Pitaya (Selenicereus undatus, (Haw.) D.R.Hunt 2017)

Selenicereus undatus ist ein kletternder Kaktus der Cactaceae aus dem Gebiet von Südmexiko bis Honduras. Seine dreikantigen Triebe haften mit Luftwurzeln an Stämmen und Felsen. In einer bis wenigen Nächten je Saison tragen sie riesige weiße Blüten, aus denen nach Bestäubung die schuppigen, weißfleischigen Pitayas entstehen.

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Wissenschaftlicher NameSelenicereus undatus
GattungSelenicereus
OrdnungCaryophyllales

Pitaya, Drachenfrucht, Weiße Pitahaya, Königin der Nacht und Dragon fruit

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Ungiftig : Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
MexikoGuatemalaBelizeHonduras
Lebensraum
Neotropische Trockengebiete und tropische Trockenwälder; hemiepiphytischer oder felsbewohnender Kletterkaktus
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Erste Blüten und Früchte etwa 2 bis 3 Jahre nach der Stecklingsvermehrung
Vermehrung
Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, schwere Triebe an einer stabilen Stütze befestigen
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kaktusmischung, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Innenbereich
Helles Fensterbrett, Helles Zimmer
Abstand zum Fenster
Weniger als 30 cm von einer südlichen Glasfront, sonst im Freien
Außenbereich
Gewächshaus, Veranda
Pflanzgefäße
Terrakotta, Topf mit Pflanzstab
Erscheinungsbild
Höhe100–1200 cmBreite100–400 cm
Blätter
Grün
Blüten
WeißCremeGrünGröße25–35 cm
Früchte
RosaRot
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das von taxonomischen Referenzen angegebene natürliche Areal reicht von Südmexiko bis Honduras, bleibt aber umstritten: Selenicereus undatus wird seit sehr langer Zeit kultiviert und ist vielfach verwildert. Die IUCN stuft die Art daher als ungenügend erforscht ein, statt einen genauen Gefährdungsstatus zu vergeben.

  • Heimisch4
  • Invasiv2
  • Mexiko
  • Guatemala
  • Belize
  • Honduras
  • Réunion
  • Florida, Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Selenicereus undatus (Haw.) D.R.Hunt, 2017, auch Pitaya, Drachenfrucht oder Weiße Pitahaya genannt, ist ein Kletterkaktus der Cactaceae. Der Gattungsname verbindet das griechische selene, Mond, mit Cereus und verweist auf die riesigen weißen Nachtblüten. Das Epitheton undatus beschreibt die gewellten Ränder der Triebe. 1 2

Adrian Hardy Haworth beschrieb die Art 1830 als Cereus undatus. Britton und Rose stellten sie 1918 zu Hylocereus undatus. Eine 2017 veröffentlichte phylogenetische Revision der Tribus Hylocereeae gliederte Hylocereus in Selenicereus ein; daraus ergibt sich der heutige akzeptierte Name. 8

Erkennung

Lange fleischige Triebe mit drei gewellten Rippen und dreikantigem Querschnitt kriechen zunächst am Boden. Mithilfe zahlreicher Luftwurzeln klettert Selenicereus undatus anschließend an Stämmen oder Stützen empor. Die Triebe erreichen häufig 5 bis 12 m Länge; kleine gräuliche Dornen stehen gebündelt an den entlang der Rippen verteilten Areolen. 2 8

Besonders kennzeichnend ist die Blüte mit langer cremeweißer Röhre und grünlichen äußeren Blütenhüllblättern. Geöffnet erreicht sie bis zu 35 cm Durchmesser. Sie blüht nur eine Nacht, vor allem vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer, und verwelkt vor dem nächsten Sonnenaufgang. 2 7

Die eigentliche Pitaya ist eine ovale, 6 bis 12 cm lange Beere mit schuppiger rosa oder roter Haut. Ihr weißes Fruchtfleisch enthält kleine essbare schwarze Samen. Gerade dieses weiße Fleisch unterscheidet Selenicereus undatus von rotfleischigen Pitayas anderer Arten derselben Gattung. 2 8

