Aprikose (Prunus armeniaca, )
Aprikose (Prunus armeniaca L., 1753) ist ein sommergrüner Obstbaum der Rosaceae. Ihr tatsächliches Herkunftsgebiet liegt in Zentralasien und Nordchina, obwohl der Artname auf Armenien verweist. Sie blüht früh im Frühjahr vor dem Laubaustrieb und bildet im Sommer orange Steinfrüchte, die Aprikosen. Kerne sowie welke Blätter und Triebe bleiben für Haustiere giftig.
WeiterlesenAprikose, Aprikosenbaum, Apricot, Albaricoquero und Albicocco
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Weltweite Verbreitung
Der Artname armeniaca ließ lange eine armenische Herkunft vermuten. POWO verortet das tatsächliche natürliche Areal von Prunus armeniaca jedoch in Zentralasien und Nordchina. PFAF nennt spontane Bestände an Berghängen, oft mit Kulturflüchtlingen vermischt. Der Anbau erreichte später Armenien, Persien, den Mittelmeerraum und die übrigen gemäßigten Weltregionen.
- Heimisch2
- Eingeführt1
- China
- Mongolei
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Aprikose (Prunus armeniaca L., 1753) ist ein sommergrüner Obstbaum der Gattung Prunus innerhalb der Rosaceae. Ihr Artname armeniaca ließ lange eine armenische Herkunft vermuten. POWO verortet ihr tatsächliches natürliches Areal jedoch in Zentralasien und Nordchina. 1 6
Das französische Wort abricot geht auf das arabische al-birquq zurück, das seinerseits über Katalanisch und Portugiesisch aus dem lateinischen praecoquum, „frühreif“, entstand. Dieselbe Wurzel steckt im französischen Adjektiv précoce. Namengebend ist die frühe Fruchtreife, keine botanische Verwandtschaft mit dem Pfirsich. 8
Lateinische Autoren nannten die Frucht bereits prunum Armeniacum, weil sie Armenien für ihr Ursprungsgebiet hielten. Dort wurde die Art zwar seit der Antike angebaut, doch lag das Land lediglich auf ihrem Verbreitungsweg nach Europa. 8 3
Erkennung
Ein Aprikosenbaum wird mittelgroß, 4 bis 8 m hoch und ähnlich breit. Er wächst rasch und bildet eine rundliche, becherförmige Krone. Nach RHS erreicht er seine volle Größe nach 10 bis 20 Jahren. 2
Einfache, ovale bis rundliche Blätter mit breiter Basis und lang ausgezogener Spitze stehen wechselständig an den Zweigen. NC State beschreibt einen fein gezähnten Blattrand. Die rundlichere Form gegenüber dem Pfirsich hilft, beide Bäume bereits mit bloßem Auge zu unterscheiden. 4
Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr erscheinen die Blüten vor den Blättern. Sie sind weiß bis blassrosa, einzeln stehend, duftend und 2 bis 2,5 cm breit. Sie öffnen sich früher als Pfirsichblüten und sind deshalb einem höheren Spätfrostrisiko ausgesetzt. 2 4
Die fleischige Steinfrucht besitzt eine orange Fruchthaut, häufig mit roter Tönung. Darin liegt ein großer, glatter Stein mit leicht rauer Oberfläche. Die Rinde an Stamm und Zweigen reißt im Alter auf und zeigt deutliche Lentizellen. Das erleichtert die Bestimmung im Winter ohne Blätter oder Blüten. 4
Nützliche Taxonomie
POWO akzeptiert die Art unter Prunus armeniaca L. In älterer botanischer und gartenbaulicher Literatur begegnen mehrere konkurrierende Namen:
- Armeniaca vulgaris Lam., historisches Synonym
- Prunus armeniaca subsp. vulgaris (Lam.) Dippel, historische Zuordnung als Unterart
- Amygdalus armeniaca (L.) Dumort., historisches Synonym
- Armeniaca armeniaca (L.) Huth, ungültiger Name
- Prunus tiliifolia Salisb., illegitimer Name
Besondere Beachtung verdient Prunus armeniaca var. ansu, die in Katalogen gelegentlich als Japanische Aprikose bezeichnet wird. POWO behandelt sie als Synonym der Nominatvarietät var. armeniaca und nicht als eigene botanische Varietät. Diese Einordnung verhindert eine Verwechslung mit der verwandten Prunus mume, deren Früchte deutlich saurer sind. 1
Lebensraum und Verbreitung
Spontane Bestände verortet PFAF an Berghängen und in lichten Wäldern auf 700 bis 3000 m Höhe in Nordchina, der Mongolei und bis Tibet. Viele außerhalb von Obstgärten beobachtete Bäume dürften jedoch Kulturflüchtlinge statt wirklich wilder Populationen sein. 3
Aus Zentralasien gelangte der Anbau nach Armenien und Persien, anschließend in den Mittelmeerraum und die übrigen gemäßigten Weltregionen. Dieser historische Weg erklärt den Artnamen armeniaca, nicht die botanische Herkunft. 8 1
Für den Anbau braucht die Aprikose gut drainierten, eher alkalischen Boden mit einem pH von 6,5 bis 7,5. Schwerer Lehm hält Wasser an den Wurzeln zurück und verursacht Wurzelfäule, ein bei der Aprikose stärker ausgeprägtes Risiko als beim Pfirsich. PFAF rät außerdem von salzigen Böden ab, die die Art schlecht verträgt. 3
Lebenszyklus, Blüte und Frucht
Nach 2 bis 3 Monaten Kaltstratifikation kann ein ausgesäter Stein keimen. Das Auflaufen bleibt jedoch langsam; PFAF nennt bis zu 18 Monate. Obstbäume im Handel sind deshalb fast immer auf Unterlagen veredelt, damit die Früchte der gewählten Sorte entsprechen. 3
