Ispaghul (Plantago ovata, Forssk. 1775)

Plantago ovata (Forssk., 1775) ist ein einjähriges Kraut der Plantaginaceae aus Wüstengebieten des Mittelmeerraums und Südwestasiens bis Indien. Seine winzigen bootförmigen Samen liefern nach Abtrennung der Samenschale das in Wasser quellende Psyllium, das als löslicher Ballaststoff in Apotheken verkauft wird. Die Art wird heute großflächig in Indien und Pakistan angebaut.

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Wissenschaftlicher NamePlantago ovata
GattungPlantago
OrdnungLamiales

Ispaghul, Isabgol, Blond psyllium und Desert Indianwheat

Identität
Toxizität
Beim Verzehr ungiftig; eingeatmeter Staub kann Atemwegsallergien auslösen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
SpanienMarokkoSüdwestasienSomaliaVereinigte Staaten
Lebensraum
Wüstenebenen und Tafelberge, durchlässige Sand- und Kiesböden, Äcker in aridem bis semiaridem Klima
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Von Aussaat bis Ernte je nach Klima 90 bis 120 Tage
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig; dünne Blütenschäfte können bei starkem Wind umknicken
Luftfeuchtigkeit
20–50 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Leichter Sandboden, Durchlässige Erde
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Unbedingt volle Sonne
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Gemüsegarten
Pflanzgefäße
Terrakotta, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe10–45 cmBreite10–25 cm
Blätter
Grün
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGröße0.5–5 cm
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Wuchsform
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Plantago ovata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Plantago ovata umfasst den Mittelmeerraum, Nordafrika und Südwestasien bis Indien und Somalia. Auch vom Südwesten der USA bis Nordmexiko sind Populationen beschrieben; ob sie heimisch oder eingeführt sind, bleibt umstritten. Außerhalb dieses Areals wird die Heilpflanze vor allem in Indien und Pakistan angebaut, die den Großteil der weltweiten Psylliumproduktion liefern.

  • Heimisch5
  • Spanien
  • Nordafrika
  • Südwestasien
  • Somalia
  • Vereinigte Staaten (Südwesten)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Plantago ovata (Forssk., 1775), als Ispaghul oder helles Psyllium bekannt, ist eine einjährige krautige Art der Gattung Plantago aus der Familie Plantaginaceae. Pehr Forsskål sammelte sie während der dänischen Arabienexpedition 1761–1763. Seine Beschreibung erschien erst nach seinem Tod in der von Carsten Niebuhr 1775 veröffentlichten Flora Aegyptiaco-Arabica. 1 5

Auf die persischen Wörter asp für Pferd und ghol für Ohr geht Ispaghul zurück. Der Name beschreibt die längliche, gekrümmte Samenform, die an ein Pferdeohr oder ein kleines Boot erinnert. Die getrocknete und gemahlene Samenschale liefert das als löslicher Ballaststoff in Apotheken und im Kräuterhandel verkaufte Psyllium. 2

Erkennung

Schmale, linealische bis fadenförmige, behaarte Blätter bilden bei Plantago ovata eine Grundrosette. Sie weisen drei deutliche parallele Nerven auf. Je nach Boden und Bewässerung werden die aufrechten, seidig behaarten Blütenschäfte 15 bis 45 cm hoch. 3 2

Anfangs weniger als 2 cm lang, streckt sich die dichte eiförmige Blütenähre nach der Blüte auf etwa 5 cm. Ihre zahlreichen kleinen weißen Blüten werden vom Wind statt von Insekten bestäubt. 3

Je zwei glänzende, rosabraune, bootförmig ovale Samen von 1,8 bis 3,3 mm Länge entstehen pro Kapsel. In Wasser umhüllt sie binnen Minuten ein durchscheinender Schleim, der ihr Volumen verdoppelt. Das bietet einen einfachen Anhaltspunkt zur Bestimmung. 2

Nützliche Taxonomie

Den 1775 veröffentlichten Namen Plantago ovata Forssk. akzeptiert Plants of the World Online. Mehrere früher getrennt beschriebene Varietäten wurden inzwischen dieser Art zugeordnet: 1 4

  • Plantago fastigiata E.Morris, nordamerikanische Varietät, heute P. ovata zugeordnet;
  • Plantago insularis Eastw., weitere nordamerikanische Varietät, heute in die Art einbezogen;
  • Plantago decumbens Forssk., direktes Synonym aus der Erstbeschreibung von 1775.

Innerhalb der Plantaginaceae steht die Gattung Plantago neben Digitalis und Veronica. Diese Verwandtschaft ist am Wuchs nicht offensichtlich: Die niedrige Rosette von Plantago ovata unterscheidet sich stark vom aufrechten Blütenschaft eines Fingerhuts. 4

Lebensraum und Verbreitung

Vom Südosten Spaniens über Nordafrika und Südwestasien bis Indien und Somalia erstreckt sich das natürliche Areal von Plantago ovata. Plants of the World Online nennt zudem Populationen vom Südwesten der USA bis Nordmexiko. Ob diese nordamerikanischen Vorkommen heimisch statt eingeführt sind, bleibt jedoch mangels einer eindeutigen wissenschaftlichen Bestätigung umstritten. 1

In der Sonora-Wüste blüht die Pflanze hauptsächlich von Januar bis Mai. Bringt der Monsun genügend Feuchtigkeit, ist eine zweite Herbstblüte möglich. Sie wächst auf Ebenen und Tafelbergen bis etwa 900 m Höhe in gut durchlässigem Sand- oder Kiesboden. 3

