Breitwegerich (Plantago major, )
Breitwegerich (Plantago major L., 1753) ist eine ausdauernde Pflanze der Plantaginaceae aus dem gemäßigten Eurasien, mit einem ursprünglichen Areal bis zur Arabischen Halbinsel, nach Makaronesien und Nordafrika. Heute ist er auf fast allen bewohnten Kontinenten eingebürgert. Seine Rosette aus breiten, deutlich geaderten Blättern verträgt für eine krautige Pflanze ungewöhnlich viel Tritt und wächst deshalb auf gemähten Rasenflächen, Wegen und verdichteten Böden.
WeiterlesenBreitwegerich, Breit-Wegerich, Großer Wegerich, Broadleaf plantain und White man's foot
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Plantago major umfasst das gemäßigte Eurasien von Europa bis zur Arabischen Halbinsel sowie Makaronesien und Nordafrika. Früh außerhalb dieses Gebiets eingeführt, ist die Art heute auf fast allen bewohnten Kontinenten eingebürgert, meist auf vom Menschen veränderten Böden.
- Heimisch4
- Eingeführt3
- Europäisches Frankreich
- Europa
- Gemäßigtes Asien
- Nordafrika und Makaronesien
- Vereinigte Staaten
- Kanada
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Breitwegerich (Plantago major L., 1753), auch Breit-Wegerich oder Großer Wegerich, ist eine ausdauernde krautige Art der Gattung Plantago aus der Familie Plantaginaceae. Plants of the World Online führt den 1753 von Linné veröffentlichten Namen als akzeptiert. Das natürliche Areal reicht vom gemäßigten Eurasien bis zur Arabischen Halbinsel und umfasst Makaronesien sowie Nordafrika. 1 5
Im lateinischen Wort planta, „Fußsohle“, liegt der Ursprung des Gattungsnamens Plantago: Die flach aufliegende Blattrosette erinnert an einen Fußabdruck. Europäische Siedler verbreiteten die Pflanze so stark in Nordamerika, dass indigene Völker sie „Fußstapfen des weißen Mannes“ (white man’s foot) nannten. Sie besiedelte die gestörten Böden oft schon, bevor weitere Siedler sichtbar eintrafen. 8 3
Erkennung
Aus einer bodennahen Rosette wachsen eiförmige bis rundliche, 5 bis 10 cm breite Blätter mit kräftigem, oft geflügeltem Stiel. Die deutlich ausgeprägten fünf bis neun parallelen Blattnerven trennen Plantago major gut von schmalblättrigen Wegerichen wie Plantago lanceolata. 3 4
Zwischen 10 und 60 cm hoch werden die aufrechten, blattlosen Blütenschäfte, je nach Boden und Belichtung. An der Spitze jedes einzelnen Schafts sitzt eine dichte Ähre. Ihre zahlreichen winzigen Blüten sind grünlich bis bräunlich gefärbt. Aus ihnen ragen die weißen oder purpurnen Staubblätter deutlich heraus. Für die Bestäubung sorgen keine Insekten: Der Wind trägt den Pollen von den Blüten fort. 5 3
Nützliche Taxonomie
Als akzeptiert verzeichnet Plants of the World Online den 1753 veröffentlichten Namen Plantago major L. Mehrere Unterarten werden anerkannt, darunter: 1
- Plantago major subsp. major, die am weitesten verbreitete Form;
- Plantago major subsp. intermedia (Gilib.) Lange, mit schmaleren, behaarten Blättern an feuchten, teils salzhaltigen Standorten;
- Plantago major subsp. pleiosperma Pilg., mit samenreicheren Kapseln.