Nützliche Taxonomie

Taxonomisch akzeptiert ist Selenicereus undatus aus der Familie Cactaceae. Im Gartenbau und in älterer Literatur begegnen vor allem folgende Synonyme und historische Namen:

  • Cereus undatus Haw., ursprünglicher Publikationsname von 1830;
  • Hylocereus undatus (Haw.) Britton & Rose, lange Zeit der gebräuchliche Name;
  • Cactus triangularis var. aphyllus, älteres Synonym.
1 8

Die Eingliederung von Hylocereus in Selenicereus erfolgte 2017 auf Grundlage einer phylogenetischen Analyse. Hylocereus undatus steht dennoch häufig auf Obstverpackungen und Pflanzenetiketten im Handel. Deshalb sind beide Namen weiterhin anzutreffen. 8

Die IUCN bewertet die Art als ungenügend erforscht (Data Deficient). Ihr genaues Ursprungsareal bleibt unsicher, weil sich wilde Bestände kaum von sehr alten, in den Tropen weit verbreiteten verwilderten Kulturpopulationen unterscheiden lassen. 4

Lebensraum und Verbreitung

Taxonomische Referenzen nennen als Ursprungsgebiet die Region vom südlichen Mexiko bis Honduras. Dort wächst die Pflanze in neotropischen Trockengebieten und tropischen Trockenwäldern hemiepiphytisch oder auf Felsen und klettert an Stämmen oder Felswänden empor. 1 6

Schon vor der Ankunft der Europäer wurde die Art auf der Halbinsel Yucatán wegen ihrer Früchte und großen Zierblüten angebaut. Ihre Kultur hat somit eine lange Geschichte. 5

Außerhalb ihrer Heimat blieb die Pflanze zunächst eine gärtnerische Kuriosität und war international vor den 1990er-Jahren nahezu unbekannt. Danach verbreitete sie sich rascher in Südostasien; Vietnam wurde zum weltweit größten Pitaya-Produzenten. 6

Als Gewächshauspflanze und in warmen Regionen im Freien kultiviert, hat sich Selenicereus undatus auch in mehreren tropischen Gebieten eingebürgert. Auf Réunion und in Florida steht sie auf Beobachtungslisten verwilderter Kulturpflanzen. Unter 0 °C zerstört Frost die Pflanze; die Freilandkultur ist deshalb auf USDA-Zonen 10 und 11 begrenzt. 8 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Nachts übernehmen Fledermäuse und Nachtfalter die Bestäubung. Die Art ist weitgehend selbstinkompatibel. Außerhalb der Heimat wird im Erwerbsanbau daher häufig mit einem Pinsel zwischen zwei genetisch verschiedenen Pflanzen von Hand bestäubt. 7 6

Eine gut bestäubte Blüte bildet innerhalb weniger Wochen eine bis zu 700 g schwere Frucht. Ohne stabile senkrechte Stütze bleiben die Triebe niedrig und kriechend und klettern nicht. Die blüh- und fruchtfähige Reife wird gewöhnlich 2 bis 3 Jahre nach der Stecklingsvermehrung erreicht, an einem ausreichend tragfähigen Spalier oder Stamm. 7 2

Mindestens 6 Stunden direkte volle Sonne täglich fördern eine regelmäßige Blüte. Im Schatten bleiben die Triebe dünn und blühen nie. 2

Fast immer erfolgt die Kulturvermehrung durch Sprossstecklinge mit Knoten. Ein 10 bis 15 cm langes Stück trocknet vor dem Einpflanzen einige Tage zur Wundheilung und bewurzelt sich in 2 bis 4 Wochen. Aussaat bleibt möglich, verzögert die erste Blüte jedoch deutlich. 2

Nutzen und Risiken

Reife Früchte werden frisch, als Saft oder im Obstsalat gegessen. Ungeöffnete Blütenknospen werden gelegentlich als Gemüse zubereitet, besonders in China. 5

