Wasserfenchel (Oenanthe javanica, (Blume) DC. 1830)

Wasserfenchel (Oenanthe javanica) ist eine krautige Staude der Doldenblütler (Apiaceae), deren natürliches Areal vom gemäßigten und tropischen Asien bis Queensland in Australien reicht. Er wächst in nassem Boden oder flachem Wasser in Reisfeldern, Gräben und an Teichufern. Wegen seiner jungen aromatischen Triebe wird er als Gemüse kultiviert. In Korea heißt er Minari, in Japan Seri und gehört dort zu traditionellen Speisen.

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Wissenschaftlicher NameOenanthe javanica
GattungOenanthe
OrdnungApiales

Wasserfenchel, Japanischer Wasserfenchel, Wassersellerie, Japanische Petersilie, Minari und Seri

Identität
Toxizität
Essbar; Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaJapanSüdkoreaIndienIndonesienAustralienRussland
Lebensraum
Reisfelder, Gräben, Teich- und Bachufer, Sümpfe und flach überstaute Feuchtwiesen
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Ernte im ersten Jahr; vollständige Besiedlung des Beckens nach 1 bis 2 Jahren
Vermehrung
Teilung, Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering; niedriger Wuchs durch Ufervegetation geschützt
Luftfeuchtigkeit
80–100 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Feuchter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Beckenrand, Bachufer, Grabenrand, Gemüsegarten
Pflanzgefäße
Wasserkorb
Erscheinungsbild
Höhe20–80 cmBreite30–120 cm
Blätter
Grün
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße0.2–0.4 cm
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraun
Wuchsform
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Wasserfenchel (Oenanthe javanica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Oenanthe javanica umfasst das gemäßigte und tropische Asien von Südostsibirien bis Indien, China, Japan, Korea und Südostasien und reicht bis Queensland in Australien. Außerhalb seiner Heimat wurde Wasserfenchel als Gemüse- und Zierpflanze eingeführt. In mehreren Staaten der mittleren USA ist er eingebürgert und als invasives Unkraut der Feuchtgebiete gesetzlich geregelt.

  • Heimisch7
  • Invasiv1
  • China
  • Japan
  • Südkorea
  • Indien
  • Indonesien
  • Australien
  • Russland
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Wasserfenchel (Oenanthe javanica (Blume) DC., 1830) ist eine krautige Staude von 20 bis 80 cm Höhe mit hohlen, gerillten Stängeln. Er stammt aus Reisfeldern und Gräben des gemäßigten Asiens. Auch Japanischer Wasserfenchel und Japanische Petersilie sind gebräuchliche Namen. Die Art gehört zur Gattung Oenanthe in der Familie Apiaceae. Carl Ludwig von Blume beschrieb sie 1826 als Sium javanicum; Augustin Pyramus de Candolle stellte sie 1830 zu Oenanthe. Dieser Name ist weiterhin der gebräuchliche Artname. 1 8

Griechisch oinos für Wein und anthos für Blüte bilden den Gattungsnamen. Er spielt auf den weinartigen Blütenduft einiger Arten an. Javanica verweist auf Java, wo die Typuspflanze 1826 gesammelt wurde. Das tatsächliche Areal reicht weit über Indonesien hinaus bis nach Südostsibirien. 6 5

Erkennung

Hohle, gerillte und an der Basis häufig purpurn überlaufene Stängel sind ein erstes Erkennungsmerkmal. Auf durchnässtem Substrat bilden sie 20 bis 80 cm hohe Bestände. Die ein- bis zweifach gefiederten Blätter besitzen glänzende, gezähnte Fiederblättchen. Zerrieben riechen sie nach Petersilie oder Möhre. 3 4

Winzige weiße Blüten von nur 0,2 bis 0,4 cm stehen in flachen Dolden von 3 bis 6 cm Durchmesser in den Achseln der oberen Stängel. Diese für Doldenblütler typische Blütenanordnung erscheint je nach Klima von Juni bis September. 4 3

