Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris, Mill. 1768)

Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris) ist eine krautige Staude der Plantaginaceae aus Europa und dem gemäßigten Asien, von Sibirien bis Zentralasien. Kriechende Rhizome bilden dichte Bestände. Vom Sommer bis zum Herbst erscheinen gelbe Blüten mit orangefarbener Unterlippe und gebogenem Sporn, die an kleine Löwenmäulchen erinnern. Im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Nordamerika eingeführt, wird die Art dort heute als reguliertes Unkraut geführt.

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Wissenschaftlicher NameLinaria vulgaris
GattungLinaria
OrdnungLamiales

Echtes Leinkraut, Gewöhnliches Leinkraut, Gemeines Leinkraut, Frauenflachs, Common toadflax und Butter and eggs

Identität
Toxizität
Leichte Giftigkeit für Vieh vermutet; für Katzen und Hunde nicht dokumentiert
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Wilde Blume
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandVereinigtes KönigreichRusslandKasachstanChina
Lebensraum
Brachen, Straßenränder, Böschungen und Äcker auf durchlässigen sandigen, kiesigen oder kalkhaltigen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Blüte ab dem 2.–5. Jahr aus Samen; über Rhizome raschere Bestandsbildung
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut; biegsame Stängel sind wenig windempfindlich
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Sandiger Boden, Kalkboden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Ausschließlich volle Sonne
Außenbereich
Straßenrand, Wiese, Böschung
Erscheinungsbild
Höhe10–50 cmBreite10–50 cm
Blätter
Grün
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbOrange
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Linaria vulgaris umfasst Europa und das gemäßigte Asien von Sibirien bis Zentralasien. Die eigene Unterart subsp. chinensis stammt aus Nord- und Ostchina bis Korea. Seit dem späten 17. Jahrhundert als Zier- und Heilpflanze in Nordamerika eingeführt, ist die Art dort weit eingebürgert und wird in zahlreichen Bundesstaaten und Provinzen als problematisches Unkraut überwacht.

  • Heimisch6
  • Invasiv2
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Vereinigtes Königreich
  • Russland
  • Kasachstan
  • China
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris Mill., 1768), auch Gewöhnliches Leinkraut, Gemeines Leinkraut oder Frauenflachs, ist eine krautige Staude der Gattung Linaria aus der Familie Plantaginaceae. Gelbe Blütenähren mit orangefarbener Unterlippe und gebogenem 2 bis 3 cm langem Sporn erinnern an ein kleines Löwenmäulchen. Bei Antirrhinum majus fehlt dieser Nektarsporn; er trennt beide Gattungen im Gelände eindeutig. Linné beschrieb die Pflanze 1753 zunächst als Antirrhinum linaria. Philip Miller überführte sie 1768 in die neue Gattung Linaria unter dem heute akzeptierten Namen. 1 6 8

Das Epitheton vulgaris bezeichnet eine verbreitete, vertraute Pflanze, wie sie auf europäischen Brachen und an Straßenrändern wächst. Linaria geht auf lateinisch linum, Lein, zurück: Die schmalen blaugrünen Blätter erinnern an dessen Laub. Eine nähere botanische Verwandtschaft zwischen den beiden Pflanzen besteht jedoch nicht. 2

Erkennung

Aufrechte Stängel von 10 bis 50 cm Höhe tragen beim Echten Leinkraut linealische, blaugrüne Blätter in eng stehenden Quirlen. Endständige Ähren bestehen aus zahlreichen gelben Blüten mit orangefarbener Unterlippe. An der Basis der Krone sitzt ein gebogener Sporn von 2 bis 3 cm Länge. 2 4

Wie bei einem kleinen Löwenmäulchen bleibt die Blüte zunächst geschlossen. Nur ausreichend schwere Insekten, besonders Hummeln, können die beiden Lippen auseinanderdrücken und den Nektar im Sporn erreichen. Leichtere Besucher gelangen nicht hinein. Der Sporn unterscheidet diese verschlossene Blüte von den spornlosen Löwenmäulchen der Gattung Antirrhinum. 3

