Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata, )
Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata) ist ein immergrüner Nadelbaum der Familie Cupressaceae von der nordamerikanischen Pazifikküste, vom südlichen Alaska bis Nordkalifornien. Die größte Art der Gattung Thuja kann wild über 60 m hoch und mehr als tausend Jahre alt werden. Die First Nations der Pazifikküste nutzen ihren Lebensbaum als Holzquelle für Kanus und Totempfähle, für Rindenkleidung und Flechtarbeiten aus Zweigen.
WeiterlesenRiesen-Lebensbaum und Western redcedar
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Sonne bis Halbschatten, verträgt Schatten im Unterwuchs





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Taken Jul 1, 1994 by Daniel Barthelemy (cc-by-nc)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Thuja plicata reicht vom südlichen Alaska bis Nordkalifornien entlang der Kaskadenkette und der Küstengebirge. Ein getrenntes Binnenvorkommen liegt in British Columbia sowie im Norden von Idaho und Montana. In Europa ist die Art als Zier- und Heckenbaum weit verbreitet eingeführt.
- Heimisch2
- Kanada
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Der Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata Donn ex D.Don, 1824), auch Western redcedar genannt, ist ein immergrüner Nadelbaum der Gattung Thuja aus der Familie Cupressaceae. Als größte Art der Gattung kann er in alten Küstenwäldern am Pazifik 60 m überragen, während sein Verwandter Thuja occidentalis höchstens etwa zwanzig Meter erreicht. 1 9
Die englische Bezeichnung Western redcedar, westliche Rotzeder, kann irreführen: Die Art gehört zur Gattung Thuja und nicht zu den echten Zedern der Gattung Cedrus in der eigenständigen Familie Pinaceae. Das lateinische Epitheton plicata, „in Falten gelegt“, beschreibt die flache, überlappende Anordnung der Schuppenblätter an abgeflachten Zweigen. 4 9
Den First Nations der Pazifikküste gilt die Art als Lebensbaum: Ihr verrottungsbeständiges Holz lieferte Einbäume und Totempfähle, die faserige Rinde Kleidung, Seile und Matten. Auf alten Küstenfundplätzen wurden mehrere Tausend Jahre alte Gegenstände aus Lebensbaumholz entdeckt. 9
Erkennung
Thuja plicata bildet eine schmale pyramidenförmige Krone; bei alten Bäumen ist der Stammfuß oft verbreitert und gefurcht. In Kultur erreicht er häufig 20 bis 40 m, die größten Wildexemplare übersteigen 60 m und können einen Stammdurchmesser von annähernd 7 m besitzen. 2 3
Glänzend grüne Schuppenblätter duften beim Zerreiben aromatisch und sitzen an flachen Zweigen, deren Enden herabhängen und sich leicht aufrichten. Diese Gestalt wird gelegentlich mit gefalteten Händen verglichen. Auf der Unterseite zeigen sich weiße, schmetterlingsförmige Zeichnungen, die bei Thuja occidentalis weniger deutlich ausgeprägt sind und bei der Unterscheidung helfen. 4 5
Aufrechte, rosenknospenförmige Zapfen messen etwa 1 bis 1,8 cm und tragen nur acht bis zwölf dünne Schuppen. Bei der Reife, ungefähr sechs Monate nach der Bestäubung im Frühjahr, wechseln sie von Grün zu Hellbraun. 9 3
Nützliche Taxonomie
POWO akzeptiert für diese Art allein den Namen Thuja plicata Donn ex D.Don, veröffentlicht 1824. In älterer gärtnerischer und botanischer Literatur finden sich weiterhin mehrere historische Namen:
- Thuja gigantea Nutt. (historischer Name)
- Thuja menziesii Douglas ex Endl. (historischer Name)
- Thuja lobbii K.Koch (historischer Name)
- Libocedrus gigantea H.Low ex Gordon (historischer Name)
- Thuja occidentalis var. plicata (Donn ex D.Don) Loudon ex Hoopes (historische Varietät)
Verlässlich bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name, denn der Pflanzenhandel schafft zusätzliche Unklarheit: Zahlreiche Heckensorten, darunter die viel verkaufte Hybride Green Giant, werden unter bloßen Handelsnamen angeboten, ohne ihre genaue botanische Herkunft stets anzugeben. 1 8