Mit mehr als 250 Arten gehört Plantago wie Digitalis und Veronica zu den Plantaginaceae. Die Verwandtschaft ist dem Wuchs kaum anzusehen: Die niedrige Rosette des Breitwegerichs unterscheidet sich deutlich von den aufragenden Fingerhüten. 6
Lebensraum und Verbreitung
Von Europa bis Afghanistan und Jemen reicht das natürliche eurasische Areal des Breitwegerichs; hinzu kommen Makaronesien und Nordafrika. In Frankreich ist die heimische Art in fast allen Teilen des europäischen Staatsgebiets häufig. 1 5
Bereits im 17. Jahrhundert nach Nordamerika eingeführt, ist Plantago major dort heute von Küste zu Küste eingebürgert, ebenso auf den meisten anderen bewohnten Kontinenten. Die IUCN bewertet ihn als nicht gefährdet. Er besiedelt bevorzugt gestörte Böden auf gemähten Rasenflächen, an Wegen, auf Kiesflächen und Ödland. 7 3
Seine ungewöhnliche Trittfestigkeit verdankt der Breitwegerich biegsamen Blättern und belastbaren Nerven. Sie halten wiederholten Tritten sowie Rädern und Hufen stand, ohne zu reißen, während gewöhnlicher Rasen unter derselben Belastung lückig wird. 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Von April bis September erscheinen zwittrige, selbstfruchtbare Blüten, die durch Wind bestäubt werden. Ein gut entwickeltes Exemplar kann in einer Saison bis zu etwa 20.000 Samen bilden. 4 3
Eine als Deckelkapsel oder Pyxidium bezeichnete Frucht öffnet sich zur Reife mit einem kreisförmigen Deckel. Sie enthält 4 bis 13 winzige braune Samen mit netzartiger Oberfläche. Sobald die Samen nass werden, sondern sie einen klebrigen Schleim ab. Dadurch bleiben sie an den Sohlen von Schuhen, an Reifen oder im Fell von Tieren hängen und werden mitgetragen. Dieser Transport durch unmittelbaren Kontakt, stärker als eine Verbreitung durch den Wind, erklärt das weltweite Vorkommen entlang häufig begangener Wege. 4 2
Nutzen und Risiken
Vor der Blüte gesammelte junge Blätter lassen sich nach Entfernung zäher Fasern roh als Salat oder gekocht als Blattgemüse verwenden. Die schleim- und vitamin-B1-reichen Samen sind essbar, aber nur mühsam in brauchbaren Mengen zu ernten. 2
Traditionell wurden zerdrückte Blätter als zusammenziehender Umschlag zur Wundheilung sowie bei Insektenstichen und Hautreizungen verwendet. Die Wurzel diente früher als Mittel gegen Fieber und Atemwegsinfektionen. Für Plantago major ist keine Giftigkeit dokumentiert; sehr große Verzehrmengen können jedoch Blutdruckabfall und Durchfall auslösen. 2 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Die grüne Wildform wird gewöhnlich nicht als Zierpflanze angesehen. Die Sorte 'Rubrifolia', auch als 'Atropurpurea' verkauft, bietet dagegen purpurnes, bronze- bis granatfarbenes Laub und wird an Teichrändern und in feuchten Gärten geschätzt. 2
Am ehesten lässt sich Breitwegerich mit Plantago lanceolata verwechseln. Dieser besitzt schmale lanzettliche Blätter mit drei bis fünf Nerven und eine kurze kegelförmige statt längliche Blütenähre. Der nordamerikanische Plantago rugelii unterscheidet sich durch oft purpurne Blattstiele und Kapseln, die sich nahe der Basis statt in der Fruchtmitte öffnen. 4
Für die Bestimmung des Breitwegerichs ist die Nervatur verlässlicher als Blattstielfarbe oder Ährenform. Breite Blätter mit fünf bis neun parallelen Nerven und ungefärbten Stielen sprechen für ihn; schmale Blätter oder purpurne Stiele weisen auf verwandte Arten hin.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Plantago major L.
- Plants For A Future, Plantago major
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Plantago major
- Go Botany / Native Plant Trust, Plantago major
- INPN / MNHN, Plantago major L., 1753 - Breitwegerich
- Tela Botanica / eFlore bdtfx, Plantago major L.
- IUCN Red List, Plantago major Bewertung
- Oxford University Plants 400, Plantago
Häufig gestellte Fragen
Ist Breitwegerich giftig?
Für übliche Verwendungen ist keine Giftigkeit dokumentiert. Nur sehr große Verzehrmengen können Blutdruckabfall und Durchfall verursachen; dies betrifft hohe Dosen, nicht den gewöhnlichen Gebrauch als Nahrung oder Heilpflanze.
Warum verträgt Breitwegerich Tritt so gut?
Seine biegsamen Blätter und belastbaren Blattnerven überstehen wiederholt Füße, Räder und Hufe, ohne zu reißen. Gewöhnlicher Rasen wird bei derselben Belastung rasch lückig.
Wie unterscheidet man Plantago major von Plantago lanceolata?
Am schnellsten an der Blattspreite: Bei Plantago major ist sie breit und eiförmig mit fünf bis neun Nerven, bei Plantago lanceolata schmal und lanzettlich mit drei bis fünf Nerven. Dessen Blütenähre ist zudem kürzer und kegelförmig.
Woher stammt der Name white man’s foot?
Indigene Völker Nordamerikas nannten die Pflanze so, weil sie die von europäischen Siedlern veränderten Böden besiedelte und deren Wegen wie eine dauerhafte Fußspur folgte.
Kann man Breitwegerich essen?
Junge Blätter können nach Entfernung der zähen Fasern roh als Salat oder gekocht als Gemüse gegessen werden. Auch die Samen sind essbar, lassen sich aber nur mühsam in brauchbaren Mengen sammeln.
Ist Breitwegerich invasiv?
In Frankreich ist die heimische Art ein gewöhnliches Wildkraut und keine invasive gebietsfremde Art. In Nordamerika und Australien ist sie weithin eingebürgert, zählt aber selten zu den besonders problematischen Arten.
Gibt es Ziersorten des Breitwegerichs?
Die Sorte Rubrifolia, auch als Atropurpurea verkauft, besitzt purpurnes bis bronzefarbenes Laub und wird an Teichrändern geschätzt. Die Wildform ist dagegen vollständig grün.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