Nach der Befruchtung entsteht aus jeder Blüte eine eiförmige Kapsel mit zahlreichen winzigen Samen. Jeder Samen besitzt einen häutigen Flügel. Der Wind kann diese geflügelten Samen anschließend über weite Strecken verbreiten. 4

Nützliche Taxonomie

POWO akzeptiert Linaria vulgaris Mill. mit Antirrhinum linaria L. als Basionym, also dem ursprünglichen von Linné beschriebenen Namen. In der Literatur werden drei Unterarten anerkannt. 1

  • Antirrhinum linaria L., 1753 bleibt das Basionym der Art.
  • Linaria vulgaris subsp. chinensis (Bunge ex Debeaux) D.Y.Hong wächst von Nord- und Ostchina bis Korea.
  • Linaria vulgaris subsp. pinetorum Kosachev wurde erst in jüngerer Zeit aus dem Altai beschrieben.

Miller beschrieb die Gattung Linaria 1754. Heute gehört sie zu den Plantaginaceae, nachdem sie lange unter den Scrophulariaceae geführt wurde. Die Familienzuordnung ändert ihre Erkennungsmerkmale nicht. Sie erklärt jedoch, warum ältere Bücher das Leinkraut in einer anderen Familie einordnen als heutige Bestimmungswerke. 1 6

Lebensraum und Verbreitung

Von Europa bis ins gemäßigte Asien reicht das natürliche Areal von Linaria vulgaris, einschließlich Sibirien und Zentralasien. Die Unterart chinensis besitzt ein getrenntes Areal von Nord- und Ostchina bis Korea. Die Art besiedelt Brachen, Straßenränder, Böschungen und Äcker mit gut durchlässigen sandigen, kiesigen oder kalkhaltigen Böden. 1 4

Bereits seit dem späten 17. Jahrhundert wurde das Leinkraut als Zier- und Heilpflanze nach Nordamerika eingeführt. Dort ist es inzwischen weit eingebürgert. Das National Invasive Species Information Center des US-Landwirtschaftsministeriums zählt es zu den Unkräutern, die heimische Pflanzen verdrängen. Mehrere Bundesstaaten und Provinzen betreiben aktive Managementprogramme. 5 7

Innerhalb Europas gehört Echtes Leinkraut zur gewöhnlichen Ruderalflora. In Nordamerika wird dieselbe Pflanze als problematisches Unkraut überwacht. Dieser Unterschied zeigt, wie sich die Rolle einer Art nach Verbringung weit außerhalb ihres natürlichen Areals verändern kann. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Vom Sommer bis zum frühen Herbst dauert die Blütezeit. Jede Blüte öffnet sich nur unter dem Gewicht eines ausreichend schweren Bestäubers, vor allem einer Hummel. Das Insekt muss die Lippen auseinanderdrücken, um zum Nektar am Spornende zu gelangen. Diese mechanische Schranke begrenzt den Kreis geeigneter Bestäuber. 3

Für die örtliche Ausbreitung sind vor allem kriechende Rhizome verantwortlich. Sie reichen mehrere Meter um die Mutterpflanze und bilden rasch neue blühende Stängel. Die dabei entstehenden Bestände sind genetisch mit der Ausgangspflanze identisch. So kann aus einem einzelnen Vorkommen schnell eine dichte Fläche werden. 4

Aus Samen gezogene Pflanzen erreichen ihre volle Entwicklung nach 2 bis 5 Jahren. Über Rhizome gelingt die Vermehrung schneller. Nach einer Teilung können bereits in der ersten folgenden Vegetationsperiode blühende Stängel entstehen, sodass sich Bestände auf diesem Weg zügiger entwickeln als nach Aussaat. 2

Nutzen und Risiken

Als Zierpflanze eignet sich die Art für Kiesgärten, Blumenwiesen und trockene Beetränder; die lange gelbe Blüte wird auch für Schnittblumen genutzt. Die traditionelle Heilkunde verwendete die ganze Pflanze als harntreibendes und abführendes Mittel sowie gegen Ödeme, Gelbsucht und Hautleiden. Diese Verwendung wurde mangels ausreichender Sicherheitsdaten aufgegeben. 3

