Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis, L. 1753)

Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis) ist ein immergrüner Nadelbaum der Cupressaceae aus Ostkanada und dem Nordosten der USA. Er bildet Bestände in kalkreichen Sümpfen und auf felsigen Gesimsen, wo einzelne Bäume älter als vier Jahrhunderte werden. Seine zahlreichen zwergigen oder säulenförmigen Sorten machen ihn zu einem der weltweit am häufigsten gepflanzten Heckennadelbäume.

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Wissenschaftlicher NameThuja occidentalis
GattungThuja
OrdnungCupressales

Amerikanischer Lebensbaum, Abendländischer Lebensbaum, Abendländische Thuja, Gewöhnliche Thuja, American arborvitae und Northern white-cedar

Identität
Toxizität
Bei Berührung wenig giftig; thujonreiches ätherisches Öl gefährlich
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Baum · Nadelbaum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
KanadaVereinigte Staaten
Lebensraum
Kalkreiche Sümpfe und Moore, frische Flussufer, geschützte Felsgesimse und Felswände
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Ausgewachsene Wuchsform nach 15 bis 20 Jahren, danach stark verlangsamtes Wachstum
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gute Windfestigkeit, bei schwerem Schnee und Eisregen bruchgefährdet
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kalkhaltiger Boden, Frischer bis feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Sonne bis Halbschatten; in voller Sonne dichteres Laub
Außenbereich
Feldhecke, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe1200–2000 cmBreite300–500 cm
Blätter
GrünBraun
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraun
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
BraunGrün
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Thuja occidentalis reicht von Ost- und Zentralkanada bis in den Nordosten und das nördliche Zentrum der USA. Isolierte Populationen in den Appalachen reichen bis North Carolina und Tennessee. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Art in Europa eingeführt und wird dort seither vielfach als Zierbaum und Hecke kultiviert.

  • Heimisch2
  • Eingeführt1
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten
  • Polen

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis L., 1753) bezeichnet einen immergrünen Nadelbaum der Gattung Thuja aus der Familie der Cupressaceae. Linné beschrieb ihn 1753 in Species Plantarum anhand von Exemplaren, die bereits seit mehreren Generationen in Europa kultiviert wurden. 2 1

Die Bezeichnung „weiße Zeder“, französisch cèdre blanc, ist missverständlich. Die Art gehört zur Gattung Thuja und keineswegs zu den echten Zedern, Cedrus, aus der eigenen Familie der Pinaceae. Der Name Lebensbaum übersetzt das lateinische arbor vitae und geht auf eine Begebenheit des 16. Jahrhunderts zurück. Der Entdecker Jacques Cartier soll von indigenen Völkern gelernt haben, den Skorbut seiner Mannschaft mit einem Absud des vitamin-C-reichen Laubs zu behandeln. 4 3

Erkennung

Ausgewachsen erreicht Thuja occidentalis gewöhnlich 12 bis 20 m Höhe. Gut belichtete Exemplare werden dabei 3 bis 5 m breit. Das Wachstum ist in den ersten Jahren sehr langsam und stabilisiert sich nach ungefähr 15 bis 20 Jahren, wenn die kegelige bis säulenförmige Gestalt endgültig ausgebildet ist. 4 6

Flache, schuppenförmige Blätter bilden feine, einander überlagernde Fächer an abgeflachten Zweigen. Beim Zerreiben duften sie aromatisch. Im Winter verfärbt sich das Laub häufig bronzebraun, bevor es im Frühjahr wieder grün wird. Dieses Merkmal hilft dabei, einen Baum in winterlicher Ruhe von einem kranken Exemplar zu unterscheiden. 6 5

Als einhäusige Art trägt der Amerikanische Lebensbaum männliche und weibliche Zapfen auf demselben Individuum. Die kleinen eiförmigen Zapfen stehen auf kurzen Zweigen aufrecht. Bis zur Reife im Spätsommer wechseln sie von Grün zu Hellbraun und setzen je Schuppe zwei geflügelte Samen frei. 5 7

Nützliche Taxonomie

POWO und IPNI führen für die Ausgangsart einen einzigen akzeptierten Namen: Thuja occidentalis L., veröffentlicht 1753. In älterer gärtnerischer Literatur begegnen weiterhin mehrere historische Synonyme:

  • Thuja canadensis K.Koch
  • Cupressus arborvitae O.Targ.Tozz.
  • Thuja odorata Marshall
  • Thuja procera Salisb. (historisches Synonym)

Der akzeptierte wissenschaftliche Name bleibt der stabile Bezugspunkt. Im Gartenhandel entsteht zusätzliche Verwirrung dadurch, dass zahlreiche zwergige oder säulenförmige Sorten allein unter ihrem Sortennamen verkauft werden. Die zugrunde liegende Art ist dabei nicht immer angegeben. 1 3

Zur Gattung Thuja gehören außerdem der nordamerikanische Riesen-Lebensbaum Thuja plicata und die aus Japan stammende Thuja standishii. Alle drei besitzen ähnlich schuppenförmiges Laub. Thuja occidentalis ist jedoch die kleinste der drei Arten und die einzige, die an strenge kontinentale Winter angepasst ist. Thuja plicata wächst an der gemäßigten Pazifikküste, geschützt vor strengem Frost. 3

Lebensraum und Verbreitung

Ost- und Zentralkanada sowie der Nordosten und das nördliche Zentrum der USA bilden das natürliche Areal. Isolierte Bestände in den Appalachen reichen bis North Carolina und Tennessee. Die Art besiedelt kalkreiche Sümpfe und Moore, frische Flussufer sowie geschützte Felsgesimse und Felswände. 4 6