Zur Gattung Thuja gehören außerdem die kleinere und besser an kontinentale Kälte angepasste Thuja occidentalis sowie die aus Japan stammende Thuja standishii. Ihr Schuppenlaub ähnelt sich, doch von diesen drei Arten ist nur Thuja plicata an das milde, sehr feuchte Meeresklima des pazifischen Nordwestens angepasst. 1
Lebensraum und Verbreitung
Sein natürliches Areal reicht vom südlichen Alaska bis ins nördliche Kalifornien, entlang der Kaskadenkette und der Küstengebirge. Ein davon getrenntes Binnenvorkommen liegt in British Columbia sowie im Norden von Idaho und Montana. Dort wächst die Art ausschließlich in Gebieten mit mehr als 71 cm Jahresniederschlag. 6 9
Der schattenverträgliche Riesen-Lebensbaum etabliert sich unter dem Kronendach und gehört zu den Baumarten der Schlusswaldgesellschaft feuchter Küstenwälder, gemeinsam mit Westamerikanischer Hemlocktanne und Douglasie. Er besiedelt auch frische Talböden und Flussufer bis etwa 1.100 m Höhe, an gut besonnten Hängen auch darüber hinaus. 9 1
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Thuja plicata als nicht gefährdet ein. Der Bestand gilt trotz intensiver kommerzieller Holznutzung in einem großen Teil des Areals als stabil. 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Im Frühjahr geben die kleinen männlichen Zapfen windgetragenen Pollen ab, der die weiblichen Zapfen desselben Baums erreicht; die Art ist einhäusig. Etwa sechs Monate nach der Bestäubung reifen die weiblichen Zapfen im Spätsommer, werden hellbraun und öffnen sich zur Freisetzung kleiner geflügelter Samen. 9 3
Einzelne Bäume werden in alten Küstenwäldern am Pazifik über tausend Jahre alt; eines der ältesten überprüften Exemplare soll etwa 1.460 Jahre erreicht haben. Das Kernholz bildet pilzhemmende Thujaplicine, allerdings erst bei älteren Bäumen, weshalb junge Pflanzen wesentlich anfälliger für Fäulnis bleiben. 9
Aus Samen lässt sich eine Sorte wie Green Giant nicht sortenecht vermehren. Deshalb überwiegt die Vermehrung durch Stecklinge halbreifer Zweige vom Spätsommer, deren Bewurzelung einige Wochen bis Monate dauert. Die Aussaat bleibt der Wildart vorbehalten, erfordert eine Kältestratifikation und führt häufig zu unregelmäßigem Auflaufen. 5
Nutzen und Risiken
Leichtes, weiches, geradfaseriges und bemerkenswert verrottungsbeständiges Holz diente lange dem Bau von Kanus, Dachschindeln und Zaunpfosten; heute wird es auch als Außenverkleidung verwendet. Seine etwa 30 % geringere Dichte gegenüber Bootsbauhölzern wie Mahagoni macht es zudem für Gitarrendecken beliebt. 9
Für die First Nations der Pazifikküste lieferte diese Art einen Großteil der materiellen Lebensgrundlagen: Stämme für Einbäume und Totempfähle, faserige Rinde für Kleidung, Seile, Matten und wasserdichte Körbe. Traditionell wurde die Rinde in langen Streifen abgezogen; diese Arbeit übernahmen Frauen, die dafür mitunter über zehn Meter hoch kletterten. 9
Das Laub ist für Katzen und Hunde nicht als giftig eingestuft. Sägemehl und Rinde, reich an Plicatinsäure und Thujon, sind dagegen dokumentierte Allergene: Etwa 5 % der exponierten Holzarbeiter entwickeln Berufsasthma, weshalb dieses Holz in den USA Exportbeschränkungen unterliegt. 9
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Im Handel finden sich zahlreiche Heckensorten. 'Atrovirens' besitzt dichtes dunkelgrünes Laub für kompakte Hecken; die wüchsigere 'Excelsa' eignet sich für hohe, rasch wachsende Sichtschutzpflanzungen. 'Zebrina' zeigt cremegelb gestreiftes Laub, 'Whipcord' behält fadenförmiges, überhängendes Jugendlaub. Die aus einer Kreuzung mit Thuja standishii entstandene Hybride 'Green Giant' dominiert heute den nordamerikanischen Markt für schnell wachsende Hecken. 3 4
Am häufigsten wird der Riesen-Lebensbaum mit Thuja occidentalis verwechselt. Diese bleibt im Alter deutlich kleiner, besitzt feinere, stärker aufrechte Zweige und benötigt weniger Bodenfeuchte. Die Scheinzypresse Chamaecyparis lawsoniana trägt ähnliches Schuppenlaub, riecht beim Zerreiben jedoch anders und bildet kugelige statt rosenknospenförmiger Zapfen.