Die ganze Pflanze enthält Glykoside, die als leicht giftig gelten, insbesondere für Weidevieh, das sie frisst. Für Katzen und Hunde liegt kein eigener ASPCA-Eintrag vor. Damit fehlt in dieser Referenz ein artspezifischer Anhaltspunkt für das Risiko bei diesen Haustieren; aus dem fehlenden Eintrag folgt keine bestätigte Unbedenklichkeit. 3

In Nordamerika erklären kräftige Rhizome und reichlich produzierte geflügelte Samen die Einstufung als reguliertes Unkraut in mehreren Bundesstaaten und Provinzen. Biologische Bekämpfungsprogramme setzen spezialisierte Insekten ein, die an Linaria gebunden sind, um die weitere Ausbreitung einzudämmen. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Stabile Gartensorten sind bei Linaria vulgaris nicht bekannt. In Gärtnereien angebotene Pflanzen entsprechen fast immer der typischen Art, ohne Auswahl nach Farbe oder Wuchs. Beachtung verdient vor allem die geografische Herkunft: Außerhalb seines natürlichen Areals kann sich ein eingeführter Bestand aggressiver ausbreiten als in Europa. 4

Besonders häufig sind Verwechslungen mit folgenden Pflanzen:

  • Dem Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) fehlt der Nektarsporn.
  • Linaria repens trägt blassere, oft violett gestreifte Blüten.
  • Linaria dalmatica wird größer als Echtes Leinkraut und besitzt breite, stängelumfassende Blätter.

Der gebogene Sporn an der Blütenbasis trennt Leinkraut eindeutig vom spornlosen Garten-Löwenmäulchen. Innerhalb der Gattung Linaria helfen anschließend Blütenfarbe und Blattform, die verschiedenen Arten voneinander zu unterscheiden. Die ähnliche zweilippige Blütengestalt allein genügt dafür nicht. 2 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Echtes Leinkraut giftig?

Für Weidevieh wird eine leichte Giftigkeit durch Glykoside in der ganzen Pflanze angegeben. Ein eigener ASPCA-Eintrag zu Risiken für Katzen und Hunde liegt nicht vor.

Warum heißt die Blume auf Englisch „butter and eggs“?

Der Name beschreibt den Farbkontrast der Blüte: Der größte Teil ist buttergelb, die Unterlippe gelborange, ähnlich Eiern auf Butter.

Ist Echtes Leinkraut invasiv?

In Europa ist es heimisch und hat keinen invasiven Status; es gehört zur gewöhnlichen Ruderalflora. In Nordamerika wurde es als Zierpflanze eingeführt und zählt in mehreren Bundesstaaten und Provinzen zu den regulierten Unkräutern.

Wie vermehrt sich Echtes Leinkraut?

Durch geflügelte Samen, die der Wind verbreitet, und kriechende Rhizome. Diese bilden rasch neue Stängel um die Mutterpflanze und dadurch dichte Bestände.

Wie unterscheidet es sich vom Löwenmäulchen (Antirrhinum majus)?

Leinkraut besitzt an der Blütenbasis einen gebogenen Nektarsporn, der beim Löwenmäulchen fehlt. Beide Gattungen gehören zu den Plantaginaceae und tragen ähnlich geformte zweilippige Blüten.

Welchen Standort braucht Echtes Leinkraut?

Volle Sonne ist unerlässlich, dazu ein durchlässiger sandiger oder kalkhaltiger Boden mit geringer bis mittlerer Nährstoffversorgung. Schon Halbschatten verringert die Blüte deutlich.

Woher kommt der Name Linaria?

Der Gattungsname stammt vom lateinischen linum für Lein. Die schmalen blaugrünen Blätter erinnern an Kulturlein. Linné beschrieb die Art 1753 zunächst als Antirrhinum linaria; Miller stellte sie 1768 in die Gattung Linaria.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.