Balsam-Tanne (Abies balsamea, (L.) Mill. 1768)

Balsam-Tanne (Abies balsamea) ist ein nordamerikanischer Nadelbaum aus der Familie der Pinaceae. Sie stammt aus borealen Wäldern und feuchten Tannenwäldern Kanadas und des nordöstlichen Teils der USA. Flache, duftende Nadeln und aufrechte, am Baum zerfallende Zapfen kennzeichnen diese wichtige nordamerikanische Weihnachtsbaumart.

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Wissenschaftlicher NameAbies balsamea
GattungAbies
OrdnungPinales

Balsam-Tanne, Balsamtanne, Balsam Fir, Canadian Fir, Balm of Gilead und Zhingob

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Nadelbaum · Baum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
KanadaVereinigte Staaten
Lebensraum
Boreale und feuchte Tannenwälder, Moore und sumpfige Senken sowie gut entwässerte Hänge
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Regelmäßige Zapfenbildung mit 20–30 Jahren, Stammreife etwa mit 40 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, flache Wurzeln erhöhen bei Stürmen die Windwurfgefahr
Luftfeuchtigkeit
60–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Feuchter Boden, Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Sonne bis Halbschatten; Jungpflanzen vertragen Schatten
Außenbereich
Offener Boden, Gartenbeet
Erscheinungsbild
Höhe1500–2700 cmBreite400–800 cm
Blätter
GrünWeiß
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Früchte
ViolettBraunGröße5–10 cm
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Balsam-Tanne (Abies balsamea): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal reicht von Labrador und Neufundland bis Alberta, südwärts bis Minnesota, Wisconsin und Neuengland sowie entlang der Appalachen bis Virginia. Die Art wächst in sumpfigen Senken und an gut entwässerten Hängen als Pionier oder mitbestimmende Baumart borealer Wälder. Außerhalb des Areals werden vor allem Zwergformen kultiviert; heiße, feuchte Sommer verträgt sie schlecht.

  • Heimisch2
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Balsam-Tanne (Abies balsamea (L.) Mill., 1768), auch Balsamtanne oder englisch Balsam Fir, gehört zu den Kieferngewächsen, den Pinaceae. Carl von Linné beschrieb die Art zunächst als Pinus balsamea. Philip Miller stellte sie 1768 in die Gattung Abies; diese Kombination ist bis heute der akzeptierte Name. 1 2 Zwei Merkmale helfen bei der Bestimmung im Gelände: flache Nadeln ohne Holzpolster und aufrechte Zapfen, die am Baum zerfallen, statt vollständig zu Boden zu fallen.

Das Artepitheton balsamea und der deutsche Name verweisen auf das duftende Harz aus den Blasen der Stammrinde. Es wurde lange unter der Handelsbezeichnung Kanadabalsam gesammelt. Auch der englische Beiname Balm of Gilead spielt darauf an. Diese biblische Bezeichnung trägt allerdings ebenfalls die Balsam-Pappel (Populus balsamifera), ein nicht näher verwandter Laubbaum. Der gemeinsame Beiname sagt also nichts über die botanische Verwandtschaft aus. 7 5

Erkennung

Ein schmaler, pyramidenförmiger bis kegelförmiger Wuchs mit zugespitzter Krone kennzeichnet Abies balsamea. Meist erreicht der Baum 15 bis 21 m Höhe; außergewöhnliche Exemplare werden bis 27 m hoch. Die Krone nimmt dabei etwa 4 bis 8 m Breite ein. 4

Die flachen, weichen Nadeln sind bis 2,5 cm lang. Ihre Oberseite glänzt dunkelgrün, während die Unterseite zwei weiße Spaltöffnungsstreifen zeigt. Sie stehen dicht um den Zweig und geben beim Zerreiben den typischen harzigen Weihnachtsbaumduft frei. 4

