Sitka-Fichte (Picea sitchensis, (Bong.) Carrière 1855)

Die Sitka-Fichte (Picea sitchensis) ist der größte Nadelbaum der Familie Pinaceae und stammt von der nordamerikanischen Pazifikküste zwischen Alaska und Nordkalifornien. Kennzeichnend sind ihre sehr stechenden, im Querschnitt abgeflachten Nadeln und zylindrischen Zapfen mit dünnen, gezähnten Schuppen. Wegen ihres raschen Wachstums wurde sie im Vereinigten Königreich und in Irland großflächig eingeführt; ihr Resonanzholz ist auch für Musikinstrumente begehrt.

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Wissenschaftlicher NamePicea sitchensis
GattungPicea
OrdnungPinales

Sitka-Fichte, Sitka spruce, Tideland spruce, Coast spruce und Yellow spruce

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Nadelbaum · Baum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenKanada
Lebensraum
Küstenregenwälder, Auen und küstennahe Moore (Muskeg), vom Meeresspiegel bis etwa 900 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Regelmäßige Zapfen mit 20 bis 40 Jahren, forstliche Reife nach Jahrzehnten
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering auf nassem Boden, flache Wurzeln sind windwurfgefährdet
Luftfeuchtigkeit
70–95 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Frischer bis feuchter Boden, Reicher Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Sonne bis Halbschatten; junge Bäume vertragen Schatten
Außenbereich
Offener Boden, Küstenpark
Erscheinungsbild
Höhe4000–9500 cmBreite400–1000 cm
Blätter
Grün
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunGröße5–10 cm
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Sitka-Fichte (Picea sitchensis): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Picea sitchensis folgt der nordamerikanischen Pazifikküste von der Kodiak-Bucht in Alaska bis Nordkalifornien, in einem meist höchstens 80 km breiten Küstenstreifen. In den ozeanisch geprägten Teilen Europas wurde die Art großflächig forstlich eingeführt, besonders im Vereinigten Königreich und in Irland.

  • Heimisch5
  • Invasiv1
  • Alaska (USA)
  • British Columbia (Kanada)
  • Washington (USA)
  • Oregon (USA)
  • Kalifornien (USA)
  • Vereinigtes Königreich

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Als größte bekannte Fichtenart gehört die Sitka-Fichte (Picea sitchensis (Bong.) Carrière, 1855) zur Gattung Picea in der Familie Pinaceae. Im französischsprachigen Kanada heißt sie auch Épinette de Sitka. Erwachsene Bäume überragen häufig 60 bis 80 m und machen die Art nach ihrer Höhe zum fünftgrößten Nadelbaum der Welt. 1 5

Ihren Namen verdankt die Art der Stadt Sitka in Alaska, wo sie besonders häufig ist. Der Naturforscher August Bongard sammelte dort das Typusmaterial und veröffentlichte sie 1832 als Pinus sitchensis. Elie-Abel Carrière stellte sie 1855 in die Gattung Picea; diese Kombination gilt bis heute als akzeptierter Name. 2 8

Erkennung

Besonders auffällig an Picea sitchensis sind die sehr stechenden Nadeln von 15 bis 20 mm Länge. Sie sind im Querschnitt abgeflacht rautenförmig und laufen scharf zu: Unter den häufig kultivierten Fichten sticht diese Art am stärksten. Die Oberseite ist grün bis blaugrün, die Unterseite trägt zwei weißliche Spaltöffnungsbänder. 5 7

Zylindrische Zapfen werden 5 bis 9 cm lang und wechseln von gelbgrün zu blassbraun bei der Reife. Ihre dünnen, papierartigen Schuppen besitzen unregelmäßig gezähnte Ränder und helfen bei der Abgrenzung verwandter Fichten. Die graubraune, im Bruch rotbraune Borke löst sich in kleinen, dünnen, rundlichen Platten. 3 7

An günstigen Standorten überschreitet der Baum häufig 60 bis 80 m Höhe; alte Exemplare können in Brusthöhe fast 4 bis 5 m Stammdurchmesser erreichen. Der höchste dokumentierte Baum wurde 2021 in Kalifornien mit 100,2 m gemessen. Im Vereinigten Königreich lag der Rekord im selben Jahr bei 65,8 m in Morayshire. 5

