Chinesische Ulme (Ulmus parvifolia, Jacq. 1798)

Ulmus parvifolia (Jacq., 1798) ist ein sommergrüner bis halbimmergrüner Baum aus der Familie der Ulmaceae, der aus Ostasien stammt: China, Taiwan, Korea, Japan und Vietnam. Seine gefleckte Borke löst sich in Platten; anders als die meisten Ulmen blüht er im Herbst statt im Frühjahr. Die hohe Toleranz gegenüber Stadtböden und die hohe, aber nicht vollständige Resistenz gegen das Ulmensterben machen ihn zu einem geschätzten Straßenbaum. Dank seiner Schnittverträglichkeit zählt er weltweit zu den häufigsten Bonsaibäumen.

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Wissenschaftlicher NameUlmus parvifolia
GattungUlmus
OrdnungRosales

Chinesische Ulme, Chinese elm, Lacebark elm und Akinire

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit für Haustiere und Menschen bekannt
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaTaiwanVietnamSüdkoreaJapan
Lebensraum
Nährstoffreiche Flussufer und Ebenen, meist unter 800 m; weltweit außer in der Antarktis in Städten eingeführt
Jahresverlauf
Blütezeit
Herbst
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Ausgewachsen nach 20 bis 50 Jahren, Herbstblüte schon nach wenigen Jahren
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, dünne Äste brechen unter Schnee oder bei starkem Wind
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Ton, Schluff oder Sand, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Bevorzugt volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Offener Boden, Feldhecke
Pflanzgefäße
Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe1000–1800 cmBreite1500–2000 cm
Blätter
GrünRot
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünRotGröße0.2–0.3 cm
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGröße1–1.3 cm
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Ulmus parvifolia: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Ulmus parvifolia liegt in Ostasien, von Zentral- und Südchina bis Vietnam, Südkorea und Japan (Honshu, Kyushu), mit Vorkommen bis Taiwan. Ende des 18. Jahrhunderts in Europa, später in den USA und Australien eingeführt, kommt die Art heute auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. In mehreren US-Bundesstaaten gilt sie örtlich als invasiv.

  • Heimisch5
  • Eingeführt3
  • Invasiv1
  • China
  • Taiwan
  • Vietnam
  • Südkorea
  • Japan
  • Australien
  • Vereinigtes Königreich
  • Südafrika
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Ulmus parvifolia (Jacq., 1798), auch Chinesische Ulme, ist ein sommergrüner bis halbimmergrüner Baum aus der Familie der Ulmaceae mit Ursprung in Ostasien. Nikolaus Joseph von Jacquin beschrieb die Art 1798; Plants of the World Online führt diesen Namen als akzeptierten Artnamen. 1 8

Der englische Name Lacebark elm verweist auf ein sofort sichtbares Merkmal: Die Borke löst sich in grau, cremefarben und rotbraun gefleckten Platten, während die meisten Ulmen lediglich eine rissige Borke haben. Um 1908 schlug ein Mitarbeiter des US-Landwirtschaftsministeriums diesen Namen vor, um die alte Verwechslung mit Ulmus pumila zu vermeiden. Baumschulen verkauften diese damals ebenfalls häufig als „Chinesische Ulme“. 7

Erkennung

Ausgewachsene Exemplare von Ulmus parvifolia erreichen gewöhnlich 10 bis 18 m Höhe und 15 bis 20 m Breite. Bei sehr alten Bäumen kann der Stammdurchmesser 1 m übersteigen. Die graue bis graubraune Borke reißt wenig auf, blättert aber in Platten ab und legt cremefarbene, orange und rotbraune Flächen frei. Damit unterscheidet sie sich deutlich von der bloß rissigen Borke der meisten anderen Ulmen. 8 7

Mit 2,5 bis 5 cm Länge sind die Blätter eiförmig-lanzettlich, ledrig und glänzend. Ihr symmetrischer Blattgrund und der einfach gesägte Rand helfen bei der Abgrenzung von Ulmen mit asymmetrischem Blattgrund. In mildem Klima bleibt das Laub häufig bis Dezember oder Januar erhalten; im Herbst färbt es sich vor dem Abfallen gelegentlich purpurrot. 7 2

