Chinesische Pflaume (Prunus salicina, )
Chinesische Pflaume (Prunus salicina Lindl., 1830), auch Japanischer Pflaumenbaum genannt, ist ein sommergrüner Obstbaum der Rosaceae aus China, dem russischen Fernen Osten, Nordvietnam und Taiwan. Der auf Japan verweisende Name spiegelt seine Kulturgeschichte wider. Der Baum blüht früh im Frühjahr und trägt im Sommer saftige Steinfrüchte mit gelber, roter oder violetter Schale. Blätter, Triebe und Kerne bleiben für Haustiere giftig.
WeiterlesenChinesische Pflaume, Susine, Japanischer Pflaumenbaum, Dreiblütige Pflaume, Japanese plum und Chinese plum
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Weltweite Verbreitung
POWO nennt als natürliches Areal von Prunus salicina den russischen Fernen Osten, China, Nordvietnam und Taiwan. Nach der französischen Wikipedia wurde die Art bereits vor Jahrhunderten nach Korea und Japan eingeführt, um 1870 in die USA und später nach Australien. In Frankreich entfallen heute 25 bis 30 % der Anbaufläche für Tafelpflaumen auf diese Art.
- Heimisch4
- Eingeführt4
- China
- Russischer Ferner Osten
- Nordvietnam
- Taiwan
- Korea
- Japan
- Vereinigte Staaten
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Chinesische Pflaume (Prunus salicina Lindl., 1830) bezeichnet einen sommergrünen Obstbaum der Gattung Prunus innerhalb der Rosaceae. Weitere Namen sind Susine, Japanischer Pflaumenbaum und Dreiblütige Pflaume, international auch Japanese plum und Chinese plum. Trotz des auf Japan verweisenden Namens liegt ihr natürliches Areal nach POWO in China, im russischen Fernen Osten, in Nordvietnam und auf Taiwan, nicht in Japan. 1 7
Das Artepitheton salicina leitet sich vom lateinischen salicinus, „weidenähnlich“, ab und verweist auf Salix. Gemeint sind die länglichen, fein gezähnten Blätter, die optisch eher an eine Weide als an einen europäischen Pflaumenbaum erinnern. 3
Hinter der Bezeichnung Japanischer Pflaumenbaum steht die Gartenbaugeschichte: Die Art wurde in Japan über Jahrhunderte kultiviert. Ende des 19. Jahrhunderts gelangten japanische Sorten nach Kalifornien; aus ihnen gingen die meisten heute in Nordamerika verkauften Frischpflaumen hervor. 2
Erkennung
Wild wachsende Bäume erreichen 9 bis 12 m Höhe. Im Obstbau hält der jährliche Schnitt die meisten Exemplare dagegen bei 3 bis 5 m. Für eine kompakte Sorte wie Shiro nennt die RHS 5 bis 10 Jahre bis zur vollen Entwicklung. 2 3
Länglich-verkehrt-eiförmige Blätter messen 6 bis 12 cm in der Länge und 2,5 bis 5 cm in der Breite. Ihr Rand ist fein gezähnt, die Oberseite dunkelgrün und glänzend. Junge Zweige sind purpurrot, diesjährige Triebe gelbrötlich; diese Färbung hilft im Winter bei der Erkennung ohne Blätter und Blüten. 3
Früh im Frühjahr erscheinen die Blüten vor oder zusammen mit dem Laub. Die weißen, etwa 2 cm breiten Blüten besitzen fünf Kronblätter und stehen zu zweit oder zu dritt am einjährigen Holz. Die meisten Sorten sind selbstinkompatibel und benötigen für den Fruchtansatz einen zweiten geeigneten Baum derselben Art in der Nähe. 2 4
Eine Steinfrucht von 4 bis 7 cm Durchmesser mit gelber, roter, grüner oder violetter Schale ist das Ernteprodukt. Ein feiner wachsiger Reif überzieht die Schale, darunter liegt saftiges gelbrosa Fruchtfleisch. Je nach Sorte und Klima reifen die Früchte zwischen Ende Mai und August. 3 4
Nützliche Taxonomie
Unter Prunus salicina Lindl. akzeptiert POWO die Art. In älterer botanischer und gartenbaulicher Literatur begegnen mehrere konkurrierende Namen:
- Prunus trifolia Roxb. (historischer Name)
- Cerasus salicina (Lindl.) Loudon (historischer Name)
- Prunus botan hort. ex Chow (historischer Name)
- Prunus salicina var. mandshurica (Skvortsov) Skvortsov & A.I.Baranov (historischer Name)
- Prunus salicina var. pubipes (Koehne) L.H.Bailey (historischer Name)
Innerhalb der Art werden vier botanische Varietäten anerkannt: var. salicina, var. pubipes, var. mandshurica und var. cordata. Handelsnamen wie Santa Rosa oder Shiro bezeichnen keine dieser botanischen Varietäten. Es handelt sich um gärtnerische Auslesen, die dem Artnamen zugeordnet bleiben. 1
Lebensraum und Verbreitung
Zwischen dem russischen Fernen Osten und China sowie weiter bis Nordvietnam und Taiwan erstreckt sich das von POWO angegebene natürliche Areal. In China wächst Prunus salicina in lichten Wäldern, an Säumen, in Gebüschen und entlang von Talbächen auf 200 bis 2600 m Höhe. 1 3
Vom ostasiatischen Ursprungsgebiet aus gelangte die Kultur vor Jahrhunderten zunächst nach Korea und Japan. Um 1870 überquerte sie den Pazifik nach Kalifornien und etablierte sich auch in Australien. In Frankreich stellt die Art heute etwa 25 bis 30 % der mit Tafelpflaumen bepflanzten Fläche. 7
Bei der Bodenwahl verträgt der Obstbaum ein breites Spektrum von Sand über Lehm bis Ton, sofern das Wasser gut abzieht. Durchnässter Boden begünstigt Wurzelfäule, ein Risiko, das die Chinesische Pflaume mit anderen obsttragenden Prunus-Arten teilt. 3 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Nach 2 bis 3 Monaten Kältestratifikation kann ein Pflaumenstein keimen. Sämlinge bilden die Eigenschaften der Muttersorte jedoch nicht zuverlässig nach. Deshalb sind Obstbäume aus dem Handel fast immer veredelt. 3
Vor oder gleichzeitig mit dem Blattaustrieb setzt im zeitigen Frühjahr die Blüte ein. Bereits ein Spätfrost von −2 °C kann sämtliche Blüten und damit die Jahresernte zerstören. Da die meisten Sorten selbstinkompatibel sind, bleibt eine Kreuzbestäubung zwischen zwei verträglichen Chinesischen Pflaumen für guten Fruchtansatz erforderlich. 2 4
Über den Sommer hinweg reifen die Früchte. Sie halten sich nur 3 bis 4 Tage bei Raumtemperatur und 1 bis 2 Wochen im Kühllager. Diese kurze Haltbarkeit erklärt die häufige Verarbeitung zu Konfitüre, Obstwein oder getrockneten Zubereitungen statt einer langen Lagerung im Verkaufsregal. 3
Nutzen und Risiken
Als Obstlieferant wird der Baum hauptsächlich genutzt. Reifes Fruchtfleisch lässt sich roh und gekocht essen und zu Konfitüren oder Obstweinen verarbeiten. In Ostasien entstehen daraus außerdem Süßwaren oder Liköre mit ganzen Früchten. 3
Für die Chinesische Pflaume gilt dieselbe grundlegende Trennung wie für andere Steinobstarten der Gattung Prunus: Reifes Fruchtfleisch ist essbar, der Baum als Ganzes jedoch nicht. Die ASPCA führt Pflaumenbäume als giftig für Katzen, Hunde und Pferde. 5
Verantwortlich sind cyanogene Glykoside in Trieben, Blättern und besonders im Kern. Das Risiko steigt, wenn das Laub welkt. Nach bedenklicher Aufnahme werden ziegelrote Schleimhäute, erweiterte Pupillen, Atemnot, Hecheln und Schock als mögliche Anzeichen genannt. 5