Nützliche Taxonomie

Die heutige Kombination Picea sitchensis geht auf mehrere Umstellungen zurück. August Bongard beschrieb die Art 1832 als Pinus sitchensis; zeitweilig wurde sie auch Abies und Tsuga zugeordnet, bevor Carrière sie 1855 endgültig in Picea einordnete. Wichtige Synonyme und historische Namen sind:

  • Pinus sitchensis Bong., das Basionym
  • Abies sitchensis (Bong.) Lindl. & Gordon, historischer Name
  • Tsuga sitchensis (Bong.) Regel, frühere Gattungszuordnung
  • Picea menziesii (Douglas ex D.Don) Carrière, wissenschaftliches Synonym

Für die eindeutige Zuordnung bleibt der akzeptierte Name Picea sitchensis maßgeblich. Wo sich die natürlichen Areale überschneiden, kreuzt sich die Art mit der Weiß-Fichte (Picea glauca). Daraus entsteht die Lutz-Fichte (Picea × lutzii), die 1950 auf der Kenai-Halbinsel in Alaska beschrieben wurde. 1 2 6

Lebensraum und Verbreitung

Entlang der nordamerikanischen Pazifikküste erstreckt sich das natürliche Areal von Picea sitchensis von der Kodiak-Bucht in Alaska bis Nordkalifornien. Der Küstenstreifen ist selten breiter als 80 km. Besiedelt werden temperierte Küstenregenwälder, Auen und küstennahe Moore vom Meeresspiegel bis etwa 900 m Höhe. 5 4

In alten Wäldern der Olympic-Halbinsel wurzeln bis zu 90 % der jungen Sämlinge von Sitka-Fichte und Westamerikanischer Hemlocktanne auf vermodernden Stämmen statt auf offenem Boden. Solche „Nurse Logs“ speichern Feuchtigkeit und mindern die Wurzelkonkurrenz in einem Unterwuchs mit wenig verfügbaren Nährstoffen. Ohne den nährenden Stamm keimen Sämlinge seltener und etablieren sich langsamer. 9

Seit ihrer Einführung im 19. Jahrhundert hat die Art im Vereinigten Königreich große forstliche Bedeutung gewonnen. Rund 50 % der dort mit Nadelbäumen bepflanzten Fläche entfallen auf sie, davon liegen drei Viertel in Schottland. Ihr schnelles Wachstum passt zum ozeanischen Klima. Spontane Verjüngung in Mooren neben Plantagen gilt jedoch als bedenklich für den Schutz schottischer Heiden und Moore. 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Botanisch ist Picea sitchensis ein einhäusiger Nacktsamer: Jeder Baum trägt getrennte männliche und weibliche Zapfen, die im Frühjahr vom Wind bestäubt werden. Anders als bei manchen Kiefern reifen die Zapfen innerhalb einer Saison und geben ihre geflügelten Samen bereits im Herbst nach der Blüte frei. 3

Während der Wurzelbildung im schattigen Unterwuchs wächst die Art langsam; nach der Freistellung beschleunigt sich das Wachstum deutlich. Im günstigen ozeanischen Klima kann ein Jungbaum bis zu 1,5 m jährlich zulegen. Regelmäßig erscheinen die ersten Zapfen mit etwa 20 bis 40 Jahren. 7 9

Geschützte alte Wälder beherbergen Bäume mit einer Lebensdauer von 700 bis 800 Jahren. Wegen des schnellen Wachstums lässt sich ihr Alter schwer nach dem Aussehen beurteilen. Gärtnerisch wird die Art durch Aussaat nach Kältestratifikation vermehrt, bei Zwergsorten wie Papoose auch durch Veredelung. 9 4

Nutzen und Risiken

Das leichte, gleichmäßig gemaserte Holz von Picea sitchensis ist als Resonanzholz für die Decken von Gitarren, Geigen und Klavieren begehrt. Auch die Luftfahrtgeschichte prägte es: Der Wright Flyer von 1903, viele alliierte Flugzeuge des Ersten Weltkriegs und der laminierte Flügelholm der De Havilland Mosquito im Zweiten Weltkrieg bestanden aus Sitka-Fichtenholz. 7