Im Gelände entscheidet die Größe rasch: Ein Baum über 40 m kann keine Thuja occidentalis sein, die kaum mehr als etwa zwanzig Meter erreicht. Rosenknospenförmige Zapfen schließen wiederum Chamaecyparis lawsoniana unmittelbar aus.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Thuja plicata Donn ex D.Don
- Royal Horticultural Society, Thuja plicata Beschreibung
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Thuja plicata
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Thuja plicata
- Plants For A Future, Thuja plicata
- USDA PLANTS Database, Thuja plicata (THPL) Pflanzenprofil
- IUCN Red List of Threatened Species, Thuja plicata Bewertung
- Tela Botanica / Referenzwerk bdtfx, Thuja plicata
- Wikipedia (en), Thuja plicata
Häufig gestellte Fragen
Ist der Riesen-Lebensbaum eine echte Zeder?
Nein. Trotz der englischen Bezeichnung Western redcedar gehört er zur Gattung Thuja in der Familie Cupressaceae. Echte Zedern der Gattung Cedrus gehören zur eigenständigen Familie Pinaceae.
Ist Thuja plicata für Katzen und Hunde giftig?
Das Laub ist für Katzen und Hunde nicht als giftig eingestuft. Sägemehl und Rinde mit ihren aromatischen Verbindungen und Thujon wirken hingegen reizend und werden mit Berufsasthma bei Holzarbeitern in Verbindung gebracht.
Wie unterscheidet er sich von Thuja occidentalis?
Thuja plicata, der Riesen-Lebensbaum, wird wesentlich größer und trägt breitere, überhängende Zweige. Thuja occidentalis bleibt kleiner, verträgt kontinentale Kälte besser und besitzt feineres, aufrechtes Laub.
Warum gilt Thuja plicata den First Nations als Lebensbaum?
Aus seinem leichten, verrottungsbeständigen Holz entstanden Einbäume und Totempfähle, aus der faserigen Rinde Kleidung, Seile und Matten. Diese zentrale Rolle im materiellen Leben an der Pazifikküste begründet den Namen.
Wie alt wird ein Riesen-Lebensbaum?
Einige Bäume überschreiten in alten pazifischen Küstenwäldern tausend Jahre. Für eines der ältesten bekannten Exemplare ist ein Alter von etwa 1.460 Jahren überprüft.
Wie lässt sich der Riesen-Lebensbaum vermehren?
Über halbreife Zweigstecklinge vom Spätsommer, die Sorteneigenschaften am zuverlässigsten erhalten, oder bei der Wildart durch Aussaat nach Kältestratifikation.
Ist der Riesen-Lebensbaum invasiv?
Nein, die Art ist nicht als invasiv dokumentiert. Sie wird vor allem gezielt für Hecken und Sichtschutz gepflanzt, insbesondere als Hybridsorte Green Giant; bedenkliche Einbürgerungen außerhalb ihres natürlichen Areals sind nicht gemeldet.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




