Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens, (D.Don) Endl. 1847)

Sequoia sempervirens ist ein Nadelbaum der Cupressaceae und die einzige lebende Art der Gattung Sequoia. Seine Heimat ist ein schmaler Küstenstreifen vom Südwesten Oregons bis nach Zentralkalifornien. Er hält den Höhenrekord unter den bekannten lebenden Bäumen, besitzt eine dicke, feuerfeste Borke und je nach Lichteinfall zwei Blattformen. Sein fäulnisbeständiges Holz machte ihn zu einer der am stärksten genutzten Forstbaumarten Nordamerikas.

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Wissenschaftlicher NameSequoia sempervirens
GattungSequoia
OrdnungCupressales

Küstenmammutbaum, Redwood, Coast Redwood und California Redwood

Identität
Toxizität
Ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen; Giftigkeit für Pferde unklar
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Nadelbaum · Baum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte Staaten
Lebensraum
Nebelige Küstentäler und Schluchten, Bergmischwälder in 30–750 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
Winter
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Schneller Wuchs; maximale Höhe erst nach mehreren Jahrhunderten
Vermehrung
Aussaat, Halbhartholzsteckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Geringe Widerstandskraft gegen Gischt und direkten Küstenwind
Luftfeuchtigkeit
60–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Saurer Boden, Tiefer Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Großer Garten, Park
Pflanzgefäße
Bonsai-Topf
Erscheinungsbild
Höhe6000–11600 cmBreite600–1500 cm
Blätter
Grün
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Früchte
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
BraunRot
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Sequoia sempervirens: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Sequoia sempervirens bildet einen schmalen Küstenstreifen von etwa 750 km Länge und 8–75 km Breite vom Südwesten Oregons bis zum Monterey County in Zentralkalifornien. Bereits in den 1930er-Jahren wurde die Art im australischen Bundesstaat Victoria eingeführt und hat sich dort gut akklimatisiert. Außerhalb der USA wird sie andernorts vor allem als Zierbaum in Parks und Arboreten gehalten.

  • Heimisch1
  • Eingeführt1
  • Vereinigte Staaten
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Sequoia sempervirens (Sequoia sempervirens (D.Don) Endl., 1847), auch Küstenmammutbaum oder Redwood genannt, ist die einzige lebende Art der Gattung Sequoia innerhalb der Cupressaceae. Der englische Name redwood verweist auf das rotbraune Kernholz, dessen Farbe am frisch angeschnittenen Stamm sichtbar wird. 1 4

Männliche und weibliche Zapfen trägt Sequoia sempervirens am selben Baum: Die Art ist einhäusig, anders als viele zweihäusige Nadelbäume. Sie gehört zudem zu den langlebigsten bekannten Bäumen; einzelne Exemplare erreichen 1.200 bis 2.200 Jahre, manche geschützten Bäume in Reservaten sogar mehr. 3

Erkennung

Den Höhenrekord unter den bekannten lebenden Bäumen hält Sequoia sempervirens: Hyperion, 2006 im Redwood National Park entdeckt, misst 115,5 m. Damit überragt er jeden Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), obwohl dieser ein größeres Gesamtholzvolumen besitzt. Bei den ältesten Exemplaren kann der Stammdurchmesser in Brusthöhe 8 bis 9 m überschreiten. 4 3

Faserig und schwammig ist die 30 cm oder mehr dicke Borke. Frisch angeschnitten leuchtet sie rotbraun, im Alter vergraut sie. Die Blattform hängt deutlich von ihrer Position ab: An Schattenzweigen und jungen Bäumen sind die Blätter flach, nadelförmig und 15–25 mm lang; an voll belichteten Trieben im oberen Kronenbereich werden sie zu dicht anliegenden, 5–10 mm langen Schuppen. 4 5

Winzig bleiben dagegen die Zapfen dieses riesigen Baumes: Sie messen 15–32 mm und tragen 15–25 Schuppen, sind also deutlich kleiner als beim Riesenmammutbaum. Der Gegensatz zwischen mächtigem Stamm und winzigen Zapfen unterscheidet Sequoia sempervirens von den meisten anderen riesigen Nadelbäumen, deren Zapfengröße ungefähr mit der Baumgröße zunimmt. 4

