., historisches Synonym
  • Nyssa integrifolia Aiton, historisches Synonym
  • Nyssa caroliniana Poir., historisches Synonym
  • Nyssa canadensis Poir., historisches Synonym
1

Etwa neun bis zehn anerkannte Arten gehören zur Gattung Nyssa, vor allem in Nordamerika und Ostasien. Nahe Verwandte sind der Wasser-Tupelobaum, Nyssa aquatica L., und der Sumpf-Tupelobaum, Nyssa biflora Walter. Letzterer galt lange als Varietät, wird inzwischen aber in mehreren Referenzwerken als eigene Art behandelt. 1 3

An trockenen Hängen der Appalachen wächst Nyssa sylvatica var. caroliniana statt an Sumpfrändern. Ihre Blattspreiten sind dünner, weniger glänzend und unterseits leicht flaumig behaart. 5

Lebensraum und Verbreitung

Vom südwestlichen Maine und dem Bundesstaat New York reicht das natürliche Areal nach Südontario, Zentralmichigan, Illinois und Missouri, südwärts bis Südflorida, Osttexas und Ostoklahoma. Nyssa sylvatica besiedelt 35 Waldgesellschaften, von trockenen Hängen bis zu alluvialen Talböden. 3 7

Mexikanische Randpopulationen wachsen isoliert in Bergnebelwäldern der Sierra Madre Oriental und der Sierra Madre de Oaxaca sowie im Hochland von Chiapas. Dort besiedeln sie feuchte oder gewässernahe Standorte in 1.000 bis 2.200 m Höhe. Die Weltnaturschutzunion stuft die Art als nicht gefährdet ein. 6

Als eingeführter Zierbaum wächst Nyssa sylvatica in europäischen Parks und großen Gärten. Im Vereinigten Königreich erhielt die Sorte Wisley Bonfire den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society. Die Art wird auch in Frankreich und Mitteleuropa kultiviert, ohne dort als invasiv gemeldet zu sein. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Noch während sich die Blätter entfalten, erscheinen im Frühjahr kleine grünliche bis gelbliche Blüten in unscheinbaren Büscheln, die Bienen häufig besuchen. Nyssa sylvatica ist meist zweihäusig, mit getrennten männlichen und weiblichen Bäumen. Manche Exemplare tragen beide Blütentypen; diese Situation heißt polygam-diözisch. Ohne männlichen Baum in der Nähe bleibt ein einzelner weiblicher Baum ohne Früchte. 3

Blau-schwarze, eiförmige Steinfrüchte von etwa 1 bis 1,3 cm hängen einzeln oder zu zweit bis dritt an langen Stielen. Ihr dünnes, ölhaltiges Fruchtfleisch ist deutlich sauer. Sie reifen Ende September und im Oktober, vor den meisten anderen Herbstfrüchten, und bieten Zugvögeln eine frühe verlässliche Nahrungsquelle. Die frühe Herbstfärbung wird als Signal gedeutet, das diese Vögel zu schon reifen Früchten lockt. 3 4

Zur gärtnerischen Vermehrung dienen vor allem Aussaat nach Kältestratifikation und Absenker. Samen vermehren die Wildart, erhalten aber keine Sorte unverändert. Nur Veredelung überträgt eine Auslese wie Wildfire oder Wisley Bonfire sortenecht. Die früh entwickelte Pfahlwurzel macht spätes Verpflanzen riskant; junge Bäume sollten daher an ihrem endgültigen Platz bleiben. Etablierte Exemplare zählen zu den langlebigsten nicht klonalen Laubbäumen im östlichen Nordamerika, mit einem Alter von über 650 Jahren. 5 3

Nutzen und Risiken

Für die intensive, frühe Herbstfärbung wird der Baum vor allem einzeln oder in Parks gepflanzt. Langsames bis mäßiges Wachstum und die Pfahlwurzel machen die Wahl eines dauerhaften Standortes nötig, denn späteres Verpflanzen scheitert häufig. 3 8

Schweres, hartes und trocken schwer spaltbares Holz diente lange für Schlägel, Seilrollen, Radnaben und Holzpflaster. Seine Abriebfestigkeit machte es auch für Webschützen, kreosotimprägnierte Eisenbahnschwellen und Fabrikböden wertvoll. In der Volksmedizin wurden faserige Zweige als Kaustäbchen zur Zahnpflege verwendet. 9