Kriechende Ausläufer wurzeln an jedem Knoten und bilden oft in einer Saison einen dichten Teppich. Zusammen mit hohlen, wasserreichen Stängeln unterscheidet dieses sich ausbreitende Wurzelsystem Wasserfenchel vom gewöhnlichen Gartensellerie auf trockenem Boden. Ohne die aktive Ausläuferbildung bliebe er wie andere randständig wachsende Doldenblütler auf einen einzelnen Horst beschränkt. 3

Nützliche Taxonomie

Als akzeptierter Name gilt Oenanthe javanica (Blume) DC., 1830 veröffentlicht auf Grundlage des Basionyms Sium javanicum Blume, 1826. Zwei Unterarten werden unterschieden: Oenanthe javanica subsp. javanica ist über das gesamte natürliche Areal verbreitet; Oenanthe javanica subsp. rosthornii (Diels) F.T.Pu bleibt auf Südchina, Thailand und Taiwan beschränkt. 1

In der Gartenliteratur erscheinen noch mehrere historische Namen für dasselbe Taxon:

  • Oenanthe javanica var. japonica (Miq.) Honda, historisches Synonym
  • Oenanthe javanica subsp. stolonifera (Wall. ex DC.) Murata, historisches Synonym
  • Oenanthe javanica f. rosea Hayashi, historisches Synonym

Diese Synonyme sind von Oenanthe linearis Wall. ex DC. zu unterscheiden, einer nahen, aber eigenständigen Art des Himalaya und des kontinentalen Asiens. 1

Lebensraum und Verbreitung

Von Südostsibirien reicht das natürliche Vorkommen durch das gemäßigte und tropische Asien bis Queensland in Australien. Auch Indien, China, Japan, Korea und ganz Südostasien gehören zum ursprünglichen Areal. 1 6

Flach überstaute, durchnässte Lebensräume werden bevorzugt: Reisfelder, Gräben, Teich- und Bachufer, Sümpfe und Feuchtwiesen. Trocknet das Substrat dauerhaft aus, stellt die Pflanze ihr Wachstum ein. Wenige Zentimeter Wasser über dem Boden verträgt sie dagegen gut. 4 3

Außerhalb Asiens als Gemüse- und Zierpflanze eingeführt, ist die Art in mehreren Staaten der mittleren USA eingebürgert. Wegen ihres Ausbreitungsvermögens in Feuchtgebieten wird sie dort als gesetzlich geregeltes Unkraut geführt. 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Bienen, Schwebfliegen und kleine Käfer besuchen die sommerlichen Blütendolden wegen des reichlich angebotenen Pollens. Nach der Befruchtung bildet jede Blüte eine kleine Spaltfrucht, die bei Reife in zwei Teilfrüchte zerfällt. 4

Gärtnerisch überwiegen Horstteilung und Stecklinge mit einem Stängelknoten. Letztere wurzeln direkt in Wasser oder durchnässter Erde binnen 1 bis 3 Wochen. Aussaat ist möglich, etabliert sich aber deutlich langsamer als eine Stecklingsvermehrung. Die in Sendai in der japanischen Präfektur Miyagi angebaute Auslese wird im Winter wegen ihrer bis 30 cm langen Wurzeln geerntet, die sich bei tiefer Überstauung entwickeln. 4

Nutzen und Risiken

Als Lebensmittel werden vor allem junge Triebe, Stängel und Blätter genutzt, roh oder gekocht, mit einem an Petersilie und Möhre erinnernden Geschmack. In Korea heißt die Pflanze Minari und wurde vor der allgemeinen Verwendung von Kohl im Kimchi für bestimmte fermentierte Zubereitungen genutzt. In Japan gehört Seri zu den sieben Frühlingskräutern im Nanakusa-gayu, der am 7. Januar gegessen wird. 5 7