Während die meisten Ulmen vor dem Frühjahrsaustrieb blühen, erscheinen die unscheinbaren Blüten ohne Kronblätter bei Ulmus parvifolia im frühen Herbst. Die elliptischen Flügelfrüchte von 10 bis 13 mm Länge brauchen nach der Blüte nur wenige Wochen bis zur Reife. 7

Nützliche Taxonomie

Innerhalb der Gattung Ulmus wurden mehrere asiatische Ulmen lange unter demselben Handelsnamen verkauft und dadurch verwechselt. Zu den wichtigsten verzeichneten botanischen Synonymen der Art gehören:

  • Ulmus parvifolia var. coreana (Nakai) Uyeki (Varietät)
  • Ulmus parvifolia f. lanceolata (Nakai) Uyeki (Form)
  • Ulmus suberosa var. parvifolia Roth (Varietät)
  • Ulmus campestris var. parvifolia Loudon (Varietät)
  • Ulmus chinensis Pers. (Synonym)

Am verlässlichsten ist das vollständige Binomen mit Autorenangabe, Ulmus parvifolia Jacq. Es verhindert vor allem die häufige Verwechslung mit Ulmus pumila, einer ganz anderen Art, die viele Baumschulen ebenfalls lange „Chinesische Ulme“ nannten. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Von Zentral- und Südchina erstreckt sich das natürliche Areal von Ulmus parvifolia nach Vietnam, Südkorea und Japan; weitere Vorkommen reichen bis Taiwan. Die Art wächst auf nährstoffreichen Böden nahe Gewässern, in Ebenen und tieferen Lagen, je nach Region meist unter 800 m. 5

Die Weltnaturschutzunion IUCN bewertet Ulmus parvifolia als nicht gefährdet (LC); im natürlichen Areal ist keine Gefährdung festgestellt. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurde sie in Europa eingeführt, später in den USA und ab 1857 in Australien. Heute kommt sie auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. 6 7

In US-Bundesstaaten wie New Jersey, Virginia und Wisconsin gilt Ulmus parvifolia als örtlich invasiv, insbesondere auf gestörten Böden und an städtischen Randbereichen. 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Auf die windbestäubte Herbstblüte ohne Kronblätter folgt rasch die Ausbildung der Flügelfrüchte. Anders als bei frühjahrsblühenden Ulmen bleiben den Früchten von Ulmus parvifolia nur wenige Wochen, um vor dem Winter zu reifen. 7

In der Baumschule keimen die Samen schnell und ohne längere Stratifikation, was die verbreitete Vermehrung durch Aussaat vereinfacht. Im Freiland erreicht ein Jungbaum seine endgültige Größe je nach Kulturbedingungen nach 20 bis 50 Jahren. Als Bonsai verträgt er dagegen ein durch Wurzel- und Laubschnitt bewusst verlangsamtes Wachstum. 4 5

Ein 1865 im Central Park in New York gepflanzter Baum galt bis zu seinem Tod in den 1990er-Jahren als ältester dokumentierter Vertreter der Art in den USA. Sein Stamm maß 1,4 m im Durchmesser, deutlich mehr als der bereits seltene Meter bei sehr alten Stadtbäumen. Die Sorte Central Park Splendor wurde unmittelbar von diesem Baum geklont. 7

Nutzen und Risiken

Vor allem als Zier- und Stadtbaum wird Ulmus parvifolia genutzt. Sie verträgt verdichtete Böden, Luftverschmutzung und enge Standorte wie Parkplätze oder Gehwege und eignet sich deshalb als robuster Straßenbaum. Gut eingewachsen verträgt sie Frost bis etwa −34 °C, eine bei herbstblühenden Bäumen seltene Grenze. 3 4

Gegen das Ulmensterben gehört diese Art zu den widerstandsfähigsten Ulmen, ohne vollständig immun zu sein. Das macht sie zu einem gesuchten Elternteil für resistente Hybriden wie Frontier. Örtlich bleiben jedoch Schildläuse, Blattflecken und im Süden der USA die Texas-Wurzelfäule mögliche Probleme. 7 3

