Sal-Weide (Salix caprea, L. 1753)

Die Sal-Weide (Salix caprea L., 1753) ist ein zweihäusiger Strauch oder kleiner Baum der Salicaceae in ganz Europa und im gemäßigten Asien. Ihre silbrigen Kätzchen öffnen sich schon am Winterende vor dem Laub. Die breiten, flaumigen Blätter sind deutlich größer als bei anderen Weiden.

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Wissenschaftlicher NameSalix caprea
GattungSalix
OrdnungMalpighiales

Sal-Weide, Palmweide, Kätzchenweide, Goat willow und Pussy willow

Identität
Toxizität
Ungiftig für Haustiere (Gattung Salix)
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
EuropaRusslandChinaJapanFrankreich
Lebensraum
Waldränder, Feldhecken, Brachen, gestörte offene Böden; feuchte Ufer und trockene Standorte bis 840 m
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühling
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Erste Kätzchen mit 4–5 Jahren; ausgewachsener Habitus mit etwa 15–20 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, verträgt etabliert Wind und städtische Luftverschmutzung
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Bodenarten
Ton, Schluff oder Sand, Feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Feldhecke, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe600–1400 cmBreite400–800 cm
Blätter
Grün
Blüten
WeißGelbGrünGröße2–7 cm
Wuchsform
Sal-Weide (Salix caprea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
GrünBraun

Weltweite Verbreitung

Nach POWO umfasst das natürliche Areal der Sal-Weide ganz Europa und das gemäßigte Asien, von Portugal und den Britischen Inseln bis Nordchina und Japan. Außerhalb dieses Areals wird die Art häufig als Ziergehölz gepflanzt, besonders die Trauersorte Kilmarnock in Nordamerika. Eine großräumige invasive Einbürgerung ist nicht dokumentiert.

  • Heimisch5
  • Europa
  • Russland (Sibirien)
  • Nordchina
  • Japan
  • Europäisches Frankreich einschließlich Korsikas

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Sal-Weide (Salix caprea L., 1753), auch Palmweide oder Kätzchenweide, fällt durch silbrige Kätzchen auf, die bereits im Februar vor jedem Blatt erscheinen. Keine andere verbreitete Weide blüht so früh an so kahlem Holz. Der zweihäusige Strauch oder kleine Baum gehört zu den Salicaceae. Carl von Linné beschrieb ihn 1753 in Species Plantarum; POWO führt den Namen als akzeptierten Bezug innerhalb der Gattung Salix. 1

Das Artepitheton caprea, lateinisch „Ziege“, geht auf die alte Vorstellung zurück, Ziegen schätzten das Laub besonders. Der französische Name Marsault leitet sich vom mittelalterlichen marensalicem (1217), wörtlich „männliche Weide“, ab. Gemeint waren zunächst die silbrigen männlichen Kätzchen, die den Baum schon am Winterende kenntlich machen. 6

Erkennung

Gewöhnlich erreicht Salix caprea 6 bis 14 m, vereinzelt werden über 20 m gemeldet. Damit ist sie deutlich größer als die meisten niedrig als Hecke geschnittenen Weiden. Ein Merkmal hilft oft, junge Pflanzen von ähnlichen Arten zu unterscheiden: Anfangs graue und flaumige Zweige werden innerhalb eines Jahres kahl und gelbgrün. Bei nahestehenden Weiden bleiben junge Zweige deutlich länger behaart. 6 9

Mit 6 bis 10 cm Länge sind die eiförmigen bis verkehrt eiförmigen Blätter deutlich breiter als bei den meisten Weiden. Diese Breite, zusammen mit dem dichten grauen Filz und den hervortretenden Adern der Unterseite, unterscheidet die Art von schmalblättrigen Weiden desselben Lebensraums. Oberseits bleiben die Blätter graugrün und leicht runzelig. 9

Je nach Klima dauert die Blüte von Februar bis April, stets vor dem Laubaustrieb. Männliche, ovale und seidige Kätzchen wechseln beim Öffnen der Staubbeutel von Silbergrau zu Goldgelb. Die unauffälligeren grünlichen weiblichen Kätzchen verlängern sich später auf bis zu 7 cm und tragen die wolligen Samen. 2 7

Nützliche Taxonomie

Die World Checklist of Vascular Plants verzeichnet zahlreiche botanische Synonyme dieser sehr formenreichen Art, die sämtlich dem akzeptierten Namen Salix caprea L. zugeordnet werden:

  • Salix caprea subsp. hultenii Kom., eine Unterartbezeichnung
  • Salix caprea var. sericea Andersson, eine Varietätsbezeichnung
  • Salix caprea f. pendula (T.Lang) Rehder, Ausgangspunkt der Trauersorten
  • Salix caprea var. tomentosa Lecoq & Lamotte, eine weitere Varietätsbezeichnung

Eine taxonomische Falle birgt der 1860 veröffentlichte Name Salix caprea Boiss. & Buhse. Er ist illegitim und bezeichnet ein Synonym von Salix cinerea, der am häufigsten mit der Sal-Weide verwechselten Art. Ohne die ursprüngliche Autorenangabe verweist dieses Binom somit auf die falsche Pflanze. Als verlässlicher Bezug für Quellen und Baumschuletiketten dient der vollständige Name Salix caprea L. 1

Lebensraum und Verbreitung

Von Portugal und den Britischen Inseln bis Nordchina und Japan erstreckt sich das natürliche Areal der Sal-Weide über ganz Europa und das gemäßigte Asien. 1 4

