Sibirische Ulme (Ulmus pumila, L. 1753)

Ulmus pumila (L., 1753) ist ein sommergrüner Baum aus der Familie der Ulmaceae, der aus Zentralasien von Ostsibirien bis Korea stammt. Kleine Blätter mit symmetrischem Grund und eine sehr frühe Blüte noch vor dem Laubaustrieb kennzeichnen die Art. Ihre außergewöhnliche Kälte- und Trockenheitstoleranz erklärt die weltweite Verbreitung in Kultur; brüchiges Holz schränkt ihren Zierwert dagegen ein.

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Wissenschaftlicher NameUlmus pumila
GattungUlmus
OrdnungRosales

Sibirische Ulme, Zwerg-Ulme, Siberian elm, Dwarf elm und Karagatch

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit für Haustiere und Menschen bekannt
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
RusslandMongoleiChinaSüdkoreaKasachstan
Lebensraum
Trockene Sand- und Steinböden, Hänge und Flussufer in 1000–2500 m; Waldgrenze vor zentralasiatischen Halbwüsten
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühling
Erntezeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Erste Blüte bereits nach 5 bis 10 Jahren möglich
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, brüchiges Holz; Äste brechen bei starkem Wind
Luftfeuchtigkeit
30–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Ton, Schluff oder Sand, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne erforderlich, verträgt keinen Schatten
Außenbereich
Feldhecke, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe1000–2500 cmBreite1000–2000 cm
Blätter
GrünGelb
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünBraunGröße0.3 cm
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunGröße1–1.5 cm
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Ulmus pumila: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Ulmus pumila umfasst Zentralasien im weiteren Sinn: Ostsibirien, Mongolei, Tibet, Nordchina, Nordkaschmir und Korea. Im 20. Jahrhundert wegen ihrer Eignung als Windschutz und ihrer Kältetoleranz vielfach eingeführt, hat sich die Art eingebürgert und ist in weiten Teilen Nordamerikas und der argentinischen Pampa invasiv geworden. Dort kreuzt sie sich gelegentlich mit heimischen Ulmen.

  • Heimisch5
  • Eingeführt2
  • Invasiv2
  • Russland (Sibirien)
  • Mongolei
  • China
  • Korea
  • Kasachstan
  • Spanien
  • Japan
  • Vereinigte Staaten
  • Argentinien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Ulmus pumila (L., 1753), auch Sibirische Ulme oder Zwerg-Ulme, ist ein sommergrüner Baum der Familie Ulmaceae. Die Art wurde 1753 von Carl von Linné beschrieben. Plants of the World Online führt diesen Namen weiterhin als akzeptierten Artnamen. 1 7

Der Name Sibirische Ulme verweist auf Ostsibirien, doch das natürliche Areal reicht weit darüber hinaus: auch Mongolei, Tibet, Nordchina, Nordkaschmir und Korea gehören dazu. Das Epitheton pumila bedeutet „klein“ oder „zwergig“. Es beschreibt den häufig strauchigen Wuchs stark wind- und kälteexponierter Populationen: Ein belasteter Baum bleibt niedrig und verzweigt, ein geschützter kann 25 m erreichen. 7 5

Erkennung

Bei ausgewachsenen Bäumen erreicht Ulmus pumila meist 10 bis 25 m Höhe. Sehr alte Exemplare können einen Stammdurchmesser von mehr als 1 m besitzen. Die dunkelgraue Borke reißt unregelmäßig längs auf. Junge Zweige sind kahl oder leicht behaart, gelblich und ohne erkennbaren Korkbesatz. 7 2

Die 2 bis 8 cm langen Blätter sind elliptisch bis eiförmig, mit symmetrischem Grund und einfach gesägtem Rand. Dieser Grund unterscheidet sie im Gelände deutlich von den meisten anderen Ulmen mit ausgeprägt asymmetrischer Blattspreitenbasis. Das Laub vergilbt im Herbst ohne auffällige Färbung. 7 5

Sehr früh, oft schon Anfang Februar und lange vor dem Laubaustrieb, erscheinen die Blüten ohne Kronblätter. Jede winzige, kaum 3 mm breite Blüte trägt einen grünen Kelch und Staubblätter mit rotbraunen Staubbeuteln; der Wind übernimmt die Bestäubung. Die 1 bis 1,5 cm großen, deutlich eingekerbten Flügelfrüchte reifen binnen weniger Wochen und werden ebenfalls vom Wind verbreitet. 7