Nektarreiche Blüten ziehen Bienen an; Nyssa sylvatica zählt in seinem Areal zu den wichtigsten Quellen für Wildhonig. Hohle Stämme dienten früher als einfache Bienenstöcke. Reife Früchte sind trotz deutlicher Säure roh oder gekocht essbar und werden zu Konfitüre verarbeitet. Eine Giftigkeit ist nicht dokumentiert, weder für Menschen noch für übliche Haustiere; für Pferde fehlen lediglich Angaben. 9 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Herbstfarbe und Wuchsform bestimmen die gärtnerischen Auslesen: Wildfire zeigt bronzeroten Austrieb, Wisley Bonfire wurde im Vereinigten Königreich ausgezeichnet, und Red Rage ist weniger anfällig für Blattflecken. Autumn Cascades besitzt einen ungewöhnlichen Hängehabitus. Keine dieser Auslesen verändert die grundlegende Biologie des Baumes. 2 8

Am häufigsten wird die Art mit dem Amerikanischen Amberbaum, Liquidambar styraciflua, verwechselt. Beide teilen häufig den Lebensraum und eine kräftige Herbstfärbung. Die handförmigen Blätter mit 5 bis 7 spitzen Lappen und gelegentliche Korkleisten an der Rinde des Amberbaums unterscheiden ihn von den ungeteilten Blättern und der Blockborke von Nyssa sylvatica. 9

Auf nassen Standorten kommen als Doppelgänger Nyssa biflora Walter mit schmaleren Blättern und strenger Bindung an durchnässte Böden sowie Nyssa aquatica L. infrage. Dessen oft verdickte Stammbasis weist auf nahezu dauerhaft stehendes Wasser hin, einen anspruchsvolleren Standort als bei Nyssa sylvatica. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Schwarze Tupelobaum giftig?

Nein. Für Nyssa sylvatica ist weder beim Menschen noch bei üblichen Haustieren eine Giftigkeit dokumentiert. Reife Früchte sind trotz ihrer ausgeprägten Säure roh oder gekocht essbar.

Warum werden die Blätter schon im Spätsommer rot?

Das ist ein normales Artmerkmal. Nyssa sylvatica verfärbt sich früher als die meisten Bäume seines Areals. Diese Färbung lockt Zugvögel zu den bereits reifen Früchten.

Warum trägt mein Tupelobaum keine Früchte?

Die Art ist meist zweihäusig, mit getrennten männlichen und weiblichen Bäumen. Ein einzelner weiblicher Baum ohne nahen Bestäubungspartner trägt keine Früchte. Zudem beginnt die Fruchtbildung erst nach etwa 20 bis 30 Jahren.

Kann man einen ausgewachsenen Tupelobaum verpflanzen?

Das ist riskant. Nyssa sylvatica entwickelt schon früh eine tiefe Pfahlwurzel, die spätes Verpflanzen unsicher macht. Ein endgültiger Standort sollte deshalb schon bei der Pflanzung gewählt werden.

Wie unterscheiden sich Nyssa sylvatica und Liquidambar styraciflua?

Die Blätter unterscheiden sie deutlich. Nyssa sylvatica besitzt ungeteilte, eiförmige bis verkehrt-eiförmige Blätter. Der Amerikanische Amberbaum hat handförmige Blätter mit 5 bis 7 zugespitzten Lappen; seine Rinde kann Korkleisten tragen.

Verträgt der Tupelobaum nasse Böden?

Ja, vorübergehend. Nyssa sylvatica wächst natürlicherweise an Sümpfen und überflutbaren Senken. Kalkhaltiger Boden ist deutlich ungünstiger als gelegentlicher Wasserüberschuss.

Woher stammt der Name Tupelo?

Er stammt aus den Creek-Wörtern ito für Baum und opilwa für Sumpf und ist seit der Mitte des 18. Jahrhunderts belegt. Die weiter nördlich üblichen Namen Black gum und Sour gum bezeichnen keine tatsächliche Gummiabsonderung.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.