Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae, Banks 1788)

Die Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae) ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Strelitziaceae aus dem Südosten Südafrikas. Ihre Blüte sitzt in einem grünen, schnabelförmigen Hochblatt und vereint drei orangefarbene Kelchblätter mit drei blauvioletten Kronblättern. Diese Gestalt gab ihr den gebräuchlichen Namen.

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Wissenschaftlicher NameStrelitzia reginae
GattungStrelitzia
OrdnungZingiberales

Paradiesvogelblume, Königs-Strelitzie, Königin-Strelitzie, Papageienblume, Bird of paradise und Crane flower

Identität
Toxizität
Giftig für Katzen, Hunde und Pferde (Früchte und Samen)
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Rosette
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Südafrika
Lebensraum
Küstengebüsche, strauchreiche Säume und Flussufer in subtropischem Klima
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühling
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Blüte 3–5 Jahre nach Aussaat, schneller durch Teilung blühfähiger Horste
Vermehrung
Teilung, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Dank steifer Blätter gut windfest
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reiche Erde, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Innenbereich
Veranda, Helles Zimmer, Wohnzimmer
Abstand zum Fenster
Etwa 40 cm von einem Südfenster
Außenbereich
Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe100–200 cmBreite100–150 cm
Blätter
Grün
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
OrangeBlau
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
BraunOrange
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Strelitzia reginae beschränkt sich auf den Südosten Südafrikas zwischen Ostkap und KwaZulu-Natal. Außerhalb dieses Gebiets wird die Art sehr häufig als Zierpflanze und Schnittblume kultiviert, besonders in mediterranem und subtropischem Klima.

  • Heimisch1
  • Südafrika

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae Banks, 1788), auch Königs-Strelitzie genannt, ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Gattung Strelitzia, der namensgebenden Gattung der Strelitziaceae. Sir Joseph Banks beschrieb sie 1788 und widmete sie Königin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, der Gemahlin von König Georg III. Auch der Gattungsname erinnert an sie. 1 3

Den Namen Paradiesvogelblume erklärt die Blüte: Ein grünes, schnabelförmiges Hochblatt trägt orangefarbene Kelchblätter und blauviolette Kronblätter wie den geschmückten Kopf eines exotischen Vogels vor dem Abflug. Die englischen Namen Crane flower und Bird of paradise greifen dasselbe Vogelbild auf; mit der botanischen Einordnung hat es nichts zu tun. 4

Erkennung

Strelitzia reginae bildet einen dichten Horst aus langen, ledrigen Blättern mit steifen Blattstielen, die fächerförmig aus einem Rhizomstock wachsen. Die graugrüne, ovale Blattspreite ist 25 bis 70 cm lang und 10 bis 30 cm breit. Ausgepflanzt erreicht der Horst gewöhnlich 1 bis 2 m Höhe. 2 4

Das deutlichste Artmerkmal liefert die Blüte. Ein grünes, purpurn gerandetes, schnabelförmig aufgerichtetes Hochblatt umschließt mehrere Knospen, die sich über Wochen nacheinander öffnen. Jede Blüte besitzt drei orangefarbene Kelchblätter und drei blauviolette Kronblätter. Zwei davon sind zu einem nektarführenden Pfeil verwachsen, dessen Mechanismus unter dem Gewicht eines Besuchers Pollen freigibt. 4 3

Im Herkunftsgebiet landen Nektarvögel auf dem Hochblatt, um Nektar zu trinken. Ihr Gewicht öffnet den Mechanismus und bedeckt ihre Füße mit Pollen, den sie zur nächsten Blüte tragen. In gemäßigtem Klima fehlen diese Bestäuber; ohne Bestäubung von Hand entstehen nur selten Früchte. 4

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP führt Strelitzia reginae Banks als akzeptierten Namen. Mehrere früher beschriebene Varietäten und Formen gelten heute überwiegend als Synonyme der typischen Art:

  • Strelitzia reginae var. ovata (W.T.Aiton) Baker – historischer Name
  • Strelitzia reginae var. humilis (Link) Baker – historischer Name
  • Strelitzia reginae subsp. parvifolia (W.T.Aiton) Maire & Weiller – historischer Name
  • Strelitzia angustifolia (W.T.Aiton) Sm. – historischer Name

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Form mit reduzierten Blättern ohne eigentliche Spreite. Früher wurde sie als Strelitzia reginae var. juncea behandelt, heute erkennt POWO sie als eigenständige Art Strelitzia juncea an. Eine unter diesem Namen angebotene Pflanze gehört botanisch daher nicht mehr zu Strelitzia reginae. 1 6

Lebensraum und Verbreitung

Das Herkunftsgebiet liegt ausschließlich in Südafrika zwischen Ostkap und KwaZulu-Natal. Dort besiedelt die Art Küstengebüsche, strauchreiche Säume und Flussufer unter subtropischen Klimabedingungen. 1 7

Ende des 18. Jahrhunderts gelangte die Art in die königlichen Gärten von Kew. Später verbreitete sie sich in vielen Regionen mit milden, trockenen Wintern, von Kalifornien und den Küsten Australiens bis zum Mittelmeerraum. Dauerhafte Kälte unter 10 °C verträgt sie nicht. Die Ausgangsdaten nennen USDA-Zonen 9 bis 11; ihre weltweite gärtnerische Verbreitung konzentriert sich auf mediterranes oder subtropisches Klima, weit über ihr enges südafrikanisches Herkunftsgebiet hinaus. 4 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Gut eingewachsene, erwachsene Horste blühen vor allem im Winter und zeitigen Frühjahr. Aus Samen gezogene Pflanzen benötigen meist drei bis fünf Jahre bis zur ersten Blüte. Ohne direkte volle Sonne kann auch ein erwachsener Horst über viele Jahre ohne Blüten bleiben. 4 2