Verfügbare toxikologische Studien zeigen keine eigene Lebensmitteltoxizität von Oenanthe javanica. Bei normalen Mengen sind keine direkten Symptome berichtet. Tierversuche ergaben unerwünschte Wirkungen erst bei erheblich höheren Dosen als im üblichen Gebrauch. Das tatsächliche Risiko besteht in Verwechslungen mit weit gefährlicheren Verwandten, vor allem dem hochgiftigen Oenanthe crocata, sowie mit Cicuta virosa. Ohne sichere Bestimmung bleibt vom Sammeln in der Natur abzuraten. 7 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Grün, weiß und rosa panaschiertes Laub macht Flamingo zur verbreitetsten Ziersorte für Gartenteiche und Ufer. Die Sorte ist weniger winterhart als die Wildart: Sie verträgt Kälte bis etwa −17 °C, während für die Wildform USDA-Zonen 5 bis 11 angegeben sind. 2 4

Mehrere Pflanzen teilen Standort oder Erscheinungsbild mit Wasserfenchel:

  • Apium graveolens, gewöhnlicher Sellerie, bevorzugt frischen, aber nicht dauerhaft vernässten Boden;
  • Petroselinum crispum, Petersilie, riecht ähnlich, wächst aber in trockenem Gartenboden;
  • Oenanthe crocata und Cicuta virosa sind hochgiftig und ähneln Oenanthe javanica im vegetativen Zustand.

Ohne den für Wasserfenchel typischen Geruch nach Petersilie oder Möhre beim Zerreiben ist eine Verwechslung für unerfahrene Sammler am Naturstandort leicht möglich. Die sichere Zuordnung zum vollständigen wissenschaftlichen Namen ist verlässlicher als der Gesamteindruck oder der Blattgeruch, besonders wenn die Bestimmung über die Sicherheit eines Lebensmittels entscheidet. 7

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Wasserfenchel giftig?

Nein, nicht im eigentlichen Sinn. Die verfügbaren toxikologischen Studien zeigen bei üblichen Verzehrmengen keine eigene Lebensmitteltoxizität von Oenanthe javanica. Die tatsächliche Gefahr besteht in Verwechslungen mit sehr gefährlichen Arten derselben Gattung, insbesondere Oenanthe crocata.

Kann man Wasserfenchel essen?

Ja, dies ist seine wichtigste Nutzung. In Asien werden junge Triebe, Stängel und Blätter roh oder gekocht gegessen. Der Geschmack erinnert an Petersilie und Möhre. Einige japanische Auslesen werden gezielt wegen ihrer Wurzeln angebaut.

Was ist Minari?

Minari ist der koreanische Name von Oenanthe javanica. Die Pflanze wird in überfluteten Reisfeldern angebaut und als Namul-Gemüse gegessen. Der 2020 erschienene Film Minari machte sie weltweit bekannt.

Wie unterscheidet man Oenanthe javanica von giftigen Verwandten?

Der Geruch nach Petersilie oder Möhre beim Zerreiben der Blätter ist hilfreich, reicht allein aber nicht aus. Ohne sichere botanische Bestimmung sollten ähnlich aussehende Wildpflanzen wegen der Verwechslungsgefahr mit Oenanthe crocata oder Cicuta virosa nicht gesammelt werden.

Wie kultiviert man Oenanthe javanica im Garten?

Am Teichrand, in einem wenige Zentimeter unter Wasser stehenden Pflanzkorb oder in einem ständig feucht gehaltenen Gemüsebeet, bei voller Sonne bis lichtem Halbschatten.

Ist Flamingo ebenso essbar wie die Wildart?

Für das panaschierte Laub von Flamingo ist keine Giftigkeit dokumentiert. Die Sorte wird jedoch als Zierpflanze statt zur Ernte kultiviert und ist weniger winterhart als die Wildart.

Woher stammt Oenanthe javanica?

Das natürliche Areal reicht vom gemäßigten und tropischen Asien, von Südostsibirien über China, Japan, Korea, Indien und Südostasien bis Queensland in Australien.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.