Sassafrasbaum (Sassafras albidum, )
Sassafras albidum ist ein zweihäusiger Baum der Lauraceae aus dem östlichen Nordamerika. Alle Teile duften charakteristisch würzig. An einem Zweig können ungeteilte, zweilappige, fausthandschuhförmige und dreilappige Blätter vorkommen. Der schnell wachsende Pionier besiedelt Waldränder und Brachen durch Wurzelausläufer. Im Herbst färbt sich sein Laub gelb, orange und rot.
WeiterlesenSassafrasbaum, Fenchelholzbaum, Nelkenzimtbaum, Mitten tree und Ague tree
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Sassafras albidum liegt im östlichen Nordamerika, vom südöstlichen Kanada (Ontario) bis in die mittleren und östlichen USA, von Iowa bis Osttexas und Zentralflorida. Früher kam die Art im südlichen Wisconsin vor, wo sie lokal ausgestorben ist. Anderswo wird sie überwiegend als Zierbaum kultiviert; ein invasiver Status ist nicht dokumentiert.
- Heimisch2
- Kanada
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Sassafras albidum (Sassafras albidum (Nutt.) Nees, 1836), auch Sassafrasbaum, Fenchelholzbaum oder Nelkenzimtbaum, ist ein zweihäusiger Baum der Lauraceae aus dem östlichen Nordamerika. Er wird wegen seines aromatischen Laubs und seiner Herbstfärbung kultiviert. Blätter, Rinde und Wurzeln verströmen beim Zerreiben einen deutlichen würzigen Duft, der den ersten europäischen Siedlern den Weg zum Baum gewiesen haben soll. 8 9
Die Herkunft des Namens Sassafras ist umstritten. Manche Autoren sehen darin die spanische Anpassung eines indigenen Wortes aus Florida; andere stellen eine Verbindung zum lateinischen saxifraga her, die botanisch heute als irrtümlich gilt. Der französische Name „laurier des Iroquois“ erinnert an die Nutzung von Rinde und Wurzeln durch mehrere indigene Völker des östlichen Nordamerikas lange vor der Ankunft europäischer Siedler. 9
Erkennung
Am selben Zweig zeigt Sassafras albidum unterschiedliche Blattformen: ungeteilte elliptische, zweilappige fausthandschuhförmige und dreilappige Blätter. Sie sind 10–15 cm lang und 5–10 cm breit, oberseits leuchtend grün und färben sich im Herbst gelb, orange und rot, oft mit mehreren Farbtönen an einem Zweig. 8 2
Mit gewöhnlich 9–18 m Höhe und 7–12 m Breite wächst der Baum in der Jugend buschig und verdichtet sich später zu einer pyramidalen Gestalt. Die dicke rotbraune Rinde entwickelt im Alter tiefe Furchen und korkige Leisten. Junge Zweige sind leuchtend grün, glatt und fühlen sich schleimig an. 3 4
Als zweihäusige Art trägt er männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen. Die kleinen grünlich gelben Blüten stehen im Frühjahr vor dem Laubaustrieb in etwa 5 cm langen lockeren Trauben. An bestäubten weiblichen Pflanzen entsteht aus jeder Blüte eine etwa 1 cm große blauschwarze Steinfrucht auf einem roten, fleischigen, keulenförmigen Stiel. 8 4
Nützliche Taxonomie
POWO/WCVP akzeptiert Sassafras albidum (Nutt.) Nees. Thomas Nuttall beschrieb die Art ursprünglich; Christian Gottfried Nees von Esenbeck stellte sie 1836 in die Gattung Sassafras. Diese umfasst nur zwei oder drei akzeptierte Arten, darunter den ostasiatischen nahen Verwandten Sassafras tzumu. Die Vorkommen in China und Nordamerika liegen räumlich getrennt. 1
Historische Synonyme, die alle demselben akzeptierten Taxon zugeordnet werden, sind:
- Sassafras officinale var. albidum (Nutt.) S.F.Blake (botanisches Synonym)