Nützliche Taxonomie

Bei Revisionen der Gattung Ulmus wurden mehrere Namen für diese Art verwendet, die heute meist als Synonyme gelten: Ulmus campestris var. pumila K.Koch, Ulmus campestris var. pumila (L.) Maxim., Ulmus suberosa var. pumila Gaudin und Ulmus campestris f. pumila Herder. 1

Besondere Vorsicht verlangt ein gleichlautender Name ohne direkten Bezug: Ulmus pumila Walter, 1788 ist ein illegitimer Name für eine ganz andere Pflanze. Er darf nicht mit der von Linné 35 Jahre früher beschriebenen asiatischen Art verwechselt werden. Verlässlich bleibt das vollständige Binomen mit Autor, Ulmus pumila L. 1

Lebensraum und Verbreitung

Über Zentralasien im weiteren Sinn erstreckt sich das natürliche Areal von Ulmus pumila, von Ostsibirien bis Nordkaschmir und Korea. Die Art wächst auf trockenen Sand- oder Steinböden, an Hängen und Flussufern, in den höchsten Bereichen bis 2500 m. Dort markiert sie als letzte Baumart vor den zentralasiatischen Halbwüsten die Waldgrenze. 7 4

Für Ulmus pumila nennt die Weltnaturschutzunion IUCN den Status nicht gefährdet (LC), ohne festgestellte Gefährdung im natürlichen Areal. Im 20. Jahrhundert als Windschutz eingeführt, hat sich die Art weitgehend eingebürgert. In großen Teilen Nordamerikas von Zentralmexiko bis Ontario sowie in der argentinischen Pampa ist sie invasiv geworden. 6 7

Unter Philipp II. als Zierbaum nach Spanien gebracht, kreuzt sich Ulmus pumila dort häufig mit der heimischen Feldulme (Ulmus minor). Das erschwert deren genetischen Erhalt. Eine vergleichbare Hybridisierung mit Ulmus rubra bedroht in den USA ebenso den genetischen Erhalt der heimischen Rot-Ulme. 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Bereits im Februar blüht Ulmus pumila, mehrere Wochen vor dem Laubaustrieb. Die Blüten sind dadurch Spätfrösten ausgesetzt. Wegen dieses Frostrisikos wurde die Art aus niederländischen Zuchtprogrammen für gegen das Ulmensterben resistente Ulmen ausgeschlossen. 7

Kurz nach der Blüte reifen die Flügelfrüchte und keimen fast unmittelbar nach dem Fall zu Boden, ohne nötige Stratifikation. Das ist unter Bäumen gemäßigter Zonen ungewöhnlich. Ulmus pumila bildet außerdem Wurzelausläufer, was die Ausbreitung auf gestörten Böden, etwa Bahnböschungen, begünstigt. 7

Unter gemäßigten Klimabedingungen werden Exemplare selten älter als 60 Jahre, gegenüber 100 bis 150 Jahren bei Populationen im natürlichen Areal. Ein südlich der Wüste Gobi erfasster Riesenbaum besaß 2009 einen Stammumfang von 5,55 m; sein Alter wurde auf über 250 Jahre geschätzt. 7

Nutzen und Risiken

Nach den Staubstürmen des Dust Bowl in den 1930er-Jahren wurde Ulmus pumila in den USA massenhaft als Windschutzbaum gepflanzt. Ausschlaggebend waren das schnelle Wachstum und die Kälte- und Trockenheitstoleranz. In Italiens Po-Ebene diente die Art lange als lebende Rankstütze für Weinreben. Mit der Mechanisierung in den 1950er-Jahren endete diese Nutzung. 7

Brüchiges Holz und eine unregelmäßige Krone machen die Art heute als Zierbaum wenig empfehlenswert. Äste brechen leicht unter Schneelast oder bei starkem Wind. Eine Giftigkeit für Menschen oder Haustiere ist nicht dokumentiert; Ulmus pumila erscheint auf keiner ASPCA-Liste giftiger Pflanzen. 3 2