Nach ASPCA ist Selenicereus undatus ungiftig für Katzen und Hunde. Auch für Pferde sind bei dieser Gattung keine giftigen Inhaltsstoffe dokumentiert. Das tatsächliche Risiko ist mechanisch: Verschluckte oder zerkaute Dornen reizen bei Katzen und Hunden Mund oder Verdauungstrakt, ohne damit verbundene chemische Giftwirkung. 3 2

In mehreren traditionellen Heilkunden werden Stängelsaft und Blüten gegen Fieber oder Lungenbeschwerden eingesetzt. Diese Anwendungen gehören zur traditionellen Medizin und ersetzen keinen ärztlichen Rat. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die meisten kommerziellen weißfleischigen Pitaya-Sorten gehören zu Selenicereus undatus. Rotes oder rosa Fruchtfleisch stammt von anderen Arten oder Hybriden der Gattung, besonders Selenicereus costaricensis und Selenicereus monacanthus, die unter Hylocereus lange mit undatus verwechselt wurden. Die Umfärbung der Schale von Grün zu Rosa oder Rot zeigt die Erntereife zwischen Sommer und Herbst an. 8

Weitere häufige Verwechslungen betreffen diese Pflanzen:

  • Selenicereus grandiflorus, ebenfalls Königin der Nacht genannt, mit kantigen gerippten, jedoch nicht dreikantigen Trieben;
  • Selenicereus megalanthus, die Gelbe Pitahaya, mit kleinen gelben Früchten und dornigen Schuppen;
  • Epiphyllum oxypetalum, mit flachen dornenlosen Trieben, ebenfalls unter einem auf die Nachtblüte bezogenen Namen verkauft.

Vor dem Kauf einer Pitaya oder einer zur Fruchtbildung bestimmten Pflanze bleiben der vollständige wissenschaftliche Name und die Triebform die sichersten Merkmale. Bei Selenicereus undatus sind die Triebe dreikantig und bedornt. 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Selenicereus undatus ein echter Kaktus?

Ja. Die Art gehört zu den Cactaceae, ist aber ein kletternder Kaktus tropischer Trockenwälder und kein kompakter Wüstenkaktus. Ihre dreikantigen Triebe haften mit Luftwurzeln an einer Stütze.

Ist die Pitaya für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Die ASPCA stuft diese Art als ungiftig für Katzen und Hunde ein. Das einzige tatsächliche Risiko sind kleine Dornen, die bei wiederholtem Kauen den Mund mechanisch reizen können.

Warum blüht mein Selenicereus undatus, ohne Früchte zu bilden?

Die Art ist weitgehend selbstinkompatibel. Ohne eine zweite, genetisch verschiedene Pflanze oder Handbestäubung mit einem Pinsel werden nur wenige Blüten natürlich bestäubt.

Was unterscheidet weiße und rote Pitaya?

Selenicereus undatus bildet weißfleischige Pitayas. Früchte mit rotem oder rosa Fruchtfleisch stammen von anderen Arten der Gattung, besonders Selenicereus costaricensis, die unter dem Gattungsnamen Hylocereus lange mit undatus verwechselt wurden.

Wie lange hält eine Blüte von Selenicereus undatus?

Nur eine Nacht. Sie öffnet sich in der Dämmerung, duftet mehrere Stunden und verwelkt vor dem nächsten Sonnenaufgang.

Wie lässt sich Selenicereus undatus vermehren?

Am schnellsten und verlässlichsten ist ein Sprosssteckling mit Knoten, der vor dem Einpflanzen einige Tage antrocknet. Aussaat ist ebenfalls möglich, verzögert aber die erste Blüte deutlich.

Braucht Selenicereus undatus viel Sonne?

Ja. Anders als andere epiphytische Kakteen, die in leichtem Schatten kultiviert werden, braucht diese Art direkte volle Sonne für normale Blüten- und Fruchtbildung.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.