- Sassafras variifolium var. albidum (Nutt.) Fernald
- Sassafras albidum var. molle (Raf.) Fernald
- Sassafras albidum f. moldenkei Oswald
Unter diesen Nebenformen ist die Varietät molle mit flaumigen jungen Zweigen und Blattunterseiten am besten dokumentiert. Sie begründet keinen eigenständigen gärtnerischen Status. 1
Lebensraum und Verbreitung
Vom südöstlichen Kanada (Ontario) reicht das natürliche Areal von Sassafras albidum in die mittleren und östlichen USA, von Iowa bis Osttexas und Zentralflorida. Dort besiedelt er Laubwälder, Waldränder, Brachen und sonnige Straßenböschungen als Pionier auf sandigen, gut durchlässigen Böden. 3 9
Die IUCN bewertet Sassafras albidum als nicht gefährdet. Das große Areal und der insgesamt stabile Bestand begründen diese Einstufung trotz des dokumentierten lokalen Aussterbens im südlichen Wisconsin. Seine bis etwa −20 °C angegebene Kältetoleranz reicht für die Kultur im ozeanischen Klima Europas aus und erklärt seine weite Verbreitung im gemäßigten Nordamerika. 6 9
Seit 2002 bedroht die Lorbeerwelke die Art. Diese Pilzkrankheit wird durch einen in Georgia eingeschleppten asiatischen Borkenkäfer übertragen. Sie tötet Sassafrasbäume innerhalb weniger Wochen bis Monate und hat sich von Florida bis Kentucky ausgebreitet. 7 8
Lebenszyklus und Vermehrung
Zwischen März und Mai erscheinen die Blüten vor dem Laubaustrieb. Die Früchte bestäubter weiblicher Pflanzen reifen vom Sommer bis zum frühen Herbst und werden von grün blauschwarz. Fruchtstiel und Fruchtbecher bleiben nach dem Abfallen der Steinfrucht leuchtend rot. Dieser Kontrast erleichtert Vögeln das Auffinden und damit die Samenverbreitung. 4 8
Für die natürliche Ausbreitung sind vor allem Wurzelausläufer verantwortlich. Die weit streichenden Wurzeln bilden regelmäßig neue Sprosse, sodass ein Baum eine ganze klonale Kolonie um seinen ursprünglichen Stamm hervorbringen kann. Aussaat ist möglich, gelingt aber unregelmäßig; die Samen benötigen zur Aufhebung der Keimruhe eine Kältestratifikation. 8 5
Als Nahrungspflanze beherbergt die Art außerdem Raupen von rund 40 Schmetterlings- und Schwärmerarten, darunter den Cecropia-Falter. Ihr ökologischer Wert reicht damit weit über die Zierwirkung hinaus. 8
Nutzen und Risiken
Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die Wurzelrinde zum zweitwichtigsten Exportgut der britischen Kolonien Nordamerikas nach Tabak. Auslöser war der Glaube, sie heile die damals in Europa epidemisch verbreitete Syphilis. Der Handel brach fast ebenso schnell wieder zusammen, weil sich die Rinde nur einmal je Baum ernten ließ. 8
Aus getrockneten, gemahlenen Blättern entsteht Filépulver, eine traditionelle Zutat des kreolischen Gumbos in Louisiana. Die Wurzel aromatisierte lange Tee und Root Beer. Diese Nutzung traf auf US-Vorschriften: Der Aromastoff Safrol gilt bei längerem Gebrauch im Tierversuch als krebserregend; die FDA verbietet ihn seit 1960 als Lebensmittelzusatz. 8 4
Das Safrol in Rinde und Wurzeln macht Sassafras albidum giftig für Katzen und Hunde. Beim Menschen betrifft das dokumentierte Risiko den regelmäßigen Verzehr konzentrierter Zubereitungen, nicht das gelegentliche Verschlucken von Blättern oder Rinde. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Für diese Art ist keine stabile Gartensorte breit im Handel. Wichtige Synonyme wie die Varietät molle mit flaumigen jungen Zweigen bleiben eher botanische Besonderheiten als gärtnerische Auslesen. 1