Eine Giftigkeit für Menschen oder Haustiere ist nicht dokumentiert. Blätter, unreife Früchte und innere Rinde werden sogar unter traditionellen Nahrungsnutzungen in Ostasien genannt. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Dank ihrer Schnittverträglichkeit zählt Ulmus parvifolia zu den am häufigsten als Bonsai verwendeten Ulmen. Wegen ihrer Anpassung an verschiedene Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen wird sie oft Anfängern empfohlen. Die Zwergsorten Seiju, Hokkaido und Yatsubusa mit verkleinerten Blättern wurden eigens für diesen Zweck ausgewählt. 7

Besonders häufig wird die Art mit folgenden Pflanzen verwechselt:

  • Ulmus pumila, die Sibirische Ulme, die lange unter demselben Handelsnamen „Chinesische Ulme“ verkauft wurde;
  • Zelkova serrata, ein weiteres ostasiatisches Ulmengewächs, dessen Borke ebenfalls Lentizellen besitzt;
  • Ulmus davidiana var. japonica, in Europa seltener kultiviert, aber gelegentlich in asiatischen Baumschulen verwechselt.

Je nach Boden wächst Ulmus parvifolia schnell bis mäßig, aber langsamer als die Sibirische Ulme. Ihr Wuchs bleibt dadurch dichter und leichter zu begrenzen. Für städtische Baumreihen wird ein Pflanzabstand von 6 bis 10 m empfohlen.

Gefleckte, in Platten abblätternde Borke, symmetrischer Blattgrund und Herbstblüte bilden gemeinsam die verlässlichsten Merkmale für eine eindeutige Bestimmung von Ulmus parvifolia.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Ulmus parvifolia dieselbe Art wie die Sibirische Ulme?

Nein. Ulmus parvifolia und Ulmus pumila sind verschiedene Arten, wurden aber lange unter demselben Handelsnamen „Chinesische Ulme“ verkauft. Zur Unterscheidung entstand der englische Name lacebark elm.

Warum löst sich die Borke von Ulmus parvifolia in Platten?

Das ist ein natürliches Artmerkmal. Die alternde Borke blättert in Platten ab und legt cremefarbene, orange und rotbraune Töne frei. Dieses gefleckte Muster erklärt den Namen lacebark elm und unterscheidet sie von Ulmen mit bloß rissiger Borke.

Ist Ulmus parvifolia gegen das Ulmensterben resistent?

Sie gehört zu den widerstandsfähigsten Ulmen, ist aber nicht vollständig immun. Deshalb ist sie ein begehrter Elternteil für ausgewählte Hybriden wie Frontier.

Warum blüht diese Ulme im Herbst?

Das ist eine Ausnahme in der Gattung Ulmus, deren Arten meist im Frühjahr vor dem Laubaustrieb blühen. Bei Ulmus parvifolia folgt auf die unscheinbare Blüte im frühen Herbst rasch die Reife der Flügelfrüchte.

Ist Ulmus parvifolia für Katzen oder Hunde giftig?

Eine Giftigkeit ist nicht dokumentiert. Perenual stuft die Art für Haustiere und Menschen als ungiftig ein; sie erscheint auf keiner ASPCA-Liste giftiger Pflanzen.

Warum wird Ulmus parvifolia so häufig als Bonsai verwendet?

Sie verträgt starken Rückschnitt, besitzt kleine Blätter und passt sich verschiedenen Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen an. Deshalb wird sie Anfängern empfohlen. Zwergsorten wie Seiju und Hokkaido wurden eigens dafür ausgewählt.

Wie lässt sich Ulmus parvifolia von anderen Ulmen unterscheiden?

Symmetrischer Blattgrund, kleine Blätter, Herbstblüte und gefleckte, abblätternde Borke sind die zuverlässigsten Merkmale. Die meisten anderen Ulmen besitzen einen asymmetrischen Blattgrund und blühen im Frühjahr.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.