Nach Aufnahme größerer Mengen an Laub, Zweigen oder zerbrochenen Kernen sollte eine Tierarztpraxis oder ein Giftnotruf kontaktiert werden. Dabei ist anzugeben, welche Tierart betroffen ist; von eigenen Behandlungsversuchen ist abzusehen. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Gärtnerische Auslesen prägen das Handelssortiment, keine botanischen Varietäten. Santa Rosa, vom Baumschuler Luther Burbank gezüchtet, wird häufig als geschmackliche Referenz genannt. Shiro trägt goldgelbe Früchte an einem kompakteren Baum; Methley ist selbstfruchtbar und dunkelrotfrüchtig; Ozark Premier eignet sich für warme Sommer. 2 4
Am häufigsten wird die Chinesische Pflaume mit der europäischen Pflaume, Prunus domestica, verwechselt. Letztere ist hexaploid, während Prunus salicina ein diploides Genom besitzt. Ihre oft länglicheren Früchte eignen sich zum Trocknen; die Chinesische Pflaume trägt dagegen eher runde Früchte mit glatter, bereifter Schale. 1
Auch die Kirschpflaume, Prunus cerasifera, kommt als Verwechslungspartner infrage. Sie dient häufig als Veredelungsunterlage oder blühende Hecke und trägt deutlich kleinere Früchte als die Sorten von Prunus salicina. Bei einem jungen Baumschulbaum bieten der botanische Name und die Unterlage die zuverlässigsten Anhaltspunkte. 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Prunus salicina Lindl.
- Royal Horticultural Society, Prunus salicina 'Shiro', Pflanzenporträt
- Plants For A Future, Prunus salicina
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Prunus salicina 'Methley'
- ASPCA, Pflaume, Eintrag zur Giftigkeit
- IUCN Red List, Prunus salicina, Bewertung
- Integrated Taxonomic Information System, Prunus salicina Lindl., TSN 506232
- Wikidata, Prunus salicina (Q1250033)
Häufig gestellte Fragen
Stammt die Chinesische Pflaume trotz ihres Namens als Japanischer Pflaumenbaum aus Japan?
Nein. POWO nennt China, den russischen Fernen Osten, Nordvietnam und Taiwan als natürliches Areal. In Japan wurde die Art lediglich über Jahrhunderte kultiviert, bevor sie Ende des 19. Jahrhunderts nach Kalifornien gelangte.
Wie unterscheidet sich die Chinesische Pflaume von der europäischen Pflaume?
Prunus salicina ist diploid und trägt eher runde Früchte mit glatter, bereifter Schale. Prunus domestica, die europäische Pflaume, ist hexaploid und hat oft länglichere Früchte, die sich zum Trocknen eignen.
Ist die Chinesische Pflaume für Katzen und Hunde giftig?
Ja, als gesamte Pflanze betrachtet. Die ASPCA führt Pflaumenbäume wegen cyanogener Glykoside in Blättern, Trieben und Kernen als giftig für Katzen, Hunde und Pferde.
Warum blüht die Chinesische Pflaume, ohne Früchte anzusetzen?
Die meisten Sorten sind selbstinkompatibel und benötigen in der Nähe eine zweite verträgliche Chinesische Pflaume. Auch ein Spätfrost von −2 °C kann die gesamte Blüte vor der Befruchtung zerstören.
Welche Sorten von Prunus salicina sind besonders bekannt?
Zu den häufig angebauten Sorten zählen Santa Rosa von Luther Burbank, oft als geschmackliche Referenz genannt, die goldgelbe Shiro, die selbstfruchtbare dunkelrote Methley und Ozark Premier für warme Sommer.
Kann man den Samen im Pflaumenstein essen?
Nein, darauf sollte man verzichten. Kerne und Blätter enthalten Amygdalin, ein cyanogenes Glykosid, das Blausäure freisetzt. Zum Verzehr bestimmt ist nur das reife Fruchtfleisch.
Warum halten sich die Früchte der Chinesischen Pflaume nur kurz?
Sie bleiben bei Raumtemperatur lediglich 3 bis 4 Tage und gekühlt 1 bis 2 Wochen haltbar. Daher werden sie häufig zu Konfitüre, Obstwein oder Trockenfrüchten verarbeitet.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