Bei jungen Bäumen ist die Rinde glatt und graubraun. Zahlreiche Harzblasen geben bei Berührung klebrige Flüssigkeit ab; im Alter wird die Rinde braun und schuppig. Zylindrische Zapfen von 5 bis 10 cm Länge stehen auf den Zweigen. Anfangs violett, werden sie bei der Reife braun und hängen niemals wie Fichtenzapfen herab. 4

Nützliche Taxonomie

Unter dem akzeptierten Namen Abies balsamea werden zwei botanische Varietäten unterschieden: die typische Abies balsamea var. balsamea und Abies balsamea var. phanerolepis Fernald. Letztere stammt aus den Appalachen und besitzt auffälligere Zapfenschuppen. Sie galt lange als Zwischenform zur Fraser-Tanne. 1

Zu den wichtigen Synonymen und historischen Namen gehören:

  • Pinus balsamea L., das Basionym, also der ursprüngliche wissenschaftliche Name
  • Abies balsamifera Michx., ein historisches Synonym
  • Abies balsamea subsp. phanerolepis (Fernald) A.E.Murray, die Einstufung als Unterart

Für die eindeutige Zuordnung bleibt Abies balsamea der verlässliche Bezugspunkt. Die Gattung Abies umfasst ungefähr fünfzig Nadelbaumarten der Nordhalbkugel. Von den Fichten der Gattung Picea unterscheiden sie sich durch Nadeln ohne Holzpolster und durch aufrechte Zapfen, die bereits am Baum auseinanderfallen. 2 9

Lebensraum und Verbreitung

Von Labrador und Neufundland bis Alberta reicht das natürliche Verbreitungsgebiet. Im Süden erreicht es Minnesota, Wisconsin und Neuengland sowie entlang der Appalachen Virginia. Die Balsam-Tanne besiedelt sumpfige Senken ebenso wie gut entwässerte Hänge. In borealen Wäldern und feuchten Tannenwäldern tritt sie als Pionier oder als mitbestimmende Baumart auf. 4 8

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Abies balsamea als nicht gefährdet ein. Die Art ist über ihr nordamerikanisches Areal hinweg häufig und weit verbreitet; eine konkrete Gefahr des Aussterbens wurde nicht festgestellt. 6

Außerhalb ihres natürlichen Areals begegnet man vor allem den gärtnerischen Zwergformen. Heiße, feuchte Sommer weiter südlich verträgt die Art schlecht; südlich der Winterhärtezone 5 wird ihr Anbau deshalb nicht empfohlen. Entscheidend ist hier die sommerliche Wärmebelastung und nicht allein die Fähigkeit, strengen Winterfrost zu ertragen. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Als einhäusiger Nacktsamer trägt Abies balsamea getrennte männliche und weibliche Zapfen auf demselben Baum. Die Bestäubung erfolgt im Frühjahr durch den Wind. Im Herbst zerfallen die aufrechten Zapfen direkt am Zweig und entlassen ihre geflügelten Samen. Ein vollständiger reifer Zapfen fällt deshalb nicht wie bei einer Fichte auf den Waldboden. 4

Das Wachstum ist eher langsam. Durch das flache Wurzelsystem ist die Standfestigkeit bei Sturm begrenzt: Die Windwurfgefahr ist höher als bei anderen Nadelbäumen mit tief reichender Pfahlwurzel. Dieser Unterschied ist bei der Wahl eines exponierten Standorts zu berücksichtigen. 4 5

Die Art wird durch Aussaat vermehrt. Samen aus reifen Zapfen benötigen zuvor eine Kaltstratifikation. Zwergsorten wie Hudsonia werden dagegen auf Unterlagen der Ausgangsart veredelt, damit ihr kompakter Wuchs erhalten bleibt. Aussaat und Veredelung erfüllen hier unterschiedliche Aufgaben: Die eine vermehrt die Art, die andere bewahrt die Eigenschaften einer bestimmten Gartenform. 3

Nutzen und Risiken

In Nordamerika zählt die Balsam-Tanne zu den maßgeblichen Arten für geschnittene Weihnachtsbäume. Ihr kräftiger Harzduft und die gute Haltbarkeit der Nadeln nach dem Schnitt begründen ihre Beliebtheit. 4