An exponierten Kalkfelsgesimsen rund um die Großen Seen wachsen kümmerwüchsige, außerordentlich langsam wachsende Bäume, die zu den ältesten im östlichen Nordamerika zählen. Unter günstigen feuchten Bedingungen kann die Art vier Jahrhunderte überschreiten. 4

Seit ihrer Einführung nach Europa im 16. Jahrhundert wird die Art dort vielfach als Zierbaum und Heckenstrauch kultiviert. In manchen gemäßigten Regionen Mitteleuropas hat sie sich örtlich auch eingebürgert. 4 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Die „Blüte“ im Sinne eines Nadelbaums, also die Bestäubung, findet im Frühjahr statt. Winzige männliche Zapfen geben ihren Pollen ab, bevor sich die weiblichen Zapfen an denselben Zweigen bilden. Diese weiblichen Zapfen reifen im Spätsommer, verfärben sich von Grün zu Hellbraun und öffnen sich anschließend. 5

Beim Höhenzuwachs fällt die Art durch ihr langsames Tempo auf. Junge Sämlinge gewinnen in den ersten Jahren durchschnittlich nur etwa 8 cm jährlich. Erst wenn das Wurzelsystem gut etabliert ist, beschleunigt sich ihr Wachstum. 4

Für Kultursorten sind Stecklinge halbverholzter Zweige aus dem Spätsommer zuverlässiger als Samen, weil sie die Sortenmerkmale erhalten. Die Bewurzelung erfolgt innerhalb weniger Wochen. Die Aussaat bleibt dagegen der Ausgangsart vorbehalten: Sie erfordert eine mehrmonatige Kältestratifikation und führt zu langsamer, unregelmäßiger Keimung. 7

Nutzen und Risiken

Leichtes, weiches Holz, das trotz fehlenden Harzes praktisch nicht verrottet, wurde in Nordamerika lange für Kanus, Zaunpfähle und Dachschindeln genutzt. 7

Indigene Völker verwendeten das Laub traditionell gegen Fieber, Husten und Rheuma. Das moderne ätherische Öl mit hohem Thujongehalt ist Bestandteil äußerlich angewandter Warzenmittel. Beim Verschlucken größerer Mengen ist es giftig. Nach unsachgemäßer innerlicher Anwendung wurden Krämpfe und Todesfälle berichtet. Während der Schwangerschaft ist seine Anwendung untersagt. 7

Das Laub wird im Gegensatz zum konzentrierten ätherischen Öl nicht als giftig für Katzen und Hunde eingestuft. Als Zierpflanze dient die Art vor allem für Hecken und Sichtschutz. Geschätzt werden ihre Winterhärte bis USDA 2 und ihre Verträglichkeit wiederholter Schnittmaßnahmen. 6

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Hunderte Sorten werden im Gartenhandel unterschieden. 'Smaragd' (Emerald Green) dominiert bei kompakten säulenförmigen Hecken; 'Brabant' wächst schneller und schafft rasch Sichtschutz. 'Rheingold' trägt goldenes Laub, das sich im Winter kupferfarben verfärbt. Die zwergige Kugelform 'Danica' eignet sich für kleine Gärten und für Kübel. 5 6

Am häufigsten wird die Art mit Thuja plicata, dem Riesen-Lebensbaum, verwechselt. Dessen breitere, hängende Zweige übertreffen die von Thuja occidentalis bei ausgewachsenen Bäumen deutlich an Größe. Scheinzypressen der Gattung Chamaecyparis besitzen ähnlich schuppenförmiges Laub, riechen beim Zerreiben aber anders. Wacholder der Gattung Juniperus erkennt man dagegen an fleischigen Beerenzapfen anstelle kleiner trockener Zapfen.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Amerikanische Lebensbaum eine echte Zeder?

Nein. Trotz des englischen Namens Northern white-cedar und des französischen cèdre blanc gehört die Art zur Gattung Thuja in der Familie der Cupressaceae. Echte Zedern der Gattung Cedrus gehören zur anderen Familie der Pinaceae.

Ist der Amerikanische Lebensbaum für Katzen und Hunde giftig?

Das Laub wird nicht als giftig für Katzen und Hunde eingestuft. Das konzentrierte, thujonreiche ätherische Öl ist dagegen beim Verschlucken gefährlich und darf während der Schwangerschaft nicht verwendet werden.

Woher stammt der Name Lebensbaum?

Er bezieht sich auf eine Begebenheit im 16. Jahrhundert. Der Entdecker Jacques Cartier soll von indigenen Völkern gelernt haben, den Skorbut seiner Mannschaft mit einem Absud des vitamin-C-reichen Laubs zu behandeln.

Was unterscheidet ihn von Thuja plicata?

Thuja plicata, der Riesen-Lebensbaum, wird wesentlich größer und besitzt breitere, hängende Zweige. Thuja occidentalis bleibt kleiner und hat feineres, aufgerichtetes Laub.

Warum verkahlen manche Thujahecken unten?

Ein zu starker Rückschnitt ins alte Holz, das keine grünen Nadeln mehr trägt, verhindert dort den Neuaustrieb. Lichtmangel am Fuß einer zu dichten Hecke hat dieselbe Wirkung.

Wie alt wird der Amerikanische Lebensbaum?

An feuchten Standorten überschreitet die Art häufig vier Jahrhunderte. Kümmerwüchsige Bäume auf geschützten Kalkfelswänden gehören zu den ältesten Bäumen im östlichen Nordamerika.

Wie lässt sich der Amerikanische Lebensbaum vermehren?

Durch Stecklinge halbverholzter Zweige im Spätsommer; dies ist für Sorten am zuverlässigsten. Alternativ ist Aussaat nach Kältestratifikation möglich, die der Ausgangsart vorbehalten bleibt.

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