Schon im Spätwinter liegt die Blüte deutlich vor dem Laubaustrieb. Ein Spätfrost von nur −2 °C zerstört eine gesamte Blüte. NC State nennt diese Empfindlichkeit als einen der Hauptgründe für unregelmäßige Ernten. Die Früchte reifen anschließend im Sommer, je nach Klima und Sorte von Ende Juni bis August. 4 2
Im Stein liegt ein Samen, dessen Geschmack vom Anbauklima abhängt. PFAF nennt süße, essbare Samen in warmen Regionen und bittere, amygdalinreiche Samen in kühleren Klimaten. 3
Giftigkeit und Vorsicht
Wie bei anderen steinfrüchtigen Prunus gilt: Das reife Fruchtfleisch ist essbar, der Baum als Ganzes jedoch nicht. Die ASPCA führt die Aprikose als giftige Pflanze für Katzen, Hunde und Pferde. 5
Verantwortlich sind cyanogene Glykoside in Trieben, Blättern und besonders im Kern. Die Gefahr steigt, wenn das Laub welkt. Nach bedenklicher Aufnahme werden ziegelrote Schleimhäute, erweiterte Pupillen, Atemnot, Hecheln und Schock beschrieben. 5
Für Menschen weist PFAF darauf hin, dass ein massiver Verzehr bitterer Samen gefährliche Mengen Blausäure freisetzen kann. Ein stark bitterer Geschmack muss vor dem Verzehr warnen, besonders bei Kindern. 3
Nach der Aufnahme größerer Mengen von Blättern, Zweigen oder zerbrochenen Steinen ist keine Behandlung mit Hausmitteln vorgesehen. Stattdessen sollte man eine Tierarztpraxis oder Giftnotrufzentrale kontaktieren und angeben, welche Tierart beziehungsweise Person betroffen ist. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
In Katalogen überwiegen regionale Obstsorten gegenüber Kultivaren mit stabilen botanischen Namen. Als taxonomisch bemerkenswerter Fall bleibt var. ansu, von POWO bereits als Synonym behandelt. 1
Besonders häufig wird die Aprikose mit dem Pfirsich, Prunus persica, verwechselt. Beide blühen vor den Blättern und bilden Steinfrüchte mit hartem Kern. Die Aprikose blüht aber früher, und ihre Fruchthaut bleibt glatt, ohne Flaum. 4
Auch die Japanische Aprikose, Prunus mume, kann zu Verwechslungen führen. Sie blüht noch früher, oft mitten im Winter. Ihre Frucht bleibt deutlich saurer und wird fast nie roh gegessen. 1
Bei einem jungen Aprikosenbaum helfen botanischer Name, Unterlage und Blühbeginn bei der Auswahl. Zur Unterscheidung eines vorhandenen Baums vom Pfirsich bleiben die rundlichere Blattform und die glatte Fruchthaut die zuverlässigsten Hinweise. 2 4
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Prunus armeniaca L.
- Royal Horticultural Society, Prunus armeniaca, Pflanzenbeschreibung
- Plants For A Future, Prunus armeniaca
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Prunus armeniaca
- ASPCA, Aprikose, Eintrag zur Giftigkeit
- Integrated Taxonomic Information System, Prunus armeniaca L., TSN 24769
- Wikidata, Prunus armeniaca (Q37453)
- Online Etymology Dictionary, apricot
Häufig gestellte Fragen
Stammt die Aprikose tatsächlich aus Armenien?
Nein. Der Artname armeniaca geht auf eine alte lateinische Vorstellung zurück. POWO verortet das tatsächliche natürliche Areal in Zentralasien und Nordchina. Armenien kultivierte die Art lediglich schon früh auf ihrem Ausbreitungsweg nach Europa.
Warum tragen Aprikosen in manchen Jahren so wenige Früchte?
Sie blühen früh im Spätwinter oder zu Frühlingsbeginn vor den Blättern. Dadurch sind die Blüten Spätfrösten ausgesetzt. Schon −2 °C reichen aus, um die gesamte Blüte und damit die Jahresernte zu zerstören.
Ist die Aprikose für Katzen und Hunde giftig?
Ja, bezogen auf die Pflanze als Ganzes. Die ASPCA führt sie wegen cyanogener Glykoside in Blättern, Trieben und Kernen als giftig für Katzen, Hunde und Pferde, besonders bei welkendem Laub.
Kann man den Samen im Aprikosenstein essen?
Nur in kleinen Mengen und je nach Typ. PFAF nennt süße Samen in warmen Klimaten und andernorts bittere, amygdalinreiche Samen. Ein massiver Verzehr bitterer Samen setzt Blausäure frei.
Wie unterscheiden sich Aprikose und Pfirsich?
Beide sind früh blühende Prunus mit Steinfrüchten. Die Aprikose blüht jedoch noch früher, hat im Vergleich zum Pfirsich eine glatte, nicht flaumige Fruchthaut und eher rundliche als lanzettliche Blätter.
Was ist Prunus armeniaca var. ansu?
Eine mitunter Japanische Aprikose genannte Gruppe. POWO behandelt sie als Synonym der Nominatvarietät von Prunus armeniaca und nicht als eigenständige botanische Varietät. Das vermeidet Verwechslungen mit Prunus mume.
Welcher Boden eignet sich für die Aprikose?
Gut drainierter, eher alkalischer Boden mit pH 6,5 bis 7,5. PFAF rät von schweren Lehmböden ab und weist auf eine schlechte Verträglichkeit salziger Böden hin.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