Nützliche Taxonomie

Zuerst beschrieb der schottische Botaniker David Don die Art 1824 als Taxodium sempervirens und stellte sie damit in dieselbe Gattung wie die Sumpfzypresse. Der Österreicher Stephan Endlicher sonderte 1847 die Gattung Sequoia ab und gab der Art ihren heutigen zweiteiligen Namen. Die genaue Herkunft des Gattungsnamens bleibt ungewiss: Endlicher erklärte seine Wahl nie. Die verbreitete Vermutung einer Ehrung des Cherokee-Gelehrten Sequoyah ist durch zeitgenössische Quellen nicht bestätigt. 1

Innerhalb der Sequoioideae steht die Art neben zwei weiteren monotypischen Gattungen, dem Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) und dem chinesischen Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides). Molekulare Untersuchungen erwägen sogar einen alten hybriden Ursprung zwischen Vorfahren dieser beiden Gattungen, um die wechselnde Stellung von Sequoia in Stammbäumen zu erklären. 1

Mehrere beschriebene Formen und Varietäten gelten heute als Synonyme des akzeptierten Namens:

  • Sequoia sempervirens var. glauca R.Sm., ehemaliger Varietätenname
  • Sequoia sempervirens var. adpressa Carrière, ehemaliger Varietätenname
  • Sequoia sempervirens var. pendula Rovelli, ehemaliger Varietätenname
  • Sequoia sempervirens var. albospica G.Nicholson, ehemaliger Varietätenname

Lebensraum und Verbreitung

Ein schmaler Küstenstreifen von etwa 750 km Länge und 8–75 km Breite bildet das natürliche Areal. Er reicht vom Südwesten Oregons bis zum Monterey County in Zentralkalifornien und liegt in 30–750 m Höhe. 1 4

Entscheidend für das Wachstum ist der Küstennebel. Das vom Laub aufgefangene und abtropfende Nebelwasser liefert einen erheblichen Teil des Wasserbedarfs, besonders in geschützten Tälern und Schluchten mit den höchsten Bäumen. Unmittelbar an der Küste begrenzt dagegen salzhaltige Gischt die Ansiedlung. 4

Als stark gefährdet (EN) führt die IUCN Sequoia sempervirens. Die Einstufung folgt dem starken Rückgang des Areals seit Beginn des kommerziellen Holzeinschlags um 1850, der große Teile der alten Bestände durch nachgewachsene Wälder ersetzte. Im australischen Bundesstaat Victoria wurde die Art bereits in den 1930er-Jahren eingeführt und hat sich dort gut akklimatisiert. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Erste Zapfen entstehen im Alter von etwa 10–15 Jahren. Jeder enthält nur 90–150 Samen, deren Lebensfähigkeit gering bleibt, häufig weit unter 15 %. Ihren höchsten Wert erreicht sie erst bei etwa 250 Jahre alten Mutterbäumen. Die sehr leichten geflügelten Samen gelangen im Mittel nur 60–120 m weit vom Mutterbaum. 4

Wegen der geringen Verlässlichkeit der Samen überwiegt die ungeschlechtliche Vermehrung durch Stockausschläge oder Lignotuber. Diese unterirdischen holzigen Verdickungen können nach dem Fällen oder einem Brand einen neuen Stamm hervorbringen. Dadurch unterscheidet sich Sequoia sempervirens deutlich vom Riesenmammutbaum, der nach dem Fällen keine Stockausschläge bildet. 3

Feuer unterstützt eher die Erneuerung der Art, als sie zu bedrohen: Die dicke, harzarme Borke widersteht Flammen gut. Auf verbranntem Boden mit verringerter Pflanzenkonkurrenz keimen zudem mehr Samen. 4

Nutzen und Risiken

Leichtes, fäulnisbeständiges und harzarmes Holz machte Sequoia sempervirens zu einer der am stärksten genutzten Forstbaumarten Kaliforniens. Fast alle heute geernteten Bestände stammen aus nachgewachsenen Sekundärwäldern. 5