Anders als die meisten an Ufer und Feuchtgebiete gebundenen Weiden wächst Salix caprea sowohl auf durchnässtem Boden als auch auf trockenen Brachen und gestörten Böschungen. Als ausgeprägte Pionierart besiedelt sie frisch freigelegte offene Böden zuerst, bis in 840 m Höhe. 7 4

Die IUCN bewertet sie als nicht gefährdet (LC). Ihr Pioniercharakter begünstigt sie, weil Baustellen und neue Brachen zusätzliche Besiedlungsflächen schaffen. Außerhalb ihres natürlichen Areals wird sie vor allem als Ziergehölz gepflanzt, insbesondere die Trauersorte Kilmarnock in Nordamerika. Eine großräumige invasive Einbürgerung ist nicht dokumentiert. 11

Lebenszyklus und Vermehrung

Auf getrennten Pflanzen trägt die zweihäusige Sal-Weide männliche und weibliche Kätzchen. Die durch Wind und Insekten bestäubten Blüten öffnen sich schon im Februar, noch vor den Blättern, und blühen bis April. 2 7

Nur wenige Tage bleiben die winzigen, von wolligem Flaum getragenen Samen keimfähig. Sie müssen rasch auf offenem feuchtem Boden keimen; andernfalls gehen sie zugrunde. 4

Bei der gärtnerischen Vermehrung steht diesem schnellen Zyklus eine Besonderheit gegenüber: Eine „reine“ Salix caprea bewurzelt sich als Steckling schlecht, anders als die meisten leicht durch Stecklinge vermehrbaren Weiden. Problemlos anwachsende Pflanzen sind daher oft bereits Hybriden mit einer anderen Weidenart. Trauersorten wie Kilmarnock werden eher durch Veredlung auf Weidenunterlagen vermehrt. 6 3

Nutzen und Risiken

Ökologische und gärtnerische Zwecke prägen die Nutzung. Die Sal-Weide blüht vor den meisten anderen Gehölzen. Für Hummelköniginnen, die im Februar oder März aus der Winterruhe kommen und kaum andere Nahrung finden, liefern ihre Kätzchen eine der ersten Nektar- und Pollenquellen des Frühlings. Das Laub ernährt zahlreiche Schmetterlingsraupen, darunter die des Pappelschwärmers und des Großen Gabelschwanzes. 10 8

Die Rinde enthält Salicin, eine Vorstufe der Salicylsäure, die traditionell gegen Fieber und Schmerzen eingesetzt wurde. Gerbstoffe dienten als Ersatz zum Gerben von Leder. Die sehr bittere innere Rinde ist als Notnahrung essbar. Leichtes, brüchiges Holz knackt beim Verbrennen stark und findet wenig Verwendung in der Tischlerei, eignet sich aber als Brennholz; biegsame Zweige dienen einfachen Flechtarbeiten. 4

Zur Sicherheit stuft die ASPCA die Gattung Salix einschließlich der Sal-Weide als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde ein. Für diese Art ist kein gefährlicher Wirkstoff dokumentiert. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Kilmarnock ist ein männlicher Klon mit Trauerwuchs, auf einen 1,5–2,5 m hohen Stamm veredelt und nach der gleichnamigen schottischen Stadt benannt. Für kleine Gärten bleibt er die meistverkaufte Baumschulform. Die Veredlung begrenzt seine Höhe gegenüber der Wildform. Die weibliche Entsprechung Weeping Sally ist seltener. 3

Am häufigsten wird die Sal-Weide mit Salix cinerea verwechselt. Diese hat schmalere Blätter und länger behaarte Zweige als Salix caprea. Beide Arten kreuzen sich natürlich unter dem Namen Salix × reichardtii. Daher sind Hybriden im Gelände häufig, wirklich reine Pflanzen hingegen seltener als oft angenommen. 7 9

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Sal-Weide für Hunde oder Katzen giftig?

Nein. Die ASPCA stuft die Gattung Salix einschließlich der Sal-Weide als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde ein. Für diese Art ist kein gefährlicher Wirkstoff dokumentiert.

Warum bewurzeln Stecklinge der Sal-Weide schlecht?

Anders als die meisten Weiden bildet eine „reine“ Salix caprea als Steckling nur schlecht Wurzeln. Leicht bewurzelnde Pflanzen sind oft bereits Hybriden mit einer anderen Art, meist Salix cinerea.

Wie unterscheidet man Sal-Weide und Grau-Weide?

Salix caprea hat breitere Blätter mit deutlich hervortretenden Adern und kahle gelbgrüne einjährige Zweige. Salix cinerea besitzt schmalere Blätter und länger behaarte Zweige. Beide Arten kreuzen sich natürlich zu Salix × reichardtii.

Warum verwendet man Sal-Weidenzweige zu Ostern?

In europäischen Regionen ohne Palmenwuchs segnen die östlichen und ein Teil der westlichen Kirchen am Palmsonntag Sal-Weidenzweige. Daher stammt die deutsche Bezeichnung Palmkätzchen.

Wann blüht die Sal-Weide?

Je nach Klima von Februar bis April, stets vor dem Laubaustrieb. Sie liefert Bienen und Hummeln eine der ersten Nektar- und Pollenquellen des Frühlings.

Braucht die Sal-Weide feuchten Boden?

Weniger als die meisten anderen Weiden. Sie wächst sowohl an feuchten Ufern als auch auf Brachen oder trockenen Böschungen und besiedelt als Pionier offene, gestörte Böden.

Was ist die Sorte Kilmarnock?

Ein männlicher Klon mit Trauerwuchs, auf einen 1,5–2,5 m hohen Stamm veredelt und nach der gleichnamigen schottischen Stadt benannt. Für kleine Gärten ist sie die meistverkaufte Baumschulform.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.