Indigene Völker der nordwestlichen Küste, etwa die Tlingit, ernteten feine Wurzeln im Frühjahr und Herbst. Geschält und gespalten wurden sie zu wasserdichten Körben verflochten. Das Harz diente zum Abdichten von Kanus und wurde wie Kaugummi gekaut. 9

Bei Aufnahme ist die Art für Menschen und Haustiere nicht giftig; wiederholter Hautkontakt mit Harz kann jedoch reizen. Ein wesentlicher Schädling ist die Sitkafichtenlaus (Elatobium abietinum), die im Frühjahr ältere Nadeln entlaubt. Anders als die Gemeine Fichte hat sich die Sitka-Fichte nicht gemeinsam mit diesem aus Kontinentaleuropa stammenden Schädling entwickelt und ist deutlich anfälliger. In besonders schweren Jahren verliert sie mehr als 50 % der alten Nadeln. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Für den Garten stehen überwiegend Zwergauslesen zur Verfügung: Papoose wächst kompakt und breit, Tenas sehr langsam und unregelmäßig kugelig. Diese Formen eignen sich für Steingärten oder kleine Gärten. Die Wildform benötigt dagegen ausgewachsen eine Ausdehnung von mehreren Dutzend Metern. 4

Ähnlich erscheinen vor allem die Gemeine Fichte (Picea abies) mit weniger stechenden Nadeln und längeren hängenden Zapfen sowie die Weiß-Fichte (Picea glauca) mit weichen, beim Zerreiben unangenehm riechenden Nadeln. Die häufig begleitende Westamerikanische Hemlocktanne (Tsuga heterophylla) unterscheidet sich durch ungleich lange Nadeln und einen überhängenden Gipfeltrieb. Gegenüber den weniger stechenden Nadeln der Gemeinen Fichte und den weichen Nadeln der Weiß-Fichte bleiben die abgeflachten, 15 bis 20 mm langen und scharf zugespitzten Nadeln der Sitka-Fichte das verlässlichste Merkmal, auch an einem abgefallenen Zweig. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Sitka-Fichte giftig?

Nein, die Art ist für Menschen und Haustiere nicht giftig. Nur das Harz kann bei längerem Kontakt die Haut reizen, wie bei den meisten harzreichen Nadelbäumen.

Wie groß kann eine Sitka-Fichte werden?

Erwachsene Bäume erreichen häufig mehr als 60 bis 80 m. Das höchste dokumentierte Exemplar wurde 2021 in Kalifornien mit 100,2 m Höhe und 2,73 m Stammdurchmesser gemessen.

Wie unterscheidet man Sitka-Fichte und Gemeine Fichte?

Die Nadeln der Sitka-Fichte stechen deutlich stärker und haben einen abgeflacht rautenförmigen Querschnitt. Die Gemeine Fichte besitzt weniger scharfe Nadeln. Auch die dünnen, am Rand gezähnten Zapfenschuppen von Picea sitchensis helfen bei der Bestimmung.

Warum wird Sitka-Fichtenholz für Gitarren verwendet?

Das helle, leichte und gleichmäßig gemaserte Holz verbindet hohe Festigkeit mit geringem Gewicht und überträgt Schwingungen gut. Deshalb ist es als Resonanzholz für die Decken von Gitarren, Geigen und Klavieren begehrt.

Ist die Sitka-Fichte invasiv?

In ihrem natürlichen Areal nicht. Im Vereinigten Königreich versamt sie sich jedoch spontan in Mooren neben großen Forstplantagen. Diese Entwicklung gilt für den Schutz schottischer Heiden und Moore als bedenklich.

Wo wächst die Sitka-Fichte von Natur aus?

Ihr natürliches Areal folgt eng der nordamerikanischen Pazifikküste von der Kodiak-Bucht in Alaska bis Nordkalifornien. Es reicht selten weiter als 80 km ins Landesinnere.

Wie alt kann eine Sitka-Fichte werden?

In geschützten alten Wäldern kann sie 700 bis 800 Jahre leben. Ihr sehr schnelles Wachstum in den ersten Jahrzehnten erschwert es, das Alter nach dem Aussehen zu schätzen, anders als bei langsameren Nadelbäumen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.