Auch außerhalb des Waldes ist eine Nutzung der Feuerbeständigkeit dokumentiert: Nach dem Erdbeben von San Francisco 1906 schrieb der leitende Feuerwehringenieur der Stadt den Außenverkleidungen aus Redwood-Holz zu, die Ausbreitung der Flammen in mehreren Vierteln gebremst zu haben. 4

Für Katzen und Hunde nennt keine maßgebliche Quelle Sequoia sempervirens als gefährlich. Zur Giftigkeit für Pferde gibt es wenig Dokumentation; daher ist Vorsicht ohne besondere Beunruhigung angebracht. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Spontane Mutationen lieferten mehrere gärtnerisch etablierte Zwergsorten: 'Adpressa', vom französischen Baumschuler André Leroy ausgelesen und 1867 von Carrière benannt, treibt cremefarben aus und wird später grün. 'Prostrata' entstand um 1927 als kriechende Form im Botanischen Garten Cambridge. 'Cantab', eine aufrechte Mutation von 'Prostrata', benannte Roy Lancaster 1977. Einzelne Exemplare werden sogar als Bonsai gezogen, etwa im Pacific Bonsai Museum. 8 9

Besonders häufig wird Sequoia sempervirens mit zwei weiteren riesigen Nadelbäumen derselben Unterfamilie verwechselt:

  • Sequoiadendron giganteum, der Riesenmammutbaum mit stechenden Schuppenblättern und viel größeren Zapfen, der nach dem Fällen nicht aus dem Stock austreibt;
  • Metasequoia glyptostroboides, der Urweltmammutbaum mit sommergrünen, gegenständig angeordneten Blättern, während Sequoia sempervirens immergrünes, spiralig angeordnetes Laub trägt.

Immergrüne Nadeln, faserige rotbraune Borke und kräftige Stockausschläge bilden zusammen eine eindeutige Merkmalskombination für Sequoia sempervirens. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Sequoia sempervirens wirklich der höchste Baum der Welt?

Ja, bezogen auf die Höhe. Der 2006 im Redwood National Park entdeckte Baum Hyperion misst 115,5 m, ein Rekord für einen lebenden Baum. Sequoiadendron giganteum besitzt jedoch ein größeres Gesamtholzvolumen.

Wie unterscheidet sich Sequoia sempervirens von Sequoiadendron giganteum?

Sequoia sempervirens hat je nach Belichtung flache Blätter oder kleine Schuppen, winzige Zapfen und treibt nach dem Fällen aus dem Stock aus. Sequoiadendron giganteum besitzt stechende Schuppenblätter und deutlich größere Zapfen und bildet nach dem Fällen niemals Stockausschläge.

Ist Sequoia sempervirens für Katzen und Hunde giftig?

Keine maßgebliche Quelle stuft ihn für Katzen oder Hunde als giftig ein. Die Giftigkeit für Pferde ist wenig dokumentiert; daher ist Vorsicht ohne besondere Beunruhigung angebracht.

Wie wächst der Baum nach dem Fällen oder einem Brand nach?

Durch Lignotuber, unterirdische holzige Verdickungen, und kräftige Stockausschläge. Die dicke, harzarme Borke schützt ausgewachsene Bäume zusätzlich vor Flammen.

Lässt sich Sequoia sempervirens im Topf oder als Bonsai halten?

Ja, mit Zwergsorten wie Adpressa oder Prostrata in Bonsaischalen. Die Wildform wird für einen kleinen Garten oder eine Terrasse bei Weitem zu groß.

Woher stammt der Name Sequoia?

Die Herkunft bleibt ungewiss. Stephan Endlicher, der die Gattung 1847 aufstellte, hat seine Wahl nie dokumentiert. Die Vermutung einer Ehrung des Cherokee-Gelehrten Sequoyah wird durch keine zeitgenössische Quelle bestätigt.

Warum sind junge Sämlinge im natürlichen Wald selten?

Die Lebensfähigkeit der Samen liegt oft unter 15 %. Die Keimung gelingt vor allem auf verbrannten oder überschwemmten Böden mit weniger Pflanzenkonkurrenz. Die Erneuerung erfolgt daher überwiegend durch Stockausschläge statt durch natürliche Aussaat.

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.