Der großflächige Heilpflanzenanbau konzentriert sich auf Indien und Pakistan, die den Großteil der weltweiten Psylliumproduktion liefern. Besonders wichtig sind die halbtrockenen Regionen Gujarat und Rajasthan. 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Eine einzige Saison umfasst den Lebenszyklus von Plantago ovata. Oberflächlich gesäte Samen keimen auf erwärmtem Boden binnen weniger Tage. Tief vergrabene Samen laufen wegen des fehlenden Lichts schlechter auf. 2

Nach sechs bis acht Wochen vegetativen Wachstums beginnt die Blüte; einige weitere Wochen später reifen die Kapseln. Im kommerziellen Anbau dauert der gesamte Zyklus von Aussaat bis Ernte je nach Klima etwa 90 bis 120 Tage. 8

Zur Reife werden die Ähren geschnitten, getrocknet und gedroschen. Mahlen und Worfeln trennen anschließend die Samenschale vom Samenkern. Diese schleimreiche Hülle, nicht der ganze Samen, bildet das Psyllium im engeren Sinn. 2

Nutzen und Risiken

Etwa 70 % lösliche und 30 % unlösliche Ballaststoffe enthält die Samenschale von Plantago ovata, überwiegend Arabinoxylane. Der Schleim quillt bei Wasserkontakt zu einem Gel und vergrößert das Stuhlvolumen. Darauf beruht die seit Jahrhunderten bekannte pflanzenheilkundliche Verwendung als Quellmittel bei Verstopfung. 8

Klinische Auswertungen bringen eine regelmäßige Psylliumeinnahme mit sinkendem LDL-Cholesterin in Verbindung. Ein gleichwertiger Einfluss auf HDL-Cholesterin ist nicht nachgewiesen. 7

Beim Umgang mit Pulver liegt das wichtigste Risiko. Wer regelmäßig Psylliumstaub einatmet, etwa beim Backen mit glutenfreien Mischungen oder beim Zubereiten in Apotheken, kann eine IgE-vermittelte Atemwegsallergie mit Schnupfen, Bindehautentzündung oder Berufsasthma entwickeln. Dies beruht nicht auf einer Giftigkeit der Pflanze. 6

Zur Einnahme gehört immer ein großes Glas Wasser. Trockenes oder unzureichend befeuchtetes Psyllium kann in der Speiseröhre aufquellen und das Schlucken behindern. Bei Menschen mit vorhandenen Verengungen im Verdauungstrakt ist sogar ein Verschluss möglich. 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Für hohe Erträge wurden in Indien Sorten wie Niharika gezüchtet, 1998 vom CIMAP-Institut in Lucknow für die nordindischen Ebenen zugelassen. Hinzu kommen GI-2 und HI-5 aus landwirtschaftlichen Hochschulen in Gujarat und Haryana. Diese Linien unterscheiden sich vor allem im Samenertrag und weniger im Aussehen. 8

Zu Verwechslungen führen vor allem dunkle Flohsamen von Plantago afra und Plantago indica. Sie sind dunkler und kleiner und stammen von Pflanzen mit verzweigten, beblätterten Stängeln. Plantago ovata besitzt dagegen eine Grundrosette und blattlose Blütenschäfte. 4

Unter der Handelsbezeichnung „Psyllium“ ist in Europa und Nordamerika fast immer Plantago ovata gemeint. Nur der vollständige wissenschaftliche Name erlaubt eine verlässliche Unterscheidung zwischen hellen und dunklen Flohsamen.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Plantago ovata giftig?

Bei üblicher Verwendung als Lebensmittel ist die Pflanze ungiftig. Das dokumentierte Risiko betrifft das regelmäßige Einatmen von Samenschalenpulver, das bei beruflich exponierten Personen Atemwegsallergien auslösen kann.

Was unterscheidet helle von dunklen Flohsamen?

Helle Flohsamen stammen von Plantago ovata mit bodennaher Rosette und hellen Samen. Dunkle Flohsamen stammen von Plantago afra und Plantago indica, die verzweigte, beblätterte Stängel und kleinere, dunklere Samen besitzen.

Warum quellen die Samen von Plantago ovata in Wasser?

Ihre Samenschale enthält arabinoxylanreichen Schleim. Diese löslichen Ballaststoffe nehmen Wasser auf und bilden ein Gel. Das erklärt die Verwendung als Quellmittel bei Verstopfung und als Stabilisator in Lebensmitteln.

Woher kommt der Name Ispaghul?

Er geht auf die persischen Wörter asp für Pferd und ghol für Ohr zurück und beschreibt die längliche, gekrümmte Samenform. Über Hindi und Urdu verbreitete sich später die Form Isabgol.

Wo wird Plantago ovata heute angebaut?

Die Art stammt aus dem Mittelmeerraum und Südwestasien bis Indien. Ihr kommerzieller Anbau konzentriert sich heute auf Indien und Pakistan, die den Großteil des weltweit erzeugten Psylliums liefern.

Senkt Psyllium den Cholesterinspiegel?

Mehrere klinische Auswertungen verbinden die regelmäßige Einnahme mit niedrigerem LDL-Cholesterin. Ein gleichwertiger Effekt auf HDL-Cholesterin ist nicht nachgewiesen.

Wie erkennt man Plantago ovata in der Natur?

Kennzeichnend sind die bodennahe Rosette schmaler, behaarter Blätter und unverzweigte, blattlose Blütenschäfte mit einer dichten eiförmigen Ähre kleiner weißer Blüten.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.