Nach der Bestäubung entsteht eine braune, verholzte Kapsel. Sie gibt schwarze Samen mit einem leuchtend orangefarbenen Samenmantel frei, der Vögel zur Samenverbreitung anlockt. 3

Durch Teilung erwachsener Horste im Frühjahr lassen sich schneller blühfähige Pflanzen gewinnen als durch Aussaat, die mehrere Jahre Geduld erfordert. Vor der Aussaat werden die Samen wegen ihrer dicken, harten Schale eingeweicht. Ohne dieses Einweichen keimen sie langsam und unregelmäßig. 2

Nutzen und Risiken

Die Paradiesvogelblume dient vor allem als Zierpflanze: im hell stehenden Kübel in gemäßigtem Klima, im sonnigen Beet oder als niedrige Hecke in milden Regionen. Als Schnittblume ist sie wegen ihrer außergewöhnlichen Haltbarkeit gefragt; der Stiel bleibt im Wasser mehrere Wochen frisch. Die Blüte von Strelitzia reginae ist außerdem das offizielle Blumensymbol von Los Angeles, was ihre gärtnerische Verbreitung in Kalifornien verstärkte. 3 2 8

Früchte und Samen enthalten Stoffe, die den Magen-Darm-Trakt reizen. Die ASPCA stuft Strelitzia reginae für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein; genannt werden Übelkeit, Erbrechen und Schläfrigkeit. Zugleich bezeichnet die ASPCA die Giftigkeit als deutlich geringer als bei der Gattung Caesalpinia, deren Vertreter teils unter ähnlichen Paradiesvogel-Namen verkauft werden. 5

Laub und Blüten verursachen dagegen laut der zugrunde liegenden Quelle kein Allergierisiko über die Atemluft: Die Pflanze bildet keinen windverbreiteten Pollen und zählt auf der OPALS-Skala zu den wenig allergenen Pflanzen. Das hier beschriebene Risiko betrifft somit die Verdauung nach dem Verzehr von Früchten oder Samen, nicht die Atemwege. 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Unter den Auslesen mit goldgelben statt orangefarbenen Kelchblättern bieten auf Schnittblumen spezialisierte Gärtnereien Mandela's Gold am häufigsten an, öfter als Kirstenbosch Gold. Ihre Kulturansprüche entsprechen denen der typischen Art. 2

Häufige Verwechslungen betreffen folgende Pflanzen:

  • Strelitzia nicolai, deutlich größer, mit baumförmigem Wuchs und weißen sowie blauen Blüten;
  • Strelitzia juncea, deren Blätter auf einfache Blattstiele ohne Spreite reduziert sind;
  • Caesalpinia gilliesii, ein nicht näher verwandter Strauch mit ähnlichem gebräuchlichem Namen und deutlich höherer Giftigkeit;
  • Bananen der Gattung Musa, deren junges Laub einem jungen, noch nicht blühenden Horst ähnelt.

Vor der Blüte kann das Laub allein täuschen. Verlässlicher als die Blattform ist die Blüte mit ihrem schnabelförmigen Hochblatt und den charakteristischen orangefarbenen Kelchblättern. Keine der genannten Verwechslungspflanzen besitzt genau diese Kombination.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Paradiesvogelblume eine Banane?

Nein. Strelitzia reginae gehört zu den Strelitziaceae, einer anderen Familie als die Bananengewächse (Musaceae), obwohl junge Blätter ähnlich aussehen können. Die schnabelförmige Blüte ermöglicht eine eindeutige Unterscheidung.

Warum blüht meine Paradiesvogelblume nicht?

Eine aus Samen gezogene Pflanze braucht meist drei bis fünf Jahre bis zur ersten Blüte und benötigt direkte volle Sonne. Ein zu junges Exemplar, zu viel Schatten oder das kürzliche Umtopfen in einen zu großen Topf können die Blüte lange verzögern.

Ist die Paradiesvogelblume für Katzen und Hunde giftig?

Ja, allerdings mäßig. Laut ASPCA reizen Früchte und Samen den Magen-Darm-Trakt von Katzen, Hunden und Pferden. Als Symptome werden Übelkeit, Erbrechen und Schläfrigkeit genannt.

Wie unterscheiden sich Strelitzia reginae und Strelitzia nicolai?

Strelitzia nicolai ist ein wesentlich größerer Strauch oder kleiner Baum mit weißen und blauen Blüten an einem verholzten Stamm. Strelitzia reginae bleibt ein niedriger krautiger Horst mit charakteristischen orangefarbenen und blauen Blüten.

Wie wird die Paradiesvogelblume in der Natur bestäubt?

Nektarvögel landen auf dem schnabelförmigen Hochblatt, um Nektar zu trinken. Ihr Gewicht öffnet den Blütenmechanismus und bedeckt ihre Füße mit Pollen. In gemäßigtem Klima fehlen diese Vögel; für Samen ist deshalb häufig eine Bestäubung von Hand nötig.

Ist Strelitzia juncea eine Varietät von Strelitzia reginae?

Heute nicht mehr. Diese Form mit reduzierten Blättern galt lange als Varietät von Strelitzia reginae. POWO erkennt sie inzwischen als eigenständige Art Strelitzia juncea an.

Sind Paradiesvogelblume und Caesalpinia gilliesii dieselbe Pflanze?

Nein. Beide Pflanzen tragen gebräuchliche Namen mit Bezug zum Paradiesvogel, sind botanisch aber nicht näher verwandt. Caesalpinia gilliesii ist deutlich stärker giftig.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.