Verwechslungen betreffen zwei Gruppen. Auf Brachen oder an Waldrändern kann ein junger Sassafrasbaum an Sumach (Gattung Rhus) erinnern. Seine einfachen, niemals zusammengesetzten Blätter und der würzige Duft beim Zerreiben unterscheiden ihn leicht. Echter Lorbeer (Laurus nobilis) und Avocado (Persea americana) gehören ebenfalls zu den Lauraceae und besitzen aromatisches Laub. Die Avocado teilt zudem seine Anfälligkeit für die Lorbeerwelke, die zuerst die Gattung Persea und danach Sassafras befiel. 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Sassafras albidum (Nutt.) Nees
- Royal Horticultural Society, Sassafras albidum, Pflanzenbeschreibung
- NC State Extension, Sassafras albidum
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Sassafras albidum
- Plants For A Future, Sassafras albidum
- IUCN Red List, Sassafras albidum, Bewertung
- University of Kentucky Forestry Extension, Lorbeerwelke
- Wikipedia EN, Sassafras albidum
- Wikipedia FR, Sassafras albidum
Häufig gestellte Fragen
Ist Sassafras albidum für Katzen und Hunde giftig?
Die verfügbaren Daten weisen auf eine Giftigkeit für Katzen und Hunde hin, insbesondere durch Safrol in Rinde und Wurzeln. Beim Menschen betrifft das dokumentierte Risiko vor allem die regelmäßige Verwendung konzentrierter Zubereitungen, keinen gelegentlichen Kontakt mit der Pflanze.
Kann man noch Sassafrastee oder Root Beer trinken?
Die FDA verbietet Safrol seit 1960 als Lebensmittelzusatz, nachdem es sich bei längerem Einsatz an Versuchstieren als krebserregend erwiesen hatte. Handelsübliches Root Beer enthält heute Sassafrasaroma, dem das Safrol entzogen wurde.
Warum haben die Blätter unterschiedliche Formen?
Sassafras albidum bildet von Natur aus drei Blattformen aus: ungeteilt, zweilappig wie ein Fausthandschuh und dreilappig, oft am selben Zweig. Diese normale Vielfalt deutet weder auf eine Krankheit noch auf Stress hin.
Was ist die Lorbeerwelke und ist Sassafras albidum anfällig?
Die Lorbeerwelke ist eine Pilzkrankheit, die ein 2002 in die USA eingeschleppter asiatischer Borkenkäfer überträgt. Sassafras albidum gehört zu den besonders anfälligen Lauraceae. Der Baum kann innerhalb weniger Wochen absterben; eine heilende Behandlung ist nicht bekannt.
Ist Sassafras albidum invasiv?
Außerhalb des natürlichen Areals ist kein invasiver Status dokumentiert. Wurzelausläufer bilden im Herkunftsgebiet häufig Kolonien. Anderswo ist die Art wenig verbreitet und selten eingebürgert, etwa in Frankreich, wo sie auch in Kultur selten bleibt.
Woher stammt das Filépulver für Gumbo?
Filépulver besteht aus getrockneten, gemahlenen Sassafrasblättern. Diese Verwendung geht auf indigene Völker des östlichen Nordamerikas zurück und wurde zu einem zentralen Bestandteil des kreolischen Gumbos in Louisiana.
Wie unterscheidet man einen jungen Sassafrasbaum von einem Sumach?
Sassafras albidum trägt einfache, niemals zusammengesetzte Blätter, die zerrieben deutlich würzig duften. Sumach hat dagegen zusammengesetzte Blätter mit mehreren Blättchen und keinen solchen Duft. Dieser einfache Vergleich klärt die meisten Verwechslungen im Gelände.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