Die Widerstandsfähigkeit gegen das Ulmensterben hängt stark von der Herkunft ab: Bäume aus Nordwest- und Nordostchina tolerieren die Krankheit besser als solche aus Zentral- und Südchina. Eine entsprechende Herkunftswahl verringert das Verlustrisiko. Die Verticillium-Welke, eine andere pilzliche Gefäßkrankheit, verträgt Ulmus pumila dagegen besser als die meisten kultivierten Ulmen. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Bei den Hybridsorten Homestead und Regal verbindet sich die Resistenz von Ulmus pumila gegen das Ulmensterben mit einem regelmäßigeren Wuchs als beim Wildtyp. Die jüngere Sorte New Horizon verfolgt denselben Kompromiss in kompakterer Form. Pinnatoramosa und Aurescens werden wegen ihrer Gestalt oder ihres goldenen Laubs ausgewählt; Variegata, eine panaschierte Hängeform, wird weiterhin in China kultiviert. 5

Verwechslungsgefahr besteht insbesondere mit diesen Arten:

  • Ulmus minor, der europäischen Feldulme, mit der sich die Art in Spanien häufig kreuzt;
  • Ulmus rubra, der nordamerikanischen Rot-Ulme, deren natürliche Hybridisierung Sorgen um ihren Erhalt auslöst;
  • Ulmus parvifolia, der eigentlichen Chinesischen Ulme, die durch eine verkürzte englische Bezeichnung mit der Sibirischen Ulme verwechselt wird;
  • Zelkova carpinifolia, trotz eigenständiger botanischer Zuordnung im Französischen auch „falsche Sibirische Ulme“ genannt.

Symmetrischer Blattgrund und sehr frühe Blüte vor dem Laubaustrieb sind die zuverlässigsten Merkmale, um Ulmus pumila von europäischen Ulmen und der Kaukasischen Zelkove zu unterscheiden. 7

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Stammt Ulmus pumila tatsächlich aus Sibirien?

Nicht nur. Das natürliche Areal umfasst ganz Zentralasien: Ostsibirien, Mongolei, Tibet, Nordchina, Nordkaschmir und Korea. Der Name Sibirische Ulme erfasst nur einen Teil dieser Verbreitung.

Warum wird diese Ulme manchmal irrtümlich Chinesische Ulme genannt?

Die Verwechslung geht auf eine gelegentlich falsch verkürzte englische Bezeichnung zurück. Die eigentliche Chinesische Ulme ist die andere Art Ulmus parvifolia. Sie besitzt abblätternde Borke und blüht im Herbst statt im Frühjahr.

Ist Ulmus pumila für Hunde oder Katzen giftig?

Eine Giftigkeit ist nicht dokumentiert. Die Art steht auf keiner ASPCA-Liste giftiger oder ungiftiger Pflanzen; die verfügbaren Daten stufen sie für Menschen und Haustiere als ungiftig ein.

Warum wurde dieser Baum in den USA so häufig gepflanzt?

Nach den Staubstürmen des Dust Bowl in den 1930er-Jahren machten das schnelle Wachstum sowie die Kälte- und Trockenheitstoleranz ihn zu einer bevorzugten Art für Windschutzstreifen. Später schränkte seine Krankheitsanfälligkeit die Verwendung als Zierbaum ein.

Ist Ulmus pumila gegen das Ulmensterben resistent?

Das hängt von der Herkunft ab. Bäume aus Nordchina tolerieren die Krankheit besser als solche aus Zentral- und Südchina. Gegen einen anderen Pilz, den Erreger der Verticillium-Welke, bleibt die Art dagegen die widerstandsfähigste Ulme.

Wie unterscheidet sich Ulmus pumila von anderen Ulmen?

Der symmetrische Blattgrund und die kleinen Blätter von 2 bis 8 cm Länge unterscheiden sie von europäischen Ulmen mit deutlich asymmetrischem Blattgrund. Ein weiteres zuverlässiges Merkmal ist die sehr frühe Blüte vor dem Laubaustrieb.

Ist Ulmus pumila invasiv?

Ja, in Nordamerika und in der argentinischen Pampa, wo sie sich mit heimischen Ulmen wie Ulmus rubra kreuzt. In Spanien hybridisiert sie häufig mit Ulmus minor; das erschwert den Erhalt der dort heimischen Feldulme.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.