Das im Sommer aus Rindenblasen gewonnene Harz lieferte lange den Kanadabalsam. Dieser optische Klebstoff besitzt einen glasähnlichen Brechungsindex und diente zum Einbetten mikroskopischer Präparate. Außerdem wurde er zum Abdichten der Nähte von Rindenkanus verwendet. Knospen, innere Rinde und Harz fanden auch Eingang in traditionelle Zubereitungen indigener Bevölkerungsgruppen Nordamerikas gegen Erkältung, Husten und Wunden. 5 7

Abies balsamea gilt bei Aufnahme für Menschen und Haustiere als nicht giftig. Wiederholter Hautkontakt mit dem Harz kann allerdings Reizungen auslösen. Forstlich ist der Fichtenknospenwickler das größere Problem: Seine periodischen Massenvermehrungen können ganze Bestände entnadeln und zum Absterben bringen. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gärtnerisch stehen niedrige Auslesen im Vordergrund: Hudsonia bildet ein breites, flaches Polster ohne Zapfen und erhielt den Award of Garden Merit der RHS. Nana ist eine seit Langem kultivierte kugelige Zwergform; Piccolo bleibt als seltene Miniatur besonders kompakt. 3

Am häufigsten kommt eine Verwechslung mit Fichten (Picea spp.) infrage. Deren stechende, vierkantige Nadeln sitzen auf kleinen Holzpolstern; die Nadeln der Balsam-Tanne sind dagegen flach und weich. Die Fraser-Tanne (Abies fraseri) wurde lange als Varietät der Balsam-Tanne behandelt, unterscheidet sich aber durch sichtbare Zapfenschuppen und ihr auf die südlichen Appalachen begrenztes Areal. 4

Der englische Name Balm of Gilead bezeichnet zusätzlich die nicht näher verwandte Balsam-Pappel (Populus balsamifera). Erst der wissenschaftliche Name klärt, welcher der beiden Bäume gemeint ist.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Balsam-Tanne giftig?

Nein, sie gilt für Menschen und Haustiere als nicht giftig. Nur ihr Harz kann bei längerem Hautkontakt reizen, wie bei vielen harzreichen Nadelbäumen.

Warum ist die Balsam-Tanne in Nordamerika ein beliebter Weihnachtsbaum?

Ihr ausgeprägter Harzduft und die gute Nadelhaltbarkeit nach dem Schnitt machen sie neben der verwandten Fraser-Tanne zu einem gefragten Schnittbaum.

Sind Balsam-Tanne und Fraser-Tanne dieselbe Art?

Nein. Abies fraseri ist eine eigene Art. Wegen ihres auf die südlichen Appalachen begrenzten Areals und ihrer auffälligeren Zapfenschuppen wurde sie lange als Varietät der Balsam-Tanne behandelt.

Wie unterscheidet man Balsam-Tannen von Fichten?

Tannennadeln sind flach und weich und sitzen ohne Holzpolster am Zweig. Fichtennadeln sind stechend, vierkantig und auf kleinen Holzpolstern befestigt. Tannenzapfen stehen aufrecht, Fichtenzapfen hängen und fallen als Ganzes ab.

Was ist Kanadabalsam?

So heißt das Harz der Balsam-Tanne, das aus Rindenblasen gewonnen wird. Sein glasähnlicher Brechungsindex machte es zu einem wichtigen Klebstoff für mikroskopische Präparate.

Ist die Balsam-Tanne gefährdet?

Nein, sie ist in ihrem nordamerikanischen Areal weiterhin häufig und weit verbreitet. Massenvermehrungen des Fichtenknospenwicklers verursachen jedoch örtlich Bestandsverluste.

Eignet sich die Balsam-Tanne für wärmere gemäßigte Gärten?

Nur selten. Heiße und feuchte Sommer südlich der Winterhärtezone 5 verträgt sie schlecht; dort sind besser angepasste Nadelbäume vorzuziehen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.